Bücherregal

How to Fight a War 4.4 (7)

Beitragsfoto: Lesendes Mädchen | Bücherregal | S. Hermann & F. Richter | © Pixabay 

Ganz aktuell beschäftigen sich sehr viele mit dem Krieg in der Ukraine und dem Angriff auf Israel. Wir können in den Medien viel dazu lesen und noch mehr illustre Fachleute wie auch Politiker geben gerne ihren eigenen Senf dazu.

Wenn man beruflich nichts mit dem Thema Krieg zu tun hat, ist es sehr schwierig, um das Ganze von einem militär-politischen Gesichtspunkt her richtig einordnen zu können. Noch schwieriger wird es, wenn man dann auch noch selbst versucht, die Klassiker der Kriegsgeschichte zu lesen: Sunzi, Thukydides, Musashi, Clausewitz oder Moltke (dies ist meine ganz persönliche Auswahl!).

Mike Martin hat diese Problematik ebenfalls erkannt und wohl deshalb sein Buch „How to Fight a War“ geschrieben, welches dieses Jahr erst erschienen ist. Auf 232 Seiten gibt er einen guten und sehr verständlichen Überblick darüber, was man als Politiker, Militär oder Bürger grundsätzlich wenn nicht gar ausdrücklich beachten muss, wenn man sich näher mit dem Thema befassen möchte.

Das Buch ist sehr schnell gelesen und sicherlich werden alle Fachleute den meisten Aussagen von Mike Martin beipflichten. Wenn man sich allerdings näher mit dem Thema befassen möchte, dann sollte man sich damit auch ein paar Jahrzehnte intensiv beschäftigen. Dann erreicht man vielleicht sogar eine Stufe, sodass man obige von mir aufgeführten Klassiker nicht mehr falsch zitieren muss.

„As a leader, your job is not always to avoid war at all costs: sometimes it will be the only way to settle a strategic question.“

Mike MArtin, How to fight a War (2023: 33)

Auf jeden Fall empfehle ich Mike Martins Buch jedem interessierten Leser und rege an, dass sein Buch zur Pflichtlektüre für alle Politiker wird, die sich mit Außen- und Sicherheitspolitik beschäftigen.

„Suffice it to say, if you get involved in a long-lasting war the degree to which you are able to harness your entire nation behind the project will be a significant factor in your victory or defeat.“

Mike MArtin, How to fight a War (2023: 41)

Akten

18.10.02023 4.3 (6)

Beitragsfoto: Akten | © Mariann Szőke from Pixabay

Forum

Heute habe ich erneut einen Versuch gestartet, um das Forum hier im Weblog zumindest ein wenig zu reaktivieren. Hintergrund dafür sind ein paar E-Mail-Diskussionen, die im Zuge des letzten Bundeskongresses aber auf UEF-Ebene geführt wurden. So konnte ich den wenigsten E-Mail folgen und da mein E-Mail-Programm keine E-Mail-Ablage und schon gar kein Archiv ist, wird es sehr schwierig werden, diese nun nachzulesen — so schwierig, dass ich schon gar nicht damit beginnen werde.

Anders wäre dies, wenn die Diskussion in einem Forum stattgefunden hätte, denn dann wäre es mir sogar möglich das eine oder andere zu kommentieren ohne dabei einen Euro-Verteiler bedienen zu müssen, was, da ziemlich verspätet, wohl doch für so einige Verwirrungen bei den entsprechenden Adressaten führen könnte. Deswegen hatte ich auch sehr schnell wieder eigene Rund-Mail-Angebote stillgelegt.

Ich halte weiterhin Foren für die geeignetere Möglichkeit, um Diskussionen zu führen und zudem auch nachlesbar zu machen. Die Idee von Wolfram Herzog dazu eine verbesserte Kommentarfunktion zu nutzen, klappt leider nur dann ganz gut, wenn man auf Blog-Beiträge antwortet. Und so sind die alten Foren wohl weiterhin State of the Art. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob ich dieses Mal den einen oder anderen Leser überzeugen konnte.

Verwaltungsqualität

So schön es auch ist, dass Dieter Schwarz Millionen Euro nach Heilbronn hineinpumpt (Heilbronner Stimme, 18.10.2023: 22) und damit versucht, dem Heilbronner Bildungsdefizit etwas entgegenzuwirken und zudem noch unsere heimische Wirtschaft zu stärken, so werden all seine Bemühungen im Sand verlaufen, wenn wir nicht zeitgleich unsere Heilbronner Verwaltung sanieren und damit zumindest auf das heutige Niveau bundesdeutscher Städte heben.

