Binärer Code mit Europaflagge

8.10.02022 5 (3)

Beitragsfoto: binärer Code mit Europaflagge | © Shutterstock

Peter Pane

Die Entdeckung des Wochenendes war für mich ein wirklich erfrischendes Burger-Restaurant mit einem ganz besonderen Namen. Davon gibt es bereits 46 Restaurants in Deutschland und eines in Wien; wir besuchten das in Augsburg.

Eigentlich fanden wir es per Zufall, da das von mir angesteuerte Restaurant überraschender Weise geschlossen hatte — ist auch schon eine ganze Weile her, dass ich in Augsburg war. Wir waren vom Essen und dem Service mehr als positiv überrascht. Deshalb suchten wir dieses Restaurant gleich heute nochmals auf und fanden denselben guten Service vor, wie wir auch erneut das gute Essen genossen.

An beiden Abenden wurden wir von Unjon sehr gut betreut, wobei er es mir sicherlich verzeihen wird, sollte ich seinen Namen falsch geschrieben haben.

Inhaber und Geschäftsführer der Peter Pane Kette ist Patrick Junge, der einer Lübecker Kaufmannsfamilie entstammt. Nach einigen Jahren im Familienunternehmen gründete er 2012 die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH, die Mutter der Peter Pane Restaurants, welche bis heute ihren Sitz im 1907 erbauten Stammhaus der Familie im Herzen der Lübecker Altstadt hat. 

Datenschutz

Der Europäische Gerichtshof kam im Juli 2020 zum Schluss, dass das Datenschutzniveau in den USA nicht den Standards der EU entspräche. Die Richter bemängelten dabei vor allem die weitreichenden Zugriffsmöglichkeiten von US-Geheimdiensten auf Daten von Europäern. Dies führt u. a. in Deutschland dazu, dass man versucht, US-amerikanische Unternehmen aus dem Markt zu drängen und zudem wenig bekannte deutsche Unternehmen durch verstärkte staatliche Subventionen am Leben zu erhalten — auch wenn diese nicht in der Lage sind, mit halbwegs konkurrenzfähigen Produkten aufzuwarten.

Und so erstaunt es mich nun sehr, dass anscheinend gerade bei uns in Deutschland, wo wir doch alle so sehr großen Wert auf Datenschutz legen, gerade dieser Datenschutz staatlicherseits nicht gewährleistet werden kann, schlimmer noch, von staatlichen oder staatlich geförderten Institutionen persönliche Daten und vertrauliche Informationen, sei es die unserer Behörden oder unserer Firmen zumindest an die Russische Föderation „verscherbelt“ werden.

Gestern hat Jan Böhmermann einen solchen Fall publik gemacht und so wäre es wohl zwingend notwendig, dass zumindest ein paar Staatsanwälte einmal mit entsprechenden Ermittlungen beginnen.

https://youtu.be/dtZf-A4Qd5k
ZDF Magazin Royale vom 7. Oktober 2022

So aber kann man zu dem Verdacht gelangen, dass bei uns in Deutschland nicht nur von sehr vielen Akteuren der Europäische Bundesstaat verhindert wird, sondern inzwischen auch sämtliche Verbrechen der Russischen Föderation zumindest gedeckt, wenn nicht gar gefördert und unterstützt werden.

Eine wehrhafte Demokratie ist nur so lange eine solche, wenn sie sich selbst gegen Angriffe von außen wie auch innen wert und sich nicht nur damit begnügt, anderen Demokratien fortwährend gegen das Schienbein zu treten.

Bundeskongress

Gestern ging es kurz ein wenig durcheinander, ich musste Termine umplanen und erneut den Rücktransport unserer Ausstellung nach Stuttgart verschieben, aber dann konnte ich doch noch zum Bundeskongress nach Augsburg fahren. Wir kamen etwas später als geplant an und trafen dort auf weitere Delegierte, denen es ähnlich erging. Das führte dazu, dass wir den Abend gemeinsam in einem für mich neuen Restaurant in sehr gemütlicher Runde beendeten, wobei wir ganz neue Pflöcke einschlugen, von denen ich wohl in den kommenden Monaten vielleicht auch Jahren noch schreiben werde.

