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25.10.02021 5 (1)

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Bundestag XXL

Am morgigen Dienstag konstituiert sich der 20. deutsche Bundestag in Berlin. Er wird mit 736 Sitzen der größte Bundestag aller Zeiten werden und es gilt als sicher, dass der kommende erneut größer werden wird. Damit haben wir bald das größte Parlament der Welt und wohl schon heute das zweitgrößte demokratisch gewählte. Für knapp 80 Millionen Bundesbürger ein Luxus, den man sich auch leisten können muss.

Alterspräsident wird Wolfgang Schäuble, was man ebenfalls sehr leicht als für überhaupt nicht mehr für gut befinden kann, und was übrigens auch nicht mehr altbewährten demokratischen Traditionen folgt. Die neue Bundestagspräsidentin soll Bärbel Bas werden, von der selbst politisch Interessierte kaum etwas gehört haben, was wieder einmal zeigt, dass selbst im Parlament Quoten und Proporz inzwischen Leistung und Kompetenz ersetzt haben.

Dunning-Kruger-Effekt

Wie komme ich nur darauf? Und das an einem Montagmorgen. Der Begriff geht auf eine Publikation aus dem Jahr 1999 von David Dunning und Justin Kruger zurück. Diese trägt den Titel: „Unskilled and Unaware of It: How Difficulties in Recognizing One’s Own Incompetence Lead to Inflated Self-Assessments“ und erschien im Journal of Personality and Social Psychology (1999, Ausgabe 77: 1121–1134).

Als Dunning-Kruger-Effekt wird die systematische fehlerhafte Neigung im Selbstverständnis inkompetenter Menschen bezeichnet, nämlich das eigene Wissen und Können zu überschätzen. Dunning und Kruger stellten fest, dass u.a. beim Schachspielen und Autofahren Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen. 

Drei entsprechende Beispiele finden Sie in einem Beitrag von Deidre Rath im Human Resource Manager (26. August 2019). Schöner kann man eine Woche wohl kaum beginnen, denn Auserwählte sind bei uns reichlich vorhanden.

Berufe

Es gibt sie tatsächlich, interessante, fordernde und zudem erfüllende Berufe. Dazu kam bei uns bisher noch ein sehr gutes Ausbildungssystem, das sicherstellte, dass die Willigen und Guten in ihrem Wahlberuf die Meisterschaft erreichen konnten — man könnte meinen, was möchte ein Mensch mehr?

Leider wird es immer populärer, dass selbst eine Ausbildung — geschweige denn das notwendige Lernen — nicht anstrengen darf (u.a. das Bildungsversprechen der SPD). Hinzu kommt noch die irrsinnige Meinung, dass alle die, die zu faul oder zu dumm sind, um einen Beruf zu erlernen, „etwas Besseres“ sind oder verdient hätten und deshalb zumindest angehende Wissenschaftler seien.

Nur, wer schon zu dumm oder zu faul ist, um einen Beruf zu erlernen, der wird selbst bei unseren inzwischen sehr zahlreichen und auch sehr einfachen Möglichkeiten, um ein Studium zu absolvieren, was zudem mit dem allseits beliebten Bachelor-Abschluss sehr, sehr einfach wurde, völlig überfordert sein und scheitern.

Für diese bildungs- und fleissresistenten Mitbürger gibt es dafür jetzt einen ganz neuen Karriereeinstieg, indem man offiziell sein Wunschfach nimmt und eine entsprechende Bildungseinrichtung zumindest einmal betritt — geht inzwischen auch online.

Dann hat man sogleich den Abschluss: z.B. studierter Ökonom oder studierter Pädagoge, noch besser aber studierter Wissenschaftler — das zukünftige Allround-Genie!

Diesbezüglich schreibt heute die WirtschaftsWoche „Alle haben einen gewissen Anspruch, die Latte höher zu legen“ — schön war’s!

Website des Tages

Antiquaria

Die erste Antiquaria fand 1987 im Gustav-Siegle-Haus in Stuttgart statt. Seit 1993 hat sie in der Musikhalle in Ludwigsburg ihr Zuhause. Die kommende, inzwischen 36. Antiquaria findet vom 17. bis 19. Februar 2022 statt.

