Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

27.12.02021 5 (2)

Bücher

Vor Weihnachten konnte ich doch so einige Bücher selber verkaufen, was mich, zugegebener Maßen, sehr freute. Was mich weniger freute, waren dann erst die Anfragen der Käufer, ob die Bücher denn nun doch noch vor Weihnachten ankämen, und dann die Rückkehr meiner Bücher — vier an der Zahl, um genau zu sein — mit dem Hinweis, dass man die Adressen nicht gefunden habe.

So werde ich wohl im neuen Jahr einen weiteren Versuch starten und dies in der Hoffnung, dass die Mitarbeiter der Deutschen Post nach den Feiertagen des Lesens und Verstehens etwas mächtiger sind als zu den völlig überraschend auftretenden Stoßzeiten.

Positiv dabei ist anzumerken, dass die Bücher wenigstens nicht einfach nur so im Post-Nirwana verschwunden sind — wie etwa unsere Kalender. Deshalb möchte ich jetzt auch nicht darüber spekulieren, wie viele unserer Weihnachtsbriefe oder Postkarten dieses Jahr ihren Empfänger nicht erreichen werden — eine Zustellung zu Ostern oder im kommenden Jahrhundert hat bestimmt auch so ihren Charme.

Spielen

Nachdem die Weihnachtstage mit dem Spiel Siedler von Catan viel zu schnell vorüber waren, haben wir heute einfach nochmals einen Tag drangehängt.

Man kann die obligatorischen Familienfeiern mit Spielen aller Art immer noch am besten verbringen und so wurde auch wieder 6nimmt! gespielt. Und für all jene in der Familie, die nicht schlafen konnten oder wollten, haben wir dann noch Weihnachtsfilme bis zum Abwinken „gebinscht“. Was das ist, wusste ich bis vor Kurzem selber nicht; richtiger Weise heisst es wohl to „binge-watch“.

Auf jeden Fall konnte ich feststellen, dass manche Filme nur dann wirklich zu ertragen sind, wenn man sie übernächtigt und in Serie guckt — und danach freut man sich wieder auf die nächste Spielerunde.

Wohnraum

Das Thema „bezahlbare Wohnungen“ plätschert weiterhin vor sich hin und wird, so wie ich es im Zuge des letzten Gemeinderatswahlkampfes behauptet habe, auch beim nächsten Wahlkampf nicht an Bedeutung verloren haben — gerade in einer Stadt, die doch so Stolz auf einen SPD-OB ist, langt es ganz offensichtlich, dass man diesen wählt und damit seine Schuldigkeit getan hat.

Auch die Heilbronner Stimme widmet sich heute einmal diesem Thema, und so erfahren wir, dass es zum Ende des Jahres 2020 1323 geförderte Wohnungen gab, was laut Pressestelle der Stadt Heilbronn einem Anteil von 4,5 Prozent an allen Mietwohnungen entspräche. Leider erfahren wir dabei nicht, wie viele Wohnungen alleine unsere Stadtsiedlung Heilbronn — jene die geradezu prädestiniert ist, um für bezahlbare Wohnungen zu sorgen — im Angebot hat. Gem. deren Website sind es gut 4 000 Wohnungen insgesamt.

Was wir leider auch nicht erfahren ist, dass es ohne die, doch so oft verunglimpften, Vermieter den größten Teil der bezahlbaren Wohnungen in Heilbronn überhaupt nicht gäbe!

So ist es zumindest in Heilbronn so, dass nicht soziale Einrichtungen oder städtische GmbH für genügend bezahlbaren Wohnraum sorgen und auch nicht jene Vermieter, die dafür extra Steuergelder erhalten, sondern es sind weiterhin die ganz normalen Vermieter, die sich unentwegt bemühen, ihren Mitbürgern guten und auch günstigen Wohnraum anbieten zu können.

Und gerade diesen Heilbronnern Vermietern wird seitens der Stadtverwaltung und der sogenannten „sozialen Institutionen“ das Leben möglichst schwer gemacht.