Dazu passt der heute veröffentliche Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e. V., welcher „auf Basis von OECD-, WEF- und Eurostat-Daten untersucht, wie die Qualität regionaler Verwaltungen den Zusammenhang zwischen Regulierungsdichte eines Landes und Unternehmensentwicklung beeinflussen – In EU-Regionen mit sehr guter Verwaltung entwickeln sich schnell wachsende Unternehmen trotz hoher Regulierungsdichte positiv – Ineffiziente Verwaltungen hingegen verschärfen negative Auswirkungen einer hohen Regulierungsdichte.

Das Fazit der Studie ist eindeutig, man muss „Verwaltungsqualität verbessern statt Regulierung abbauen“ und dafür sorgen, dass die Bürger, Wirtschaft, Industrie und Handel ihre für sie zuständigen Verwaltungen als Hilfe und nicht mehr als reine Gängelei betrachten.

Erklärungsversuch

Aktuell fragen sich sehr viele Bürger, warum Israel den Angriff der Palästinenser auf Israel nicht vorab erkannt hat. Diese nutzten ihren erfolgreichen Überraschungsangriff dazu, um Hunderte von hilflosen Zivilisten zu ermorden und weitere zu verschleppen, zu vergewaltigen und zu Tote zu foltern — darunter auch zahlreiche deutsche Staatsbürger.

Ich bin eher darüber überrascht, dass wir Deutschen selbst den Mord an unseren eigenen Staatsbürgern entschuldigen und klein reden, nur um unseren eigenen latenten Antisemitismus weiter ausleben zu können. Und während Politiker ihre Solidarität mit Israel heucheln, fließen weiterhin Millionen deutscher Steuergelder in die Taschen von palästinensischen Terroristen — wir nennen das soziale Gerechtigkeit und fühlen uns ganz gut dabei.

Aber zurück zur eigentlichen Frage. Die israelischen Streitkräfte sind tatsächlich eine echte „Volksarmee“, die nicht nur auf der Mitarbeit und Unterstützung der gesamten Bevölkerung basiert, sondern auch ohne diese nicht wirklich funktionieren kann!

Wie wir wissen, ist Israel seit langem politisch gespalten, wobei der aktuelle Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nichts unversucht lässt, um weiter an der Macht zu bleiben. Ähnlich wie Wladimir Putin und Victor Orban ist dies seine einzige Chance, um einer Verurteilung durch die Justiz zu entkommen.

Dies hat nun dazu geführt, dass Israel nicht nur kurz vor einem „Bürgerkrieg“ stand, sondern vor allem dazu, dass Soldaten und Reservisten ihren Dienst verweigert haben. Damit war Israel nicht mehr verteidigungsfähig, was die Palästinenser wie auch der Libanon, Syrien und der Iran sofort hemmungslos ausgenutzt haben.

Ohne Wenn und Aber muss man deshalb Benjamin Netanjahu eine nicht zu vernachlässigende Mitschuld am Mord von viel zu vielen unschuldigen Menschen und den daraus resultierenden Krieg zusprechen — und wie meist in der Geschichte, wird er daraus auch den größten Gewinn ziehen.


Lesezeichen

Verlockungen 5 (5)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Navid Kermani

in Zeit online, Frieden für die Ukraine: Wie kann das enden? (aktualisiert am 22. September 2023, 7:51 Uhr)
„Die Fronten im Krieg in der Ukraine bewegen sich kaum. Europa braucht endlich eine Strategie, um Frieden zu ermöglichen.“


Navid Kermani macht sich in einem Artikel in der Zeit vom 22. September 2023 mit dem Titel „Wie kann das enden?“ Gedanken darüber, wie der russische Angriff auf die Ukraine beendet werden könne.

So schön es sich auch anhören mag, einen Krieg einfach nur einzufrieren, so löst er dennoch nicht das eigentliche Problem. Vor allem aber und von mir bereits des Öfteren geschrieben, gibt er der Russischen Föderation die notwendige Ruhepause, um die eigenen Truppen aufzufrischen und in spätestens zehn Jahren weiter gegen den Rest Europas anzutreten.

Navid Kermanis Hoffnung, dass der Westen in dieser Zeit die Russische Föderation zur Vernunft bringen könne und damit alles von ganz alleine wieder gut werden wird, ist ein katastrophaler Trugschluss. Diese Denkweise — früher nannte man dies Appeasement — hat Europa und den Westen und ganz besonders die Ukraine erst in diese Bredouille gebracht!

Aber es wird wohl tatsächlich zu einem solchen „Einfrieren des Krieges“ kommen, denn damit erkaufen sich unsere völlig verantwortungslosen Politiker weitere zehn Jahre und erfüllen ihrem ureigenen Klientel den letzten Wunsch, nämlich bis zum eigenen Ableben weiterhin in Saus und Braus zu leben — selbstverständlich, wie bisher auch, ausschließlich auf Kosten der nachfolgenden Generationen!