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5.8.02021 5 (1)

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Föderalismus

Föderalismus ist der Aufwuchs von Verwaltungs-, Versorgungs- und Sicherheitsstrukturen von unten nach oben! Geprägt wird er vom Subsidiaritätsprinzip.

Der Föderalismus der Berliner Republik ist inzwischen ein versteckter Zentralismus, der den Föderalismus als reines Gießkannenprinzip missbraucht. Die notwendigen Einnahmen und Gelder werden direkt nach Berlin geschickt, um dann gemäß nicht mehr transparenter und wenig legitimer Entscheidung wieder nach unten verteilt zu werden. Damit werden zudem Mitbürger genährt, die in einem föderalen System wenig Chance hätten, selbst zum Zuge zu kommen, und Apparate geschaffen, die es im Föderalismus so nie geben würde.

Deswegen benötigen wir — und dies ist eine Forderung aus dem Jahr 1947! — einen Föderalismus, welcher sich angefangen bei den Kommunen, über weitere notwendige Verwaltungsstrukturen von unten nach oben aufbaut und dafür sorgt, dass alle Entscheidungen genau dort getroffen werden, wo auch ihre Zuständigkeit liegt.

Das führt dann auch dazu, dass wir Bürger nicht ständig um unser eigenes Geld betteln müssen.

Apparatschicks

Früher einmal — so früh, dass ich es wohl selbst nie erleben konnte, gab es bei uns Verwaltungen und öffentlich-rechtliche Institutionen, die es unserer Gesellschaft ermöglichten, sich bestmöglich und frei zu entwickeln sowie dafür verantwortlich waren, dass in etwaigen Krisensituationen — die bekanntlich regelmäßig auftreten — der Normalzustand so schnell wie möglich wieder erreicht wurde.

Von Anfang an hatten diese „gesellschaftlichen Stützen“ ein großes Problem, nämlich, dass sie sich automatisch und wie von selbst immer weiter vergrößern und dazu ihre eigenen Kompetenzen ins Unendliche ausweiten.

Von Anfang an gab es deshalb auch zwei Heilmittel: nämlich, eine Bestenauslese mit Mindestvoraussetzungen, welche für ein natürliches Maximum sorgen sollte und eine regelmäßige Entschlackungskur (Dienstpostenwahrheit und -klarheit), die alle wieder auf die gesellschaftlich und institutionell notwendige Größe zurückbringen sollte.

Leider wurde diese Medizin vor Jahrzehnten in den Giftschrank verbannt und wir quälen uns mit „Apparaten“ herum, von denen wir schon lange vergessen haben, warum es sie überhaupt gibt. Leider ist dies zumindest den meisten Appartschicks auch selbst nicht mehr bewusst. Und da sie nicht mehr wissen, was sie tun, lehnen sie vehement jegliche Verantwortung ab!

Nehmen wir ein heute aktuelles Beispiel. In einer jungen wie schwachen Demokratie ist es wichtig, dass es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. Damit hat dieser aber auch eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Schauen wir uns unseren ÖRR an, so müssen wir feststellen, dass diese Aufgabe zumindest in den Hintergrund gerückt oder meist zu Sendezeiten abgearbeitet wird, wo keine einzige „Zielperson“ mehr wach oder ansprechbar ist.

Schlimmer noch, der ÖRR hat inzwischen eine Größe erreicht, die, schon alleine aufgrund der Vielfalt und Verfügbarkeit anderer vergleichbarer Medien, absolut nicht mehr notwendig ist!

Deshalb müsste man den ÖRR in eine passende Größe zusammenführen und vor allem von allen Firlefanz- und Werbesendungen entschlacken. Die privaten Medien senden für ihr Klientel bereits soviel Müll, da muss der ÖRR nicht auch noch mitmischen. Und die „freigesetzten“ Appartschicks könnten dort für Besserung sorgen — Win-Win für alle!

Deswegen: „Reduce to the Max“ — damit wird es für alle günstiger, und der ÖRR kann endlich wieder damit beginnen, seine Aufgabe zu erfüllen.

Verdrängung

Egal wo man hinschaut, es drängt sich einem förmlich auf. Wir wollen einfach nicht mit der Realität konfrontiert werden.

