JEF Treffen 2007

Junge Hüpfer 4.2 (44)

Beitragsfoto: JEF Treffen 2007 | © Bettina Kümmerle

Meine Leser dürften es bereits wissen, ich bin allergisch gegen alles und jeden, der meint und dies auch sehr höflich ausgedrückt, mir den Mund verbieten lassen zu müssen. Für die freie Meinungsäußerung und ich behaupte dabei nicht, selbst die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben (!), habe ich schon des öfteren sehr große eigene Nachteile in Kauf genommen.

Selbst wenn ich inzwischen ein alter weißer Mann bin, war ich auch einmal ein junger Hüpfer und ein sehr dummer noch dazu. Noch bevor ich mein Abitur in der Tasche hatte, war ich Mitbegründer und lokaler Vorsitzender einer politischen Jugendorganisation und zudem bereits bei den Erwachsenen etabliert.

Meine ersten politischen Niederlagen musste ich erleiden als ich die Altersgrenze bei Jugendorganisationen auf 21 Jahre festzurren wollte und dies beginnend in der eigenen Partei. Sehr schnell hatten auch dort die Grenzalter (30 – 35 Jahre) das Sagen und richteten in Folge davon zumindest „meine“ damalige Parteijugend zugrunde. In diesen Jahren gab es auch bei uns bereits eine JEF, welche damals nur noch aus sehr alten Männern und Frauen bestand, die gerne reisten.

Erst meine heutige bessere Hälfte konnte als junge Dame die JEF vor Ort wieder zu einem schlagkräftigen Jugendverband machen, der es auch verdiente, eine politische Jugendorganisation zu sein. Und zu meinem völligen Erstaunen zeigte sie mir, dass man auch in seinen Zwanzigern noch politische Jugendarbeit machen kann. In dieser Zeit rückte ich tatsächlich von meiner selbstgesetzten Obergrenze ab, was ich heute bedauere.

Meine jahrzehntelange Erfahrung zeigt mir, dass es auch in Jugendorganisationen Ausnahmen geben muss und kann, diese aber nur dann gezogen werden dürfen, wenn die Alternative die Auflösung des betroffenen Verbandes wäre. Zwei Beispiele hierfür: meine bessere Hälfte verblieb bei der JEF bis zum Endalter in der Funktion als Landesschatzmeisterin, nur um den Untergang des Landesverbandes zu vermeiden. Sie war in dieser Zeit schon sehr lange fester Bestandteil des Kreisvorstandes der EUROPA-UNION. Der aktuelle JEF-Kreisvorsitzende, ebenfalls fest im Kreisvorstand der EUROPA-UNION verankert, hält die Stellung, nur um die JEF vor Ort zumindest papiermäßig am Leben zu erhalten.

In all den Jahrzehnten lernte ich in der JEF und ich kenne diese von der Orts- bis auf die Europaebene, ab der Landesebene aufwärts nur drei weitere JEF kennen und schätzen, denen ich eine ehrliche und auch erfolgreiche Jugendarbeit attestieren kann. Ansonsten meist nur selbstverliebte Ausbläser mit Hoffnung auf vermeintliche Bürgermeister- oder Abgeordnetenkarrieren.

Inzwischen staune ich nur noch Bauklötze darüber, wie sich ewig pubertierende Grenzalter und dies ganz besonders in den politischen Jugendorganisationen und -parteien aufplustern und den echten Erwachsenen die Welt erklären möchten!

Worüber ich mich zugegeben bei einem 17-Jährigen noch so richtig freuen würde, mich spätestens aber bei einem Endzwanziger fragen muss, was dieser überhaupt die ganze Zeit selbst gemacht hat? Und ganz besonders darüber, was ein Grenzalter überhaupt mit Minderjährigen zu tun haben möchte? Als 17-Jähriger fand ich es einfach nur widerlich, wie sich ein 34-Jähriger an uns Jungs heran wanzte — für eine eigene Karriere, nicht einmal in einem ehrenamtlichen Verband, reichte es ihm auch später nicht.

