Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

24.6.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Foren

Die Foren, auch die des Europastammtisches, sind inzwischen eher zu einer Nische im Internet geworden. Wahrscheinlich, weil die darin behandelten Themen zu speziell oder zu komplex sind, um eine große Leserschar anzuziehen. Umso mehr freut es mich, dass wir in unseren Foren immer wieder Menschen haben, die durch elaborierte Meinungsbeiträge diese nicht nur bereichern, sondern den Lesern durchaus sehr kenntnisreich und dabei auch gut recherchiert Dinge vermitteln. Heute hat Hans Müller seinen ursprünglichen Beitrag „America is Back“ durch das Kapitel „Is America’s Democracy slipping away? – Entgleitet Amerika die Demokratie?“ ergänzt. Ich finde, dass jeder diesen Beitrag zumindest lesen sollte. [Die Foren wurden im März 2022 abgeschaltet.]

Stadträtin

Es ist immer wieder motivierend, wenn man Stadträte trifft, die sich vor Ort kundig machen. So konnte ich gestern noch mit Marion Rathgeber-Roth plaudern, die sich in der Sülmerstraße umsah und mit mir einer Meinung war, dass man vieles sehr schnell verbessern könnte, wenn man nur wollte. Ich habe ihr dabei noch die Problematik mit den öffentlichen Toiletten ans Herz gelegt, da nicht nur die Bewohner und Besucher der Sülmerstraße darunter leiden müssen.

Poser

Auch der ganz normale Bürger versteht mehr von der alltäglichen Politik und den aktuellen Geschehnissen als viele von uns glauben mögen. Das kann man bei uns ganz gut sehen, zum Beispiel auf der Allee, wo immer wieder sogenannte Poser mit ihren Autos hoch und runter fahren und wenn sie sich dabei genügend Publikum sicher sind, sehr laut und kurz beschleunigen, um an der nächsten Ampel wieder scharf zu bremsen. Die ganz Mutigen nehmen gleich mehrere rote Ampeln mit und bauen darauf, dass ihre Mama die Strafzettel zahlt.

Ein weiteres Beispiel sind die Beckenränder unserer Bäder, dort findet man die Poser zumindest mit Zigaretten, manche auch mit einem Bier in der Hand — die Exemplare mit gut zwei Zentnern Lebendgewicht alternativ mit einem Eiskaffee.

Allesamt kennen sie zwar ganz genau die Bedeutung des Posens für unsere Gesellschaft, wissen aber noch nicht, wo man sich am besten als Poser in Szene setzt, nämlich auf Parteitagen, in Festzelten und dabei immer vor der Presse.

Ob das jetzt gut oder schlecht ist, dass diese meist jüngeren Poser bei ihrer Selbstvermarktung noch Defizite haben, bleibt dem Leser überlassen.

Website des Tages

The Long Now Foundation

Seit 1996 gibt es diese Stiftung, die sich möglichst langfristig engagieren möchte und dafür einen Zeitraum von 10 000 Jahren in Erwägung gezogen hat. Wer mein Weblog regelmäßig liest, wird erkennen, dass mich die Stiftung selbst bereits ein wenig beeinflusst hat.


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

23.6.02021 5 (1)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Hektik

Schon erstaunlich, zu wieviel Hektik unsere Regierung, nach 16 verbummelten Jahren, in den letzten Wochen dieser Legislatur noch fähig ist. Ein Minister nach dem anderen verkündet Dinge, die er später selbst nicht mehr zu verantworten hat. Und die meisten Parteien haben es endlich geschafft, noch ein eigenes Wahlprogramm herauszugeben — wobei auch die meisten Wähler wissen, dass diese Versprechen heutzutage das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden. Gut dabei ist aber, dass doch noch einige Kandidaten und ihre Parteien zumindest den Anschein erwecken, dass sie sich überhaupt für die Wählermeinung, deren Wünsche und Bedürfnisse interessieren.

Fußball

Wenn uns heute Abend noch die deutsche Fußballmannschaft verzaubert und dabei sogar gegen die ungarische gewinnt, dann kann man es, so glaube ich zumindest, durchaus verschmerzen, dass die eigenen Füße nicht im Vierwaldstättersee baumeln. Dafür gibt es aber im September 2021 die 5. Hertensteiner Gespräche, und wenn alles klappt, das entsprechende E-Book noch zum Jahresende.

Vorlesen

Motiviert vom Vorlesen an der Grundschule, freue ich mich jetzt schon darauf, bei der Lesung am Europaplatz, welche von der EUROPA-UNION Heilbronn veranstaltet wird, im Juli den Anfang machen zu dürfen. Ich werde, dem Leseort angemessen, aus meinem Buch „Europa ist für alle da!“ vorlesen und freue mich schon jetzt auf die daraus resultierenden Fragen und Gespräche.

