Bierwohl

22.4.02025 4.8 (6)

Beitragsfoto: Bierwohl

Vermischtes

Höhepunkt des heutigen Hochschulaufenthalts war erneut ein Käffchen mit Detlef Stern. Nach meiner Vorlesung traf ich mich mit der Familie in einem Heilbronner Café und begann mich so langsam damit abzufinden, dass ich Großvater werde.

Den Rest des Tages schnippelte ich ein wenig im Garten und nun gibt es erneut ein paar Büsche weniger. Als nächstes muss ich dann einmal gucken, wie und wo ich den Grünschnitt am besten unterbringe.

Eine Überlegung wäre es wert, ein paar frei laufende Brauer einzufangen und sie dann zum Wiesenmähen zu motivieren — was man nicht so alles fürs Bierwohl macht.

Spannend auch, dass der Papst den jüngsten Besuch von JD Vance nicht überlebt hat. Und nun will auch noch Donald Trump nach Rom reisen — die Katholiken benötigen danach sicherlich kein Fegefeuer mehr.

Demnächst wird Jean Marsia ein neues Buch mit dem Arbeitstitel „Eine föderale Konstitution für die Vereinigten Staaten von Europa. Warum und wie?“ veröffentlichen. Ich durfte es schon einmal zur Probe lesen und auch kommentieren, was zu einem sehr spannenden E-Mail-Verkehr führte. Beide sind wir überzeugte Europäer und bekennende Föderalisten, was aber dennoch nicht verhindert, dass wir fundamentale Differenzen im Verständnis und damit auch bei einer weiteren Detaillierung eines möglichen Bundesstaates haben.

Dies könnte auch erklären, warum es bis heute bei den Europäischen Föderalisten nicht die eine Lösung gibt, wie wir unsere eine Welt retten können. Noch spannender ist es zu beobachten, wie meine Meinung von einem Europa noch 1947 die Mehrheitsmeinung — ich also nichts Neues bewerbe (!) — aller Föderalisten war, heute aber eher eine Minderheit in unserem Verband repräsentiert.

Auf alle Fälle aber ist Jean Marsias neues Buch lesenswert und wer weiter ins Detail gehen möchte, der kann mein Buch „Europa ist für alle da!“ damit vergleichen. Vor allem durch die Unterschiede in den beiden Büchern kann man die Bandbreite in unserer Bewegung erkennen und sich damit seine eigene Meinung bilden.

Und das Ganze kann man dann bei den 9. Hertensteiner Gesprächen gerne mit Jean Marsia und auch mir diskutieren.

Zum Schluss möchte ich gerne noch an den Earth Day 2025 erinnern. Mit Gartenarbeit und ein wenig Müllsammeln konnte ich heute dessen Motto „Engagiere Dich für unsere Erde | Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft! | Denn DU machst den Unterschied!“ selbst ein wenig gerecht werden.

Spielen

Dieses Osterwochenende konnte ich gleich an mehreren Spielen teilhaben, wobei ich bei einem langen Abend mit Siedler von Catan als Gewinner hervorging. Tags darauf aber dann nur einen guten zweiten Platz erringen konnte. Zudem gab es einige Runden Play Nine, Rummikub und für mich ganz neu Wizard, was mich etwas an Binokel erinnerte.

Und wer lieber Youtube-Videos guckt, der kann gleich morgen dessen zwanzigjähriges Jubiläum feiern. Auch wenn ich selbst YouTube gerne nutze, werde ich morgen erst einmal den meseno-Bus durch den nördlichen Landkreis steuern.

Mein Beitrag zum Jubiläum ist das obige Sebastian Schaffer-Cover eines Bruno Mars Songs aus 2010. Er singt dieses zusammen mit Philipp Rhein.

Zur Feier des morgigen Tages — was sind schon zwanzig Jahre (?) — lege ich noch ein Video von Bobby Ray Simmons nach, das dieser zusammen mit Bruno Mars veröffentlicht hat.

Backend

Heute gab es ein paar dringende Aufräumarbeiten und dies nicht nur im Backend dieses Blogs, sondern auch bei meiner genutzten Software. Weniger ist meist mehr. Und so werde ich die eine oder andere Software sicherlich nicht missen.

Inzwischen dürfte das Backend des Blogs wieder halbwegs laufen, allerdings hat es mir dabei die Layouts bei den Tabletts und den Smartphones zerlegt. Mal schauen, wann ich mich dieser Problematik widmen kann.

Dafür bekam ich aber eine ziemlich gute Bewertung auf Trustpilot und als Folge davon, weil nun wieder etwas motiviert, habe ich verzichtet, gleich das gesamte Layout auf das Notwendigste zu reduzieren.