Geburtstag des Tages

Pablo Picasso


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23.10.02021 5 (3)

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Kassenprüfer

Seit ich denken kann, bin ich in Vereinen tätig. Das gehört zumindest noch in meiner Generation einfach mit dazu. Und selbst wenn man zum eigenen Lebensende hin, die eine oder andere Mitgliedschaft überdenkt, wird man doch wohl nicht ohne eine Vereinsmitgliedschaft bleiben.

Und wenn man schon in einem Verein Mitglied ist, dann kommt es auch immer wieder vor, dass man sich doch ein wenig mehr einbringt, als man es vielleicht vorher beabsichtigt hatte. Für mich waren dabei aber zwei Dinge immer wichtig: bitte kein Schatzmeisteramt und schon gar nicht Kassenprüfer. Wohl dem Alter geschuldet, blieb es mir letztendlich dann doch nicht erspart und so wurde ich vor ein paar Jahren in einem Verein dann doch noch ein Kassenprüfer.

Was heute zur Folge hatte, dass ich mich durch Kassenbelege und Konten wühlen durfte. Und so langsam fällt es mir auch immer einfacher — Übung gehört halt überall mit dazu.

Und wenn ich dann — nur in meinen Gedanken — darüber hadere, warum ich mich doch darauf eingelassen habe, antwortet meine andere Hirnseite, dass mir dafür doch ein Schatzmeisteramt erspart geblieben ist. So muss ich jetzt, da ich mich durch die vorliegenden Unterlagen wühle, daran denken, wie viel Aufwand und Mühe sich die ehrenamtlichen Schatzmeister im Allgemeinen und die gerade von mir „geprüfte“ im Besondern machen.

Dafür kann man ihnen gar nicht genug danken! Selbst bei einem kleinen Verein ist es eine ziemlich zeitintensive Aufgabe, die auch beständig erfüllt werden muss. Und dann kommen noch die Kassenprüfer und schauen sich das Ganze an, ob nicht doch wo eine Buchung vergessen wurde oder gar ein Beleg fehlt.

Ich finde, für solch ein Ehrenamt muss man geboren sein und es wundert mich nicht, dass es immer mehr Vereinen an potentiellen Schatzmeistern fehlt und manche bereits gar keinen mehr unter ihren Mitgliedern werben können — ganz im Gegensatz zu den Präsidenten- und Vorsitzendenpositionen.

So, meine ehrenamtliche Arbeit als Kassenprüfer ist für dieses Jahr getan. Ich konnte, wie zu erwarten, nichts beanstanden. Unsere Schatzmeisterin hat erneut erstklassige Arbeit geleistet — so wie in den vergangen Jahren auch.

Stadtgärtner

Bekanntlich sind es nicht die Anschaffungskosten, die zu Buche schlagen, sondern vielmehr der Unterhalt. Das ist auch so bei unserem Stadtgrün. Im Gegensatz zu unserem Stadtwald, den ich viel lieber nachhaltiger bewirtschaftet sähe, anstatt jede nur sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um mit Bäumen Geld zu verdienen, stehen die Parkanlagen, Wiesen und sonstiges Grün innerhalb der Stadt im besonderen Fokus der Betrachtung — vor allem, weil wir Heilbronner unseren Müll liebend gerne überall liegen lassen, außer zuhause in unseren Mülleimern.

So werden wir auch weiterhin immer höhere Kosten für das Stadtgrün zu erwarten haben, insbesondere da sich die Klimaveränderung in den kommenden Jahren drastisch auf unsere Stadt auswirken wird.

Deshalb muss man schauen, wo man Einsparungen tätigen kann. Bei der Lektüre der entsprechende Ausgaben in der Heilbronner Stimme fielen mir sogleich 50 000 Euro Steuergelder für Öffentlichkeitsarbeit auf, die man ohne weiteres einsparen kann. Unsere Stadtgärtner machen eine gute Arbeit und das ist Öffentlichkeitsarbeit genug. Hier sollte die Stadtverwaltung endlich anfangen, Steuergelder nicht ständig zweckzuentfremden. Unsere Wiesen werden nicht grüner, wenn sich eine Werbeagentur darum kümmert.