Nehmen wir z. B. unsere zerstörte Umwelt, die weiterhin und sogar noch verstärkt dem Raubbau, der nackten Profitgier, der zügellosen Freizeitgestaltung, dem Tourismus oder nur zwecks der möglichst billigen Müllbeseitigung geopfert wird.

Selbst bei diesem, für uns alle wichtigen, Thema werden die Folgen verdrängt und bestenfalls für das 22. Jahrhundert eingeplant. Und wenn wir uns tatsächlich einmal diesem Thema widmen, dann in der Form eines modernen Ablasshandels. Dies werfe ich auch den meisten vermeintlichen Umweltschutzorganisationen oder -parteien vor.

Mit unseren anderen Problemen — ich spreche dabei nicht mehr von Herausforderungen — gehen wir ähnlich vor. Sie werden verdrängt und dies so lange es nur irgendwie geht.

Wir alle hatten eine sehr schöne Zeit — einmal von tragischen Einzelschicksalen abgesehen — und wollen uns diese möglichst bis zum Untergang der Welt (= dem eigenen Ableben) erhalten.

Jeder der uns in die Wirklichkeit zurückholen möchte, ist deshalb unser Staatsfeind Nr. 1.

Website des Tages

Rundfunkbeitrag

Ich zahle gerne meinen Rundfunkbeitrag, so lange er nicht zweckentfremdet wird oder einen völlig unnötig großen Verwaltungsapparat am Leben erhält.

Geburtstag des Tages

Marilyn Monroe


Europarat

Hat die EU noch eine Zukunft? 5 (1)

Beitragsfoto: Europarat | © Leonid Andronov, Shutterstock

Gerade im derzeitigen Wahlkampf zum nächsten Bundestag werden von allen ernstzunehmenden Parteien gebetsmühlenartig deren Bekenntnisse zur Europäischen Union vorgetragen. Unisono verkünden die Kandidaten, dass die Zukunft Deutschlands in der EU läge.

Nach gut 70 Jahren könnte man sich dabei durchaus fragen, was diese Parteien bisher überhaupt für ein gemeinsames Europa getan haben? Außer reinen Lippenbekenntnissen muss man in der Realität auch Deutschland eine fehlende Solidarität mit den anderen Mitgliedstaaten und dem Rest der Welt attestieren. Dabei muss man schon gar nicht mehr über völlig unnötige und unwirksame Grenzschließungen und weitere gegen EU-Recht verstoßende nationale Handlungen und Agenden sprechen. Auch für Deutschland gilt, und vielleicht sogar mehr noch als bei den anderen Ländern, dass die EU nur ein Vehikel ist, um die eigene nationale Souveränität noch erhalten und, wenn möglich, Vorteile aus einem gemeinsamen Markt schöpfen zu können.

Außer vielleicht mit der Ausnahme Luxemburgs, muss man allen anderen „Nationen“ attestieren, dass diese entweder die Europäischen Werte mit ganzem Herzen und aus tiefster Überzeugung heraus ablehnen oder, alleine der eigenen Geschichte geschuldet, diese Werte nur noch heucheln — wir Deutschen sind bei Letzterem wieder einmal Weltmeister und mächtig stolz darauf!

Selbst die EU-Organe sehen die Europäische Union nur noch als Papiertiger und versuchen — ganz menschlich und durchaus verständlich — dabei ihre eigenen Arbeitsplätze so lange wie möglich zu erhalten. Beispielgebend ist das Europäische Parlament, das man immer öfters als Versammlung von Claqueuren bezeichnen kann, die sämtlichen Entscheidungen des Europäischen Rats ein hübsches demokratisches Mäntelchen umhängt.

Einig sind sich alle EU-Protagonisten darin, dass die jeweiligen Nationalstaaten das Nonplusultra und die Zusammenkünfte des Europäischen Rats die Reichstage unseres gemeinsamen Europas sind; damit attestieren sie sich aber nur, dass sie selbst noch fest im 20. Jahrhundert verankert sind und, wenn überhaupt, zu einer einzigen Bewegung fähig, nämlich zurück ins gute alte Biedermeier.

