Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

31.3.02022 5 (4)

Botschafter

Es gab tatsächlich einmal Zeiten, da waren solche Dienste wichtig und gefragt. Heute sind es Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, und im Falle der Mitgliedstaaten der EU als nationale Botschafter reine Geldverschwendung.

Deshalb ist es wohl auch nicht mehr so wichtig, dass Botschafter überhaupt noch über Expertise oder Mindestvoraussetzungen verfügen müssen. Diese Dienstposten werden inzwischen gerne an kriminelle ehemalige Minister, an ehemalige Pressesprecher oder sonstige erfolglose Berufspolitiker vergeben.

Der einzige Trost dabei ist, dass es anderswo bereits möglich ist, sich durch eine Parteispende einen solchen Botschafterposten zu kaufen. Aber auch dies wird bestimmt bei uns nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Beruflich bedingt, musste ich vor Jahren bereits sehr zweifelhafte Gestalten in dieser Funktion ertragen, und wie man jetzt so lesen kann, wird es nicht unbedingt besser. Und so hat es vielleicht doch etwas halbwegs Belustigendes, wenn wir die übelsten Politiker gleich als Botschafter im Vatikan entsorgen.

Der Unschuldige

Immer öfters und von immer mehr Seiten hört man jetzt plötzlich, dass auch Wladimir Putin nicht nur getäuscht wurde, sondern immer noch getäuscht wird. Geirrt hat er sich sicherlich nicht, das tun nur schwache demokratische Politiker.

Da das „Wenn das nur der Führer wüsste?!“ auch heute noch bei uns so gut funktioniert, müssen wir uns wirklich keine weiteren Gedanken mehr machen! Und in Kürze wird es dann wohl allgemein feststehen, und alle Welt wird sich darin einig sein, es sind erneut und wieder einmal die Geheimdienste und die einfachen Soldaten, die an alledem schuld sein werden.

Diese bösen Buben haben den Vladimir doch so schrecklich hintergangen und in die Irre geführt! Hätte er es doch nur gewusst (!), dann hätte er diese Verräter und Halunken vor Gericht gestellt und uns allen Gas und Öl ganz umsonst geliefert. Wie konnte man nur einen lupenreinen Demokraten so hinters Licht führen?!

Und auch die Oligarchen sind völlig schuldlos, warum, das weiß selbst ich noch nicht. Aber man wird es uns bald erklären.

Was ich aber schon heute weiß ist, dass wir Normalbürger die gesamte Zeche zahlen werden und bald wieder Putin und seine Freunde gemeinsam in allen Talkshows erklären werden, wie sie die Welt wieder einmal gerettet haben.

Abzocke

Ganz ohne Frage, wir befinden uns so langsam am ersten Höhepunkt eines Krieges, ob es sich dabei um den letzten Europäischen Krieg (Kümmerle) oder gar bereits um einen neuen Weltkrieg (Moos) handelt, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausdiskutieren. Dass Kriege nicht wie im Film oder in Büchern funktionieren, erkennen so langsam doch so einige Mitbürger, manche verstehen sogar, dass Krieg nicht nur aus direkten Konfrontationen mit Waffen besteht, sondern darüber hinaus auch ein „Hinterland“ besitzt. In diesem Hinterland befinden wir uns gerade — zumindest noch, muss man dazu sagen. Aber auch im Hinterland oder der Etappe herrscht Krieg: wir Deutschen lernen das gerade anhand unseres Allerliebsten kennen, dem Geldbeutel.

Schlimm genug, dass sich nun die deutschen Verantwortlichen für diesen Krieg (Politiker der CDU, CSU und SPD: man nannte sich noch vor Kurzem ganz stolz die GroKo) aus der Verantwortung stehlen. Angela Merkel hat sich schon verkrochen, wer weiß wo. Der Rest davon, dem es weiterhin nur um das Abzocken von uns Bürgern geht, beeilt sich nun wie z. B. heute der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz zu beteuern: „Wir müssen uns eingestehen, dass wir uns geirrt haben.“ Nein, Herr Merz, wir haben uns nicht geirrt, sie haben uns allesamt, zusammen mit ihrem Kollegen, ob SPD oder CSU, einfach nur verkauft!

Die SPD, der man zudem auch ideologische Gründe für den Ausverkauf von Freiheit und Demokratie unterstellen kann, wählt einen etwas anderen Ansatz. Olaf Scholz und seine Genossen lassen uns nun glauben, dass die SPD erst am Wahlabend der letzten Bundestagswahl geboren wurde, und nun alles daran setzt, um Deutschland zu retten. Dabei ist sich die SPD noch nicht einmal jetzt darin einig, ob sie Deutschland und gleich auch noch das ganze Europa Vladimir Putin als Morgengabe präsentiert, oder ob ihre Politiker besser damit wegkommen, wenn sie sich nun von Joe Biden retten lassen.