Dass meine Einschätzung nicht nur eine Einzelmeinung ist zeigt der Zustand unserer JEF ganz deutlich auf, wo sie vor Ort kaum noch junge Menschen mit beiden Füßen auf dem Boden gewinnen kann.

Meine beiden Söhne, seit ihrem 14. Lebensjahr selbst JEF, haben sich entgegen dem Engagement der eigenen Eltern immer der JEF gegenüber höflich distanziert verhalten — beide stehen aber auch mit beiden Beinen auf dem Boden und hatten mit spätestens 20 ihre Pubertät bereits hinter sich, auch politisch.

Die wenigen jungen Erwachsenen, die sich in unserem EUROPA-UNION Kreisverband aktiv einbringen, sind eigentlich nur JEF, weil es ein Doppelmitgliedschaftsabkommen gibt. Und sie sind im Kreisvorstand verankert, weil sie sich engagieren, nicht weil sie JEF sind. Bei uns im Verein spielt das Alter aber auch nur eine einzige Rolle: ab 14 Jahren darf man bei uns als vollwertiges Mitglied mitmachen und mit spätestens 80 Jahren muss man alle eigenen Vereinsfunktionen abgegeben haben.

Und wenn ich schon einmal beim Lästern bin, dann gleich noch ein paar Erlebnisse mit der JEF aus meiner Zeit als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION.

Mit der Übernahme meines Amtes musste ich feststellen, dass die JEF inzwischen eine Zeitung „Treffpunkt Europa“ vermarktet, dessen Namen unser Verein seit Jahren offiziell nutzte und nun auch — neue Besen kehren bekanntlich gut — für ein eigenes Mitgliedermagazin nutzen wollte. Und so wandte ich mich 2005 ganz offiziell an die Herausgeber, um eine für beide Seiten gangbare Lösung zu finden. Auf die Antwort warte ich noch heute!

Als gewählter UEF-Delegierter musste ich feststellen, dass eine junge Dame aus „meinem“ Kreisverband, die ich nur vom Papier her kannte, an allen Ebenen und Beschlüssen vorbei plötzlich dort in Brüssel tätig wurde. Sie verschwand dann auch wieder so wie sie gekommen war.

Als Kreisvorsitzender wurde ich auf einer eigenen Veranstaltung von einer stolzen Mutter (kein Mitglied) darauf angesprochen, dass ihre Tochter eine wichtige Rolle im JEF-Bundesvorstand spielen würde. Noch heute weiß ich nicht, wie diese junge Dame dorthin kam. Auf alle Fälle aber war sie nicht auf lokaler Ebene präsent oder gar engagiert. Schräg wurde es aber dann, dass mir nun diese Mutter nicht nur die Welt erklären wollte, sondern auch wie ich einen EUROPA-UNION Kreisverband zu führen hätte.

Als ich sowohl für den Kreisverband als auch für den Landesverband eine Lösung für unsere Websites gefunden hatte, lag mir die JEF in den Ohren, dass man dies viel moderner und besser machen könne. Ich lies mich überzeugen und wechselte alles auf WordPress, weil dann die JEF nach deren eigenen Worten diese Arbeit mit übernehmen könnte. Auch darauf warte ich noch heute!

Als ich für mein Buch „Europa ist für alle da!“ recherchierte, durfte ich sehr deutlich zur Kenntnis nehmen, dass JEF-Bundesvorstandsmitglieder mit einfachen Kreisvorsitzenden der Mutterorganisation nicht verkehren — nur mit Bundesvorstandsmitglieder, am besten mit Mandat im Europäischen Parlament.

Schlimm dabei aber nur, dass die JEF-Bundesebene seit spätestens 2018 völlig von der Kreisebene abgehoben agiert und nur dann von sich Reden macht, wenn die JEF auf EUD-Bundesebene halbgare Ideen durchgesetzt bekommen möchte und diese dann am liebsten von oben herab auf die Kreisebene zur Umsetzung befohlen werden sollen.

