Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

21.12.02021 5 (1)

Es kommt ein Schiff geladen

Sebastian Schaffer, mein Lieblingsneffe, stimmt uns allesamt auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein. Ich meine, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Sebastian Schaffer am 19. Dezember 2021

Websites

Websites sind keine Archive, so wie auch E-Mail-Konten keine Ablage sind. Und so habe ich, mein MInimalismus-Projekt fortführend, selbst mir sehr am Herzen liegende Websites endgültig gelöscht. Darunter waren auch meine ältesten noch vorhandenen Websites, wie iiics.org und worldcitizenship.com.

Websites sind eher mit Zeitungen als mit Büchern zu vergleichen und so sollten jene, die nicht aktuell gehalten werden können — egal aus welchen Gründen auch immer — das World Wide Web durch Wegfall etwas überschaubarer machen.

Etwas schwerer fällt mir noch das Löschen, des erst jüngst, während der Pandemie, eingerichteten Forums. Aber auch hier gilt, dass Foren ebenfalls keine Archive sind und ihre Existenz nur ihren täglichen Nutzern zu verdanken haben. So bleibt wohl nur noch zu überlegen, ob man die einen oder anderen Inhalte, in irgend einer Form auch immer, archivieren soll und kann.

Archive

Erfreuliche Nachrichten kommen derzeit aus Florenz, genauer gesagt aus den dortigen Archiven der Europäischen Union. Die Bestandserfassung der EUROPA-UNION Heilbronn geht mit großen Schritten voran. Aufgrund der Genauigkeit der Aufzeichnungen werden allerdings des öfteren 30 jährige Sperrvermerke gesetzt.

Sollten Sie in der Funktion als Heilbronner Vereinsvorstand noch nicht über ein eigenes Archiv nachgedacht haben, dann empfehle ich Ihnen einmal mit dem Heilbronner Stadtarchiv Verbindung aufzunehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es doch so manche Vorgänge ehrenamtlicher Arbeit verdient haben, dass diese auch der Nachwelt erhalten bleiben, und unsere professionellen Archive bieten sich dafür bestens an.

Websites des Tages

Stadtarchiv Heilbronn

„Das Stadtarchiv Heilbronn ist mit seinen Beständen die Zentralstelle für lokale Geschichtsforschung. Es verwahrt das städtische Schriftgut, sammelt auch nichtamtliche Unterlagen und erschließt das Material für die Benutzer, der Lese- und Forschungssaal steht für Recherchen zur Verfügung.“

Archive der Europäischen Union (HAEU)

„The HAEU preserves and makes accessible for research the archives deposited by EU institutions according to the thirty-year rule governing access to archival material. It also collects and preserves private papers of individuals, movements and international organisations involved in European integration.“

Geburtstag des Tages

Benjamin Disraeli


Internetpräsenz

Internetpräsenz 5 (3)

Beitragsfoto: Gerd Altmann auf Pixabay

Dieses Wochenende konnte ich nicht nur mit einem produktiven Federal Committee Meeting verbringen, sondern wurde — überraschender Weise — erneut mit dem Thema der „eigenen“ Internetpräsenz konfrontiert. Dieses Mal ging es um die Internetpräsenz der EUROPA-UNION auf Wikipedia.

Mit dem immer mehr an Bedeutung gewinnenden Wikipedia begann auch ich mich, und dies noch in den Nullerjahren, daran zu beteiligen. Da ich ganz sicher kein Encyclopedist bin, machte ich anfangs nur auf offensichtliche Fehler oder Unstimmigkeiten aufmerksam. Dann, 2009, begann ich erstmals einen eigenen entsprechenden Artikel zu schreiben und ergänzte Wikipedia mit einem Eintrag zur EUROPA-UNION Heilbronn. 2010 war ich dann doch etwas verärgert, als mein Beitrag wegen Irrelevanz wieder gelöscht wurde, denn damit waren doch einige Tage an Arbeit einfach so und völlig umsonst verbracht. Der einzige Trost dabei war, dass man mir erklärte, dass auch andere Beiträge über unsere Bewegung, weil ebenfalls irrelevant, gelöscht wurden.

So begrenzte ich mich weiterhin auf die Ergänzung von bereits bestehenden Beiträgen und korrigierte munter weiter vor mich hin. Einzig, und dies zu meinem großen Leidwesen, wurden meine Ergänzungen zu UEF Themen immer öfters gelöscht oder erneut wieder geändert.