Wir sollten uns als Demokraten aber nicht allzu sehr darüber entsetzen, denn letztendlich sind wir Bürger allesamt selber daran schuld, denn das ist der Preis der Demokratie: wir haben diese „Abzocker“ nämlich selber gewählt! Und ganz bewusst nicht die Vertreter einer Marktwirtschaft oder die Vertreter eines ökologischen Wandels. Wir haben die „Abzocker“ gewählt, weil wir allesamt felsenfest daran glaubten, selbst mit zu den Abzockern zu gehören — Selbsttäuschung, der beste Weg in den Abgrund.

Und wenn Sie jetzt glauben, dass ich das Gesagte nicht mehr überbieten kann — weit gefehlt!

Denn, ob wir es wollen oder nicht, wir müssen uns langsam aber sicher an eine Art von Kriegswirtschaft gewöhnen, die, weil wir nach diesem Krieg allesamt (bis auf die Abzocker!) ganz offiziell Pleite sind — inoffiziell waren wir das schon vorab, weshalb wir doch gerade in diese Situation („von die Rente ist sicher“ Politikern) manövriert wurden — und es noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte benötigen wird, bis wir danach (nach dem Krieg) eine tragfähige und auch nachhaltige Wirtschaft aufgebaut haben — vorausgesetzt, dass Freiheit und Demokratie als Sieger vom Platz gehen!

Was mich an dieser Situation aber am meisten erschüttert ist, dass weder unsere Politik noch unsere Wirtschaft diese Situation erkennen wollen, sondern weiterhin in erster Linie an den eigenen ganz persönlichen Vorteil denken! Das fängt bei unseren Politikern an, geht bei unseren Bauern weiter und hört noch lange nicht bei der Öl- und Gasindustrie auf! — Jeder möchte erneut aus der Situation für sich das Beste herausschlagen.

War es aber jemals anders?

Gerade ergötzen wir uns an jenen Ukrainern, die wirklich alles für ihr Land geben! Und wir helfen zumindest noch bereitwillig jenen Ukrainern, die dazu nicht in der Lage sind oder sein wollen.

Und wir können ganz gut sehen, wie doch so einige russische Soldaten reagieren, die erkennen, dass sie nur für einen Diktator und eine paar Oligarchen mit deren Familien verheizt werden. Wenn Russen demnächst wieder in Deutschland und Europa Feste feiern und dabei mit Champagner und Kaviar um sich schmeißen, dann sicherlich nicht die russischen Soldaten. Vladimir Putin und Co. werden sicherlich bald wieder von unseren Politikern empfangen und gelobt werden — man kennt sich doch untereinander.

Zumindest meine Soldatengeneration wurde sehr kritisch erzogen und zur permanenten Selbstkritik gezwungen — und das ist auch ganz gut so! — und jetzt beginnen sich immer mehr Soldaten zu fragen, ob ihr Eid „das Recht und die Freiheit“ zu verteidigen überhaupt noch für unsere gesamte deutsche Gesellschaft gilt — das Recht des Stärkeren und die Freiheit der Abzocker?

Schlimmer noch, möchte unsere Gesellschaft überhaupt verteidigt werden? Und dann von „Mördern“, „Nazis“ und „Zivilversagern“?

Nicht nur ich glaube daran, dass es in Deutschland tatsächlich großen Gesprächsbedarf gibt! Und wir Bürger sollten allesamt das eine oder andere klären, bevor wir vielleicht doch noch zu einen Waffengang gezwungen (zumindest wir Soldaten!) werden. 100 Milliarden Euro den schnellsten Politikern und ihrem üblichen Klientel zum Fraß vor zu werfen, trägt nicht dazu bei.

Geburtstage des Tages

Joseph Haydn, Johann Sebastian Bach und René Descartes


Mann mit Fässer

21.3.02022 5 (1)

Mann mit Fässer | © Pixabay

Rennrad

Als sechzehnjähriger Schüler hatte ich mir von meinen Ersparnissen ein eigenes Rennrad gegönnt. Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit dem Radfahren, wurde dieses dann noch einmal während meines Studiums genutzt, um ein paar Wege auf dem Campus zu vereinfachen und letztmalig von mir als Kompaniechef, um schnell mal in den technischen Bereich zu gelangen.

