Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

9.8.02023 4.7 (3)

Beitragsfoto: Heilbronner Rathaus in Acryl von Wolfgang Loesche

Termine

Gerade stehen zwei Termine an, die mir ganz besonders am Herzen liegen. Am Mittwoch, 6. September 2023 findet um 19.00 Uhr im Ratskeller Heilbronn ein Vortrags- und Diskussionsabend zur künftigen Windenergienutzung im Heilbronner Stadtgebiet statt. Der Freie Wähler Altstadtrat, Windenergieexperte und Dozent an der Universität Stuttgart Heiner Dörner stellt in seinem Vortrag, die Möglichkeiten einer Windenergienutzung vor. Danach steht er für Fragen und eine Diskussion zur Verfügung.

Ein Thema, das bestimmt auch sehr viele Heilbronner interessieren könnte. Demnächst werden Herbert Burkhardt und ich noch ein paar Plakate aufstellen, um möglichst viele Heilbronner ansprechen zu können.

Der andere Termin sind die inzwischen 7. Hertensteiner Gespräche, die am Samstag, 23. September 2023 ganztägig im Parkhotel stattfinden werden. Diese Gespräche bewerben wir Föderalsten bereits seit einem Jahr, und so müssten politisch oder gar an Europa interessierte Heilbronner den Termin bereits kennen. Auch die dortigen Themen sollten eigentlich alle Heilbronner, ob jung oder alt, interessieren.

Es wird wohl Vorständen und Mitgliedern anderer Vereine ähnlich ergehen, dass man selbst für Dinge und Sachen Werbung machen muss, die man seinen Mitbürgern schenken möchte. Auf jeden Fall aber sind es beide Veranstaltungen wert, dass möglichst viele Heilbronner davon auch Gebrauch machen werden.

Jetzt bin ich einmal sehr gespannt darauf, wie viele Heilbronner zu den beiden Termine kommen werden.

Sommerzone

Sehr gefreut habe ich mich über einen Leserbrief von Franz Wagner in der Heilbronner Stimme (9.8.2023: 24), der nochmals das Thema Sommerzone aufgreift. Er bringt es dabei voll und ganz auf den Punkt:

Autos kaufen nicht ein

Zur Sommerzone in Heilbronn, „Händler schicken Brandbrief“.

Die AfD-gesteuerte „Petition“ gegen die Sommerzonen ist von Kurzsichtigkeit und Mief alter Zeiten getragen. In der üblichen Situation ohne Sommerzone sind Turmstraße und insbesondere die Lohtorstraße arg abstoßende Orte: sinnloser Parkplatzsuchverkehr, rangierende SUV-Panzer, Dieselgestank. Da will man weder einkehren noch einkaufen. Welch einen erfreulichen Unterschied machen da bereits die temporären Sommerzonen-Installationen. Heilbronn braucht mehr davon.“

Franz Wagner, Heilbronn

Leider und weniger erfreulich werden solche „Petitionen“ gegen eine positive Entwicklung unserer Stadt von der Stadtverwaltung gerne genutzt, um weiterhin nichts für eine schon sehr lange notwendige Verbesserung unserer Innenstadt unternehmen zu müssen. Wie von mir vor Kurzem noch befürchtet, die Turmstraße wird, ähnlich wie die Saarlandstraße, weit über sieben Jahrzehnte warten müssen — Generationen von Gemeinderäten haben damit noch ein Thema, um sich lebenslang ohne größere Anstrengungen profilieren zu können.

Dabei wäre eine möglichst attraktive Innenstadt für das Überleben nicht nur unserer Ladenbesitzer und Geschäfteinhaber mehr als notwendig. Schön zwar, dass die Heilbronn Marketing GmbH Events aller Art in die Innenstadt holt und ebenfalls gut, dass es weiterhin Feste und Märkte in der Stadt gibt. Das alles wirkt sich aber nur dann aus, wenn auch das restliche Umfeld stimmig ist. Und deshalb muss die Fußgängerzone dringend erweitert und in ein städtisches Gesamtkonzept eingebunden werden. Wenn zudem Ordnung und Sauberkeit nach Heilbronn zurückkehren, dann kommen auch wieder die Kunden, schlendern durch die Straßen und entdecken dabei immer mehr neue und alte Geschäfte. Und davon profitiert auch das gesamte Umfeld.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es noch heute viele alteingesessene Betriebe und Läden in Heilbronn gäbe, wenn wir ein stimmiges Gesamtkonzept hätten. Aber so verschlafen wir weiterhin unsere Zukunft und erzählen dabei jedem, dass wir eigentlich eine Weltraum- und Forschungsstadt auf Weltniveau seien.

