Gewürzgurken

Kümmerle 5 (5)

Beitragsfoto: Gewürzgurken | © Pixabay

Schon von klein auf wurde ich und werde auch heute noch immer mit meinem Familiennamen konfrontiert und fragte mich deshalb auch als Grundschüler des öfteren, warum ich nicht einfach nur Müller oder Maier heißen könne.

Inzwischen sehe ich das locker, denn ich kam über die Jahrzehnte hinweg mit Personen ins Gespräch, die über weitaus komplexere oder noch ungewöhnlichere Familiennamen verfügen, und selbst viele Maiers und Müllers waren mit ihrem Familiennamen nicht ganz so glücklich.

Viele meiner Mitbürger und gerne auch sogenannte Namensforscher führen dabei den Namen Kümmerle, den es inzwischen auch in weiteren Varianten gibt, wie z. B. Kimmerle, Kümmerlen, Kummerle, Kuemmerle, Kümmerly, Kimmerly und Kimmerli, im Wesentlichen auf zwei Herkünfte zurück, erstens dem „Kummer“ und zweitens dem „Verkümmertsein“. Dabei hätte es sehr geholfen, einfach einmal nachzuschauen, von woher der Name ursprünglich stammt. Denn dann wäre man sehr schnell auf den Sprachraum des Fränkischen gestoßen, wobei noch heute wohl die meisten Kümmerles im Westfränkischen zu Hause sind.

Ein Kümmerle oder mehrere Kümmerli sind nämlich kleine gekrümmte Gewürzgurken, die heute noch gerne als Beilage gereicht werden. Deshalb führe ich die ursprüngliche Namensgebung auf zwei Möglichkeiten zurück, nämlich auf Gurkenbauern, die im Westfränkischen für die Kümmerli gute Böden vorfanden oder auf Menschen, die genau so versessen auf Kümmerli waren, wie ich es heute noch bin – meine bessere Hälfte könnte ein Lied davon singen.

Der deutsche Name Kümmerle leitet sich dabei aus dem Lateinischen her, denn dort heißt die Gurke cucumer. Interessanter dabei ist aber, dass dieser Nachname eigentlich einen eigenen Plural hat, und man deshalb gut und gerne von einem Kümmerle aber von zwei oder mehreren Kümmerli sprechen könnte.

Nichtsdestotrotz habe ich es mir schon lange angewöhnt, mich bei Nachfragen wie folgt vorzustellen: „Genau so wie der kleine Kummer, den ich Ihnen gerade bereite.“

„Ich finde, der Name passt perfekt zu mir. “

Johnny Depp, Rheinische Post (20. Juli 2006: 1, auf die deutsche Bedeutung seines Nachnamens angesprochen)

Skype-Logo

Skype 5 (3)

Beitragsfoto: Skype-Logo | © Skype

Als dieser Instant-Messaging-Dienst 2003 eingeführt wurde, war es, als ob zumindest die gesamte Berufswelt nur so darauf gewartet hätte. Die Skype-Software wurde von Ahti Heinla, Priit Kasesalu und Jaan Tallinn erstellt, und Skype von Niklas Zennström und Janus Friis als eigenständiges Unternehmen gegründet.

Meine Familie und ich hatten Skype von Anfang an in Gebrauch und nutzten die Telefon,- Chat- und Video-Funktionen bis Ende 2012 täglich.

Ab 2011 experimentierte ich verstärkt mit eigenen Chat- und Video-Tools, so dass Skype bei mir immer mehr in Vergessenheit geriet. Mit dem Ende meiner Experimente 2019 und dem Beginn von COVID-19 entdeckte ich diesen Dienst erneut und kann ihn dabei auch ohne Weiteres empfehlen.

Seit 2011 gehört Skype zu Microsoft und seit 2017 kann man mit der integrierten Funktion „Geld senden“ während eines Chats mit PayPal auch Geld überweisen. Und bis zu einer Größe von 300 Megabyte können noch Dateien jeglichen Typs versendet werden. Damit bleibt Skype ein sehr guter „Allrounder“, der zudem noch kostenlos ist, wenn man nicht von seiner „Telefonfunktion“ Gebrauch machen möchte.

