Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

21.6.02021 5 (1)

Lesepate

Ab morgen ist es wieder soweit und ich lese, nun aber immer dienstags, in meiner alten Grundschule vor. Neu ist auch, dass Lehrer und Schüler, nach ein paar Jahren in Containern, wieder in ihrem alten Schulgebäude sein dürfen. Ich bin schon jetzt darauf gespannt, wie sich das renovierte Schulgebäude weiterentwickelt hat? Noch hoffe ich, dass die Grundschule nun auch endlich im digitalen Zeitalter angekommen ist, was nach gut 30 Jahren Internet für alle schon einmal ein guter Anfang wäre.

Zum Vorlesen verwende ich dennoch weiterhin, ganz traditionell, die guten alten Bücher. Sollte man die Bücher inzwischen aber auch an die digitale Wandtafel projizieren können, könnte ich es mir dann doch vorstellen, auch auf E-Books zurückzugreifen.

Regionalwahlen

Das Ergebnis der gestrigen Regionalwahlen in Frankreich lässt sich am besten mit einem Bonmot von Coluche erklären.

„Si voter changeait quelque chose, il y a longtemps que ça serait interdit.“

Coluche

Dieses Gefühl, durch Wahlen nichts mehr verändern zu können, hat gestern dazu geführt, dass mindestens 66 % der französischen Wahlberechtigten dieser Regionalwahl ferngeblieben sind; eine Entwicklung, die sich auch in anderen demokratischen Ländern feststellen lässt. Ohne jegliche Frage spiegeln sich darin auch jene Mitbürger wider, denen selbst das Wählen gehen schon zu viel der Mühe wert ist, oder denen gar alles egal ist, so lange sie ihre Grundbedürfnisse decken können.

Jetzt aber wieder die Keule herauszuholen und ein Nichtwähler-Bashing zu betreiben, ist die falsche Reaktion! Wir müssen anerkennen, dass der Wähler auch ein echtes Ergebnis seiner Wahl sehen möchte, und nicht frustriert feststellen muss, dass, egal wie er abstimmt, sich rein gar nichts ändert.

Schauen wir auf unsere letzte Bundestagswahl 2017 — die Wähler wollten eine neue Regierung und bekamen erneut die GroKo. Und auch das Ergebnis der kommenden Bundestagswahl lässt sich schon jetzt absehen: wir werden zwar eine neue aber eine GroKo (schwarz-grün) erhalten. Auch die allgemein anerkannt unfähigen Minister werden im Amt bleiben und nur teilweise durch neue Minister ersetzt, deren notwendige Kompetenz sich schon jetzt nicht erkennen lässt.

Und selbst wenn man sich die Mühe macht und die entsprechenden Wahlprogramme liest, wird man keine größeren Veränderungen erkennen können — wobei Wahlprogramme bekannter Maßen nach der Wahl ebenfalls keine Rolle mehr spielen; diese werden bestenfalls durch Koalitionsverträge ersetzt, an die sich ebenfalls keiner mehr gebunden fühlt.

Leider waren auch sämtliche Anregungen und Hinweise an alle Wahlberechtigten immer wieder wählen zu gehen, aber im Zweifel die eigene Stimme ungültig zu machen und dadurch ein eindeutiges Zeichen zu setzen, ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt. So werden unsere Berufspolitiker und ihre Parteien weiterhin jenen die Schuld geben, die nicht wählen gehen oder gar für Anti-Demokraten stimmen.

Besser wäre, nach der Bundestagswahl eine Minderheitsregierung zuzulassen und die notwendige Änderungen und Gesetze in heftigen politischen Gefechten im Bundestag auszutragen. Dies würde auf jeden Fall wieder das Interesse der Wählerschaft wecken, Bürger und die Parteien erneut polarisieren und bei den nächsten Wahlen hoffentlich dafür sorgen, dass es zu einer regierungsfähigen Partei bzw. Koalition kommt, die sich mit einer kompetenten und streitbaren Opposition auseinandersetzen muss.

Damit hätte der Wähler wieder echte demokratische Alternativen und das gute Gefühl, durch Wahlen etwas verändern zu können.

Website des Tages

Summer Solstice Indigenous Festival [Website nicht mehr vorhanden]

Seit 1996 wird in Ottawa das Summer Solstice Indigenous Festival als ganzheitliches Kultur-Event gefeiert. Ein Fest der Vielfalt ähnlich unseres Treffpunkts Europa in Heilbronn — dem Austragungsort geschuldet, ein wenig größer und umfangreicher als bei uns. Anlass ist bei diesem Fest die Sommersonnenwende.

Geburtstag des Tages

Jean-Paul Sartre


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

20.6.02021 4.5 (2)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Solidaritätslüge

Wenn uns die Pandemie eines gelehrt hat, dann jenes, dass es zumindest bei uns in Europa keine Solidarität gibt. Solidarität ist eine Lüge wie die Mär über die Gerechtigkeit, bei der man jedoch davon ausgehen kann, dass es diese tatsächlich nach dem Tode gibt.