Nach gut 70 Jahren müssen wir Europa attestieren, dass Europa weder eine Wertegemeinschaft noch eine Rechtsgemeinschaft ist, dass wir Europäer uns weiterhin fest in Nationalstaaten verankert sehen — auch wenn manche von diesen selbst nicht einmal mehr als Lachnummer dienen, höchstens noch für europäische Operetten (z. B. EU-Gipfel) gut sind und nur noch deshalb existieren, weil sie von den anderen Mitgliedstaaten, aus nach all den Jahrzehnten nicht mehr nachvollziehbaren Gründen, mitgeschleppt werden.

Die Welt außerhalb Europas hat sich aber weitergedreht, China, die USA und auch Indien versuchen gerade ganz aktuell, die politische Welt neu aufzustellen und zukunftsfähig zu machen. Weitere Länder außerhalb Europas versuchen alles, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Wir in Europa beschäftigen uns derweil mit den Befindlichkeiten von Operettenkönigen, z. B. aus Budapest oder Brüssel, und thematisieren Dinge, die zwar in einer heilen Welt durchaus die eine oder andere Diskussion wert wären, in der aktuellen Weltlage, z. B. mit Themen wie Klimawandel, Pandemie, Ressourcenmangel, Umweltverschmutzung, Migration, Überalterung der Bevölkerungen, Niedergang der Demokratien und Werteverfall, allerhöchstens aber von zweitrangiger Dringlichkeit sind.

Europäische Reaktionen auf die Herausforderungen unserer Welt, wie eine Konferenz zur Zukunft Europas oder Klatschen für die Weltgesundheit, sind dabei wenig zielführend und lassen erkennen, dass sich Europa langsam aber sicher nur noch um sich selbst dreht und zum Problem für uns alle — nicht nur für uns Europäer — mutiert.

Was wir dringend bräuchten, wäre eine gemeinsame europäische Strategie von jenen Ländern, die die Zukunft Europas in einem föderalen Bundesstaat sehen und willens sind, diese Strategie auch schnellstmöglich zu operationalisieren.

Dem Rest Europas wie auch der übrigen Welt könnte man eine wirtschaftliche Zusammenarbeit anbieten, und mit weiteren demokratischen Ländern eine tiefergehende und grundlegendere Zusammenarbeit eingehen.

Joe Biden, selbst mit eigenen internen Herausforderungen belastet, hat dies erkannt und versucht, den Europäern nachhaltige (Welt-) Politik schmackhaft zu machen und sie dazu eingeladen, gemeinsam mit den USA Verantwortung für die Welt zu übernehmen.

Bisher hatte dies nur zur Reaktion, dass man in Europa prüft, ob man sich nicht weiterhin und nun zusammen mit der Russischen Föderation aus der Verantwortung stehlen kann.

Solange die in Europa Verantwortlichen allesamt nach dem Motto „Après nous le déluge“ leben und agieren, sowie als Idee für Europa bestenfalls an die gescheiterten Großmachtträumereien von Napoleon bis Hitler anknüpfen, wird die EU keine Zukunft mehr haben, sondern sich, wie bereits das Heilige Römische Reich zuvor, langsam aber sicher in Wohlgefallen auflösen.

„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“

Egon Bahr, Rhein-Neckar-Zeitung (4.12.2013)

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24.4.02021 5 (2)

Sonnenschein

Bei schönstem Sonnenschein ein Tag in Meetings verbracht. Dafür aber mit einem gut organisierten Bundesausschuss belohnt, indem wir zudem noch unsere eigenen Vorstellungen mehrheitsfähig bekamen. Danach gleich in eine Vorstandssitzung, in der wir sehr offen und nüchtern unsere derzeitige Situation analysieren und dabei auch neue Pflöcke einschlagen konnten. Beides lässt hoffen und motiviert für die kommende ehrenamtliche Arbeit.

Meetings & Ehrenamt

Natürlich möchte ich Ihnen das wichtigste Ergebnis des Bundesausschusses nicht vorenthalten: „Münden soll die Konferenz nach Vorstellung der Europa-Union in einen Europäischen Verfassungskonvent, der den Europäischen Bundesstaat initiiert.“

Den umfangreichen Beschluss zur Zukunftskonferenz können Sie hier finden, so wie auch die Forderungen des Bundesausschusses zur Schaffung neuer Austauschprogramme mit dem Vereinten Königreich und die Sichtbarmachung der EU-Mittel beim deutschen Aufbau- und Resilienzplan.