Wenn man als Stadt in der glücklichen Lage ist, einen Stadtteil von Grund auf neu entwickeln zu können, bedarf es vorab einiger grundsätzlicher Überlegungen.

Dazu gehört unter anderem auch, festzulegen, wie die neuen Verkehre geregelt werden und dafür zu sorgen, dass nicht nur die An- und Abfahrten zügig vonstatten gehen, und dies ohne dabei die Nachbarstadtteile unnötig zu belasten, sondern auch, wo der ruhende Verkehr im Quartier selbst „seine Bleibe bekommt“.

Meines Erachtens kommt zu dem obligatorischen Infrastrukturkonzept, was übrigens eine ganze Menge an weiteren Details, wie z.B. Telekommunikation, Abfallwirtschaft sowie Bildungs- und Versorgungseinrichtungen beinhaltet, auch noch ein Sicherheitskonzept hinzu, das den Bürgern ein umfassendes Wohlbefinden sichert und besonders den Schwächeren Schutz und Hilfestellungen bietet.

Die Krönung des Ganzen aber ist ein Umwelt- und Naturschutzkonzept, welches sicherstellt, dass der neue Stadtteil nicht nur lebenswert für alle Bewohner, ob Mensch, Tier oder Pflanze, und deren Besucher ist, sondern vor allem auch, dass der neue Stadtteil nachhaltig in das Gesamtbiotop Stadt eingebunden und mit dessen Nachbarbiotopen vernetzt ist. Dafür gibt es bereits weltweit – und dies auch in Millionenstädten – gute Beispiele.

Hat man nun das sehr große Glück, wie bei uns in Heilbronn, einen Stadtteil am Fluss entwickeln zu können, welcher sogar noch durch seine Bäche mit dem eigenen Stadtwald und den städtischen Parkflächen verbunden ist, kann man auch bei der Nachhaltigkeit und Lebensqualität aus dem Vollen schöpfen.

Allerdings muss man sich vom Anfang an im Klaren darüber sein, dass eine optimale Vernetzung nicht nur Menschen, sondern auch Tiere anzieht, die, wenn sie nicht die Gelegenheit haben, um im neuen Stadtteil selbst ansässig zu werden, zumindest zeitweise dort den Aufenthalt genießen möchten.

Die jüngsten Vorfälle am Neckarbogen, bei denen Entenküken zumindest in einem der bereits vorhandenen Seen ertrunken sind, lassen vermuten, dass noch weitere und dann auch wesentlich gravierendere Planungsmängel bei der Entwicklung dieses neuen und für Heilbronn sehr bedeutenden Stadtteils vorliegen.

Zudem stellt sich zumindest mir die Frage, ob die neuen menschlichen Stadtteilbewohner von einem Zusammenleben mit zuwandernden Amphibien, Reptilien, Vögeln und Insekten beglückt sein werden, und dies für sie eine Steigerung der eigenen Lebensqualität bedeutet?

Sollte dies von den Bewohnern verneint werden, muss man sich zwingend die Frage stellen, wie man den unerwünschten Bewohnern den Aufenthalt verwehrt ohne dabei die Gesamtökologie der Stadt und die Existenz unserer bereits geschwächten tierischen Populationen zu gefährden.