Von dieser Zeit an, zog es einfach immer nur noch mit um, und meine bessere Hälfte fragte spätestens nach jedem zweiten Umzug, warum es immer noch irgendwo völlig nutzlos Platz wegnahm. Und irgendwann war es dann einfach kein Thema mehr.

Heute hat mein Jüngster das Fahrrad in der Garage entdeckt und angefangen, an ihm herumzuschrauben. Ich kann mich daran erinnern, dass ein Kamerad dies zum letzten Mal 1990 erledigt und dafür gesorgt hatte, dass die Reifen und Bremsbeläge erneuert wurden. So wie es jetzt gerade aussieht, reicht es voll und ganz, ggf. neue Reifen aufzuziehen. Der Rest funktioniert zu meinem eigenen Erstaunen immer noch tadellos. Gut, man könnte es noch entstauben und vielleicht sogar einmal abwaschen — das wäre dann aber für dieses Rad ein Novum.

Blinder Aktionismus

Noch vor Kurzem war es ein allseits anerkanntes Faktum (sogar eine bundespolitische Richtlinie), dass man gut zehn Jahre benötigt, um einen Krieg, wie in der Ukraine, vom Zaun zu brechen. Unsere Politik hat sich ganz bewusst (!), dazu entschieden sämtliche Anzeichnen der Kriegsvorbereitungen und Ankündigungen zu ignorieren, einerseits aus ideologischer Nähe zum „sozialistischen Waffenbruder“ und andererseits, weil man selber ganz gut und nicht nur für das Wegschauen verdiente und sich dabei noch als „Appeasement-Politiker“ in Szene setzen konnte.

Dass man aber dabei ganz bewusst die eigene Verteidigungs- und auch die Bündnisfähigkeit sabotierte, ist nur folgerichtig, denn damit hat man den Kriegserfolg von Wladimir Putin garantiert, und konnte hoffen, dass sich alle sehr schnell der Macht des Faktischen beugen (SBZ, Ungarn, Tschechoslowakei, Georgien, Krim, Syrien …) und man sehr schnell wieder in den normalen Trott verfallen kann.

Unsere Berufspolitiker haben sich dieses Mal verspekuliert, denn sie haben nicht damit gerechnet, dass sich die Ukrainer nicht einfach nur opfern lassen wollen (zugegebener Maßen bin auch ich überrascht!) und die Weltmeinung und -sympathie — zumindest die der freien Welt — zu schnell zugunsten der Ukraine (gute Medienarbeit!) gekippt ist.

Jetzt, da die dafür verantwortlichen Politiker bei uns erstmals befürchten müssen, auch auf eine Anklagebank gesetzt zu werden, nämlich der des Internationalen Gerichtshofes, kommt es bei diesen zu Übersprungshandlungen und blindem Aktionismus. Man möchte mit allen Mitteln verhindern, dass man für seine eigenen Schandtaten auch in Verantwortung genommen werden wird.

Und so war es für den noch politisch unerfahrenen ukrainischen Präsidenten — aber Muster- wenn nicht gar Vorbildpolitiker — Wolodymyr Selenskyj das Todesurteil, sich nicht nur dem Wladimir Putin entgegenzustellen, sondern sich dazu noch zu erlauben, die Tatsachen beim Namen zu nennen und unsere Berufspolitiker öffentlich anzuklagen; diese werden auf seiner Beerdigung Krokodilstränen vergießen.

Und alle etwas unbedarfteren Menschen unter uns müssen nun, ob sie wollen oder nicht, zur Kenntnis nehmen, dass wir — wie seit 1961 nicht mehr — am Rande eines Weltkrieges stehen, und sämtliche übereilten Reaktionen zur Auslösung dessen führen könnten.

Die Ukraine, Georgien, Weißrussland und weitere Länder wurden von uns bereits 2008 an die Russische Föderation verkauft (bitte erinnern sie sich!) und noch 2021 haben die meisten Fachleute darüber geschrieben, dass die Ukraine nur dann eine Überlebenschance haben wird, wenn es ihr gelingt, die russischen Aggressoren in einem sehr langen Kleinkrieg, wie die Afghanen zuvor auch, zu zermürben. Der freien Welt bleibt nur, die Ukrainer nach besten Kräften zu unterstützen, die Flüchtlinge zu versorgen und die Russische Föderation wirtschaftlich zu zerschlagen und politisch zu isolieren. Dies weiß auch Wladimir Putin und er wird wohl seine Hausaufgaben gemacht haben. Jetzt müssen wir abwarten, ob er, u. a. durch seine Orks, die öffentliche Meinung in der Welt wieder zu seinen Gunsten drehen kann?