Gemeinderat

Vor Kurzem bemerkte der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Heilbronner Stimme, dass andere Gruppierungen oder gar Fraktionen, die weniger als die SPD in Heilbronn zu sagen hätten, nur Vorschläge machen, weil sie diese nicht umsetzen müssen. Dies wäre natürlich, wenn dem dann so ist, keine gute Sache.

Schlimmer ist es aber, wenn man als in Heilbronn zumindest mitregierende Fraktion und Federführer der „Heilbronner Einheitspartei“ immer nur Dinge permanent verspricht, wie ganz aktuell eine Sozialquote im Wohnungsbau, und diese dann doch nicht realisiert.

Wie ich es bereits erwähnt hatte, wäre zumindest beim derzeitigen Heilbronner Gemeinderat eine Mehrheit für eine Sozialquote möglich. Aber dennoch geht die SPD wieder mit einer Sozialquote im Gepäck in den kommenden Wahlkampf — mit acht Gemeinderäten, die seit Jahren entweder keine Sozialquote auf die Reihe bekommen oder diese nur zu Wahlkampfzwecken missbrauchen. Und so muss man erneut befürchten, dass selbst die von Rainer Hinderer so erhofften zehn SPD-Gemeinderäte keine Sozialquote realisieren werden.

Besser wäre es, wenn die SPD noch mit diesem Gemeinderat eine Sozialquote beschließt, denn dann müssten kleinere Fraktionen oder Gruppierungen eine solche auch nicht mehr fordern. Mit den Freien Wählern wäre ein Sozialquote auf alle Fälle bis zu 30 % umsetzbar.


Bibliofon

2.8.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Bibliofon | Wer weiß wo?

Sozialquote

Wie es Hannes Finkbeiner bereits hier geschrieben hat, gibt es keine Sozialquote im Wohnungsbau in Heilbronn. Der Gemeinderat hat sich gem. Tanja Sagasser-Beil bisher nur dazu durchringen können, von Fall zu Fall eine solche zu beschließen. Ich durfte bereits beim letzten Gemeinderatswahlkampf feststellen, dass dies durchaus ein Thema in Heilbronn ist und habe mich darüber gewundert, warum man in den letzten Jahren auch diesbezüglich nichts unternommen hat.

Gestern war es dann so weit, die Freien Wähler wollen nun endlich Knöpfe an die Angelegenheit machen und sowohl die Stadtverwaltung als auch den Gemeinderat dazu bewegen, dass wenigstens eine 20 % Sozialquote in Heilbronn festgelegt wird; selbst eine Quote von 30 % wäre für die Freie Wähler möglich. Darüber hinaus fordern die Freien Wähler zusätzliche Maßnahmen seitens der Stadt, um die prekäre Wohnungssituation in Heilbronn endlich in den Griff zu bekommen.

Der Ball liegt nun im Spielfeld des OB und seiner SPD-Fraktion — ich bin einmal gespannt darauf, ob sie diesen auch aufnehmen werden oder das Ganze weiterhin nur verschleppen, um auch 2024 wieder ein billiges Wahlkampfthema zu haben. Ich bin davon überzeugt, dass ausreichender Wohnraum kein Thema für Parteistreitereien ist, sondern ein Problem, das man gemeinsam so schnell wie möglich in den Griff bekommt. So werde ich wohl aber auch 2029 wieder darüber schreiben müssen!

Besprechungen

Gestern gab es eine ganze Menge an Besprechungen und zum Schluss dann noch den Europastammtisch. Über letzteren werde ich wohl heute noch einen eigenen Beitrag auf der EUROPA-UNION Heilbronn Website schreiben. Der Stammtisch war so spannend, dass ich bis zum Schluss vergaß, ein Bild zu machen. Gut war, dass noch genügend Stammtischler anwesend waren als ich meinen Fauxpas bemerkte.

