Mann mit Hut

10.8.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Mann mit Hut | © Shutterstock

Baden im Neckar

Manche Dinge kann man selbst bei allem Bemühen nicht verstehen, wie zum Beispiel jene Empfehlung des Gesundheitsamtes, dass „das Wasser im Neckar … gesundheitliche Probleme verursachen [kann].“ und deshalb davor warnt, im Neckar zu schwimmen.

„Auch die Stadt und der Landkreis Heilbronn raten generell vom Baden im Neckar ab. ‚Es kann zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Durchfallerkrankungen führen‘, erläutert Stadt-Sprecherin Suse Bucher-Pinell. Die Behörde folge hierbei der Empfehlung des Sozialministeriums und weiterer Gesundheitsbehörden des Landes.“

Katharina Müller, Heilbronner Stimme, 10. August 2022, 11:43 Uhr  |  Update: 10. August 2022, 13:14 Uhr 

Das sind nämlich genau jene Behörden und Personen, die noch am 12. Juni 2022 den Triathleten eine herrliche Zeit im Neckar gesichert haben.

Es könnte natürlich auch sein, dass die in Heilbronn startenden Triathleten allesamt Übermenschen sind, oder vielleicht tauscht die Stadt Heilbronn auch nur jedes Mal zum Heilbronner Triathlon das Neckarwasser aus?

Fragen über Fragen …

Wie kann es z. B. sein, dass u. a. Heilbronner Stadträte wiederholt eine neue Badeanstalt im Neckar fordern und die Heilbronner Stimme darüber auch sehr gerne berichtet, ohne ihre Leser darauf hinzuweisen, dass das Baden in einer solchen Badeanstalt höchst gefährlich wäre?

Klingenäcker 

Wie heißt es so schön, „Ende gut, alles gut.“ Bereits meine Mutter, die in Sontheim aufgewachsen ist, kannte das künftige Baugebiet „Klingenäcker“. Ein paar Jahre später, wohl in den 1970er-Jahren, gab es dann auch außerhalb Sontheims, nämlich im Heilbronner Rathaus, erste Pläne, um dieses Baugebiet am südlichen Ortsrand von Sontheim zu erschließen — für eine damals noch junge „Großstadt“ wohl keine schlechte Idee.

Kaum 50 Jahre später soll es nun so weit sein, denn heute können wir in der Heilbronner Stimme (10.08.2022: 24) lesen, dass der Heilbronner Gemeinderat den Weg für die Erschließung der Sontheimer Klingenäcker frei gemacht hat.

„Die Bauarbeiten sollen noch im August [2022] beginnen. Der Abschluss der Haupterschließungsarbeiten für den ersten Bauabschnitt ist für den Oktober 2023 geplant.“ 

Heilbronner Stimme (10.08.2022: 24)

Jetzt hoffen wir einmal darauf, dass nicht wieder einmal irgendetwas dazwischenkommt. Und so könnten wohl bis 2030 die ersten Sontheimer dort auch ein Haus oder eine Wohnung beziehen, gerade einmal knapp 100 Jahre nach den ersten Träumen ihrer (Ur-) Urgroßeltern von einem Häuschen in der eigenen Heimat.

100 Jahre sind dabei noch — nach Heilbronner Verhältnissen — eine sehr kurze Zeitspanne, wenn man nur zum Beispiel an die Turmstraße in der Kernstadt denkt, und die bräuchte man nur zur Fußgängerzone deklarieren. Jene Heilbronner, die noch die wunderbaren Pläne der Stadtverwaltung von einer Hebung des Pfühlbachs kennen, die liegen wohl meist inzwischen auf dem Heilbronner Friedhof.

Film noir

Per Zufall habe ich gestern ein wahres Meisterwerk entdeckt und zwar „Le mystère Henri Pick“ (2019). Die Geschichte basiert auf einem Roman von David Foenkinos aus dem Jahr 2016. Der Regisseur des Films ist Rémi Bezançon, der das Drehbuch übrigens zusammen mit seiner Frau schrieb.

Dieser 100 Minuten lange französische Film bietet nicht nur gute Unterhaltung, sondern stellt seine US-amerikanischen Vorbilder aus den 1940er- und 1950er-Jahren mit ihrem Zynismus, welcher durch eine pessimistische Weltsicht geprägt ist, locker in den Schatten.  

Und er zitiert dabei sogar die starken Hell-Dunkel-Kontraste und die entfremdeten bis völlig verbitterten — wobei diese auch immer wieder nach Paris zurückkehren — Protagonisten, welche im deutschen Stummfilm zwischen den beiden Weltkriegen so bezeichnend waren.

Mein Fazit: Diesen Film muss man gesehen haben. Und zum Ausgleich freue ich mich bereits auf „Qu’est-ce qu’on a tous fait au Bon Dieu ?“ (2021), der sicherlich besser als der zweite Teil „Monsieur Claude 2“ (2019) ist und sogar noch besser als der erste „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu ?“ aus dem Jahr 2014 sein soll.


