Verkehrsunfall

Freie Wähler Heilbronn 5 (3)

Beitragsfoto: Verkehrsunfall | © Shutterstock

Sobald man glaubt, man hätte schon alles erlebt, dann zeigt einem das Leben, das es absolut nichts gibt, was es nicht gibt! Und so konnte ich heute Abend ein Erlebnis der ganz besonderen Art miterleben und dies dazu noch in der ersten Reihe sitzend. Und das alles für den Preis von drei schwarzen Tees, was möchte man denn mehr?

Aber von Anfang an. Ich hatte bereits berichtet, dass ich mich auf die heutige Mitgliederversammlung freute, und rückblickend war ich doch ein wenig darüber erstaunt, dass es nicht wie gewohnt eine normale Monatsversammlung war. Ich ging aber davon aus, dass dies mit der jüngsten Abfrage bei den Freien Wählervereinigungen in Baden-Württemberg zu tun hatte, ob diese weiterhin selbstständig bleiben oder doch eher den Schritt in Richtung Partei gehen wollen. Für Heilbronn war alles schon geklärt, und so dachte ich, dass es eine Information zum Sachstand in Baden-Württemberg gäbe; dies war auch Bestandteil der Tagesordnung — also für mich ein ganz entspannter Abend, den ich als normales Mitglied erleben durfte.

Kurz vor dem Beginn der Versammlung traf ich ein und freute mich, viele andere Freie Wähler zu sehen, vor allem weil ich den einen oder die andere aufgrund von COVID-19 schon länger nicht mehr gesehen hatte. Dann war ich positiv überrascht, dass nicht die gewohnte Schriftführerin anwesend war, sondern ein Stadtrat und Rechtsanwalt die Schriftführung übernahm; es geschehen doch noch Zeichen und Wunder.

Der Heilbronner Vorsitzende Christian Roth begrüßte alle Anwesenden, die Beschlussfähigkeit wurde festgestellt und die Versammlung nahm ihren gewohnten Verlauf. Dass es zu keiner Aussprache nach den Berichten kam und diese auch nicht vorgesehen war, verbuchte ich auf die Harmonie in unserem Verein. Und so wunderte es mich auch nicht, dass sowohl Vorstand als auch Kassierer für 2020 und dann auch für 2021 einstimmig entlastet wurden.

Meinen zweiten Tee gönnte ich mir für den Tagesordnungspunkt 5: Ausblick – Strategieprozess Freie Wähler Landesverband BW. Christian Roth referierte noch einmal über den bisherigen Verlauf und die beschlossenen Entscheidungen, danach beantwortete er noch entsprechende Fragen der Mitglieder.

Ich schaute auf die Uhr und freute mich schon darauf, heute etwas früher nach Hause zu kommen, als Christian Roth ein Blatt Papier zur Hand nahm und seinen sofortigen Rücktritt als Vereinsvorsitzender kundtat. Das hatte ich weder erwartet noch kommen sehen!

Danach nahm der Kassierer, der neben mir saß, ebenfalls ein Papier zur Hand und verlass seinen sofortigen Rücktritt. Beide weigerten sich, den Mitgliedern über ihre Entscheidung Rechenschaft zu geben, und als ich Christian als Mitglied direkt fragte und er doch antworten wollte, wurde er von Vorstandsmitgliedern zurückgepfiffen. Kurz darauf verließ er mit Stadträtin Marion Rathgeber-Roth, dem Kassierer, dem Stadtrat Malte Höch und einem weiteren Vorstandsmitglied wortlos die Versammlung. Als andere Mitglieder und auch ich versuchten, bei den restlichen Vorstandsmitgliedern wenigstens ein wenig Informationen zu erhalten, verließen auch diese mit der Aussage, „sie möchten sich den Abend nicht versauen“, ebenfalls die Versammlung und ließen damit alle noch anwesenden Vereinsmitglieder im Stich! So viel Feigheit auf einem Haufen hatte ich bisher noch nie gesehen, geschweige denn selbst miterleben müssen!