Seit dieser Zeit brilliert die JEF auch nur noch dann, wenn das „Gendern“ für alle zur Pflicht werden soll oder sie selbst jemanden kennen, der gerne ein neues Verbandslogo gestalten und verkaufen möchte.

Als wir echten Erwachsenen endlich mit Florenz eine gute und europäische Lösung für unsere Vereinsarchive gefunden hatten, schoss die JEF in Baden-Württemberg dazwischen und beschloss für sich eine nationale Lösung — nun muss man zumindest das JEF Archiv unseres eigenen Kreisverbandes als verschollen abschreiben.

Inzwischen gehe ich als Kreisvorsitzender davon aus, dass es nur noch eine Zusammenarbeit mit der JEF gibt, wenn sich einzelne JEF-Vorstandsmitglieder davon einen persönlichen Vorteil versprechen — z. B. Redezeiten oder andere Gelegenheiten zur Selbstvermarktung.

Der JEF geht es schon länger nicht mehr um die Sache oder gar die Europäische Idee. Deshalb findet man die JEF immer weniger auf der Kreisebene, wo tatsächlich weiterhin die Basisarbeit und auch der Austausch mit der Mutterorganisation wie auch mit der Bevölkerung stattfindet.

Wenn sich die JEF noch in die Niederungen verirrt, dann ganz offensichtlich nur, wenn es große bis großartige Kampagnen gibt, wo die Hoffnung besteht, dass man als „Germany’s Next Top Modell“ entdeckt werden kann, zumindest aber eine möglichst große Partei auf einen aufmerksam wird.

Und so freue ich mich schon aufs kommende Wochenende, wo mir bestimmt wieder ein paar pubertierende Drückeberger erklären möchten, dass unsere richtige Jugend Wehrdienst leisten muss!

Als Jugendlicher forderte ich selbst noch die Erhöhung der Wehrpflichtzeiten und leistete danach auch ganz folgerichtig meinen Wehrdienst ab! Viele von der damaligen politischen Konkurrenz forderten dies auch, drückten sich mit allen Mitteln vor dem Wehrdienst und profilieren sich noch heute als Polit-Promis, die sehr gerne andere in den Tod schicken.

Wer nun am Wochenende und dies ganz besonders im JEF-Grenzalter wieder einmal große Töne spuckt, der sollte sich doch erst einmal überlegen, was er im echten Leben so machen möchte, anstatt anderen Erwachsenen und mir wieder einmal die Zeit zu stehlen.

Es gibt keinen einzigen für unseren Verband sinnvollen Grund, warum JEF-Vertreter beim EUD-Bundeskongress sein müssen. Wer ein echter Bundesdelegierter sein möchte, der kann sich gerne in den jeweiligen Landesverbänden zur Wahl stellen. Nur zum Schaulaufen und um künftig sehr einfach in den Bundesvorstand (Präsidium) aufzurücken, nur weil man bereits einmal im JEF-Bundesvorstand war, ist erbärmlich und schreckt Jugendliche mit echtem Potenzial nur ab!

Wer ganz oben mitspielen möchte, der sollte zuerst einmal auf Kreisebene nachgewiesen haben, dass er willens und auch fähig ist, sich mit den Mitgliedern vor Ort, unserer Basis, auseinanderzusetzen und Erfolge für unseren Verband einfahren zu können. Unsere Teenager dürfen sich dabei gerne bei der JEF üben, die dann Erwachsen gewordenen sollten aber besser bei der EU einsteigen.

Die ewig Pubertierenden haben schon zu meiner Zeit nur Schäden angerichtet!

Übrigens, ich warte noch heute auf die gleich mehrmals so großspurig versprochene Realisierung der Europawahlkampagne 2024! — die kommenden Wahlen zum Europäischen Parlament finden erneut 2029 statt, nicht das es noch heißt, ich gäbe keinem eine zweite Chance.