Heute trafen wir dann auf die anderen Delegierten und ich konnte mich dabei mit alten Bekannten weiter austauschen, zumindest für mich der eigentliche Kongressschwerpunkt. Der inzwischen 65. Bundeskongress findet in sehr schwierigen Zeiten statt, die sicherlich viel einfacher zu bewältigen wären, wenn wir Europäischen Föderalisten in den vergangenen Jahrzehnten politisch erfolgreicher gewesen wären. So bleibt uns nur die Erkenntnis, dass unser Weg der richtige gewesen wäre und auch heute noch ist. Leider aber erzielen auch heute noch die Nationalisten und Antidemokraten zusammen bei allen wegweisenden Entscheidungen in Europa die notwendigen Mehrheiten, um einen europäischen Bundesstaat weiter zu verhindern. Wobei wir Demokraten uns seit gut sieben Jahrzehnten damit begnügen müssen, dass wir weiterhin auf dem richtigen Weg sind. Wir sollten uns so langsam aber darüber im klaren sein, dass ein Weg, der nie zum Ziel führt, nicht der richtige Weg sein kann!


Theaterschiff Heilbronn

Nachgedanken 5 (3)

Beitragsfoto: Theaterschiff Heilbronn

Ohne Frage, die 6. Hertensteiner Gespräche waren bisher die besten Gespräche dieser auf vorerst 12 Jahre ausgelegten Gesprächsreihe. Dies war sicherlich auch dem neuen Gesprächsort, dem Theaterschiff Heilbronn, geschuldet. Zum einen bot das Team um dessen künstlerischen Leiter Christian Marten-Molnar nach den Gesprächen mit der Gelegenheit zur Probenteilnahme des neuen Stücks „der Eintänzer“ ein erfrischendes Rahmenprogramm und zum anderen betreute das Kaffeebucht-Team von Jochen Wieland die Gesprächsteilnehmer den gesamten Tag über mit Essen und Getränken und bot zum Schluss der Gespräche noch ein vorzügliches italienisches Buffet.

Die Gespräche wären allerdings nicht möglich gewesen, wenn sich nicht ein paar Mitglieder der EUROPA-UNION über das normale Maß hinaus engagiert hätten. An erster Stelle möchte ich meine bessere Hälfte Bettina Kümmerle nennen, die über Wochen hinweg alle Hebel in Bewegung setzte, um Europäische Föderalisten aus ganz Baden-Württemberg nach Heilbronn zu locken. Und auch Ursula Hecht warb bis zum Schluss noch im näheren Umfeld von Heilbronn für die Gespräche und stellte sich darüber hinaus noch als Protokollantin zur Verfügung. Thomas Heiligenmann stellte sicher, dass die EUROPA-UNION Präsidiumsmitglieder aus Baden-Württemberg im Zuge der Hertensteiner Gespräche per Videokonferenz an einer Präsidiumssitzung in Berlin teilnehmen konnten. Herbert Burkhardt sorgte dafür, dass die Heilbronner Marketing Gesellschaft zusätzliche Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und das Heilbronner Betriebsamt drei Europaflaggen vor dem Theaterschiff hisste. Last but not least, reiste der EUROPA-UNION Deutschland Generalsekretär Christian Moos, trotz übervollem Terminkalender, extra mit seiner Gattin aus Berlin an, um erneut an den Gesprächen teilnehmen zu können.

Gefreut hat es mich zudem, dass Dr. Vassilios Vadokas, Leonhard Reinwald, Michael Georg Link MdB, Franz Schirm und Herbert Steudel wieder mit an Bord waren. Auch, dass wir weitere eigene Mitglieder zur Teilnahme bewegen konnten, darunter Verena Dieye, Ingrid Eheim, Heiner Dörner, Thomas Michl und Wolfram Rudolph. Besonders gefreut hat es mich, dass Florian Ziegenbalg die Stuttgarter Abordnung u. a. mit Simone Schmidt und Michael Conz anführte, Mannheim durch seinen Kreisvorsitzenden Peter Schulze, Luxemburg durch Manuel Schöb, Heidelberg durch Prof. Dr. Walther Heipertz und Rems-Murr durch Katharina und Dr. Markus Schildknecht vertreten waren. Aus dem Ruhrgebiet waren extra Andrea und Kai Barth angereist und aus Brüssel Jean Marsia. So konnte die ehemalige Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt durchaus eine kunterbunte Truppe begrüßen, die alles in allem fast 60 Teilnehmer stark war.

Die heutige und inzwischen fast obligatorische Auswertung der Bierdeckel ergab, dass die Masse der Teilnehmer mit der Veranstaltung durchaus mehr als zufrieden war, wobei wir überlegen müssen ob und wie wir die wenigen eingebrachten Verbesserungsvorschläge künftig mit berücksichtigen können.