2020 war ich dann sogar erfreut darüber, dass inzwischen auch die Relevanzkriterien bei Wikipedia gelockert wurden, und neue Beiträge zur EUROPA-UNION zu finden waren. So nutzte ich die Gelegenheit und schrieb erneut einen relevanten, begründeten und sehr ausführlichen Beitrag zur EUROPA-UNION Heilbronn. Leider musste ich kurz darauf feststellen, dass es auch auf Wikipedia gleichere Menschen als mich gibt, und mein Beitrag wurde erneut gelöscht — dieses Mal allerdings ohne die Möglichkeit der Diskussion oder einer Verteidigung, denn, als ich mein, von Wikipedia allen anderen gewährtes, Recht der Gegendarstellung in Anspruch nehmen wollte, löschte ein „Super-User“ meinen Beitrag sofort.

Damit stellte sich mir die Frage, ob ich meine Zeit nicht sinnvoller nutzen kann und ich beschloss, nur noch bestehende Beiträge zu pflegen, zumindest so lange, wie es diese auf Wikipedia noch gibt.

Deswegen war ich gestern schon etwas erstaunt, als Wikipedia erneut in unserem Verband zum Thema wurde: anscheinend werden die Relevanzkriterien inzwischen wieder etwas enger gesehen — was mich, über ein Jahr später, nun nur noch extrem peripher tangiert.

Auf jeden Fall aber passt es zu meinen derzeitigen Überlegungen, nämlich Überflüssiges einzusparen und Notwendiges besser, d. h. im Sinne der Effizienz, zu kombinieren. Letztendlich ist es die Zeit, die uns allen täglich viel zu leicht zwischen den Fingern zerrinnt, welche uns allen dann letzten Endes fehlen wird.

Und so habe ich nicht nur die eine oder andere Internetpräsenz gelöscht, sondern auch angefangen, relevante Inhalte umzuziehen. So findet man seit heute die Hertensteiner Gespräche auf diesem Weblog — für mich eine sehr große Zeitersparnis und zudem ein kleiner Umweltschutzbeitrag.

Als nächstes werden wohl die Foren des Europastammtisches eine wesentliche Veränderung erfahren — erste Gespräche dazu finden bereits statt.

„Caution: Do not mistake the Internet for an encyclopedia, and the search engine for a table of contents. The Internet is a sprawling databank that’s about one-quarter wheat and three-quarters chaff.“

Norm Goldstein, The Associated Press Stylebook and Briefing on Media Law (2007: 267)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

18.12.02021 5 (3)

Nachtruhe

Auch wenn ich Thomas Aurich ansonsten sehr schätze und selbst gerne etwas länger in Gaststätten sitzen bleibe, habe ich für all jene volles Verständnis, die gegen eine weitere Einschränkung der Nachtruhe vorgehen, denn man muss auch an jene denken, die am kommenden Morgen wieder arbeiten müssen oder grundsätzlich auf einen ungestörten Schlaf angewiesen sind.

Übrigens, in Heilbronn ist es schon jetzt erlaubt, sommertags bis 23.00 Uhr ungestört zu feiern.

„Jeder hat sich so zu verhalten, dass in den Monaten April bis September in der Zeit von 23:00 bis 07:00 Uhr und in den Monaten Oktober bis März in der Zeit von 22:00 bis 06:00 Uhr die Nachtruhe anderer, insbesondere durch lärmende Unterhaltung, Singen, Schreien oder Grölen, nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar gestört wird. Dies gilt auch bei nächtlichem An- und Abfahren von Kraftfahrzeugen, vor allem bei Gaststätten, Vergnügungsstätten und Versammlungsräumen.“

Heilbronner Polizeiverordnung II. §2 (1) vom 18. Dezember 2015

Und das weiß ich so genau, da ich einen Nachbarn habe, der mir regelmäßig gerade diese Polizeiverordnung — allerdings immer bereits ab 21.00 Uhr — in den Briefkasten wirft. Inzwischen habe ich diese auch als PDF vorliegen und stelle sie gerne zum Download bereit.

Und all jenen, die aus Heilbronn eine reine „Party-Stadt“ machen wollen, empfehle ich, dafür die passenden und vor allem ausreichend attraktiven Angebote zu liefern. Diese haben es dann auch nicht nötig, ihre eigene Existenz zwischen 23.00 Uhr und 3.00 Uhr retten zu müssen. Vor allem aber schonen sie die eigenen Mitarbeiter, welche immer schwerer zu bekommen sind.

Und für jene Vergnügungsstätten, die vom Konzept her die Nacht zum Tage machen, haben wir in Heilbronn durchaus sehr attraktive Standorte, wie z. B. die Hafenstraße, die man durchaus noch weiter ausbauen könnte.

