Blitz

Grüne Mauer 4.8 (6)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Trotz weltweit gemachter sehr negativer Erfahrungen mit der Abholzung und dem Raubbau an der Natur, hat sich Chinas dazu entschlossen, dasselbe genau so zu wiederholen und dies in einem weit größeren Maßstab. Inzwischen haben sie sogar damit begonnen, wie wir übrigens auch, weitere Länder nicht nur auszuplündern, sondern deren Lebensgrundlagen vollständig zu zerstören.

Obwohl jeder weiß, dass solche Konzepte nicht funktionieren können, halten viel zu viele Menschen an diesen weiterhin fest. Verstand wird einfach durch Ideologie ersetzt.

Lernen wir Menschen kaum aus den Fehlern anderer, so lernen die Chinesen nicht einmal mehr etwas aus den eigenen Fehlern. Inzwischen schwärmen sie gar von einer Grünen Mauer, deren Name sich von der parallel verlaufenden Großen Mauer ableitet. Das Projekt startete im Jahr 1978 und soll noch bis 2050 fortgesetzt werden. Man möchte dabei 350 000 Quadratkilometer Land bepflanzen.

Wie ich in einem chinesischen Propagandafilm — eine GEO-Reportage — erfahren durfte, zählen dazu natürlich auch neue Ackerflächen und dabei ganz besonders die üblichen Monokulturen. Sehr erschreckend zu erfahren, dass man die entsprechenden Baumplantagen ebenfalls zuerst als Monokulturen anlegte, wohl um sie später besser abholzen zu können.

Die ursprüngliche Idee für das Projekt dürfte dabei aber von der „Grüngürtelbewegung“ stammen, welche bereits 1977 von Wangari Maathai aus Nairobi gegründet wurde; diese wiederum übernahm dabei die Idee eines britischen Forstwissenschaftlers aus den 1920er-Jahren.

Angeblich ist die Grüne Mauer bereits schon jetzt ein Erfolg, wohl ähnlich wie unsere eigenen Zukunftsprojekte im Umwelt- und Naturschutz auch, ist es doch bis 2050 noch eine ganze Weile hin.

Auf alle Fälle aber hat sie weitere Länder dazu inspiriert, um in der Sahara und im Sahel eine Great Green Wall zu errichten, welche einmal mindestens 15 km breit und 8 000 km lang sein soll.

So schön diese Ideen auch sein mögen, zeigt doch die schnöde Erfahrung, dass es in der Menschengeschichte noch keine Mauer gab, die tatsächlich ihren Zweck erfüllen konnte — nicht einmal der „Eiserne Vorhang“.

Vielleicht wäre es einmal eine gute Idee, sich besser mit den Ursachen der besagten Probleme und Herausforderungen etwas näher auseinanderzusetzen und zu gucken, wie man diese ggf. beseitigen könnte.

Wir setzen uns dabei lieber „Klimaziele für 2030“, welche wohl auf alle Fälle noch bis 2029 weiterhin Erfolge bleiben und erst danach auf … 2050 verschoben werden, zumindest damit kennen wir uns alle ganz gut aus.

Da das mit den Mauern und Grenzen noch nie so gut klappte, könnte man sich einmal überlegen, ein paar Mauern in unseren Köpfen einzureißen. Alternativ, eine Großbehörde zur Verwaltung von Wüstensand zu schaffen, denn dann ist es garantiert, dass uns allen der Sand bis spätestens 2050 ausgehen wird — zumindest auf dem Papier.


Buggles

Wunschvideo 5 (6)

Beitragsfoto: Langspielplatte

Auf Wunsch eines einzelnen Herrn, genauer gesagt von Andreas Lochner, lege ich nun noch mit einem weiteren Blog-Beitrag nach. Da ich aktuell etwas bewegungseingeschränkt bin und mich außer in der Stoa zu üben wenig machen kann, komme ich diesem Wunsch sehr gerne nach — jede Ablenkung ist mir sehr willkommen!

„The Age of Plastic“ (1980) ist das Debutalbum des Duos Buggles. Ursprünglich ein Trio, was übrigens auch einmal der Name einer Band war, blieben bereits nach den ersten Aufnahmen nur noch Geoff Downes und Trevor Horn übrig.

Trevor Horn wurde beim Erstellen der Langspielplatte von Kraftwerks Album „Die Mensch-Maschine“ (1978) inspiriert; sie konnten dennoch nie an Kraftwerk heranreichen, meine bessere Hälfte ist da sicherlich anderer Meinung.

Das Album wurde im Laufe des Jahres 1979 eingespielt; meine regelmäßigen Leser dürften meine musikalische Vorliebe für dieses Jahr bereits kennen. Und der besagte Wunschsong von Andreas Lochner kam bereits vorab im September 1979 in die Radios.