Allerdings zeichnete es sich bereits im Vorfeld der 6. Hertensteiner Gespräche ab, dass diese eine noch nie dagewesene Intensität hervorbringen werden, und so war es wenig erstaunlich, dass ein Moderator im Vorfeld der Gespräche insgesamt 60 Seiten Thesenpapiere an die Diskutanten verteilte, und ein weiterer Moderator im Vorfeld der Gespräche seine Teilnahme sogar zurück zog, weil er inzwischen — nach ein paar Jahrzehnten erfolgloser Diskussionen — den Glauben an den Sinn und Zweck solcher Gespräche insgesamt verloren hat und die Zeit für eine europäische Revolution für mehr als gekommen sieht.

Manchen der neuen Gesprächsteilnehmern dürfte vielleicht diese Intensität verborgen geblieben sein, da sich dies wohl erst so richtig erschließen kann, wenn man über Jahre hinweg selbst aktiv in diesen Diskussionsprozess mit eintritt und die dort aufgeworfenen Themen immer wieder aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachtet und dabei auch neu gewichtet.

Mich haben dieses Mal gleich drei Punkte mehr als sonst üblich belastet und dabei eindeutig gezeigt, wie sehr der europäische Karren inzwischen festgefahren ist — trotz der gerade sehr prekären Lage nicht nur in Europa sondern in der gesamten Welt! Damit hat die Gesprächsfokussierung auf den aktuellen und äußerst blutigen wie auch verlustreichen Ukrainekrieg eindeutig gezeigt, wie schlimm es eigentlich um die Europäische Idee steht — und dies trotz aller in den vergangenen Jahrzehnten bereits erzielten und durchaus beachtens- wie auch erwähnenswerten Erfolgen! Europa hat uns Unionsbürgern die Souveränität zurück- und einen früher unvorstellbaren, noch nie da gewesenen Wohlstand gebracht und dies verbunden mit einer mehr als 75jährigen Friedensperiode und einer eigenen Lebenserwartung von inzwischen weit über 80 Jahren. Ganz zu schweigen von funktionierenden Demokratien, allgemeinen Menschen- und europäischen Bürgerrechten, die jedem die Möglichkeit zur eigenen Selbstverwirklichung geben ohne dafür selbst auch nur eine einzige Gegenleistung bieten zu müssen.

Trotzdem oder gerade deswegen wurde ich von drei Punkten mehr als überrascht. Der erste und weniger tragische ist die Entwicklung nach dem Ausruf der inzwischen zweiten Zeitenwende in der Bundesrepublik Deutschland durch Bundeskanzler Olaf Scholz im März diesen Jahres. Manche erinnern sich noch an die erste Wende, die geistig-moralische, vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, die Europa und Deutschland um Jahrzehnte zurückgeworfen hat und die Schere der sozialen Ungleichheit in unserer Gesellschaft erst so richtig öffnete. Die aktuelle Zeitenwende hat erneut einem Teil unserer Gesellschaft die Möglichkeit eröffnet, sich auf Kosten unserer Gesellschaft noch weiter zu bereichern. Und so tingeln inzwischen Vertreter der deutschen Waffenindustrie und des internationalen Waffenhandels durch das Land und erklären jedem, dass die USA eigentlich ganz fürchterliche Rüstungsprotektionisten seien und man nur als Europa überleben könne, wenn wir zu einer autonomen Militärmacht werden. Ganz offensichtlich geht es diesen Damen und Herren nur um einen möglichst großen Anteil an den künftig zu erwartenden staatlichen Ausgaben in Billionenhöhe — die der Bundeswehr jüngst versprochenen 100 Milliarden Euro sind dabei nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, aber Grund genug, dass Lobbyisten inzwischen unsere Versammlungen besuchen.

Auch wenn ich ursprünglich selber aus der wirtschaftsliberalen Ecke stamme, so muss ich doch anerkennen und fordern, dass der Staat in Sachen Infrastruktur und ganz besonders bei Rüstungsangelegenheiten dies nicht dem freien Markt überlassen darf — gerade hier hat der Staat zumindest sehr stark marktregulierend einzugreifen, wenn nicht gar den Markt ganz außen vor zu lassen. Darüber hinaus ist es absolut verpflichtend und für die eigenen Soldaten überlebenswichtig (!), dass gerade Waffen nur innerhalb des eigenen Bündnisses gehandelt werden und man deren Entwicklung sowie die Produktion schon alleine aus Kostengründen bündnisweit (NATO) organisiert, damit auch die dafür notwendigen Stückzahlen erreicht werden können. Wer dies anders organisiert, subventioniert nur ganz bestimmte Gesellschaftskreise und gefährdet dabei nicht nur das Leben unserer Soldaten, sondern des gesamten Landes. Diese Sichtweise wurde während der Gespräche nicht nur von mir so geäussert, leider aber von manchen anderen Gesprächsteilnehmern vehement abgelehnt und eine vermeintliche europäische Autonomie zum Non plus ultra erhoben.