Die Konzentration auf wenige Standorte würde das Ganze für alle Nachtschwärmer übrigens noch viel attraktiver machen, da diese heutzutage in Heilbronn mehr Zeit auf der Suche nach diesen Orten verbringen als sie sich in den Lokalitäten selbst aufhalten können.

Deutsche Post

Die „Manager“ dieses Unternehmen sehen jetzt die Chance, von sämtlichen Pflichten und jeglicher Verantwortung entbunden zur werden. So lassen sie heute verlautbaren, dass sie täglich sechs Inlandsflüge „wegen des Umweltschutzes“ stoppen wollen, wenn im Gegenzug die gesetzliche Vorgabe zur schnellen Beförderung von Briefen geändert würde.

Faktum ist doch schon jetzt, dass der Postversandt mit der Deutschen Post zum reinen Glücksspiel geworden ist. Richtig adressierte Briefe, z. B. von Heilbronn nach Flein, kommen dort, wenn überhaupt, erst nach Tagen oder gar Wochen an; meist aber als unzustellbar wieder zurück.

Von unserer Post nach Stuttgart oder von Stuttgart nach Heilbronn möchte ich schon gar nicht mehr sprechen — längst habe ich den Überblick darüber verloren, wie viele Briefe und Päckchen ganz verschwunden sind.

Das Ganze wird aber von meinen Versuchen, einen Kalender — DinA4 — in die USA zu verschicken, noch weit übertroffen. Portogebühren von 55 Euro sind dabei inzwischen keine Seltenheit, und die so frankierten und auf der Hauptpost persönlich abgegebenen Briefe werden inzwischen seit weit über einem Jahr vermisst. Und wer glaubt, das ist pures Pech, der täuscht sich gewaltig, denn auch der, dieses Jahr versandte, ist weiterhin verschollen.

Eszett

Heute möchte ich einmal für den deutschesten aller Buchstaben, nämlich dem Eszett, eine Lanze brechen. Den etwas älteren unter uns ist er noch als Dreierles-S oder als scharfes S bekannt. Auch wenn das Eszett immer mehr aus unserer Sprache verschwindet, blieb es bis heute in der Kleinschreibung als „ß“ erhalten. Interessanter Weise ist das Eszett in der Großschreibung inzwischen völlig verschwunden und wurde dort durch das Doppel-S (SS) sowie neuerdings manchmal auch einfach durch das kleingeschriebene „ß“ ersetzt.

Die wenigsten wissen heute noch, dass [daß] das Eszett in der Großschreibung einfach nur als SZ geschrieben wurde. Ich habe diese Schreibweise letztmals noch in den sogenannten Nullerjahren auf Bundeswehreigentum gefunden und diese selbst noch bis vor kurzem verwendet. Leider aber wird inzwischen von den meisten Mitbürgern die Buchstabenkombination „SZ“ nicht mehr als Eszett erkannt.

Das SZ entstand ursprünglich aus dem, in der deutschen Sprache verwandten, langen-S, dem „ſ“, und dem normalen „s“, die hintereinander als Kombination oder sogenannte Ligatur das neue „ß“ bildeten. Wenn man von der unterschiedlichen Aussprache einmal absieht, was ich übrigens selbst nie hören konnte, so ist das „ß“ eigentlich von Anfang an auch nur ein bloßes „ss“.

Im Grunde genommen, vereinfacht sich jede Sprache immer mehr, und so ist eine solche Diskussion wohl eher bloß akademischer Natur, wenn überhaupt noch.

Und die neuen Gender-Sternchen sind, wie die vielen Smileys übrigens auch, von weniger begabten Mitbürgern viel einfacher zu setzen und damit allgemein zu gebrauchen. Aber auch hier gilt, ob Gender-Sternchen oder Emoticon, unsere Sprache wird sich weiterhin vereinfachen, und so wird auch diese „Mode“ einmal vergehen.

Nachtrag

Detlef Stern hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es für das „ß“ auch schon einmal einen entsprechenden Großbuchstaben „ẞ“ gab, der dem kleinen „ß“ zum Verwechseln ähnlich ist. Und da ich nicht nur schlecht höre, sondern auch schlecht sehe, hatte ich das bisher einfach nicht mitbekommen — das nun zum Thema „lebenslanges Lernen“.

Gemälde des Tages

Leonardo da Vinci: Mona Lisa (ca. 1502 – 1506)

Geburtstag des Tages

Paul Klee