So kennt die propagierte Solidarität, bis auf die Verkünder und deren Handlanger, nur Verlierer, zum einen all jene, die sie tatsächlich immer wieder einmal nötig hätten und nie erhalten und zum anderen all jene, die für diese versprochene Solidarität Tag ein und Tag aus buckeln oder gar jeden Cent mehrfach umdrehen müssen, damit sie ihre Steuerschuld noch bezahlen können, um im Namen dieser Solidarität einen überdimensionierten Umverteilungsapparat am Leben zu erhalten.

Dass nicht nur ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, zeigt sich ganz gut darin, dass jene Organisationen und Parteien, die seit Jahrzehnten diese Solidaritätslüge aufrechterhalten, langsam aber sicher aus unserer Mitte verschwinden und zu einer Randerscheinung werden.

Fußball

Auch wenn ich mich über den gestrigen Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Fußball sehr gefreut habe, verstehe ich es noch immer nicht, warum unsere Politik diese Spiele überhaupt zugelassen hat. Dass die UEFA das möchte, ist überhaupt keine Frage, denn dieser Club ist in meinen Augen nichts mehr anderes als eine weitere korrupte und reformbedürftige Vereinigung alter Männer.

Schlimmer noch ist das Bild, das Europa in die Welt sendet: völlig übersättigte und geimpfte Europäer schmeißen eine Party nach der anderen, während rings um Europa herum Menschen an COVID-19 und mangelnden Ressourcen zugrunde gehen.

Aber vielleicht regelt sich das nach den aktuellen Exzessen in Budapest und Co. von ganz alleine, so dass auch in Europa wieder mehr Menschen, völlig unnötiger Weise, mit neu verteilten „Mutanten“ in überfüllten Krankenhäusern ein mehr oder weniger spektakuläres Ende finden.

Website des Tages

monthly – Mark Rober teaches

Die beiden Youtube-Videos, in denen Mark Rober für Eichhörnchen Wellness-Parcours baut, muss man einfach gesehen haben. Aber auch sonst ist der ehemalige NASA-Ingenieur bemüht, vor allem jüngeren Menschen — nicht nur Eichhörnchen (!) — die Wunder der Technik vorzustellen und dabei deren Interesse und Verständnis für Technologie zu wecken.


Schwimmer

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Beitragsfoto: Schwimmer | © Pixabay

Seit kurzem heißt es so schön, dass jeder schwimmen kann. Leider ist das nur die halbe Wahrheit, denn jeder kann, sollte er keine entsprechende Angst entwickelt haben, sich eine ganze Zeit lang über Wasser halten, was aber noch lange nichts mit schwimmen zu tun hat!

Und schwimmen ist nicht nur die Kenntnis von mindestens einer Schwimmart, sondern auch Kenntnisse über das Wasser im allgemeinen und Meer, See, Fluss und Schwimmbad im besonderen. Und selbst dann kann man sich noch nicht als Schwimmer bezeichnen, denn dazu gehört auch noch der Nachweis, dass man nicht nur in einer bestimmten Zeit auch eine entsprechende Strecke schwimmend zurücklegen kann, sondern auch in der Lage ist, notfalls eine weitere Person über Wasser halten zu können.

Eine entsprechende Schwimmkompetenz eignet man sich idealer Weise bereits während der Grundschulzeit an. Aber auch dann, besonders wenn man zu den etwas besseren Schwimmern gehört, schätzt man gerne Entfernungen, Strömungsgeschwindigkeiten oder die momentane eigene Leistungsfähigkeit falsch ein. Dies führt leider auch immer wieder dazu, dass selbst Rettungsschwimmer, beim Versuch Menschenleben zu retten, ertrinken.

Deswegen kommt es auf zwei Dinge besonders an, erstens, dass Eltern ihrer Aufsichtspflicht genügen, und zweitens, dass jeder Mensch zumindest versucht, selbst schwimmen zu lernen.

Das sich betrunken am Beckenrand oder Flussufer Festhalten, zählt dabei zu den weniger erfolgsversprechenden Methoden. Und das Aushändigen von Schwimmabzeichen, weil sich das Kind doch so bemüht hat oder die Eltern insistieren auch nicht!

Deshalb heißt es richtiger Weise, dass jeder schwimmen kann, der auch bereit dazu ist, zu lernen, zu üben und sich zudem auch fit und informiert zu halten — leider ist Anstrengung und Leistung bei uns immer mehr verpönt, was u. a. zur Folge hat, dass wir unnötiger Weise meist junge Menschen verlieren.

„Du mochtest im Sumpfe nicht schwimmen. Komm nun, komm, und lass uns baden in offener See!“

Friedrich Hölderlin, Hyperion: oder der Eremit in Griechenland (2018 [1797 u. 1799]: 80)