Maskerade

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Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Neuer Politikstil

Nachdem Bildung nicht anstrengen darf (Wahlslogan der SPD), und wir erfahren, dass Kritik und Fakten nur etwas für die Verlierer in unserer Gesellschaft sind, haben sich die Parteien allesamt nunmehr darauf geeinigt, zukünftig einen ganz neuen Politikstil zu leben. So gibt es nur noch Gewinner und selbst Parteien, die einmal Verluste hinnehmen müssen — so wie gerade in Schleswig-Holstein oder noch vor kurzem in Baden-Württemberg — dürfen weiterhin ihre erfolgreiche Regierungsarbeit fortführen.

Selbst wenn eine Partei mit Pauken und Trompeten unter die 5 % Hürde fällt (die Linke), sitzt sie noch mit 39 Abgeordneten im Bundestag — alles nur noch Auslegungssache. Und da die Parlamente bei uns immer größer werden, ist demnächst für jeden Kandidaten auch ein Platz vorhanden; dann können wir uns das leidige Wählen ganz sparen, und die Parteien melden jeweils ihre Abgeordnete in die Parlamente ein — die jeweilige Anzahl wird dann nach Proporz und Quote per Losverfahren in Hinterzimmern ausgehandelt.

Und sollte es einmal ein Politiker nicht mir Recht und Ordnung so genau nehmen, dann langt jetzt ein „wir haben uns alle geirrt“ und Schwamm drüber. Es ist einfach alles viel schöner und bequemer, wenn wir uns alle einfach nur gern haben und gegenseitig an oder selbst in die Tasche lügen. Denn eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!

Und wie eigentlich schon immer, der Bote der schlechten Nachricht ist weiterhin der Schuldige — dies hat sich nicht geändert.

Theodor-Heuss-Straße

Auch ich nutze diese Straße immer wieder und habe entsprechende negative wie auch teure Erlebnisse zu beklagen, aber nicht wegen des Blitzers. Heute wird die Theodor-Heuss-Straße zudem Thema in der Heilbronner Stimme (13.5.2022: 30). Dort kommt auch eine Anwohnerin zu Wort.

„Schauen Sie sich die Situation vor Ort noch einmal an und reden Sie auch mit den Anwohnern. Sie kennen die Situation bestens.“

Traude Kraft, Heilbronner Stimme (13.5.2022: 30)

Wahrscheinlich haben die zuständigen städtischen Mitarbeiter das Ganze zusammen mit ein paar Gemeinderäten in Mailand oder in einer anderen schönen Stadt angeschaut und thematisiert; zumindest aber könnte dies die aktuelle Situation erklären.

Dafür dürfen wir aber bald überall in Heilbronn 40 Stundenkilometer fahren, wenn nicht gar 30 Stundenkilometer vorgeschrieben sind (Heilbronner Stimme, 13.05.2022: 29), außer in unseren Fußgängerzonen, dort gilt weiterhin 50 Stundenkilometer als Richtwert.

Begründung für die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen ist die Umwelt, was ganz „folgerichtig“ auch für Elektrofahrzeuge gilt. Und ich wäre nicht erstaunt darüber, wenn dies auch im Falle, dass es dereinst nur noch Elektrofahrzeuge gibt, so beibehalten wird.

Für mich ein Anzeichen dafür, dass man in Heilbronn Verkehrspolitik nach der jeweiligen Ideologie oder aus populistischen Launen heraus und weniger nach den gegebenen Notwendigkeiten macht. Die Leidtragenden sind dabei immer die Schwächsten in unserer Gesellschaft oder auch jene Anwohner, die sich nicht mit Dienstfahrzeugen abholen lassen können.

Deutscher Film

Zwei deutsche Filme sind mir in den letzten Jahren positiv in Erinnerung geblieben. Zum einen der Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck aus dem Jahr 2006 und mein ganz persönlicher Favorit „Erleuchtung garantiert“ von Doris Dörrie aus dem Jahr 1999.