Nachtrag 12.10.2025

Wer meint, mit Anfang 30 noch jung zu sein, der möchte bestimmt auch mit Mitte 30 in den Vorruhestand. Als ich mit einem Kameraden, beide damals so um die 30, während eines Lehrgangs für ein Bier in eine Dorf-Disco wollte, meinten die jungen Damen vor Ort lapidar: „Jetzt kommen die schon zum Sterben hierher.“

„Aus diesem Morast deutschbeseelter Bräsigkeit heraus steigt gerade eine hirntotgeborene Generation von nazisstischen TikTok-Arschgesichtern mit Ansprüchen bis zum Mond bei gleichzeitiger plakativer Ungebildetheit, die in verkrustete Unternehmen einsteigt, deren Charaktermasken im Management sich gegenseitig immer noch die gewohnten Regenwaldduschen aus Boni, Tantiemen und Optionen zuschanzen und die in ihrer abgehobenen Selbstzufriedenheit eher an volkseigene DDR-Betriebe erinnern als an globale Wettbewerber.“

Betonflüsterer (26.10.2025)

Mädchen mit Europaflagge

Vorgeflüster 3.4 (48)

Beitragsfoto: Mädchen mit Europaflagge | © Shutterstock

In unserem Verband läuft es schon etwas länger unrund. Die Jugendorganisation ist nun völlig abgedriftet und wurde inzwischen von so ahnungs- wie auch hoffnungslosen Menschen übernommen, die damit nur versuchen, sich in ihren jeweiligen Parteien einen Namen zu machen. Das einzige, was die JEF inzwischen nur noch kann, ist, eine inhaltslose Genderdiskussion zu führen, Layout- und Logo-Diskussionen vom Zaun zu brechen und halb gare Initiativen in den Sand zu setzen.

Die Ursache für dieses jugendliche Fehlverhalten liegt nicht nur an COVID-19, das sicherlich ziemlich gestörte Gestalten hervorgebracht hat, sondern schwerpunktmäßig in der Unart drittklassiger Parteibonzen, sich einen überparteilichen Verband als Werbeplattform für ihr inhaltsloses Geblubber zunutze zu machen. Und da diese Berufspolitiker selten mit Inhalten überzeugen können, drohen sie jedes Mal mit dem Wegfall staatlicher Förderung, über die sie inzwischen voll und ganz entscheiden können.

Die JEF hingegen droht jüngst vehement mit einer Loslösung vom Mutterverband — seit ein paar Jahren kennen deren Vertreter nicht einmal mehr ihre eigene Vereinsgeschichte. Als ehemaliger JEF begrüße ich inzwischen die Trennung beider Verbände, deren Doppelmitgliedschaftabkommen auch nur ein weiteres Hirngespinst von Parteipolitikern war. Zuvor konnte man über Jahre hinweg auch so getrennt marschieren und dann gemeinsam das eine oder andere Vorhaben umsetzen. Bei halbwegs ansprechenden Veranstaltungen bekam die JEF zusätzlich eine finanzielle Unterstützung seitens des eigenen EU-Kreisverbandes. Wobei die übergeordneten Ebenen der JEF schon immer nur weitere Positionen für Parteipolitiker bieten sollten, übrigens wohl der eigentliche Grund, warum Parteien Jugendverbände bis zum Alter von 35 Jahren (!) haben.

Da ich schon immer davon überzeugt bin, dass man Reisende ziehen lassen soll und ebenfalls schon immer eine Trennung alleine anhand von Altersgrenzen für Blödsinn fand, wäre es vielleicht gar nicht schlecht, wenn diese COVID-19 und Partei-Geschädigten von dannen ziehen. Ich behaupte sogar, dass unsere Kreisverbände selber mehr und vielversprechendere Jugendliche gewinnen werden, die bisher von diesen „Alphatierchen“ nur abgeschreckt wurden.

Allerdings befürchte ich dabei, dass dies das Ende der JEF bedeutet — was aber kaum einer der Ehemaligen noch wirklich bedauern wird. Alternativ können die Kreisverbände bei Bedarf Jugendgruppen aufstellen, in denen die Mitglieder zwischen 14 bis 21 Jahren ganz frei experimentieren können; wer von diesen Spaß daran findet und auch etwas kann, der rückt sicherlich noch vor dem 21. Lebensjahr in den jeweiligen Kreisvorstand auf.