Wir sollten endlich auch die Verursacher von Schäden und Verunreinigungen in die Pflicht nehmen. Dabei müssen wir unbedingt auch die Kosten für die Verursacher drastisch erhöhen! Und vor allem, wir müssen diese auch einmal zur Kasse bitten und nicht immer darüber hinweg schauen, wie diese Dreckschweine unsere Stadt verschandeln.

Notiz am Rande:

Vor Kurzem konnte ich noch lesen, dass wir über 40 000 Stadtbäume (ohne Stadtwald) verfügen. Jetzt lese ich von 50 000. Würde mich mal interessieren, wer hier klammheimlich und völlig kostenfrei 10 000 Bäume gepflanzt hat? Solche Bürger sollte man auszeichnen!

Privatschulen

Auch bei uns in Heilbronn schießen die Privatschulen wie Pilze aus dem Boden. Dies zeigt zwei Dinge, nämlich erstens, dass sich damit wunderbar, einfach und zukunftssicher gutes Geld verdienen lässt, und zweitens, dass wir alle — den wir haben die dafür Verantwortlichen immer wieder mit großer Begeisterung gewählt — unser ursprünglich sehr gutes Schulsystem an die Wand gefahren haben.

Und wozu das Ganze führt, können wir in anderen Ländern gut beobachten.

Jene, die Geld haben, für Ausbildung Schulden machen oder aus irgend welchen Gründen dann auch immer gefördert werden, können auf Privatschulen zurückgreifen und erhalten — je nach Bezahlung, weniger nach Intelligenz oder Leistung, einen entsprechenden Schulabschluss.

Jene, die sich nicht kümmern oder nicht zu einer sich künftig in unserer Gesellschaft herausbildenden ganz bestimmten „Klasse“ gehören, müssen auf die staatlichen Schulen zurückgreifen, die dann — weil für den Pöbel — immer mehr zerfallen und kaum noch ausreichend wie auch qualifizierte Lehrer vorweisen können.

Wir Steuerzahler müssen zum Schluss dann mehr Schulen finanzieren als unbedingt notwendig oder überhaupt nötig, und zudem mit ansehen, wie mit unseren Steuergeldern unsere offene und ehemals chancengleiche Gesellschaft beerdigt wird.

Leider ist das Ganze nur ein Teil des Problems. Jetzt werden schon gemeinnützige Vereine gegründet, die den Zweck haben, ihren Mitgliedern Einkommen zu generieren, und die sogenannte ehrenamtliche Arbeit wird immer mehr zu einem lukrativen Nebeneinkommen, wenn nicht gar zum hauptsächlichen Lebensunterhalt — schauen wir nur mal in Richtung Hilfsorganisationen, Kirchen und Parteien.

Dabei wäre es zumindest bei unseren Schulen so einfach. Wir könnten die öffentlichen Schulen wieder zu richtigen Bildungspalästen machen, denen man dies schon beim Gebäude ansieht und unserer Lehrerschaft — die sich noch bereiterklärt, im öffentlichen Schulsystem zu dienen — auch das nötige Renommee zuerkennt.

Dafür müssen allerdings sämtliche Steuergelder ins öffentliche Schulsystem fließen und zudem die Städte und Gemeinden verpflichtet werden, für zeitgemäße und auch repräsentative Schulgebäude zu sorgen, die allen Mitbürgern den Stellenwert von Ausbildung und Bildung vor Augen führen.

Bildung ist keine Privatangelegenheit — Bildung ist Bürgerpflicht! Und damit ist Bildung die vordringliche Aufgabe unserer Gemeinden bis hin zur Ebene der Bundesrepublik.

Mehr Bildung führt zu weniger Sozialausgaben auf der einen Seite und zu höherem Steueraufkommen auf der anderen Seite. Damit ist Bildung eine Win-Win Angelegenheit!

Außer für jene, die „vom Helfen leben“.

Geburtstag des Tages

Felix Bloch


Hasen

11.10.02021 5 (3)

Freundeskreis

Heute Abend hat sich der Freundeskreis der Stadtbibliothek Heilbronn zur jährlichen Mitgliederversammlung getroffen, und wir haben nicht nur den Vorstand verjüngt, sondern auch weiblicher gemacht.