Beiden Filmen ist wohl eines gemeinsam, nämlich, dass sie ohne größere Subventionen auskamen, und so konnten sich alle Beteiligten ganz der Kunst und dem Film widmen.

Doris Dörries Film zeigt einen exzellenten Gustav Peter Wöhler und einen erstaunlich guten Uwe Ochsenknecht in einer Art Roadmovie mit religiösem Touch. Und das Ganze auch noch in einem, für die meisten von uns, ungewöhnlichen Umfeld. Über die Geldautomatenszene oder über die versuchte Rückkehr ins Hotel freue ich mich jedes Mal wieder von Neuem.

Geburtstag des Tages

Senta Berger


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

10.5.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

Stuttgart

Nachdem ich nicht erwarten konnte, dass es in Heilbronn anlässlich des Europatages eine entsprechende Beflaggung gibt, habe ich mir den Tag in Stuttgart versüßt. Und das ging am besten durch zwei nette Veranstaltungen, jeweils mit einer Preisverleihung kombiniert. Die erste Preisverleihung gab es anlässlich der Rede für Europa! und die zweite zeichnete die diesjährigen euRobi-Preisträger aus.

Das Ganze wurde noch im schönen Ambiente des Neuen Schlosses mit einem Sommerempfang der Europaverbände gekrönt. Sehr gefreut hat es mich zudem, dass weitere Europäische Föderalisten aus Heilbronn am Sommerempfang teilgenommen haben, so waren wir insgesamt sieben Heilbronner und freuten uns den Tag mit Gleichgesinnten beschließen zu können.

Noch mehr hat es mich gefreut, als ich heute die Anfrage von Ursula Hecht erhielt, ob sie nicht darüber einen Bericht für die EUROPA-UNION Website verfassen könne.

Frankfurt

Eigentlich sollte ich gerade bereits Flughafenluft schnuppern, leider aber leben wir in Zeiten, die einfach nicht mehr so tolerant, weltoffen und unkompliziert sind, wie ich es noch in meiner Jugend oder auch noch zu meiner Berufszeit gewohnt war. Immer mehr Reglementierungen bestimmen unser Leben und machen es aktiven Menschen immer schwerer, um eigene Freiräume zu erhalten.

Manche meiner Leser werden mir bestimmt antworten, dass ich schon wieder das Gras wachsen höre, aber unsere Freiheiten verschwinden stückchenweise peu à peu — und dies stets mit sehr plausiblen Begründungen und immer nur zum Wohle aller. Das Prinzip dahinter kommt aus der Küche, so wie man bei Hummern langsam aber sicher die Temperatur erhöht, damit sie nicht aus dem Kochtopf springen.

Wer heute noch nach Eigenverantwortung und Konsequenzen verlangt, der wird zumindest als schräger Vogel angesehen. Und spätestens dann, wenn man den Individualverkehr — rein aus Umweltschutzgründen (!) versteht sich — unterbunden hat, wird man auch einen „Passierschein“ benötigen, wenn man sich mehr als 3 Kilometer zu Fuß fortbewegen möchte, aber nur, um vor dem „sich Verlaufen“ geschützt zu werden.

Genau so, wie wir in Kürze keine finanziellen Transaktionen mehr tätigen werden können, ohne dass diese zumindest — fast in Echtzeit — geprüft und gebilligt werden.

Und auch das öffentliche Schreiben wird immer schwerer, zumindest aber wird die entsprechende Reichweite immer begrenzter — die Zeiten, in denen man ohne Probleme an alle Internet-Inhalte kam, so lange man nur die entsprechende Adresse kannte oder unterschiedliche Suchmaschinen nutzte, sind bereits schon wieder Geschichte, nicht nur in Ländern wie China oder der Russischen Föderation.

Freie Wähler

Sehr gefreut hat es mich, dass meine Einschätzung über die jüngste Mitgliederversammlung der Freien Wähler nicht nur von Herbert Burkhardt geteilt wurde, sondern inzwischen auch von Heiner Dörner. Beide kenne ich als streitbare Persönlichkeiten und schätze an ihnen besonders, dass sie sich nicht scheuen, Probleme und Herausforderungen auch offen anzusprechen.