Schon etwas länger haben unsere Berufspolitiker den Europaverband zerstört, einzig und alleine, weil dieser für sie selber keinen Mehrwert mehr hatte! Politik war wohl schon immer ein dreckiges Geschäft.

Nichtsdestotrotz müssen wir Bürger uns darauf einlassen, wenn wir unsere Demokratie erhalten wollen und dürfen dabei die Hoffnung nicht aufgeben, dass es in der Politik auch anders geht.

Demokratien leben und müssen sich deshalb auch beständig ändern. In einer Demokratie kann es weder einen Status quo noch Rückschritte geben! Und so müssen wir Bürger alles daran setzen, dass wir die bestmöglichen Volksvertreter bekommen. Die besten, nicht die bequemsten oder willfährigsten, denn diese machen letztendlich nur alles kaputt.

Und so gilt es auch dieses Mal beim Bundeskongress in diesem Jahr Entscheidungen zu treffen! Für viele von uns Kreisvorsitzenden, die eigentliche Basis unseres Verbandes, kommt es sicherlich überraschend, dass der Präsident nicht mehr antritt.

Noch überraschender, dass nicht einmal das gesamte Präsidium in der Lage ist, den Delegierten des Bundeskongresses eine gangbare Lösung anzubieten, was bei dessen Dichte an Berufspolitikern aber auch zu erwarten war.

Vonseiten der Basis einen Verband ganz neu aufzustellen, ist dabei weder wünschenswert noch machbar — wir müssen die notwendigen Änderungen in Kompromissen langsam aber sicher durchsetzen, was hoffentlich schneller gehen wird als unsere Bemühungen um einen europäischen Bundesstaat. Wobei ich schon immer behaupte, dass wir längst die Vereinigten Staaten von Europa hätten, wenn wir in der Lage gewesen wären, kompetente Politiker zu wählen — wir alle aber haben uns viel zu oft für die Bequemlichkeit und das „Wasch mir das Fell aber mach mich nicht naß“ entschieden! Viel zu viele von uns auch für die Show und das Klimbim darum herum!

Beim Bundeskongress gibt es nun aktuell zwei Kandidaten, welche aber nicht nur einzeln betrachtet werden können, da sich die gesamte Konstellation im Präsidium und in der Bundesgeschäftsstelle ändern wird. Und da ich genügend Irrlichter im Verband kennengelernt habe, könnte es durchaus noch geschehen, dass weitere und dann völlig Verwirrte meinen, aus der Lamäng heraus einen bereits angeschlagenen Verband retten zu können.

Der erste Kandidat ist Anton Hofreiter, der bei mir die vergebliche Kandidatur von Franz-Josef Strauß als Präsident der EUROPA-UNION in Erinnerung ruft, welcher allerdings im Gegensatz zu Anton Hofreiter ein ausgewiesener Europäischer Föderalist war.

Auch wenn ich Anton Hofreiter im Bundestag im Gegensatz zu seiner eigenen Partei als gut und authentisch empfunden habe, lernte ich ihn bei der EUROPA-UNION als Menschen mit Starallüren kennen, der weder den Verband noch dessen Mitglieder wirklich schätzt. Als abgehalfterter Berufspolitiker sucht er nun eine neue Beschäftigung.

Als Kreisvorsitzender habe ich Herrn Anton Hofreiter mehrfach zu den Hertensteiner Gesprächen eingeladen und erhielt nicht einmal eine Antwort. Dieses Mal, als ich bei ihm gleich über mehrere grüne Kanäle nachhakte, bloß um sicherzustellen, dass sich Bündnis 90/Die Grünen nicht gänzlich aus der Europapolitik verabschieden, viel zu spät eine lapidare Absage über einen Mitarbeiter.