Irgendwie ist es schon verständlich, dass diese doch so „sozialen“ Mitmenschen das soziale Monopol für sich beanspruchen, denn damit sichern sie ihre eigene Existenz. Es wäre aber für alle Heilbronner sehr viel besser, wenn sie dann dafür auch einmal etwas tun würden.

So soll es laut Stadtverwaltung im Bauabschnitt 2 des Neckarbogens bis zu 100 „geförderte“ Wohnungen geben; wer sich diese dann auch leisten kann oder dort zum Zuge kommt, steht wieder an einer anderen Stelle.

Deshalb wiederhole ich zwei meiner Forderungen. Erstens soll man einmal sämtliche geförderten Wohnungen für alle transparent ausweisen und zweitens dabei auch zugleich prüfen, ob die betreffenden Mieter überhaupt oder noch darauf angewiesen sind.

Noch besser wäre es, wenn Gemeinderat und Stadtverwaltung endlich anerkennen würden, dass es in erster Linie die Heilbronner Bürger selbst sind, die sich dieser Sache wirksam annehmen. Dann könnte der Gemeinderat auch einmal überlegen, wie man solche Bürger unterstützen kann, und die Stadtverwaltung könnte sich einmal überlegen, wie man gerade diesen Vermietern weniger Steine in den Weg legt, oder gar, wie man diese in ihrem Vorhaben, allen Heilbronnern guten Wohnraum anzubieten, unterstützt.

Geburtstag des Tages

Johannes Kepler


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

23.12.02021 5 (2)

Zettelstore

Nachdem ich gerade meine digitale Welt so schön entschlacke, muss jetzt auch — nur folgerichtig — der Zettelstore „saniert“ werden, d. h. er bekommt ein Facelift und eine grundsätzliche Funktionsänderung verabreicht.

Das Schöne daran ist, dass man dies auch als Laie gut hinbekommt, und, wenn es dann doch einmal haken sollte, Detlef Stern gerne hilft. Etwas mehr über den Zettelstore habe ich bereits hier geschrieben.

Bewegung

Vor Weihnachten werden traditionell die Belohnungen, ob Auszeichnungen oder neue Posten, ausgeschüttet, und so kommt auch in den Heilbronner Gemeinderat etwas Bewegung. Da passt es ganz gut, dass sich die Fraktion der Ewiggestrigen weiter ausdünnt und damit den anderen Gemeinderäten eine Neuverteilung der Aufsichtsratsmandate erspart.

Dass im Gemeinderat politische Überzeugungen weniger eine Rolle spielen, konnten wir schon öfters erleben. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sich keine demokratische Fraktion mit einem Antidemokraten „anfettet“, nur um im kommenden Jahr das Spiel um die Aufsichtsratsmandate neu zu eröffnen.

Auf jeden Fall ist es jetzt aber, mit dem politischen Auf- und Ausstieg einer Stadträtin, geklärt, wer demnächst auch die Nachfolge des am 6. Februar 2022 neu zu wählenden OB antreten wird. Die Heilbronner Stimme zitiert hierzu Nico Weinmann, der entsprechend gerne versichert, dass Kommunalpolitiker „das Wohl der Stadt“ im Blick hätten und weniger parteipolitische Interessen (Heilbronner Stimme, 23.12.2021: 23).

OB-Wahl

Ein Selbstläufer in Heilbronn, wo die Wähler einfach das Abnicken, was vorab in Hinterzimmern ausbaldowert wurde. So ist es eigentlich erfreulich, dass sich immer noch Bürger finden, die ihr passives Wahlrecht beanspruchen und sich als chancenlose Gegenkandidaten aufstellen lassen.

Und sollte sich doch einmal ein halbwegs geeigneter Gegenkandidat finden, dann lässt ein gewichtiger Heilbronner Bürger verkünden, wen er als OB haben möchte — funktioniert immer.

Weniger erfreulich ist, dass viele Heilbronner Bürger und Vereine nun entgegen jeglichen Gesetzes, Recht und Ordnung von einem Kandidaten mit Werbe-E-Mail überschüttet werden.

Wie möchte so jemand denn gewählt werden, der jedem eindeutig klar macht, dass ihm sowohl unsere Rechte als auch das Gesetz völlig egal sind? Wahrscheinlich spekuliert er aber darauf, dass wir Heilbronner gerade solche Mitbürger besonders wertschätzen!