Sehr spannend war auch das Pressegespräch der Freien Wähler mit zwei Heilbronner Journalisten. Brigitte Fritz-Kador und Joachim Friedl konnten dabei viel Neues erfahren. Ich bewundere dabei immer wieder wie sehr gut Journalisten informiert sind und freue mich zudem, wenn diese durch Nachfragen bei einer weiteren Seite Dinge bestätigt haben möchten, die sie bereits schon vorab zur Kenntnis genommen hatten, und dies bevor sie damit in die Öffentlichkeit gehen.

Auch konnte ich mit Detlef Stern noch eine Gelegenheit für einen Kaffee festzurren und musste beim Spaziergang in der Stadt einem Studenten leider mitteilen, dass ich weder Matrikelnummern noch die dazu gehörigen Noten im Kopf habe.

Auf dem Nachhauseweg gelang es mir dann noch ein Foto vom Wollhaus zu schießen. Dieses ziert nun den Beitrag von Thomas Aurich. Im Falle, dass mir die Firma Neufeld ein entsprechendes Planungsfoto zukommen lässt, werde ich den Blog-Beitrag entsprechend ergänzen.

Übrigens, auch Brigitte Fritz-Kador hat jüngst in der Rhein-Neckar Zeitung (29.7.2023: 9) zum Thema Wollhaus geschrieben. Im Gegensatz zu Thomas Aurich fand sie den Vorstoß der Freien Wähler für eine Sozialquote im Wollhaus nicht für unangebracht. Und ich behaupte, dass dieses Wollhaus-Konzept nicht an einer Sozialquote scheitern wird, eher daran, dass manche Heilbronner Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser fürchten. Und dabei sind wir erst bei einem weiteren Hotel angelangt und sprechen noch nicht einmal von einer Markthalle oder gar neuen attraktiven Ladengeschäften für unsere Stadt.

Zwischendurch konnte mir noch meine bessere Hälfte berichten, was sie alles erleben durfte als sie das Auto unseres Ältesten in Heilbronn ummelden wollte. Interessant dabei, dass man direkte Leistungsvergleiche von Stadt- und Landkreisverwaltung ziehen kann. Wobei beide weiterhin in einer ähnlichen Liga spielen und sich verwaltungstechnisch wohl noch im Reichsstadtzeitalter befinden — was die vielen Tauben in Heilbronn erklären könnte: alles verirrte und verwirrte Brieftauben der Stadtverwaltung.

Karlssee

Wie man es bereits gestern in der Heilbronner Stimme erfahren durfte, sind nicht nur die Heilbronner Innenstadt und unser Stadtwald ein Eldorado für Dreckschweine aller Art, sondern auch das jüngste Stadtquartier darf sich nun mit den Folgen einer falschen Stadtpolitik herumschlagen. „Im Karlssee, dem Herzstück des Neckarbogens, schwimmt derzeit viel, was dort nicht hingehört. vermüllt. Ebenso die Strecke entlang der Neckarbogen-Promenade.

Den Dreckschweinen — in Heilbronn gerne als „Müllsünder“ verharmlost — „drohen Geldstrafen“. Das Problem dabei ist, dass seit Jahren keine ernstzunehmende Kontrollen stattfinden und selbst wenn die Ordnungshüter überhaupt nicht mehr darum herumkommen, um Anzeige zu erstatten, die Straftäter keine Folgen zu befürchten haben.

Und ist eine Stadtgesellschaft erst einmal verlottert, dann wird es sehr schwierig, um diese Situation überhaupt wieder in den Griff zu bekommen. Seit meiner Rückkehr nach Heilbronn Ende 2014 bin ich entsetzt darüber, wie dreckig meine alte und neue Heimat geworden ist — was jene, die den Zerfall vor Ort miterlebt haben, wohl nicht mehr feststellen können, ähnlich wie der Hummer, der es nicht merken soll, wenn die Temperatur im Kochtopf langsam aber sicher steigt — und versuche seither vergeblich dagegen anzuschreiben oder gar den Gemeinderat dazu zu bewegen, um etwas gegen die Vermüllung unserer Stadt zu unternehmen.

Einzig und alleine beim Stadtbad konnte ich eine kleine Besserung erzielen, die inzwischen aber auch wieder rückläufig ist. Die ehrenamtlichen Müllsammelaktionen habe ich eingestellt, weil ich zu alt dazu bin, dass mir Rotznasen dabei lachend und feixend den Müll vor die Füße werfen — und man solchen Bübchen leider nicht den Hosenboden langziehen darf.