Dass dieses Spiel bis zu 2 Millionen Ukrainern das Leben kosten wird, war von Putin als auch von unseren Berufspolitiker vorab eingepreist! Und so ist es durchaus vorstellbar, dass beide Seiten (die Ukraine ist dabei „nur“ der Spielball), wenn sich die Gunst der Stunde dreht, sich durch eine Eskalation bis hin zu einem Dritten Weltkrieg aus der eigenen Verantwortung stehlen wollen.

Und egal wie viele Billionen Euro an Steuergeldern die Kommissionspräsidentin und die Staats- und Regierungschefs der EU jetzt auch aus dem Fenster werfen mögen, zumindest ihrer moralischen Verantwortung können sie sich dadurch nicht mehr entziehen. Der Tod von unzähligen schuldlosen Bürgern, ob Kleinkinder oder Soldaten, liegt auf deren Schultern!

Zeitungslektüre

Die Lektüre der Tageszeitung heute Morgen als auch der Blick in die sozialen Medien hat mir den Wochenstart gewaltig versaut. Ich musste einen Flashback in den Kalten Krieg erleben!

Egal wo man hinschaute, ob Leserbriefe oder Veranstaltungsankündigungen, die Sowjet-Trolle und Blaublut-Nazis waren nicht zu übersehen und rollten das volle Programm russischer Kriegspropaganda ab. Die Russische Föderation benötigt keine Botschaften oder Fernsehsender mehr, um in Deutschland ihre Sicht der Dinge zu verbreiten. Die verantwortlichen Agitatoren aus Russland müssen nur aufpassen, dass es die deutschen Orks nicht völlig überziehen und Putin öffentlich dazu auffordern, auch die „faschistischen“ Säuglinge gleich mit auszurotten.

Ab heute folge ich der Terminologie von J. R. R. Tolkien, der dieses Menschen bereits in seiner Fantasiewelt Mittelerde als willige Vollstrecker der Mächte des Bösen sah und damit eine uralte Erkenntnis aus der Antike wiederbelebte.

Um hier keine falschen Eindrücke zu hinterlassen, ich habe grundsätzlich überhaupt nichts gegen „vaterlandslose Gesellen“, vor allem dann nicht, wenn diese sich als Weltbürger betrachten und die Existenz von Nationen als Irrweg der Menschheit anprangern. Auch zolle ich jedem Kriegsdienstverweigerer meinen Respekt, vor allem dann, wenn er sich selbst friedlich für Menschen einsetzt. Und ich zolle gerade jenen Kriegsdienstverweigerer meinen höchsten Respekt, die sogar in Kriegsgebieten ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um Menschenleben zu retten.

Leider aber musste ich schon sehr früh erkennen, dass sehr viele „Kriegsdienstverweigerer“, „Friedensaktivisten“ oder „vaterlandslose Gesellen“ bloße Orks sind, die keine Gelegenheit auslassen, um Polizisten mit Steinen zu bewerfen, mit Molotowcocktails anzuzünden oder bei Soldaten und Rettungskräften die Bremsschläuche durchzuschneiden und die Radmuttern zu lösen. Meistens sind dies dann auch jene, die in den Medien alles und jeden diffamieren, der sich für unser Land, die Demokratie an sich oder jegliche internationale Zusammenarbeit ausspricht.

Wenn Sie noch nicht wissen, wie man Orks erkennt? Am besten erkennt man diese daran, dass egal, was irgendwo auf dieser Welt falsch läuft, deren Meinung nach „die Amerikaner Schuld sind.“ Damit sind aber nicht die Menschen an sich gemeint, denn es gibt dort selbstverständlich auch die „Guten“ [Orks], wie z. B. Donald Trump, sondern die Orks meinen damit nur generell alles, für das Amerika steht: Freiheit, Demokratie, Chancengleichheit und Selbstverantwortung.

Meinungsbeitrag des Tages

Joachim Käppner schreibt heute unter dem Titel „Helden und Maulhelden“ über einige Orks, wie z. B. Sören Bartol von der SPD, der Bundespolitik. Als Journalist ziemlich offen.

Geburtstage des Tages

Karl Wilhelm Jerusalem und Johann Sebastian Bach 


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

12.3.02022 5 (1)

Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Experten

Zumindest in Militärangelegenheiten sollten wir darauf achten, dass nur jene als „Experten“ wahr- und ernstgenommen werden, die auch zumindest einen militärfachlichen Hintergrund haben. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass wieder einmal Pfarrer über Pornografie referieren und Kühe über Raumfahrt philosophieren.

