Deutsche Bahn

4.10.02024 5 (6)

Beitragsfoto: Deutsche Bahn

Beetlejuice

Endlich ist es mir gelungen und ich konnte den zweiten Teil von Beetlejuice im Kino anschauen — ganz großes Kino. Meine Mitschauer und ich waren sich nur in einem uneinig, nämlich ob der zweite Teil besser als der erste oder ob es umgekehrt ist.

Ohne Frage, Filme von Tim Burton sind meist ganz großes Kino, so auch dieses Mal. Jenna Ortega spielte ihre Rolle als Tochter ganz gut und Danny DeVito passte auch in das Setting. Anstatt von Willem Dafoe hätte ich mir lieber die alte Besetzung gewünscht; hier hat Tim Burton etwas zu viel aufgetragen — kann passieren.

Catherine O’Hara, Winona Ryder und Michael Keaton enttäuschten nicht. Letzterer sorgte wohl dafür, dass der Bio-Exorzist Betelgeuse nunmehr ein ganz netter Kerl geworden zu sein scheint. Die Erklärung, dass an seinem ganzen Übel nur Monica Bellucci Schuld sei, kaufe ich; vor allem wenn man weiß, dass sie ihre Rolle einzig und alleine einem Verhältnis mit Tim Burton zu verdanken hat.

Mein Fazit: diesen Film gucke ich mir bald noch einmal an.

Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf „Les Contes d’Hoffmann“, denn die Met Live in HD Season beginnt morgen wieder.

Bahnfahrt

Wenn man eine Reise tut, so kann man was erzählen, besonders dann, wenn es sich dabei um die Deutsche Bahn handelt. Ok, eigentlich ist es ein politisches Problem, bei dem erst inkompetente Politiker Politik machen wollten und jetzt auch noch mit der Schnapsidee kamen, eine ungenügende Bahninfrastruktur durch Billigangebote noch mehr zu belasten. Kurz vor der Bundestagswahl werden sich unsere Parteien wohl darauf einigen, das Bahnfahren in Gänze kostenlos zu machen und dabei, weil kein Geld mehr vorhanden ist, sämtliche Züge einzustellen.

Auf alle Fälle war unser Zug ab Stuttgart bereits überfüllt, mindestens zwei Radfahrer schoben mir ihre Elektroboliden ins Kreuz, während andere mit ihren Mountainbikes dafür sorgten, dass meine Klamotten völlig versaut wurden — Rücksichtnahme völlig fehl am Platz, Hauptsache Selbstverwirklichung auf Kosten anderer! Ab Karlsruhe stapelten wir uns in der zweiten Etage, wobei sich die Radfahrer, die übrigens gemäß der Durchsagen des Bahnpersonals nicht hätten mitfahren dürfen, den Rest des Zuges für sich reklamierten.

Der geplante Umstieg in Appenweier offenbarte dann das gesamte Bahnchaos. Beim ersten Zug versuchten wir noch mitzufahren, da aber nicht mehr alle von uns in den Zug gelangten und sich Tragiken im Zug wie auch auf dem Bahnsteig abspielten, stiegen wir bei der erstbesten Gelegenheit wieder aus. Dafür strömten wieder andere in den Zug. Irgendwann setzte sich der Zug tatsächlich in Bewegung und auf dem Bahnsteig blieben Hunderte Fahrgäste zurück. Ich beruhigte meine Mitfahrer, denn der nächste Zug kündigte sich schon an und wir standen nun doch direkt am Gleis. Aber weit gefehlt, es drängten plötzlich weitere Menschenmassen auf den Bahnsteig und zu allem Übel kam auch dieser Zug bereits wieder völlig überfüllt an. Da wir zu den höflicheren Menschen gehören, gelang es und auch dieses Mal nicht in den Zug zu kommen — wir verbuchten es schon als Erfolg, nicht unter den Zug geschoben worden zu sein.

Das Gleiche geschah auch mit dem dritten Zug und so verließen wir den Bahnsteig und organisierten für uns Taxis.

Meinen Lesern empfehle ich möglichst einen großen Bogen um die Deutsche Bahn zu machen und zudem die Lektüre des Artikels „Ungebremst ins Desaster“ von Mark Schieritz in der Zeit (Die Zeit, Nr. 42, 2.10.2024: 19). Er beendet seinen Artikel mit dem Hinweis: „Das Leben ist eine Baustelle.“

Ich behaupte, dies gilt so lange, wie wir unsere Politiker nicht für ihre Untaten zur Verantwortung ziehen!

Auszeit

Eigentlich war mir am 3. Oktober noch nie zum Feiern und so nahm ich mir dieses Mal einfach einmal eine Auszeit. Ich konnte mich noch nie mit Menschen anfreunden, die Ihr Fähnchen beständig nach dem Wind drehen. Und wie wir es aktuell mit ansehen müssen, dreht sich der Wind wieder einmal in Richtung Diktatur und nicht nur Deutschlands Osten dreht sich mit.

Gerade an diesem Tag halten viele wieder und dies ganz offiziell an der Mähr einer friedlichen Revolution fest und lassen sich für Dinge feiern, für die sie nie und nimmer etwas selbst beigetragen haben. Leider war das schon immer so, wie z. B. 1945, wo fast sämtliche Franzosen über Nacht zu Widerstandskämpfern wurden. Wir Deutschen begnügten uns damals lieber damit, dass wir von alledem nichts gewusst haben. 1989 konnten wir uns damit aber nicht schon wieder rausreden und übernahmen ganz einfach das bessere französische Modell.