Und so wird wohl erst dann etwas geschehen, wenn auch unseren Bürgermeistern und Gemeinderäten in ihren besseren Wohnlagen ebenfalls der Müll um die Ohren fliegt — dann aber wird es für unsere Stadt zu spät sein!

„Aber die Würde eines Volkes wie des unsrigen kann nicht die der Einfalt, kann nur die Würde des Wissens und des Geistes sein, und die weist den Veitstanz des Fanatismus von sich.“

THOMAS MANN, DEUTSCHE ANSPRACHE (1930: 21)

Tanzen

29.7.02023 4.7 (3)

Beitragsfoto: Tanzen | © Pixabay

Vermischtes

Sehr erfreulich ist es heute in der Heilbronner Stimme (28.7.2023: 28) zu lesen, dass man erneut einen Silvesterball in der Harmonie plant. Das Ticket für den Silvesterball kostet 139 Euro pro Person und ist sowohl bei der Tourist Information in der Kaiserstraße 17 als auch online erhältlich. Meine bessere Hälfte und ich sind auf jeden Fall mit dabei.

Und wem der Silvesterball gefällt, dem wird auch der Europa-Ball am Samstag, 13. April 2024 in der Harmonie gefallen. Dort wird es nur Achtertische geben, die schon jetzt bei mir reserviert werden können.

Das neue Heilbronner Monopol, dieses Mal bei E-Scootern, erzeugt bei mir ein lächelndes und ein weinendes Auge. Zum einen bin ich froh darüber, dass diese Spielzeuge zukünftig weniger in Heilbronn anzutreffen sein werden, aber zum anderen muss man sich schon fragen, ob es gut für die Nutzer ist, wenn es nur noch eine einzige Firma gibt. Immerhin will diese weiterhin mit 600 Rollern und 300 Fahrrädern in Heilbronn vertreten bleiben. So bleibt zu hoffen, dass auch diese Angelegenheit weiter vom Markt geregelt werden wird und sich die Stadtverwaltung nicht dazu hinreißen lässt, einen Monopolisten zu subventionieren oder gar möglichen anderen Anbietern den Zugang nach Heilbron erschwert.

Erfreulich ist die Entwicklung beim neuen Gaskraftwerk, denn der Gemeinderat hat nun auch den Bebauungsplan genehmigt. Zusätzlich soll noch ein Fernwärmespeicher mit hinzukommen und das Heilbronner Fernwärmenetz ausgebaut werden. Da man weiterhin in Heilbronn auf Fernwärme setzt, wäre nun zu überlegen, ob man nicht spätestens dann, wenn das Gaskraftwerk auf Wasserstoff umgestellt werden wird, die Fernwärme durch Müllverbrennung erzeugt, denn Fernwärme aus Wasserstoff zu erzeugen, dürfte nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Hinzu kommt, dass wir nach Abbruch des Kohlekraftwerks bereits den Platz für eine Müllverbrennungsanlage hätten. Und auch den Müll haben wir reichlich. Dieser muss bisher mit Lastwagen nach Stuttgart oder Mannheim transportiert werden und kommt nach der Verbrennung wieder mit Lastwagen zurück nach Heilbronn, um bei uns eingelagert zu werden.

Der Charme dabei, wir sparen die LKw-Fahrten ein und können den teuer erzeugten Wasserstoff anderweitig nutzen.

Sommerzone

Wie von mir befürchtet, werden die Heilbronner Sommerzonen nun zu einem Spielball der Lokalpolitik. Als ehemaliger Bewohner einer dieser Sommerzonen, der dort gut zwei Jahrzehnte gerne gelebt hat und auch noch heute ein direkt Betroffener ist, habe ich meine entsprechende Überzeugung, die sich übrigens die letzten fünf Jahrzehnte nicht geändert hat. Es kommt nur noch die Erkenntnis mit hinzu, dass nun alleine aufgrund des Klimawandels eine weitere Umgestaltung unserer Innenstädte zwingend notwendig ist!

Bereits mein Vater ist damals die Sülmerstraße und Turmstraße hoch und runter spaziert, um die Ladenbesitzer von der Notwendigkeit einer Fußgängerzone zu überzeugen. Und schon damals waren die Argumente der damaligen Gegner einer zeitgemäßen Stadtentwicklung dieselben wie heute. Und diese Argumente sind heute noch so falsch wie damals.