Und nein, selbst ein tatsächlich abgeschlossenes Studium der Politik und dazu noch an irgendeiner völlig unbedeutenden Fakultät reicht nicht aus, um dem Rest der Menschheit die Welt erklären zu wollen. Genauso wenig wie Erfahrungen im Taxifahren oder Steinewerfen bei einer Demonstration für den Frieden.

Und selbst Journalisten, besonders jene die ansonsten nur Promis stalken, sollten sich jetzt ein wenig zurücknehmen. Das deutsche Expertentum — jene die nichts können und tun, verdienen als Experten ihren Lebensunterhalt — hat uns allen schon in Sachen Wirtschaft und auch in Sachen Umwelt sehr geschadet. Man stelle sich nur vor, was diese „Experten“ erst in Sachen Landesverteidigung anstellen können!

Bundesausschuss

Man kann einen Samstag wohl kaum besser beginnen als mit der Teilnahme an einem Bundesausschuss. Und aufgrund von COVID-19 oder vielleicht auch aus Praktikabilitätsgründen findet dieser erneut „online“ statt. Damit kann ich gleich das Eine oder Andere ganz gut nebenher erledigen.

Die meisten Delegierten sind dabei sehr leidgeprüft und können auch damit umgehen, dass sämtliche Anträge erst am Vortag vorliegen und damit keine Zeit mehr bleibt, um ggf. die eigenen Mitglieder noch in die Entscheidungsprozesse mit einzubinden; inzwischen bin ich fest davon überzeugt, dass dies ein bewusstes Vorgehen seitens unserer Berufspolitiker im Verband ist.

Das Ganze wird aber dann noch übertroffen, indem zu Beginn des Ausschusses jetzt auch noch Dringlichkeitsanträge vorliegen. Das Lustige daran ist, dass diese dann meist aus den Reihen jener Mitglieder kommen, die einem das Ganze Jahr über Verbandsarbeit erklären wollen.

So bin ich heute wieder einmal gespannt darauf, was für Überraschungen heute noch so auf dem Programm stehen.

Zweite Staffel?

Leider sind die in den Medien gezeigten Informationen wenig hilfreich, um sich ein tatsächliches Lagebild von der Situation in der Ukraine machen zu können. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Medien von Anfang an keinen Mühen machen, um an notwendige Schlüsselinformationen zu kommen. Könnte natürlich auch sein, dass die Medien dazu angehalten wurden, diese nicht zu verbreiten.

Am 17. Kriegstag zeichnet es sich aber so langsam ab, dass es sich bei den russischen Kräften in der Ukraine tatsächlich nur um die erste Staffel des Angriffes auf die Ukraine handelt. Wobei deren Angriffsziel dann die Einkesselung der ukrainischen Städte und das Binden der ukrainischen Hauptkräfte wäre.

Dies könnte man bestätigen, indem man nach russischen bzw. weißrussischen Truppenbewegungen Ausschau hält, die langsam aber sicher in den ehemaligen Bereitstellungsräumen der ersten Staffel eintreffen müssten. Im Falle, dass diese Truppenbewegungen festzustellen sind, könnte man daraus schließen, dass das Angriffsziel der zweiten Staffel der weitere Durchstoß und die Besetzung der Westukraine ist. Den Resten der ersten Staffel fiele dann die Aufgabe zu, die ausgehungerten Stadtbevölkerungen weiter zu dezimieren.

Richtig spannend könnte es dann werden, wenn man neben den Bewegungen einer zweiten Staffel nunmehr auch weitere Truppenbewegungen im Moskauer Raum feststellen würde. Denn dies würde den russischen Streitkräften weitere Angriffsziele und auch weiter Stoßachsen außerhalb der Ukraine ermöglichen.

Aber wie schon gesagt, von Anfang an wird unser Fokus auf die Kräfte in der Ukraine gelenkt, so dass wir kaum eigene Analysen vornehmen können.

Und im Falle, dass keine zweite Staffel zu identifizieren sein wird, müssen wir davon ausgehen, dass die russische politische wie auch militärische Führung nicht nur moralisch das Letzte ist, was derzeit so auf Gottes Erdboden fleucht, sondern auch deren Qualität absolut unterirdisch ist.

Meinung des Tages

„Welcome to Londongrad, Where Kleptocrats Wash Their Money Clean“, ein Meinungsbeitrag von Jonathan Pie in der New York Times (11. März 2022)

Geburtstag des Tages

Paul Gerhardt