Der zweite Punkt war die fortwährende immanente Glorifizierung des Nationalstaats an sich. Dabei werden selbst die Publikationen einer Hannah Arendt außen vorgelassen, die schon vor sehr langer Zeit nachwies, dass der Nationalstaat erst ein Produkt der jüngeren Geschichte ist. Und selbst der einzige Zweck des Nationalstaats, nämlich dem eines Sozialstaats, die Garantie der Wohlfahrt seiner Staatsbürger, müsste heute in Frage gestellt werden — der europäische Sozialfond oder die Eurobonds können als gute Beispiele angeführt werden. Ganz zu schweigen von seiner Unmöglichkeit in Zeiten der Globalisierung; entsprechende Hinweise, wie die von Michael Wolffsohn, werden geflissentlich von den Nationalstaatbefürwortern ignoriert. Und dabei ist es doch schon sehr lange allgemein bekannt, dass unsere europäischen Nationalstaaten heute nur noch deswegen existieren, weil sie sich seit Jahrzehnten langsam aber sicher von selbst in einem größeren Ganzen auflösen. Und so, wie man in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahrzehnten an überkommenen Strukturen festhält und „Länder“ wie das Saarland oder Berlin entgegen jeglicher Vernunft am Leben erhält, so propagieren manche weiterhin die Notwendigkeit der Nationalstaaten in Europa; wobei deren Befürworter offensichtlich ganze Bücher füllen. Die dabei vorgetragene Begründung ist neben der falschen Behauptung, Nationalstaaten seien uralte und damit traditionelle gesellschaftliche Strukturen, meist die des Nationalstaatsgefühls, der eigenen Identifikation mit der Nation. Hierbei vergessen wir ganz, dass Nationalstaaten reine politische Strukturen sind und sich die Bürger eher in ihren Regionen, Gäuen und Tälern zuhause fühlen.

Der dritte Punkt war letztendlich für mich der ausschlaggebende und führte wohl auch dazu, dass ein Moderator die Gespräche vorzeitig verlies. Wir waren dabei einer Meinung, dass der Weg niemals das Ziel sein kann! Aber der Schluss, dass wir Menschen eigentlich damit zufrieden sein müssten, wenn wir uns weiterhin auf dem richtigen Weg hin zu einem ganz bestimmten Ziel befinden, ist nur dann richtig, wenn es absehbar ist, dass dieses Ziel von den, diesen Weg beschreitenden, Menschen auch erreicht werden kann.

Und wir sprechen hierbei nicht von solchen hehren Zielen wie dem Weltfrieden, einem ewigen Leben oder zumindest lebenslanger Gesundheit, sondern einfach und alleine von einer Änderung der politischen Struktur innerhalb eines sehr überschaubaren Teils Europas.

Und dieses Ziel wurde, nachdem man bereits 1945 Abstand von einer Weltunion genommen hat, 1946 neu definiert und festgelegt, nämlich der Schaffung eines Bundesstaats Europa! Spätestens 1948 war allen politisch denkenden Europäern klar, dass dieser Bundesstaat demokratisch und föderal gegliedert sein muss. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde dies auch bei uns Staatsraison. Und die Faktenlage in den letzten Jahrzehnten bewies auch immer wieder, dass dies für Europa das richtige Ziel ist, und wir Europäer uns auch seit 1946 auf dem richtigen Weg befinden — wir Europäer gehen nun diesen Weg bereits seit mehr als 75 Jahren, wobei die ersten, die diesen Weg betreten haben, längst tot sind. Inzwischen geht bereits die dritte oder die vierte Generation von Unionsbürgern diesen Weg.

Wohl gemerkt, „nur“ ein Weg hin zum Ziel einer politischen Strukturänderung — die man bereits mehrfach und dies aus den unterschiedlichsten Begründungen heraus hätte vollziehen können — ohne dass die große Mehrheit der Unionsbürger dadurch in Krisen oder größere Verhaltensänderungen gezwungen worden wären.

Deshalb halte ich es nur noch für menschenverachtend, wenn man seine Bürger auf einen Weg hinzu einem notwendigen und auch erstrebenswertes Ziel schickt, ohne ihnen dabei die Gelegenheit oder Chance zu geben, dass sie dieses Ziel auch jemals erreichen! Und ihnen dann noch zu erzählen, dass sie glücklich und dankbar sein müssen, da sie sich doch auf dem richtigen Weg befinden.