Das gestrige Vorlesen in einer 2. Klasse an der Dammgrundschule hat richtig Spaß gemacht, mehr aber noch, dass ich nach der, durch COVID-19 verursachten, Vorlesepause, doch so gute Lesefortschritte bei den Schülern feststellen konnte. Da hat die Klassenlehrerin, trotz der bekannten Schwierigkeiten, sehr gute Arbeit geleistet. Und die Schule hat jetzt auch digitale Tafeln; zu meinem Bedauern kam ich noch nicht dazu, diese näher zu betrachten.

Man konnte aber auch ganz gut sehen, wie sich die Schüler — ich hatte sie noch aus ihrer Container-Zeit in Erinnerung — verändern, wenn man ihnen ein, der Bildung und Erziehung angemessenes, Lernumfeld bietet. Schade nur, dass dies von den städtischen Verantwortlichen einfach immer noch nicht erkannt wird.

E-Book

Wie gerne würde ich jetzt am Vierwaldstättersee sitzen und die Füße ins Wasser baumeln lassen. Da dies zurzeit wohl kaum realisierbar ist, habe ich die mir zur Verfügung stehende Zeit genutzt und den dritten Band der Hertensteiner Gespräche als E-Book herausgegeben. Mein Dank geht dabei an Detlef Stern, der dies möglich gemacht hat.

Website des Tages

A Map of the Online World in Incredible Detail

Ich habe ganz genau nachgeschaut, mein Weblog ist noch nicht dabei. Wenn man aber bedenkt, dass es inzwischen unzählige Websites gibt, so freue ich mich jeden Tag darüber, dass mein Weblog immer ein paar Leser hat.


Schwimmbad

Heilbronner Badespaß 5 (1)

Beitragsfoto: Schwimmbad | © Pixabay

In meiner Jugend wurde Heilbronn, gerade von Menschen aus Norddeutschland, gerne mit Hanau verwechselt, weil diese Mitbürger unsere Stadt nicht kannten und folglich das Nummernschild „HN“ der Stadt Hanau zuordneten.

Beginnend mit der BUGA, wohl aber eher seit wir regelmäßig in allen Medien als COVID-19 Ausnahmegebiet Erwähnung finden, muss man sich um die Bekanntheit unserer Stadt wohl keine Sorgen mehr machen; man könnte dies sogar ausbauen und uns als das deutsche Ischgl bewerben. Beim Schnee können wir zwar nicht mithalten, aber mit unseren Kneipen egalisieren wir dieses Manko ohne Weiteres — und dem Après-Ski wird schon länger eine höhere Gewichtung zugesprochen.

So kam es letztes Wochenende dazu, dass Freunde von außerhalb die Gunst der Stunde nutzten, um sich die Stadt mit der höchsten COVID-19 Inzidenz einmal genauer anzuschauen und sich dabei selbst über die möglichen Gründe ein Bild zu machen.

In der anschließenden Diskussion kamen schnell Bildung und fehlendes bis mangelhaftes Sozialverhalten der Bewohner zur Sprache, aber auch die offensichtlichen Mängel an städtischen Kontrollen.

Neu für mich war dabei die Beobachtung, dass sich am Wochenende etliche Jugendliche über die Zäune Zutritt zu den Heilbronner Bädern verschafft haben. Das erklärt auch die Berichte von Schwimmern, dass an den Becken kaum bis keine Schwimmbänder mehr vorhanden, obwohl die Becken nicht hinreichend belegt waren. Ich vermute hier, dass die Schwarzbader diese Bänder für Eintrittsbänder halten und einmal ergattert, nicht wieder zurückgeben.

Diese Beobachtung erklärt nun aber auch, warum ich in den letzten Jahren immer wieder vollbekleidete Personen im Außenbecken des Soleos beobachten und mir bisher keinen Reim daraus machen konnte.

Unabhängig davon, wie man zum Schwarzfahren oder -baden steht, ist es gerade in der heutigen Situation tatsächlich eine Frage von Leben und Tod, denn kein Schwimmer geht davon aus, dass er sich das Becken und die Beckenränder bzw. Liegewiesen mit Dutzenden junger Menschen teilt, die über keine vorherigen COVID-19 Testung verfügen und damit potentielle Super-Spreader sind.

Und wie damals in Ischgl ist Ignoranz und fahrlässiges Wegschauen keine gute Lösung!

Was kann man machen?

Ab sofort teilt man in allen Heilbronner Bädern bei der Zutrittskontrolle die Armbänder aus, die seit ein paar Jahren im Soleo zur Zeiterfassung verwendet werden. Und sobald ein Badender über kein solches Band verfügt, wird er aus dem Bad verwiesen. Zumindest solch eine Kontrolle sollte unserer Stadtverwaltung die Gesundheit von uns Heilbronnern wert sein!

„Es ist eine andere Welt, in der man zwischen »Freiheit« und »Freizeit« nicht unterscheiden kann, »Gesellschaft« sagt und »Zielgruppe« meint, von einem »Konzept« spricht und nicht einmal eine »Idee« besitzt, von einer »Idee« spricht und nicht einmal einen Einfall hat.“

Roger Willemsen, Deutschlandreise (2012 [2002]: 69)