Ich kenne keine einzige Kneipe, Laden oder Geschäft, das in den letzten Jahrzehnten Pleite ging, weil man nicht mit dem Auto vor die Türe fahren konnte. Insgesamt haben es heute viele Geschäfte und auch Restaurants schwer, vielleicht sogar noch schwerer als vor einigen Jahrzehnten. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Aber kein Geschäft muss schließen, nur weil es keinen Parkplatz vor der Türe gibt — große Supermärkte und Einkaufszentren einmal ausgenommen. Interessanter Weise aber kommen diese jüngst wieder verstärkt mit etwas kleineren Versionen in die Fußgängerzonen zurück.

Noch spannender und sehr tragisch die Tatsache, dass sehr viele Läden und Geschäfte gerade in jenen Straßen und Gassen meines Heimatviertels schließen mussten, obwohl sie Parkplätze direkt vor der Türe hatten. In der Turmstraße ist nur noch der Elektro Krauss übrig und in den anderen Straßen und Gassen sind bereits alle mir noch bekannten Geschäfte und Kneipen weg. Und selbst das Kaffee Roth musste nicht, wie immer befürchtet, wegen mangelnder Parkplätze schließen. Leider gilt auch hierbei, dass das Mädchen, das nicht tanzen kann, die Schuld auf die Musik schiebt.

Besser wäre es gewesen, man hätte bereits vor Jahrzehnten Nägel mit Köpfen und die Innenstadt insgesamt zum Fußgängerbereich gemacht. Ich behaupte, wir stünden heute allesamt viel besser da und hätten genau die Kundenfrequenz, die man jetzt so vermisst! Hinzu kommt noch, was ich auch schon immer bemängele, die fehlende Sauberkeit, fehlende öffentliche Toiletten, mehr Kontrollen bei den Hausierern, Bettlern und Kleinkriminellen, eine bessere Ausschilderung von den Parkplätzen zu den Geschäften und einen attraktiveren Weg dorthin — ergo ein tragfähiges Innenstadtkonzept!

Man schaue sich nur einmal selber an, wie glückliche und zufriedene Menschen ihre Einkaufstüten zu den Autos an den Rand von Metzingen schleppen, darunter sehr viele Heilbronner, die, wenn man sie fragt, nur dann in Heilbronn einkaufen würden, wenn sie direkt vor einem Geschäft kostenfrei parken dürften.

Ich kaufe z. B. kein Hochwertprodukt in der Heilbronner Innenstadt, welches mir nach dem Kauf übrigens kostenfrei nach Hause gebracht werden würde, weil ich keinen Parkplatz vor Ort finde, sondern einfach nur deshalb, weil ich für so viel Geld auch im Laden gut bedient werden möchte! Und für einen guten Kaffee gehe ich sogar ein paar Kilometer zu Fuß; ein Parkplatz vor der Tür entschädigt mich nicht für schlechten Kaffee oder gar schlechten Service.

Aber auch ich halte die Sommerzonen für eine reine Geldverschwendung! Zum einen verhindern diese weiterhin eine notwendige Stadtentwicklung — den Ausbau zu einer attraktiven Fußgängerzone — und zum anderen geben sie erneut Populisten die Gelegenheit, sich wieder einmal sehr billig zu profilieren. Das Lustige ist dabei, dass die meisten dieser Menschen wohlbehütet in einem Stadtteil wohnen, gerne zum Einkaufen in größere Städte fahren und sich nur dann in meinem Heimatviertel sehen lassen, wenn es etwas umsonst oder eine schöne Pressemeldung gibt.

Wenn sich gerade unsere Gemeinderäte jetzt so um die Sommerzonen echauffieren, dann könnten sie uns doch einmal erklären, was sie den all die Jahre für mein Heimatviertel getan haben; den mehr als notwendigen Umbau der Turmstraße hatten sie schon vor vier Jahrzehnten zugesagt. Gerne würde ich wissen, wie viele Millionen Steuergelder sie seither für weitere Konzepte, Ideen, Versuche, Besichtigungsreisen, Expertenmeinungen, Besprechungen, Exposés und Veranstaltungen ausgegeben haben. Man hätte die Turmstraße damit schon längst in Gold aufwiegen können.