Und so feiern wir uns nun allesamt als Widerstandskämpfer, nehmen die Österreicher gleich mit und vertrauen weiterhin darauf, dass wir, wenn es später wieder einmal schiefgehen wird, wir von allem nichts gewusst haben können — manche Menschen wollen tatsächlich etwas aus ihrer Vergangenheit lernen, so vermutete es zumindest einmal Johann Wolfgang von Goethe.

„Was du geleistet hast, wird sich dann weisen, wenn du in den letzten Zügen liegst.“

Seneca, 3. Buch, 26. Brief (2018: 187)

Smart City

Smart City 5 (4)

Beitragsfoto: Smart City | © Tumisu auf Pixabay

Es gibt in Deutschland 81 Großstädte, davon vier mit mehr als einer Million Einwohner. Und es gibt den Smart City Index, den der Digitalverband Bitkom in diesem Jahr zum sechsten Mal erhoben hat. In diesem Jahr sind es sogar 82 Städte, eine mehr als noch im Vorjahr, da Hanau den Status einer Großstadt erreicht hat. Drollig dabei ist, dass, als ich noch beruflich im Norden unterwegs war, man mein Heilbronner Nummernschild stets mit dem von Hanau verwechselt hat.

Man kann von solchen Indizes und vor allem auch von solchen Verbänden halten was man will, wenn man selber darin mit aufgeführt wird, ist das Interesse dann doch vorhanden, zumindest etwas — ich führe solche Indezes deshalb gerne unter Eigenwerbung (für den Herausgeber).

2022 war der Smart City Index schon einmal Thema hier im Blog, nicht aber weil Heilbronn dort den 53. Platz von 81 Teilnehmern belegte, sondern weil unsere Verwaltung selbst auf den zweiten Platz im Ranking kam, was fast dazu führte, dass die Heilbronner Stimme eine Sonderausgabe herausgebracht hätte.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst wird im Index 2024 nun wie folgt zitiert: „Wir sehen teilweise große Sprünge nach vorn bei einzelnen Städten. Das zeigt: Jede Stadt kann eine echte Smart City werden. Ein gutes Zeichen ist auch, dass sich unter den Bestplatzierten nicht nur die ganz großen Metropolen finden.“

Interessant dabei ist, was Wintergerst dabei unter Metropole versteht, von denen Deutschland gleich mehrere haben soll — wahrscheinlich bezieht er sich dabei auf eine Einteilung aus dem 19. Jahrhundert.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Index ist, dass Städte aus Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen im Schnitt besonders gut sind, wobei es Freiburg (Platz 6), Stuttgart (7) und Ulm (10) gelang, um unter die ersten zehn zu kommen.

Städte in Baden-Württemberg erreichen im Mittel 74,1 Punkte. Zum Vergleich München (Platz 1) erzielte 88,3 Punkte. Auch lägen Landeshaupt- und Universitätsstädte über dem Durchschnitt.

Das richtig Spannende am Index ist aber, dass die Heilbronner Verwaltung ihren zweiten Platz an München verloren hat und damit Heilbronn insgesamt in keinem Themenbereich mehr unter den ersten zehn Städten zu finden ist.

Gut, dass wenigstens mit Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart und Ulm dennoch weitere baden-württembergische Städte unter den Top 10 zu finden sind, was übrigens ganz gut das „Smart“ (besonders bei Künstlicher Intelligenz) in Baden-Württemberg abdeckt und dem Index tatsächlich ein wenig Seriosität verleiht.

Was meine Heimatstadt anbetrifft, habe ich gemischte Gefühle, denn wir haben uns im Vergleich zu 2022 vom 53. Platz nun mit 71,9 Punkten auf den Platz 38. Platz hochgearbeitet und liegen nun zwischen Bielefeld und Wuppertal. Sind aber, was zumindest Baden-Württemberg anbelangt, weiterhin eine bildungsmäßig unterdurchschnittliche Stadt.

Übrigens Hanau belegt Platz 81 noch vor Salzgitter (Platz 82), dem diesjährigen Schlusslicht deutscher Großstädte.

Immerhin ist aber Heilbronn, was das Themengebiet „Verwaltung“ angeht, weiterhin mit dem dortigen Platz 14 die Spitze der unterländischen Hightech. Beim Themengebiet „IT und Kommunikation“ belegen wir den 70. Platz, was ich im Gegensatz zum Themengebiet „Verwaltung“ selbst auch nachvollziehen kann.

Was mich erneut davon überzeugt, dass man eine Stadt alleine mit blankem Trumpismus, Festen und Feiern nicht zukunftsfähig machen kann!


Blitz

Erkenntnis 5 (7)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Bei den Heilbronner Verantwortlichen im Rathaus und Gemeinderat dringt so langsam aber sicher durch, dass Saufen alleine einfach nicht glücklich macht.

Obwohl sie keine Kosten und Mühen scheuen, um möglichst große Feste und Gelage in der Stadt zu veranstalten, kommt es nun immer öfters vor, dass die erwarteten Mengen an Partygästen hinter den eigenen Erwartungen zurückbleiben.

Auch Heilbronn verändert sich, immer mehr Bürger würden sich eher über eine saubere Stadt mit gut funktionierender Infrastruktur freuen.