Einzig der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Herbert Burkhardt, blieb mit uns restlichen Mitgliedern im Raum und versuchte Fragen zu beantworten. Er gab an, dass es Probleme in der Fraktion als auch im Vorstand gegeben hatte, aber ebenfalls von dieser Aktion nun völlig überrascht sei.

Ich bin jetzt noch entsetzt über so viel Feigheit und Unanständigkeit gegenüber uns einfachen Mitgliedern und spreche dem gesamten verbliebenen Vorstand nicht nur mein Missfallen aus, sondern entziehe diesen Damen und Herren auch mein Vertrauen. Und den davongelaufenen Stadträten empfehle ich dringend, ihr Amt niederzulegen, denn wie möchten diese sich noch für uns Heilbronner einsetzen wollen, wenn sie ihre eigenen Mitglieder so unanständig und völlig heimtückisch im Stich lassen!

Die verbliebenen Vorstandsmitglieder sollten schnellstmöglich eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, wo es zu einer Information der Mitglieder und einer Aussprache kommen muss. Danach sollte eine Mitgliederversammlung mit Neuwahlen einberufen werden.

Nach einem dritten Tee, der den Nachgeschmack dieser bösartigen Inszenierung herunterspülen sollte, verließ auch ich die Versammlung, da ich das Ganze einfach nicht mehr ertragen konnte.

„COWARD, n. One who in a perilous emergency thinks with his legs.“

Ambrose Bierce, The Devil’s Dictionary (1911)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

Intellektuelle

Gerade schreiben wieder einmal und dies sehr pressewirksam „Intellektuelle“ jeglicher Art öffentliche Briefe hin und her, so dass man fast schon von einer neuen Definition, was ein Intellektueller eigentlich ist, sprechen kann, nämlich, dass Intellektuelle einfach nur Menschen mit einem gehörigen Aufmerksamkeitsdefizit sind.

Anscheinend hat Henri de Saint-Simon erst den Begriff Intellektueller und dies mit seinem Buch „Du système industriel“ (1821) geprägt; davor war die Welt wohl vor Intellektuellen jeglicher Art geschützt.

Dabei hat der Begriff Intellektueller auch nur deswegen für viele Mitbürger so einen hohen Stellenwert, weil er etwas mit Intelligenz zu tun haben könnte. Und seit die Intelligenz emotional wurde, hat das Ganze nun auch etwas mit dem Bauchgefühl zu tun — also essen und trinken. So sind wir letztendlich wohl alle Intellektuelle und ganz besonders jene, die gerne offene Briefe an Kanzler schreiben. Auf die Inhalte kommt es dabei auch gar nicht mehr an.

Übrigens, „Provinz ist da, wo man Lehrer zu Intellektuellen zählt“ (Andreas Rebers, 6. September 2017) und hinter dem Mond lebt man genau dort, wo Intellektuelle offene Briefe an Kanzler schreiben. Jean-Paul Sartre hatte das aber bereits viel besser formuliert: „L’intellectuel est quelqu’un qui se mêle de ce qui ne le regarde pas.“ (Plaidoyer pour les intellectuels, 1972: 12).

Lesepate

Mittwochs bin ich meist als Lesepate unterwegs und erlebte heute besonders agile Schüler. Wenn man diese jungen Mädels und Burschen so über ein paar Monate miterleben darf, erkennt man auch so langsam aber sicher die einen oder anderen Fortschritte in deren schulischer Entwicklung.

Ich halte das Leseverstehen dabei immer noch als eines der wichtigsten schulischen Ziele in der Grundschule und hoffe, dass zumindest die Schüler, die ich mit betreuen darf, dieses Ziel am Ende der vierten Klasse auch erreicht haben werden.

Auf jeden Fall setzt „meine“ Klassenlehrerin alles daran, dass dem auch so sein wird. Wenn jetzt noch die Eltern mitziehen, besteht durchaus Hoffnung.

Stammtisch

Stammtische sind eine feine Sache, vor allem dann, wenn sich dort auch jene treffen, die zuvor zusammen etwas auf die Beine gestellt haben. Zum gestrigen Europastammtisch kamen zum ersten Mal auch Mitglieder einer neuen proeuropäischen Partei mit hinzu und haben sich ganz ungezwungen an den Diskussionen beteiligt.