Wohl einzig die Tatsache, dass die Video-Konferenzen personenmäßig limitiert sind, aber dies nur, um der Software Microsoft Teams keine Konkurrenz zu machen, und die Eigenart von uns Menschen, gerne gerade das verwenden zu wollen, was derzeit „in“ ist, verhindert, dass Skype wieder zum allgemeinen Standard der Telekommunikation wird.

Anruf über Skype: call me

Nachtrag 6.1.2024

Heute bin ich auf einen etwas anderen Nachruf auf Skype gestoßen, einem CNBC-Beitrag, der danach fragt, ob Skype überhaupt noch eine Zukunft hat. Erfreulich dabei ist zu erfahren, dass neben mir wohl weitere gut 30 Millionen Menschen Skype weiterhin nutzen und Microsoft hoffentlich diese Menschen durch ein Abschalten dieses Services nicht verärgern möchte.

Nachtrag 28.2.2025

Heute erfuhr ich, dass Skype noch dieses Jahr abgeschaltet werden soll. Die letzten Nutzer, zu welchen ich selbst zähle, dürfen dann eine kostenfreie Microsoft Teams-Lösung nutzen. Wenn es schön macht?

„An undesirable society, in other words, is one which internally and externally sets up barriers to free intercourse and communication of experience.“

John Dewey, Democracy and Education (2018 [1916])

Linkedin

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Beitragsfoto: Beispielbild | © Pixabay

Linkedin wurde 2002 von Reid Hoffman, Allen Blue, Konstantin Guericke, Eric Ly und Jean-Luc Vaillant in Mountain View gegründet, um bestehende Geschäftskontakte pflegen zu können und zudem neue geschäftliche Verbindungen zu knüpfen.

Anfangs war ich von diesem Netzwerk nicht so richtig überzeugt und hatte deswegen auch meinen Account nach ein paar Jahren wieder gelöscht. Als ich dann aber nach Heilbronn zurückgekehrt, versuchte, meine Kontakte nach außerhalb aufrechtzuerhalten, kam ich wieder auf dieses Netzwerk zurück und musste feststellen, dass es für genau diese Zwecke sehr gut geeignet ist. Und seither nutze ich es auch entsprechend.

Inzwischen gehört das Netzwerk, wie Skype übrigens auch, zu Microsoft und hat insgesamt fast 700 Millionen Nutzer weltweit; damit dürfte es mit die beste Möglichkeit sein, um geschäftliche als auch private Verbindungen aufrechthalten zu können.

Zumindest bei mir klappt es ganz gut, vor allem dann, wenn man nicht zu viel von sozialen Medien erwartet. Vor allem anderen aber muss man immer in Erinnerung behalten, dass die Betreiber dieser Netzwerke einen kommerziellen Zweck verfolgen und die Nutzerdaten dabei die gängige Währung sind.

Da ich von 2001 bis 2018 mehrfach versucht habe, selbst solch ein soziales Netzwerk aufzubauen und zu betreiben, dies aber ohne jegliches kommerzielles Interesse, kenne ich zumindest einige der Schwierigkeiten, um diese erfolgreich zu starten und danach auch weiter zu betreiben.

Interessanter Weise musste ich dabei feststellen, dass die meisten Nutzer sozialer Netzwerke geradezu darauf versessen sind, ihre personenbezogenen Daten und noch weit mehr öffentlich zu machen, und soziale Medien, die diese Daten eigentlich schützen wollen, hingegen kaum eine Chance haben, am Markt zu bestehen.

Inzwischen glaube ich sogar, dass viele Nutzer jenen Betreibern, die dies gerade nicht und dafür mit Geld oder guten Worten entlohnt werden möchten, mit großem Misstrauen begegnen: „Geiz ist geil“ und die persönliche Entblößung offensichtlich noch weit mehr.

Deshalb mein Fazit, dass man ganz genau überlegen muss, welche dieser vielen kommerziellen Angebote man letztendlich auch selbst nutzt, zu welchem Zweck und dann auch, wie intensiv? Ein kleiner Hinweis sei hier erlaubt: man muss und sollte die vorgegebenen Profile nicht zur Gänze ausfüllen; weniger ist hierbei oft viel mehr.

Nachtrag 23.10.2024

Auch wenn ich zum Schluss noch 915 Kontakte hatte habe ich nun mein Konto endgültig gelöscht.

„The medium is the message.“

Marshall McLuhan, Understanding Media: The Extensions of Man (1964)