Inzwischen heuchelt Anton Hofreiter in seinem Bewerbungsschreiben: „Zusammenhalt und ein gutes Miteinander sind mir dabei sehr wichtig. Ich bin bereit, mir Zeit zu nehmen für eine respektvolle Zusammenarbeit des Bundesverbands mit den Landes- und Kreisverbänden und setze mich ein für eine gute Kommunikation mit den Mitgliedern.“

Aber nicht nur, dass Anton Hofreiter die völlig falsche Entscheidung wäre, auch fehlt ihm ein erfahrener Generalsekretär, was dazu führen würde, dass der gesamte Bundesverband noch weiter an den Abgrund heranrückt.

Und zum Schluss noch ein weiterer Ausschlussgrund, für den Anton Hofreiter allerdings nichts kann. Er kommt aus Bayern. Vor Jahren habe ich mich als Kreisvorsitzender gegen den damaligen Präsidenten für die Rückkehr des bayerischen Landesverbandes in die EUROPA-UNION starkgemacht, die Rückkehr später begrüßt und die Zusammenarbeit mit den Bayern immer gesucht und dabei auch Allianzen geschmiedet.

Und dies, bis ich erfahren musste, dass der bayerische Landesverband entgegen den Absprachen und Beschlüssen falsch spielt! Bis heute führen sie u. a. ihre eigenen Mitgliederzahlen nicht transparent und schon gar nicht nachprüfbar auf. Bis heute zahlen sie weniger als der Rest der Republik. Und bis heute verstoßen sie gegen Verbandsbeschlüsse, wie, dass sie die Zusammenarbeit mit der Paneuropa-Union forcieren und für diese werben — was schon für sich alleine verbandsschädigend ist.

Die zweite Kandidatin ist Andrea Wechsler, welche viele von uns baden-württembergischen Kreisvorsitzenden eigentlich als künftige Landesvorsitzende haben wollten, jüngst erst zu einer der stellvertretenden Landesvorsitzenden wählten und nur schweren Herzens nach Berlin weiterziehen lassen. Dies, weil wir um die Bedeutung eines funktionierenden Präsidiums wissen und uns Baden-Württembergern der Gesamtverband tatsächlich am Herzen liegt — wir haben schon mit dem Verlust der Europaebene zu kämpfen!

Andrea Wechsler ist zudem eine Politikerin mit Zukunft und was mir als Mitglied wie auch als Kreisvorsitzender wichtig ist, sie hört tatsächlich zu, beantwortet nicht nur die E-Mail von Kreisvorsitzenden, sondern unterstützt diese auch, wo und wann immer sie dies kann. Und selbstverständlich war sie wieder bei den Hertensteiner Gesprächen — ganz offiziell einem der diesjährigen beiden Schwerpunkte unseres Bundesverbandes — mit dabei!

Zudem kann Andrea Wechsler auf die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Generalsekretär Christian Moos bauen, in diesen für den Verband schwierigen Zeiten ein nicht zu vernachlässigendes Pfund, mit dem man durchaus wuchern kann. Nicht nur wir Baden-Württemberger arbeiten bereits seit Jahren ganz gut mit Christian Moos zusammen, sondern auch die allermeisten weiteren Landesverbände.

Die Wahl des künftigen Präsidenten, wobei ich sehr hoffe, dass es erstmals eine Präsidentin werden wird, sicherlich aber nicht, weil sie eine Frau ist (!), ist eine Richtungswahl in sehr schwierigen Zeiten.

Andrea Wechsler wird als Präsidentin vor sehr vielen und schwierigen Herausforderungen stehen, hoffentlich dann in den kommenden Jahren ein dazu passendes Präsidium finden und die EUROPA-UNION insgesamt wieder in bessere Fahrwasser manövrieren.

Ich glaube, sie hat das notwendige Zeug dazu und vor allem auch die ehrliche Absicht für unseren Verband und die Europäische Idee zu arbeiten.

Wenn es ihr dazu noch gelingt, unseren Verband wieder etwas unabhängiger von der Berufspolitik zu machen, dann stehen uns allen — vielleicht auch der JEF — wunderbare Zeiten bevor.