Auch konnten sich die etwas aktiveren Vereinsmitglieder während des Stammtisches zusätzlich noch über die kommenden Vorhaben austauschen und dabei weitere Feinabsprachen treffen — schön, wenn man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann.

Und so ganz nebenher konnten wir dann auch noch die eine oder andere Kuh vom Eis holen. Damit war auch dieser Europastammtisch wieder einmal ein Erfolg.

Und heute Abend freue ich mich bereits auf das Treffen der Freien Wähler, welches auch immer monatlich und zwar am ersten Mittwoch im Monat stattfindet; diesen Monat sogar als Mitgliederversammlung.


Geburtstage des Tages

Audrey Hepburn und Keith Haring

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Tanz in den Mai

Mein Lieblingsneffe hatte gestern Nacht seinen Junggesellenabschied, und wenn ich es richtig mitbekommen habe, wurde er dazu nach Koblenz entführt. So schnell verfliegt die Zeit. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir zu seiner Geburt nach Bitburg gefahren sind.

Meine beiden Jungs waren mit beim Junggesellenabschied dabei, und so bin ich jetzt einmal gespannt darauf, ob sie demnächst darüber auch berichten werden.

Meine bessere Hälfte hat mich gestern zum Tanz in den Mai entführt, und mir hat es ganz gut gefallen. Auch habe ich zum ersten Mal eine Bilderbuchhexe auf einem Ball erleben dürfen und nehme mir jetzt einmal vor, beim nächsten Tanz in den Mai selber einmal an meiner Kleidung etwas zu verbessern.

Für den Europa-Ball habe ich mir auf jeden Fall vorgenommen, nach all den Jahren wieder einmal meinen Gesellschaftsanzug auszupacken, denn zu bestimmten Anlässen sollten auch wir Männer uns etwas aufhübschen.

Klaus Brenner von der Tanzschule Brenner hat mit seinem Team gestern für einen wunderbaren Abend gesorgt, und so können wir uns alle jetzt schon auf einen sehr tollen Europa-Ball freuen!

Streitkultur

Wenn es uns allesamt an einer Kultur mangelt, dann an dieser! Schon von kleinauf werden wir dazu erzogen, dass wir alles möglichst sofort bekommen und dabei selbst der Mittelpunkt der Welt sind. Mittelpunkt unserer eigenen Welt sind wir tatsächlich, und unsere eigene Welt geht auch wieder mit uns unter. Das Problem dabei ist nur, dass es außerhalb unserer eigenen Wahrnehmung auch die Welten anderer Individuen gibt, die in ihrer Gesamtzahl eine „Realität“ ergeben.

Um diese Realität möglichst gut zu erfahren, bedarf es doch ein paar Bedingungen. Zu diesen Bedingungen gehört, dass wir nicht nur anerkennen, dass es auch andere Wahrnehmungen von der ein und derselben Welt gibt und diese höchst unterschiedlich sein können, sondern, dass wir deshalb gerade nicht nur mit jenen kommunizieren sollten, die möglichst ähnliche Wahrnehmungen und Interpretationen von der Realität haben.

Wir nähern uns nur dann der Realität an, wenn wir es schaffen, möglichst viele unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen miteinander abzugleichen. Und um dies zu erreichen, bedarf es einer Streitkultur — ganz besonders einer solchen, die verhindert, dass jede Diskussion in Mord und Totschlag ausartet.

Unsere Sozialen Medien sind der Beweis dafür, dass wir keine hinreichende Streitkultur mehr besitzen und die (von uns geschriebenen) Algorithmen sorgen dafür, dass wir genau das bekommen und dies noch schneller als sofort, was wir selber sehen, hören und erleben wollen. Und auch unsere Erregungen werden bedient, dies auch nur, damit wir uns noch besser von „den anderen“ abgrenzen können.

Dabei müssten wir doch gerade möglichst abweichende Meinungen und Interpretationen miteinander vergleichen, um überhaupt erst einen Überblick zu bekommen.