Auch wenn dieser Song noch heute ein Ohrwurm ist, gefiel mir damals der Song „I Love You (Miss Robot)“ noch besser. Dieser erinnerte mich tatsächlich etwas an Kraftwerk, aber später mehr noch an Grace Jones‘ „Pull Up To The Bumper“ (1981).

Die Folge-LP „Adventures in Modern Recording“ (1981) nahm ich dann nicht mehr bewusst wahr. Vielleicht nun eine ganz gute Gelegenheit, um mir diese Platte einmal in Ruhe anzuhören.

Jetzt aber liegt „The Age of Plastic“ am Plattenspieler und ich gucke einmal, was meine bessere Hälfte dazu sagen wird. Wahrscheinlich: „Hauptsache kein Kraftwerk!“

Der Vollständigkeit halber nun noch die zweite Seite des Albums, denn Buggles war doch ein Duo.

Nachtrag

Tatsächlich bekomme ich keine negativen Reaktionen von meiner besseren Hälfte auf die Platte — könnte aber auch an der gewählten Lautstärke liegen. Hat etwas gedauert, bis ich sie entstaubt hatte. Und zumindest aus heutiger Sicht ist die Platte insgesamt ein richtiger Ohrwurm; ich merke, wie sich mein Geschmack über die Jahrzehnte doch ein wenig geändert hat.


Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (6)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Vor Kurzem machte mich Jason Kottke darauf aufmerksam, dass es anlässlich 50 Jahre Talking Heads — wie die Zeit verfliegt — ein neues Video zum Hit „Psycho Killer“ aus 1977 gibt. Die Protagonistin ist dabei Saoirse Ronan.

Die Talking Heads gründeten sich bereits 1975 in New York, dem Geburtsort von Saoirse Ronan ein paar Jahre später. Die Gruppe, welche in den 1980er-Jahren sehr populär war, bestand aus Tina Weymouth, David Byrne, Chris Frantz und Jerry Harrison. 1991 löste sich die Band auf.

Der Hit „Psycho Killer“ befindet sich gleich auf dem ersten Album „Talking Heads: 77“ (1977). „Once in a Lifetime“ vom Album „Remain in Light“ (1980), „Burning Down the House“ vom Album „Speaking in Tongues“ (1983) und „Road to Nowhere“ aus dem Album „Little Creature“s (1985) dürften ebenfalls noch bekannt sein.

Nun aber zurück zum heutigen Hit, den die Band bereits 1974 in einer ersten Version unter ihrem Namen „Artistics“ aufgeführt haben soll und dann als Talking Heads 1975 weiter bearbeiteten. Ich finde noch heute, dass der Song tatsächlich besser in die erste Hälfte der 1970er-Jahre passt als in die 1980er.

Wie ich finde, gibt Saoirse Ronan heute dem Lied eine ganz andere Bedeutung, wobei schon damals™ die angebliche Verbindung zu den „Son of Sam“-Morden (July 1976 – July 1977) wohl nur von den Medien hochgespielt wurde, was sowohl der Faktenlage als auch den Aussagen der Band widersprach — „News“, die dem Erfolg des Lieds nicht geschadet haben dürften. Und noch heute wird das Lied mit Serienmördern in Verbindung gebracht; auch ich habe den Song noch so in Erinnerung.

Nun können Sie sich mit den beiden obigen Videos ein eigenes Bild vom Inhalt des Liedes machen und dabei auch wieder einmal die Macht von Bildern erkennen. Eine weitere Bilder-Deutung findet sich in meinem Blog-Beitrag „Once in a Lifetime“ (diese spielt sicherlich auf die „Son of Sam“-Morde an).

Auf alle Fälle geben nun die Talking Heads zu ihrem Fünfzigsten dem Song „Psycho Killer“ eine offizielle Deutung, welche sie mit Saoirse Ronan bildlich ganz gut untermauern. Diese Deutung ist auf alle Fälle politisch korrekt und passt in unsere Zeit.

Mein Kommentar zum 50. Jubiläum der Band

Ein rühriger Pfarrer organisierte einen Abend für Ehemänner, die kurz vor ihrem 25. Hochzeitstag stehen. Dazu lud er auch ein Gemeindeglied ein, das kurz vor dem 50. Hochzeitstag stand.

Er bat diesen zu berichten, was er zum 25. gemacht hätte. Dieser gab an, dass er mit seiner Frau nach Südafrika fuhr. Der Pfarrer lobte dieses Engagement als mustergültig für eine gute Ehe und fragte den Mann, was er nun zum 50. geplant hätte?

Dieser antwortet darauf, dass er sie nun wieder aus Südafrika abholen möchte.

„Ce que j’ai fait, ce soir-là
Ce qu’elle a dit, ce soir-là
Réalisant mon espoir
Je me lance vers la gloire … OK !“

TAlkinG Heads (1977)