„You almost have to feel sorry for him [Donald Trump]. He tried, did his best to cancel me. Instead, he forced millions of people to watch the show. That backfired bigly. He might have to release the Epstein files to distract us from this now.“ 

Jimmy Kimmel, 23.9.2025

Münzen und Euro

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Beitragsfoto: Münzen und Euro | © Pixabay

Vermischtes

Aktuell lese ich „American Kleptocracy“ von Casey Michel, was schon alleine dadurch beeindruckt, dass er erst vor der eigenen Haustüre zu kehren beginnt. Unglaublich, was bei uns so alles möglich ist.

Die Pride-Parade in Budapest war anscheinend so erfolgreich wie noch nie, was eher aber deshalb so war, weil man wirklich jede Gelegenheit nutzen muss, um gegen Diktatoren und andere Kriminelle in öffentlichen Ämtern zu protestieren. Wer jetzt aber glaubt, man verscheucht Diktatoren durch ein oder zwei Paraden, der versteht die Welt überhaupt nicht.

Diktatoren kommen meist zwar ganz friedlich an die Macht, um sie aber wieder los zu werden, hilft nur blanke Gewalt. Wenn sie tatsächlich halbwegs freiwillig gehen, dann nur wie in der DDR, weil sie vollkommen pleite sind, es überhaupt nichts mehr zu holen gibt und sie sich und ihr Geld ungestraft in Sicherheit bringen oder gar in der folgenden Demokratie weiterhin ungestraft bereichern dürfen.

Anscheinend ist es nicht nur in den USA ein ganz gutes Geschäftsmodell solchen kriminellen Clans Unterschlupf zu gewähren. Und so wäre es vielleicht keine schlechte Idee, die noch fehlenden SED-Milliarden dort zu suchen.

Gem. Casey Michel (2021: 11) wurden so fast 10 % des Weltvermögens klammheimlich verschoben. Ich befürchte hingegen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Wir könnten unsere eigenen neuen Schuldengebirge betrachtend, einmal damit anfangen und wenigstens unsere CumEx-Milliarden zurückholen. Wir sind aber politisch völlig korrekt und so dürfen wieder andere ganz ungestraft ihre Masken-Milliarden behalten.

Erstaunlich, dass man bei uns erst dann ein Krimineller ist, wenn man überhaupt kein Geld mehr hat. Bis dahin gilt man als Ehrenmann, egal was man auch getan hat. Geld, nicht das Gesetz regiert die Welt — was aber jeder bereits wissen dürfte.

Rauchverbote

Was unseren französischen Nachbarn nun gelingt, sollte doch auch bei uns möglich sein. Es geht dabei nicht nur um die Gesundheit Einzelner, sondern um die der Mehrheit, welche nicht nur durch die Rauchschwaden als erzwungene Passivraucher zu leiden haben, sondern noch mehr durch die unzähligen Zigarettenkippen. Ob nun am Strand, auf dem Spielplatz oder sonst wo im öffentlichen Raum.

Was ich dabei einfach nicht verstehen kann, dass viel zu viele Raucher auch noch Dreckschweine sind. Erst gestern blieb mir nichts anderes übrig als zwei Schächte in der Innenstadt von Zigarettenkippen und anderem Müll zu befreien. Auch viele Mieter, angeblich alles Nichtraucher, scheuen sich nicht, ihren Müll einfach in den Treppenhäusern oder auf der Straße zu entsorgen. Bei uns auch ganz normal, dass man seine Kippe aus dem fahrenden Auto wirft, egal wen es treffen mag.

Wann sind wir nur in Richtung Dreckschweingesellschaft abgebogen? Was hülfe: 100 Euro je Kippe und bei jeder Wiederholung eine Verdopplung der Strafe. Dazu noch die Bearbeitungs- und Entsorgungsgebühren. Und als kleiner Anreiz jeweils 10 Prozent für den meldenden Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Zu bürokratisch? Ganz einfach: 100 Euro, wenn man vor Ort gleich zahlt, aber 1 000 Euro sobald man sich streitig stellt.

Zu viel Geld für Raucher? Weit gefehlt, die haben so viel Geld, die schmeißen es täglich auf die Straße oder in Häuserschächte sowie Blumenkübel.