Falsch ist es dabei, wenn man in sehr jungen Jahren mit einem Feinfilter startet und diesen dann über die Jahrzehnte hinweg immer vergröbert, weil man langsam merkt, dass die eigentliche Welt an einem vorbeigezogen ist.

Richtig ist es, dass man in sehr jungen Jahren möglichst ohne Filter beginnt, dabei eine Streitkultur entwickelt und sich erst mit zunehmendem Alter einen Grobfilter zulegt, da man über die eigenen Streitereien herausgefunden hat, mit welchen Extreme man sich nicht mehr auseinandersetzen möchte — manche sprechen hierbei von Lebensweisheit oder -erfahrung.

Rundschreiben

Das Rundschreiben der EUROPA-UNION Heilbronn ist raus und kann auch über diesen Hyperlink gelesen werden. Ich hoffe nun, dass ich damit nicht zu vielen Lesern auf die Füße getreten bin; bis dato gibt es noch keine Abmeldungen. Das größte Problem mit den Rundschreiben ist aber, dass selbst wenn man noch einen größeren Abonnentenkreis bedient, die tatsächliche Leserschaft nur gut 40 % aller Adressaten ausmacht.

Deshalb verteile ich auch gerne die Rundschreiben zusätzlich noch über die Sozialen Netzwerke und mache auch auf diesem Weblog Werbung dafür. Dies lässt hoffen, dass man doch mehr Leser erreicht als einen die Auswertungen glauben machen.

Und wenn ich ein direktes Feedback zu den Rundschreiben erhalte, dann zu meinen Kommentierungen der aktuellen Situation. Besonders dann, wenn ich die Rundschreiben nur auf Termine und Veranstaltungsberichte beschränke. Meine entsprechende aktuelle Kommentierung hänge ich gleich hier noch mit an.

Wir könnten so viel Positives berichten, allerdings stellt sich dabei die Frage, ob dies der heutigen Situation überhaupt noch gerecht wird? Wir befinden uns mitten in einem Krieg und haben derzeit das Glück, dass wir nicht selber bebombt werden. Mit zu den ersten Dingen, die man als Soldat lernt, gehört, mit solchem Glück umgehen zu lernen und nicht aus Mitleid oder falsch verstandener Ehre heraus, Kurzschlusshandlungen zu begehen.

Was sich aber unsere Bundesregierung vor Kurzem geleistet hat, übertrifft selbst sämtliche noch vorhandenen Erwartungen an unsere Politik, nämlich die angekündigte Lieferung von ca. 50 veralteten Gepardpanzern, von denen niemand genau sagen kann, ob es überhaupt noch Munition dafür gibt. Der dieser Aktion zugrundeliegende Humor lässt bei Vladimir Putin bestimmt die Sektkorken knallen. Und damit die ganze Aktion noch mehr politisches Gewicht erhält, schreiben Alice Schwarzer und Konsorten einen offenen Brief an Olaf Scholz, der die Ukraine auffordert, doch etwas kompromissbereiter zu sein.

Denn es steht zu befürchten, dass der Ukrainekrieg unseren Urlaub stört, und dabei hat Karl Lauterbach doch gerade COVID-19 für uns „besiegt“ und dafür gesorgt, dass selbst das Oktoberfest wieder stattfinden kann — dies sind die wahren Dinge, die Deutschland bewegen.

Wenn Sie aber glauben, dass es das schon war, täuschen Sie sich womöglich ganz gewaltig, denn in den kommenden Jahrzehnten werden wohl ein paar Billionen Euro an Waffenverkäufen und Wiederaufbauleistungen zu verdienen sein — das hat eine ganz andere Qualität als Maskenverkäufe; sie verstehen jetzt vielleicht auch die Angriffsfreudigkeit der Opposition.

Kommentar zum Tage

Margrit Stamm argumentiert in der Neue Zürcher Zeitung (30.04.2022, 05.30 Uhr), dass, wenn Kinder ständig eine Überdosis an Zuwendung und Verherrlichung bekommen, dies der ganzen Gesellschaft, nicht nur den Eltern, schadet.

Hier finden Sie den Kommentar: Die kleinen Könige

Geburtstage des Tages

Joseph Heller und Florian Ziegenbalg