So schreibt Heiner Dörner völlig zurecht in einer Stellungnahme: „Über diese Ereignisse bin ich mehr als bestürzt. … Die Bürger werden diesen Vorgang nicht verstehen.“

Und die von den inzwischen, entgegen ihrer eigenen Aussage gegenüber den damals anwesenden Mitgliedern, aus dem Verein ausgetretenen Personen, hört man nun Vorwürfe, die ich gerade bei diesen Personen stets als Absicht vermutet hatte — so kann man sich wohl täuschen. Auf jeden Fall ist es eine weitere Bestätigung darüber, dass man zumindest mich in den letzten Jahren nach Strich und Faden belogen hat und immer noch nicht willens ist, über die wahren Beweggründe für diese bösartige Inszenierung Rechenschaft abzulegen.

Herbert Burkhardt schreibt hierzu heute in der Heilbronner Stimme (10.5.2022: 28): „Zu behaupten, wir [Freie Wähler Heilbronn] würden Partei, ist an den Haaren herbeigezogen und eine Lüge.“

Auch ich bin streitbar und habe diesbezüglich nun ein Forum eröffnet: Freie Wähler [wurde etwas später wieder gelöscht]

Aussage des Tages

Lee Wong aus Ohio beantwortet die Frage, ob er eigentlich Patriot sei.

Immer öfters müssen sich Soldaten diese Frage gefallen lassen. Das Spannende daran ist, zum größten Teil von gerade jenen Mitbürgern, die sich selber noch nie um ihr Land verdient gemacht haben.

Geburtstag des Tages

Fred Astaire


Sülmerstraße mit Blick auf K3

6.5.02022 5 (3)

Sülmerstraße mit Blick auf K3

Coro del Grappa

Heute erfuhr ich von Gabrio Bobbos überraschendem Tod — dies hat meine bessere Hälfte und mich schwer getroffen! Am 2. Mai 1992 lernte ich beim Treffpunkt Europa nicht nur meine bessere Hälfte kennen, sondern auch Gabrio Bobbo mit seinem Coro del Grappa.

Die Präliminarien mit meiner heutigen besseren Hälfte fanden bereits am selben Tag und dies beim Stand des Coro del Grappa auf dem Kiliansplatz statt. Und so ließ es sich Gabrio auch nicht nehmen, mit ein paar Musikern ein Jahr später auf unserer Hochzeit aufzuspielen.

Über die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich eine sehr enge Zusammenarbeit und ein freundschaftliches Verhältnis zu unseren Heilbronner Italienern des Coro del Grappa. Vor zehn Jahren, bei meinem 50. Geburtstag, sang der Coro del Grappa, durch eine Opernsängerin verstärkt, und trieb selbst den aus Italien angereisten Freunden die Tränen in die Augen.

Über all die Jahrzehnte hinweg war Gabrio Bobbo Herz und Seele dieses italienischen Männerchors. Er wird eine sehr tiefe Lücke in unserer Gemeinschaft und in all unseren Herzen hinterlassen.

Diplomatie

Wenn man sich im Krieg befindet, dann kann man bei seinen „Freunden“ weniger wählerisch sein, das musste nun auch Wolodymyr Selenskyj lernen. Kaum ist es populär, als „Staatsmann“ nach Kiew zu reisen und sich als Kriegstourist selbst in Szene zu setzen, muss er jetzt die gesamte Mahalla der bundesdeutschen Prominenz begrüßen — wir haben die Ukrainer zuvor eindeutig wissen lassen, dass wir Deutschen keinen Cent umsonst hergeben, und sie für jeden Euro, den sie von uns bekommen, „bluten müssen“; die hohe Kunst der deutschen Diplomatie ist wieder einmal am Werk!