Rundschreiben

Die gestrige Musik nutzte und ich konnte nicht nur das anstehende Rundschreiben verfassen, sondern es wurde auch etwas deutlicher als sonst. Bei den Rundschreiben muss ich stets auf eine Art von Ausgeglichenheit achten, manche möchten gerne eindeutige Stellungnahmen von mir als Kreisvorsitzender und begrüßen es dabei sogar, wenn ich ein wenig zu deutlich werde, andere sehen das Rundschreiben lieber als eine Zusammenfassung der anstehenden Termine. Wiederum andere werden gerne über vergangene Veranstaltungen auf dem Laufenden gehalten.

Alle Wünsche in einem Rundschreiben zu erfüllen, läuft immer Gefahr, dass das Rundschrieben viel zu umfangreich wird und damit von keinem mehr gelesen wird. Und so habe ich es mir angewöhnt, jedes Mal aufs Neue zu schauen, was ich den Lesern dieses Mal zumuten kann.

Unsere Jugendorganisation war dieses Mal ein Thema des Rundschreibens, gerne gebe ich hier einen Auszug davon wieder.

„Unsere Vereinsjugend erlebt dabei von Anbeginn an Höhen und Tiefen jugendlichen Engagements — zumindest ich kenne es nicht anders. 

Aktuell kann man den Trend zu einem entsprechenden Schwächeln beobachten, dies zumindest bundesweit. Vermeintliche Höhepunkte der JEF Aktivitäten, als wir es landesweit sogar schafften wieder die 1 000 Mitgliedermarke zu übertreffen, was bei uns Altgedienten schon die Hoffnung an eine Renaissance der 1950er- und 1960er-Jahre aufkommen ließ, lassen uns immer wieder in tiefe Täler stürzen. Und so ist eine gewisse Kontinuität wichtig, damit zumindest bei uns auf lokaler Ebene die Jugend als Verband weiter erhalten werden kann. 

Alternativ wäre aber dennoch einmal zu überlegen, ob man nicht doch meine Gedanken aus „Europa ist für alle da!“ diskutieren könnte und davon absieht, einen eigenen Jugendverband zu unterhalten. Ich hatte dies selbst als Jugendlicher nie für zeitgemäß erachtet und meine Erfahrungen zeigen mir heute, dass die alleine nur noch organisatorischen Reibereien zweier Verbände selten noch zielführend sind, denn dazu findet inzwischen in beiden Verbänden zu wenig inhaltliche Arbeit statt. 

Sämtliche Reibereien sind damit nur noch Hahnen- oder gar Hühnerkämpfe, die der Profilsucht einzelner Möchtegernpolitiker dienen. Und so bin ich froh darüber, dass uns dies im Kreisverband erspart bleibt, hier arbeiten beide Verbände seit 1990 harmonisch zusammen und die aktiven Jüngeren sind voll und ganz in der EUROPA-UNION integriert. 

Und so sehen wir Heilbronner den zunehmenden Reibereien auf Landes- und Bundesebene gelassen entgegen. Egal wie es auch ausgehen mag, unsere Mitglieder sind in erster Linie Europäische Föderalisten und dies völlig unabhängig von Religion, Partei, Landsmannschaft, Geschlecht oder Alter! 

Bei uns in Heilbronn versuchen wir weiterhin das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen, was aber nicht bedeutet, dass wir uns inhaltlich und in der jeweiligen Sache nicht so richtig und heftig streiten können — das nennt man landläufig gelebte Demokratie! 

Und so freuen wir älteren Mitglieder uns darüber, wenn „unsere Jugend“ weiterhin eigene Veranstaltungen bestreitet und diese ganz offensichtlich auch genießt, aber selbstverständlich auch, wenn die etwas jüngeren Mitglieder zu den Veranstaltungen der etwas älteren mit hinzustoßen.“

Wer nun etwas mehr über die Jungen Europäischen Föderalisten erfahren möchte, der kann gleich hier einen entsprechenden Blog-Beitrag lesen.