Und so vermute ich einmal, dass es den allermeisten unserer Gemeinderäte nicht um mein Heimatviertel geht, sie nutzen dieses einzig und alleine nur, um sich selbst profilieren zu können — und dies auf Kosten meiner Heilbronner Mitbürger und mir!

Große Städte

Heute gab es einen spannenden Vortrag bei einer Besprechung der Freien Wähler auf Landesebene. Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch stellte dabei der aktuellen Politik in Sachen Gebäudesanierungen, Neubauten und Anpassung von Heizungskonzepten ein sehr schlechtes Zeugnis aus. Das war zu erwarten, da unsere Politik seit Jahrzehnten nur noch auf Probleme reagiert, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Sehr interessant dabei die Information über die Umweltkosten für aktuelle Neubauten. Selbst wenn diese den jüngsten energetischen Forderungen genügen, sind diese derzeit nicht zu vertreten. Und schon gar keine neuen Einfamilienhäuser in Großstädten. Das Bauen muss insgesamt neu erfunden werden, bevor man sich wieder verstärkt dieser Thematik widmet.

Und so passt es auch ganz gut, dass das Wollhaus nicht abgerissen und neu erstellt werden soll, sondern man die alte Bausubstanz nutzt. Wie ich heute erfahren durfte, sind die alleine dabei eingesparten Umweltkosten immens.

Zum Abschluss konnten sich die Freien Wähler der größeren Heilbronner Städte noch über den Sachstand der Vorbereitungen zur Gemeinderatswahl 2024 austauschen. Interessant dabei war, dass sämtliche Großstädte auch hier mit ähnlichen bis identischen Herausforderungen zu kämpfen haben. Deswegen ist es auch ganz gut, dass sich die Freien Wähler in Baden-Württemberg zu einem Landesverband zusammengefunden haben — man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden.

Zum Abschluss konnte Herbert Burkhardt den anderen Freien Wählern noch unser neues Heilbronner Wahlkampfkonzept vorstellen, was übrigens das alte aus 2019 ist — ganz nebenbei spart auch dies Kosten und schont sogar ein ganz klein wenig unsere Umwelt.

Klausuren

Bereits vor ein paar Tagen konnte ich dieses Thema für mich abschließen und die Ergebnisse an Detlef Stern bzw. die Hochschule übermitteln; ich bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Jetzt bleibt mir nur noch, die Klausuren in der kommenden Woche bei der Hochschule abzuliefern. Ich spekuliere dabei auf ein Käffchen und ein gutes Gespräch.

Zum Abschluss von zwei Semestern habe ich ein paar kleine Beobachtungen zu teilen und bin einmal gespannt darauf, wie diese Dinge von den Profis betrachtet werden. Ganz ungewollt und von mir erst jetzt erkannt, hatte ich diese beiden Semester so ganz nebenbei zum praktischen Teil meiner damals rein theoretischen Abschlussarbeit gemacht.

Ob dies nun in den Bereich Déformation professionnelle fällt oder gar sämtliche „Überlebende unseres Bildungssystems“ insgesamt so sozialisiert wurden, wäre eine weitere Beobachtung wert.

Alt werden im Amt

Heute hat die New York Times dieses Thema aufgegriffen. Und Jim Manleys Erkenntnis: The Senate is such a warm, comforting place that you can live inside that bubble.“ dürfte inzwischen auch allen deutschen Volksvertretern gut bekannt sein.

Meine Vorgänger im Amt bei der EUROPA-UNION Heilbronn hatten bereits vor über 20 Jahren eine Altersgrenze von 80 Jahren festgelegt. Ein Vorstandsmitglied ist sogar bereits mit 70 Jahren aus seinem Amt ausgeschieden — beides ist aber auch viel einfacher zu bewerkstelligen, wenn diese Ehrenämter weder Wärme bieten noch sonstige Vorteile mit sich bringen.

Die beiden Autoren des Times-Artikels Lisa Lerer und Reid J. Epstein stellen sich zum Schluss noch die Frage, ob ein mögliches sich im Amt rein altersbedingt lächerlich zu machen, Politiker nicht dazu bewegen könnte, einfach von ganz alleine aufzuhören. Friedrich Merz und Winfried Kretschmann dürften beide hierbei völlig anderer Meinung sein.

Meine Leser können den besagten Times-Artikel gleich hier kostenfrei erhalten.