Stuttgart 21

Lichtaugen 4.9 (8)

Beitragsfoto: Zeitungsausschnitt

Bereits seit Jahren verfolge ich das Projekt Stuttgart 21, früher aus persönlichem Interesse, weil ich damals hoffte, schneller an den Flughafen zu gelangen und heute eher, um gute Beispiele für meine eigenen Vorlesungen zu bekommen. Dabei hätte ich es schon damals™ wissen müssen, dass ich höchstens in meinen Spätjahren und dies auch nur ggf. in den Genuss eines Schienenausbaus kommen werde.

Heute wissen wir es ganz genau, dass das mit der Gäubahn erst in Jahrzehnten etwas werden wird, deren Fortführung, die Frankenbahn, nicht einmal mehr und dies trotz aller politischen Versprechungen der letzten Jahrzehnte angedacht ist und eine zeitgemäße Anbindung Heilbronns an den Flughafen in Stuttgart schon alleine mangels Interesse meiner Heilbronner Mitbürger ebenfalls nicht kommen wird.

Und ob das mit der den Ausbau begründenden europäischen Magistrale etwas werden wird, wage ich inzwischen zu bezweifeln, weil die Bayern daran mit beteiligt sind und dort Schienenprojekte nur gelingen, wenn sich Regierungsmitglieder dabei gesund stoßen dürfen. Auf den Nordzulauf des Brenners werden noch unsere Urenkel vergeblich warten, wobei nicht einmal die Weiterführung der Strecke von Ulm nach Augsburg gesichert ist.

Und selbst wenn in ein paar Jahrzehnten der Streckenausbau gelingen wird, steht es in den Sternen, ob die Bahn das mit dem Deutschlandtakt überhaupt hinbekommen wird. Leider dient die Bahn weiterhin nur dazu, um ein paar „systemrelevante Mitbürger“ der Deutschland AG reich zu machen — und so sind die Fahrgastzahlen auch nur dann von Interesse, wenn diese die variablen Vergütungen der Bahnvorstände erhöhen.

Dies alles schmälert mein Interesse am Projekt Stuttgart 21 aber nicht und ich gucke regelmäßig nach dessen Fortschritten. Wer nicht selbst Baustellenführungen mitmachen kann, der findet gleich zwei von mir gerne empfohlene YouTube-Kanäle, das S21Bau.TV und das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm.

Inzwischen befinden sich die sogenannten Lichtaugen des Tiefbahnhofs in ihrer Fertigstellung und spätestens jetzt stellt sich mir die Frage, wie die Stadt Stuttgart oder gar die Bahn sicherstellen wollen, dass keine Wilden diese Lichtaugen zu Sonnendecks umfunktionieren, die Glasscheiben zertrümmern oder gar Gegenstände durch die Lüftungsschlitze auf die Bahnsteige werfen?

Wie wir es auch hier sehen werden, wenn eine Projektplanung von Anfang an schief läuft, dann wird das Projekt bis zu seinem Abriss (Neudeutsch: Rückbau) in ein paar Jahren allen Beteiligten weiterhin sehr viel Spiel, Spaß und Spannung bereiten. Ganz nach dem bekannten Werbemotto: „Ein bisschen Spaß ist immer drin. Lass Dich überraschen. Gemacht, um die Welt zu überraschen.

Wer jetzt an Ostern denkt, der kennt meinen Humor bereits ein wenig.


Hightech

16.4.02025 4.8 (9)

Beitragsfoto: Deutsche Hightech

A. I. Action Figures

Erst laß ich davon bei einem Blogger in meiner Timeline, dann wurde dieselbe mit weiteren solcher Action-Figuren zugemüllt. Ich hatte in meiner Kindheit G. I. Joe und Big Jim-Figuren, wusste damit aber genau so wenig anzufangen wie mit Barbie-Puppen.

So ließ ich es bleiben, mir mit ChatGPT oder einem anderen Tool auch die eine oder andere Figur zu basteln. Und jetzt macht auch noch die New York Times damit auf! Callie Holtermann schreibt dazu unter dem Titel „A. I. Action Figures Flood Social Media (Accessories Included)“ und merkt an, dass nun einige Künstler mit handgezeichneten Versionen kontern.

Da die KI-Tools Daten aus dem Internet als Grundlage für ihre Produkte nehmen, ist auch hierbei der Streit übers Copyright entbrannt.

Vermischtes

Erfreulich die Klausureinsichten des Wintersemesters. Zum ersten Mal feilschten die Studenten nicht um Punkte, sondern wollten wissen, wo sie sich noch hätten verbessern können. Ein weiteres Novum, dass nur jene Studenten zur Einsicht kamen, die die Klausur bestanden hatten. Die anderen Studenten waren krankheitsbedingt verhindert, hatten keine Lust oder den Termin einfach nur vergessen; es könnte durchaus ein Zusammenhang bestehen.

Die Entspannung im Anschluss im Stadtbad fiel ins Wasser, da die Becken sämtlich mit Wilden gefüllt waren. Gestern verlor ich dann auch noch ein Spiel nach dem anderen und das bei Rummikub. Einen Tag später bekam ich dann doch noch meine Revanche — man sollte die Woche nicht vor dem Sonntag loben.