Buga-Duscher 2019

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Beitragsfoto: Buga-Duscher 2019 | © Bettina Kümmerle

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Dass man mit dem Geld anderer Leute viel zwangloser und sorgenfreier umgeht als mit dem eigenen, ist eine altbekannte Tatsache. Auch wird schon seit Jahrzehnten immer wieder darüber berichtet, wie Verantwortliche des ÖRR das Geld zum Fenster hinauswerfen — meist fördern sie dabei „nur“ Möchtegernkünstler, die dann Sendungen oder gar Filmkunst am laufenden Band produzieren, die übrigens kein Mensch anschauen möchte; ein Grund warum die Sender immer weniger Publikum haben.

Dass dies kein deutsches Alleinstellungsmerkmal ist, zeigen z. B. die Diskussionen im Vereinigten Königreich oder ganz aktuell die entsprechenden parlamentarischen Entscheidungen in Frankreich. Ich bin fest davon überzeugt, dass es die Verantwortlichen des ÖRR selber sind, die Schuld am Niedergang des ÖRR tragen!

Dabei wäre ein funktionierender öffentlich-rechtlicher Rundfunk gerade in den heutigen Zeiten wichtiger als jemals zuvor!

Und wenn dann gerade während der Diskussion um weitere Gebührenerhöhungen zudem jetzt noch richtige Skandale ans Tageslicht kommen, dann wird es so langsam aber sicher sehr eng für den ÖRR.

Wohl aus Verzweiflung fordern jetzt sogar ÖRR-Mitarbeiter mehr Transparenz in den Rundfunkanstalten, eine Forderung, die diese Damen und Herren noch vor wenige Monaten sehr vehement mit der Begründung abgelehnt hatten, dass der ÖRR bereits völlig transparent sei (Hic!).

Wenn die verantwortlichen Politiker den ÖRR noch retten wollen, dann ist eine völlige Transparenz bis hinein in die Rundfunk- und Verwaltungsräte absolut zwingend — aber bitte nicht wieder nur eine geschwätzte Transparenz.

Zudem muss der ÖRR auf eine für seine ureigenen Aufgaben notwendige Größe reduziert und es müssen dabei auch gerade jene Felder und Aufgaben abgeschafft werden, die zwar nett aber nicht für einen ÖRR zwingend notwendig sind. Und zu guter letzt müssen die Gehälter, Boni und sonstige Vergütungen auf normales Beamten und Angestellten-Niveau herabgesenkt werden — wer als „Nachrichtensternchen“ reich werden möchte, der kann sein Glück gerne in Hollywood versuchen.

Ich gehe einmal davon aus, dass man damit nicht nur den ÖRR retten, sondern auch noch die Gebühren für alle senken könnte.

Buga-Duscher

Die Buga-Duscher sind erneut ein Thema, weil sie schon wieder und nun bereits zum vierten Mal zerstört wurden. Im März diesen Jahres hatte ich mich noch über deren Reparatur gefreut und auch darüber, dass die Stadt einen etwas besseren Aufstellungsort gefunden hatte.

Gemäß Heilbronner Stimme (09.08.2022: 21) möchte die Stadt nun mit der Künstlerin Christel Lechner über eine Verlegung der Figuren sprechen, denn der Schaden beläuft sich erneut auf mehrere tausend Euro.

Deshalb schlage ich den Umzug der Buga-Duscher ins Heilbronner Hallenbad vor. Und im Falle, dass die Badegäste die Figuren zerstören, kann man diese dort zudem einfacher zur Rechenschaft ziehen.

Nachtrag 10.8.02022: 17.45 Uhr

Joachim Friedl von der Heilbronner Stimme hat sich heute auch diesem Thema angenommen und fragt dabei:

Kommen die Skulpuren ans Soleo?
Die Zeit, bis die fünfköpfige Duscher-Gruppe wieder komplett ist, wird die Verwaltung nutzen, um einen neuen Standort für die Kunstwerke zu finden. ‚Der Wilhelmskanal ist Vergangenheit‘, stellt Christner fest. Als möglichen neuen Ort kann sich die Kulturdezernentin das Soleo und dort am Weg Richtung Eisstadion vorstellen: ‚Der Platz sollte am Wasser liegen, eingezäunt und gut frequentiert sein. Wer einen Vorschlag hat, kann sich gerne melden.‘“

Heilbronner Stimme, 10. August 2022, 16:10 Uhr  |  Update: 10. August 2022, 17:04 Uhr

Siedler von Catan

1.8.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Brettspiel

Weblog

Ein Blog ist grundsätzlich dazu da, dass ein Blogger dort seine eigenen Gedanken und Meinungen niederschreibt; auch ich nutze Kümmerles Weblog so. Und deshalb habe ich ihn auch gleich nach mir benannt — damit ja keine falschen Erwartungen geweckt werden.

Und da ich auch gerne andere zu Wort kommen lasse, gibt es seit gut zwei Jahren auch weitere Blogger, die hier ihre ganz persönliche Meinung kundtun. Meine Entscheidung ist dabei nur, ob ich einen fremden Beitrag hier einstelle oder nicht.