Wir konnten auch erfahren, dass sich unsere Stadtbibliothek während der Pandemie ganz gut geschlagen hat, und nun alle Mitarbeiter auf die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen gespannt sind, die im August 2022 anlaufen sollen. Bis dahin ist dann wohl auch geklärt, ob der Gemeinderat die zusätzlichen Kosten — hat sich doch alles um fünf Jahre verzögert — mittragen wird. Ich kann diese Investition in Bildung nur empfehlen.

Unabhängig davon freue ich mich darauf, auch dieses Schuljahr wieder in meiner alten Grundschule vorlesen zu dürfen, dieses Mal entdecke ich zusammen mit Viertklässlern neue Kinder- und Jugendbücher.

Shopping

Das Einkaufen ist zwar nicht meine Lieblingsbeschäftigung, sondern eher eine Notwendigkeit, die ich gerne auf ein Minimum begrenze, aber auch mir gefallen gut und interessant gestaltete Läden sehr. Und wenn diese noch freundliche und fachkundige Mitarbeiter haben, dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dort auch einmal mehr als unbedingt notwendig vorbeizuschauen.

So gibt es in der Sülmerstraße „meinen“ Optiker, bei dem ich, seit ich eine Brille — leider schon seit der Grundschulzeit — benötige, diese Brillen erwerbe. Wohl zum Leidwesen des Optikers, war dies bisher nur so alle zehn Jahre einmal der Fall — damit lässt sich wohl kaum Geld verdienen.

Was mir aber ganz besonders an diesem Brillengeschäft gefällt und dies schon seit etlichen Jahren, das ist die, sich regelmäßig ändernde, Schaufenstergestaltung und -dekoration, die immer wieder überrascht und mir meistens auch sehr gut gefällt.

Wenn es einen Preis für die beste Schaufenstergestaltung — das könnte sich das Heilbronn Marketing doch einmal zu Herzen nehmen — gäbe, dann wäre Optik Fickarzt mein absoluter Favorit.

Aber zurück zum Shopping am verkaufsoffenen Sonntag unter dem Motto Jazz und Einkauf, der bei sehr gutem Wetter — auch meine bessere Hälfte und ich gingen spazieren — in der Innenstadt sehr erfolgreich war. Solche „Events“ benötigen Städte und Märkte einfach, und das war schon so, seit es die ersten Städte und Märkte gibt. Die Gaukler und Musikanten zogen schon immer Kunden an und sorgten mit dafür, dass die Umsätze stimmten.

Unabhängig davon stellt sich mir die Frage, warum wir in Deutschland noch daran festhalten, dass die Sonntage auch Ruhetage sind. Zum einen betrifft es eigentlich schon lange nicht mehr den überwiegenden Teil der Bevölkerung, da sehr viele schon heutzutage auch sonntags arbeiten müssen, und zum anderen weiß der Großteil unserer Bevölkerung schon gar nicht mehr, warum die Sonntage Ruhetage sind, geschweige denn, dass sie diese entsprechend nutzen.

Und selbst in jenen Ländern, die von sich behaupten, dass die Bevölkerungsmehrheit katholisch sei und sich dementsprechend verhielte, haben die Geschäfte, wie z. B. in Polen, seit Jahrzehnten nur noch an einer Handvoll Sonntagen, wie Ostern und Weihnachten, geschlossen. Shopping und Kirchgang können von den Menschen vor Ort sehr gut miteinander kombiniert werden, was mich an ein Motto für den nächsten Event denken lässt: „Beten & Shoppen“.

Wochenstart

Mein Start in diese Woche begann mit einem Anruf aus der Vergangenheit. Den Jürgen hatte ich Anfang der 1980er-Jahre das letzte Mal gesehen und gesprochen. Sonntagabend rief er nun ganz unerwartet an und heute Vormittag kommt er schon vorbei.

Das ist ein Wochenbeginn, genau so wie ich ihn liebe — gut, dass ich meine Termine weiterhin voll und ganz im Griff habe; eine entsprechende Umplanung war noch vor Wochenbeginn abgeschlossen.

Blog des Tages

Heute schreibt Detlef Stern in seinem Weblog übers Fahrradfahren in Heilbronn und seine Bemühungen, ihm anvertraute Studenten bestmöglich zu betreuen.

Geburtstag des Tages

Eleanor Roosevelt