Wolodymyr Selenskyj weiß jetzt ganz genau, dass wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr. Dies muss er nun irgendwie noch dem Vladimir Putin vermitteln und schon wäre der Krieg vorbei.

Und wir lernen dabei ebenfalls was Diplomatie ist: sämtliche deutsche Politiker, die dem Vladimir Putin, gekauft oder aus freien Stücke heraus, über Jahre hinweg in den Hintern gekrochen sind, die lassen sich jetzt mit Wolodymyr Selenskyj ablichten.

Und wenn Wolodymyr Selenskyj noch glaubt, dass nach der deutschen Politprominenz — erst Bund, dann Land bis hin zur Provinz (Markus Söder) — endlich Schluss sein wird, dann hat er sich getäuscht, denn dann geht es erst richtig los, denn dann kommen unsere Stars und Sternchen aus Kultur und Sport und vielleicht auch der Wirtschaft, die allesamt mit Selenskyj in Kiew schaulaufen wollen.

Vielleicht ist es auch ganz gut so, dass Selenskyj das noch nicht in Gänze erfasst hat, sonst würde die Ukraine lieber heute noch als morgen bedingungslos kapitulieren — denn auch Helden sind nicht endlos belastbar.

Vernissage

Gerne denke ich noch an die Vernissagen zurück, die ich für befreundete oder bekannte Künstler organisieren durfte. Und so kam ich letztes Jahr auf die Idee, aus den Plakaten des Europäischen Wettbewerbs, die vor Jahren einmal in Stuttgart den „Europäischen Flur“ schmückten, eine eigene Ausstellung zu kreieren.

Und als sich dann auch die Mitarbeiter des Europa Zentrums Baden-Württemberg von der Idee begeistern ließen, konnte ich die Erstausstellung der Plakate des Europäischen Wettbewerbs für Heilbronn buchen. Sehr gefreut hat es mich, dass Andreas Incze von der Stadtbibliothek Heilbronn das Potential einer solchen Ausstellung erkannte und der EUROPA-UNION Heilbronn eine Kooperation anbot.

Als Ergebnis können wir nun seit gestern eine Auswahl der Plakate des Europäischen Wettbewerbs aus den letzten 70 Jahren Wettbewerbsgeschichte in der Stadtbibliothek Heilbronn bis zum 28. Mai 2022 zeigen. Und wenn dereinst die Stadtbibliothek Heilbronn erweitert wurde, gucken wir, dass wir diese nochmals und dann in Gänze präsentieren werden können.

Eine solche Ausstellung vorzubereiten, nach Heilbronn zu transportieren, aufzubauen und zum Schluss auch wieder nach Stuttgart zurückzubringen, wäre ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer gar nicht möglich.

Deshalb bedanke ich mich beim Transportteam Bettina Kümmerle, Roland Baier und Franz Schirm, das für den Rücktransport noch mit Oliver Durst, Thomas Heiligenmann und Herbert Steudel verstärkt werden wird. Auch bedanke ich mich bei Ina Rubbert und Dr. Lana Mayer, die die Ausstellung in Stuttgart vorbereitet hatten.

Ich bedanke mich beim Aufbauteam Bettina Kümmerle, Andreas Incze und Franz Schirm, die die Ausstellung während des laufenden Betriebs der Stadtbibliothek geräuschlos aufgestellt haben. Mein Dank gilt auch dem gestrigen Vernissageteam, das die Ausstellungseröffnung mit begleitender Preisverleihung zum 69. Europäischen Wettbewerb sicherstellte, Dr. Lana Mayer, Ursula Hecht, Bettina Kümmerle, Gertrud Kleofass, Andreas Incze und Franz Schirm.

Website des Tages

KoKi — Kommunales Kino Heilbronn

Die Initiative Kommunales Kino Heilbronn e. V. wurde im Oktober 1984 gegründet und setzt sich in erster Linie für die Förderung kommunaler Filmarbeit ein.

Geburtstage des Tages

Orson Welles und Christian Morgenstern