Anhand sehr vieler Rückmeldungen, meist zu meinen eigenen Blog-Beiträgen, kann ich sehen, dass mein Weblog ganz gut gelesen wird — die Blog-Community geht davon aus, dass nur etwa 1% der Leser auch auf Beiträge reagiert.

Einzig die Art und Weise, wie manche Leser auf meine Beiträge reagieren ist etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist schon komisch, wenn mir Freunde oder Bekannte zutragen, dass, nach dem Gesetzbuch durchaus erwachsene, andere Leser den einen oder anderen Beitrag völlig daneben finden und gerne dies und das geändert hätten.

Von einem erwachsenen Menschen, besonders wenn er ein „Volksvertreter“ ist, erwarte ich mir ein wenig mehr an Courage und Eigeninitiative. Das dürfte nicht all zu viel verlangt sein!

Preisexplosion

Spannend heute auch die Heilbronner Stimme zu lesen, damit meine ich nicht die jüngsten Äusserungen unseres Verkehrsministers, der völlig unfähig seinen ureigenen Job zu verstehen, nun auch noch ganz offen Verständnis für Wladimir Putin entwickelt, dessen Völkermorde relativiert und ganz nebenbei auch noch die Waffenhilfe der Westlichen Welt an die Ukraine in Frage stellt (Heilbronner Stimme, 01.08.2022: 5). Denn wenn man inhaltlich nichts hinbekommt, dann muss man wenigstens seine alte Klientel mit Sprüchen bei Laune halten — und dabei zeigt es sich wieder einmal, dass die Grünen weiterhin ein riesiges Demokratiedefizit haben.

Richtig ärgerlich ist es hingegen, dass unsere Stadtverwaltung selbst den Umbau unserer Stadtbibliothek nicht so richtig hinbekommt, und man weiterhin im Gemeinderat deswegen nur herum eiert (Heilbronner Stimme, 01.08.2022: 26). Faktum ist dabei, dass wir die Erweiterung der Stadtbibliothek seit Jahren dringend benötigen. Mit einer professionell geführten Stadtverwaltung und einem Gemeinderat, der notwendige Entscheidungen nicht nur zeitgerecht trifft, sondern diese dann auch finanziell mitträgt, wäre eine Realisierung schon vor Jahren kein Problem gewesen und hätte uns auch noch ein paar Millionen Euro gespart.

So kosten uns die Fehlbesetzungen im Gemeinderat und in der Stadtverwaltung nicht nur sehr viel Geld, sondern jetzt vielleicht auch noch eine zeitgemäß ausgebaute Stadtbibliothek. Mich würde es dabei nicht wundern, wenn man demnächst Berater, Experten und weitere Künstler anstellt, die uns erst einmal ein paar Entwürfe einer Stadtbibliothek auf die Fassade des K3 malen und dann zehn Jahre lang sämtliche Passantenkommentare mithilfe der vielen Heilbronner Hochschulen und weiterer neu zu schaffender wissenschaftlicher Institutionen auswerten und jeden Herbst die Zwischenergebnisse auf dem Marktplatz vortanzen lässt und dies so lange bis sämtliche Fördermittel von Land und Bund aufgebraucht sind. Die in der Stimme kolportierte Antwort des OB: „Wir werden uns Mühe geben, der Ball liegt jetzt bei uns.“ lässt Schlimmes befürchten.

Aber die im Zeitungsartikel von Thomas Zimmermann besprochene Sitzung des Gemeinderates war durchaus auch informativ. So konnte ich z. B. erfahren, dass der ehemalige Titanic-Chefredakteur Oliver Maria Schmitt [man schreibt ihn übrigens mit 2 t und nicht mit d am Ende] das Buch „Wenn schon tot, dann in Heilbronn“ geschrieben haben soll.

Wichtiger dabei ist aber die Idee von Stadtrat Erhard Jöst, nämlich das Kleist-Archiv Sempdner abzugeben. Diese Idee halte ich für gut, die Abgabe sollte dann aber ins Deutsche Literaturarchiv Marbach erfolgen.

Spieleabend

Bei bestem Wetter waren die Siedler von Catan genau das Richtige, um einen Familienabend voll und ganz zu genießen. Besser wäre es natürlich gewesen, wenn ich auch einmal gewonnen hätte — man kann aber nicht alles auf einmal haben.

Heute darf ich dann etwas früher als sonst zu meiner Tour de Unterländle mit dem meseno-Busle starten, denn die Anschlusstermine sind etwas eng getaktet.

Und so schauen wir mal, was diese Woche so alles bietet; wenn ich ganz großes Glück habe, dann hilft mir Detlef Stern bei der Installation seines Zettelstores auf meinem neuen Server — ok, er installiert das Ganze und ich staune, was man alles machen kann, wenn man von der Sache so richtig Ahnung hat.

Die Leihbibliotheken studiere, wer den Geist des Volkes kennen lernen will.

Wilhelm Hauff, Frei zitiert nach: Die Bücher und die Lesewelt (2015: 4f, KApitel 1, die Leihbibliothek)