Die Heilbronner Verwaltungsangestellten, welche für den Müll zuständig sind, verlagern ihre Arbeit und Verantwortung nun auf die Bürger, genauer auf jene, die in der Stadt Immobilien besitzen oder auch nicht. Über eine Website muss man sich nun registrieren und darüber für die gesamten Hausgemeinschaften die jeweiligen Mülltonnen ordern und wahrscheinlich auch noch die Abrechnungen mit den jeweiligen Mietern übernehmen. So genau weiß ich es noch nicht, da ich gleich mehrere Zugangscodes zugesandt bekommen habe. Meine Nachfrage, ob dies für mich überhaupt zuträfe und wenn ja, welches Konto und welches Kennwort dann gelte, verliefen trotz Nachhakens im Sande. Da die städtischen Briefe gleich mit Strafandrohungen verschickt werden und ich keine weiteren Strafbefehle mehr zugesandt bekommen möchte, ließ ich nicht locker und forschte auf der entsprechenden Website nach.

„Bitte beachten Sie, dass es derzeit zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von E-Mail Anfragen zum Abfallsystem 2026 kommt. 
Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Anfragen schnellstmöglich zu beantworten. 
Allgemeine Informationen sowie die Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier. 
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Wichtiger Hinweis
Durch die Verzögerung der E-Mail Bearbeitung verlängert sich auch automatisch die Frist für die Behälterbestellung!“

entsorgungsbetriebe, 16.4.2025

Erst mitten in der Woche und ein Aufreger jagt den anderen. So habe ich mein Mütchen heute bei etwas Gartenarbeit gekühlt, nun gibt es ein paar Büsche weniger.

Derweil versuchen die Industrienationen — ein Begriff, der schon zu meiner Schulzeit nicht mehr zutraf — die Produktion wieder in ihre eigenen Länder zurückzuholen. Ob dies überhaupt gelingen kann, steht dabei auf einem anderen Blatt. Wie ich es jüngst aber in einem Laden selber sehen konnte, haben wir Deutschen das mit der Hightech (Bild des Blog-Beitrags) noch nicht ganz verlernt.

Räume

Seit Jahren kursiert im Internet immer wieder das Zitat „If you’re the smartest person in the room, you’re in the wrong room.“ und ich wundere mich jedes Mal darüber, wem es dieses Mal zugeschrieben wird. Manche dieser vermeintlichen Autoren kennt man, wie z. B. Albert Einstein oder Michael Dell, andere sind für die meisten Menschen weniger bekannt. Alle haben aber eines gemeinsam, nämlich dass deren Autorschaft angezweifelt werden kann.

Unabhängig davon ist dies sicherlich ein bedenkenswerter Hinweis, wobei ich glaube, dass wenn man tatsächlich smart genug wäre, man erst gar nicht in solch eine Situation käme.

Seneca gab bereits vor gut 2 000 Jahren bekannt, dass die Klügsten Räume gerade dann fluchtartig verlassen, sobald sie sehen, dass kleine Geschenke hereingebracht werden (2023: 545). Heute sind (flying) Buffets oder gar das obligatorische Freibier aus unserem Gemeinschaftsleben nicht mehr wegzudenken.

Und so sollten wir uns über Räume tatsächlich einmal Gedanken machen, wobei Räume heute nicht mehr real sein müssen, sie können auch virtuell sein. Und so wäre es vielleicht gar nicht falsch, generell von Kommunikationsräumen zu sprechen.

Bereits 2015 gliederte Michael Wolffsohn die Welt in Kommunikationsräume, wobei die darin lebenden Menschen bestimmte gemeinsame Eigenschaften haben. Und diese gemeinsamen Eigenschaften sind es auch die diese Räume funktionieren lassen.

Erfolgreiche Kommunikationsräume zu schaffen, in denen Menschen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften produktiv „zusammenleben“, bedürfen ausreichend intelligente Menschen — nur entsprechende Gesetze und Regeln zu verabschieden helfen alleine nicht weiter.

Deshalb gab es an den Universitäten früher auch einmal Zugangsvoraussetzungen. Seit diese Zugangsvoraussetzungen entfallen sind und durch politisch opportune ersetzt wurden, werden selbst Universitäten zu regelrechten Schlachtfeldern. Andere weniger mit Intelligenz bestückte Kommunikationsräume sind deshalb zwingend darauf angewiesen, dass sich die dortigen Menschen möglichst gleichen.

Und so ist es naheliegend, dass gerade jene Kommunikationsräume, welche die unterschiedlichsten Menschen versammeln, auch die sind, wo man sich als denkender Mensch aufhalten sollte. Auf jeden Fall läuft man dabei nicht Gefahr, sich selbst als klügster im Raum identifizieren zu können.