Gemälde des Tages

Hieronymus Bosch: Der Garten der Lüste (ca. 1490 – 1500)

Detlef Stern hat mich sogleich auf diese Website aufmerksam gemacht.

Zitat des Tages

„Weihnachten ist, wenn die besten Geschenke am Tisch sitzen und nicht unterm Baum liegen.“ (Anon)

Geburtstag des Tages

Juan Ramón Jiménez


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

22.12.02021 5 (1)

Bändchen

Auch wenn sich das Ganze sehr schön anhören mag, nämlich, dass man jetzt mit bunten Bändchen offizielle Dokumente ersetzt — bei uns in Heilbronn den Impfausweis. So sollte man doch daran denken, dass wir uns einen der teuersten Staats- und Regierungsapparate der Welt leisten, welcher gerade dafür existiert und eigentlich auch dafür prädestiniert sein müsste, dass dieser für uns Menschen bürgernahe und auch hilfreiche Lösungen bietet.

Um es noch etwas deutlicher zu formulieren, demnächst kann man dann wohl auch mit weiteren Bändchen den Führerschein ersetzen oder schneller durch die Kontrollen am Flughafen gelangen.

So schön sich das alles auch anhören mag, und so gut diese privaten Initiativen auch sein mögen, dies konterkariert staatliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten.

Letztendlich muss es aber vorab geklärt sein, wer dafür haftet, wenn es aufgrund eines Missbrauchs solcher Bändchen zu folgenschweren Schäden — vielleicht gar zu Todesfällen kommt.

Hier wäre das Verursacherprinzip anzuwenden, und im Falle, dass diese nicht in Regress genommen werden können, dann auf jeden Fall aber die entsprechenden Initiatoren bevor wir alle jetzt auch schon von Privatleuten in „Sippenhaft“ genommen werden.

Lug & Betrug

Ganz aktuell konnten wir alle erleben, wie bei uns in Deutschland Lug & Betrug die maßgeblichen Karrierekriterien wurden, zumindest wird man damit Regierende Bürgermeisterin von Berlin oder deutsche Außenministerin. An korrupte Volksvertreter, um die Männer nicht zu vergessen, haben wir uns schon so gewöhnt, dass unsere Gerichte dies inzwischen scheinbar als nationale Eigenart einstufen.

Dass wir Deutschen damit beim Rest der Welt auf Unverständnis stoßen, ist halb so schlimm, denn wir können schon lange weder Flughäfen bauen, noch eine Bimmelbahn halbwegs pünktlich fahren lassen.

Schlimmer ist aber, welche Signale wir damit an unsere eigene Jugend senden: man darf lügen und betrügen so viel man möchte, muss keine Leistung mehr zeigen oder überprüfbare Erfolge nachweisen können, denn so lange man ein Parteibuch hat und zu einer Quoten-Gruppe zählt, wird man bei uns alles — Deutschland als ewiges Weihnachten, Ostern und Schlaraffenland zugleich.

Europastammtisch

Der letzte Europastammtisch des Jahres war wieder, und dies auf Wunsch der Mitglieder, ein virtueller. Leider ließ dann deren Präsenz am Stammtisch doch ein wenig zu wünschen übrig, was uns Anwesenden dann aber die Chance gab, für die künftigen virtuellen Europastammtische neue Pflöcke einzuschlagen. So sind wir z. B. wieder zur GoToMeeting-Software zurückgekehrt.

Auch haben wir uns darauf geeinigt, dass wir die zum Beginn der Pandemie geschaffenen Foren des Europastammtisches wieder schließen werden und auch keinen Ersatz dafür vorsehen werden. Unser Fazit: es war zwar gut gemeint, und hat auch den einen oder anderen zum Mitmachen motiviert, aber letztendlich nicht den Erfolg gebracht, an den zumindest ich geglaubt hatte.

So gilt auch hier, oftmals ist weniger mehr.

Geburtstage des Tages

Giacomo Puccini und Frank Billings Kellogg