Wir sollten uns allesamt einmal darüber unterhalten, was für ein Menschenbild eigentlich hinter solch einer Argumentation steht.


Buga-Duscher 2019

9.8.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Buga-Duscher 2019 | © Bettina Kümmerle

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Dass man mit dem Geld anderer Leute viel zwangloser und sorgenfreier umgeht als mit dem eigenen, ist eine altbekannte Tatsache. Auch wird schon seit Jahrzehnten immer wieder darüber berichtet, wie Verantwortliche des ÖRR das Geld zum Fenster hinauswerfen — meist fördern sie dabei „nur“ Möchtegernkünstler, die dann Sendungen oder gar Filmkunst am laufenden Band produzieren, die übrigens kein Mensch anschauen möchte; ein Grund warum die Sender immer weniger Publikum haben.

Dass dies kein deutsches Alleinstellungsmerkmal ist, zeigen z. B. die Diskussionen im Vereinigten Königreich oder ganz aktuell die entsprechenden parlamentarischen Entscheidungen in Frankreich. Ich bin fest davon überzeugt, dass es die Verantwortlichen des ÖRR selber sind, die Schuld am Niedergang des ÖRR tragen!

Dabei wäre ein funktionierender öffentlich-rechtlicher Rundfunk gerade in den heutigen Zeiten wichtiger als jemals zuvor!

Und wenn dann gerade während der Diskussion um weitere Gebührenerhöhungen zudem jetzt noch richtige Skandale ans Tageslicht kommen, dann wird es so langsam aber sicher sehr eng für den ÖRR.

Wohl aus Verzweiflung fordern jetzt sogar ÖRR-Mitarbeiter mehr Transparenz in den Rundfunkanstalten, eine Forderung, die diese Damen und Herren noch vor wenige Monaten sehr vehement mit der Begründung abgelehnt hatten, dass der ÖRR bereits völlig transparent sei (Hic!).

Wenn die verantwortlichen Politiker den ÖRR noch retten wollen, dann ist eine völlige Transparenz bis hinein in die Rundfunk- und Verwaltungsräte absolut zwingend — aber bitte nicht wieder nur eine geschwätzte Transparenz.

Zudem muss der ÖRR auf eine für seine ureigenen Aufgaben notwendige Größe reduziert und es müssen dabei auch gerade jene Felder und Aufgaben abgeschafft werden, die zwar nett aber nicht für einen ÖRR zwingend notwendig sind. Und zu guter letzt müssen die Gehälter, Boni und sonstige Vergütungen auf normales Beamten und Angestellten-Niveau herabgesenkt werden — wer als „Nachrichtensternchen“ reich werden möchte, der kann sein Glück gerne in Hollywood versuchen.

Ich gehe einmal davon aus, dass man damit nicht nur den ÖRR retten, sondern auch noch die Gebühren für alle senken könnte.

Buga-Duscher

Die Buga-Duscher sind erneut ein Thema, weil sie schon wieder und nun bereits zum vierten Mal zerstört wurden. Im März diesen Jahres hatte ich mich noch über deren Reparatur gefreut und auch darüber, dass die Stadt einen etwas besseren Aufstellungsort gefunden hatte.

Gemäß Heilbronner Stimme (09.08.2022: 21) möchte die Stadt nun mit der Künstlerin Christel Lechner über eine Verlegung der Figuren sprechen, denn der Schaden beläuft sich erneut auf mehrere tausend Euro.

Deshalb schlage ich den Umzug der Buga-Duscher ins Heilbronner Hallenbad vor. Und im Falle, dass die Badegäste die Figuren zerstören, kann man diese dort zudem einfacher zur Rechenschaft ziehen.

Nachtrag 10.8.02022: 17.45 Uhr

Joachim Friedl von der Heilbronner Stimme hat sich heute auch diesem Thema angenommen und fragt dabei:

Kommen die Skulpuren ans Soleo?
Die Zeit, bis die fünfköpfige Duscher-Gruppe wieder komplett ist, wird die Verwaltung nutzen, um einen neuen Standort für die Kunstwerke zu finden. ‚Der Wilhelmskanal ist Vergangenheit‘, stellt Christner fest. Als möglichen neuen Ort kann sich die Kulturdezernentin das Soleo und dort am Weg Richtung Eisstadion vorstellen: ‚Der Platz sollte am Wasser liegen, eingezäunt und gut frequentiert sein. Wer einen Vorschlag hat, kann sich gerne melden.‘“

Heilbronner Stimme, 10. August 2022, 16:10 Uhr  |  Update: 10. August 2022, 17:04 Uhr