Frühstück

Lokalpatriotismus 5 (10)

Beitragsfoto: Frühstück | erstellt mit ChatGPT, Prompt: „Ich hätte gerne ein Bild von einem Frühstück mit Fisch und das in Comicform“

Kaum vom monatlichen Europäischen Frühstück zurück, mache ich meine „Drohung“ wahr und erwähne Katharina Kengyel im Blog.

Als wir zum heutigen Frühstück kamen, saß bereits ein Europäischer Föderalist aus Stuttgart mit am Tisch. Er hatte von unserem monatlichen Frühstück im Rundschreiben gelesen und nun die Gelegenheit ergriffen, sich das Ganze selbst einmal anzuschauen. Er ist bereits alt genug, um uns nicht um einen Frühstücks-Stream ins Internet zu bitten oder gar darum, dass wir unser Frühstück auch via Video-Chat anbieten.

Wir haben uns auf alle Fälle darüber gefreut, dass unser gemeinsames Europäisches Frühstück nun auch über die Region hinaus für Interesse sorgt. Und ich konnte dabei lernen, dass man zu unserem Frühstücksort auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt. Bisher dachte ich, dass das erst mit der künftigen Seilbahn geregelt sein wird.

Unseren Gast brachten wird dann aber mit dem Auto zurück zum Hauptbahnhof, wobei wir die Gelegenheit nutzten, um einem Stuttgarter einmal einen richtigen Hafen zu zeigen.

Wir Heilbronner Europäische Föderalisten sind auch dann, wenn wir weiterhin nicht unsere gewünschte und statistisch gesehen mögliche Mitgliederzahl erreichen, ein aktiver Verein und bewegen dabei doch so Einiges.

Nicht nur, dass wir manche unserer Ideen bis nach Straßburg und Brüssel transportieren können, sondern wir werden auch regelmäßig von Föderalisten aus ganz Europa aufgesucht, die nur deswegen nach Heilbronn kommen, um sich mit uns auszutauschen und zu diskutieren — aktuell sind es die Hertensteiner Gespräche, die die meisten Interessenten nach Heilbronn locken.

Wenn sie dann einmal in Heilbronn waren, bedauern es doch so manche, dass sie bisher nur winkend an Heilbronn vorbeigefahren sind. Besen und Billig-Döner sind eben nicht für alle Menschen eine Reise wert.

Wie wir von Katharina (!) erfahren durften, sind aber auch die Curry-Würste in Berlin nicht mehr das, was sie einmal waren; wobei der Zug nach Heilbronn zurück bereits in Berlin mit Verspätung loskam. Dass der Anschluss in Mannheim nicht erreicht wurde, ist bereits seit weit über 40 Jahren Standard der Deutschen Bahn.

Mein Frühstück war wie die letzten Male auch eines mit Fisch, eine kleine Reminiszenz aus meiner Hamburger Zeit; und so gönne ich mir einmal im Monat ein solches Frühstück. Das jüngste Gespräch mit Detlef Stern [manche meiner Gedankensprünge kann man nachvollziehen] darüber, wie man KI-Bilder richtig zitiert, führten nun dazu, dass auch ich einmal ein solches Bild mit ins Blog einfüge — steht doch auch bald neben dem Frühstücksort ein ganzer KI-Park.

Neben den etwas größeren Städten kamen wir auch auf Sarajewo zu sprechen, wohl weil Semin Bristina mit am Frühstückstisch saß. Was u. a. dazu führte, dass er nun für uns eine entsprechende Reise vorbereiten darf.

Seit ein paar Jahren sitze ich immer wieder mit Detlef Stern bei einem Käffchen Kaffee [jeder eins] zu einem geistigen Frühstück zusammen, was im letzten Wahlkampf Herbert Burkhardt fragen ließ, warum ich mich nicht auch mit ihm zum Frühstück treffe. Das führte wiederum dazu, dass wir uns in Neckargartach zum Frühstück trafen, ein Stadtteil, der sonst nicht gerade auf meiner Hitliste steht.

Und dies wiederum führte dazu, dass ich auf die Idee kam, unser Europäisches Frühstück, welches wir bisher zum Höhepunkt unserer Fahrten gemacht hatten oder als Ausklang größerer Veranstaltungen in Heilbronn nutzten, nun auch regelmäßig für unsere Mitglieder anzubieten. Deswegen findet das Frühstück nun in Neckargartach statt und dies an einem dafür geradezu prädestinierten Ort.

Wer weiß, vielleicht werden wir dereinst im KI-Park frühstücken und danach mit der Seilbahn zurück nach Heilbronn pendeln.

„Die Entfernung des Gewissens gehört zu den kleineren Operationen.“

Robert Lembke (JA, 8.6.2025)

Schwarze Katze

Nostalgie 4.8 (6)

Beitragsfoto: Schwarze Katze |  © Михаил Прокопенко from Pixabay

Dieser Beitrag ist alleine dem Prokrastinieren geschuldet, denn eigentlich sollte ich meine morgige Vorlesung vorbereiten, nur für den Fall, dass Valentin Weber erneut kurzfristig andere Pläne hat.

Den Nachmittag verbrachte ich bei bestem Wetter mit Schnipseln, was dazu führte, dass ich nun ein paar Arbeitstage mit der Entsorgung von Schnittgut in sämtlichen Größen zu tun haben werde. Und so kam meine bessere Hälfte auf die Idee, dass ich mir doch ein Kristallweizen gönnen könnte. Seit ein paar Jahrzehnten trinke ich eigentlich und dies meiner Münchner Zeit geschuldet, Weißbier hell oder dunkel, aber stets mit Hefe.

Challenge accepted! Jüngst bekam ich in einer Heilbronner Lokalität ein solches Getränk und vermisste dabei nicht nur die Zitrone, sondern auch noch das obligatorische Reiskorn. Das kann ich selbst noch besser und genieße nun mein Weizen … und schwelge in Erinnerungen.

Ich hätte nie daran gedacht, dass ich einmal an der Hochschule in Heilbronn Vorlesungen gebe, auch wenn ich über Jahrzehnte hinweg mit Walter Dörr befreundet war, doch so einige Professoren von damals™ ganz gut kannte und aktuell ein wenig ins Grübeln komme, weil jüngst Gerhard Peter, nicht nur wie Walter ehemaliger Rektor der Hochschule, sondern auch noch langjähriges Mitglied in der EUROPA-UNION verstorben ist. Was mich zu der Frage führt (@ Du weißt schon), warum kaum noch jüngere Professoren an der Universität bzw. Hochschule Heilbronn, Mitglied bei der EUROPA-UNION werden.

Aber zurück zu meinem Weizen, die Weißbier genossen meine Kameraden und ich am liebsten im Restaurant gleich neben der Tartanbahn, wo die weniger Fitten ihre Runden zogen und dabei versuchten, die obligatorischen 5 000 Meter in höchstens 23 Minuten herunterzuspulen. Jede einzelne Runde prosteten wir diesen „Spitzensportlern“ zu; zumindest uns hat es gefallen. Heute würden wir wohl wegen Mobbing angefeindet, damals™ erkannten die betroffenen Kameraden, dass es wohl besser wäre, zumindest die Mindestanforderungen für ihren selbst gewählten Beruf zu erfüllen. Leider aber gab es schon damals™ für Inkompetenz keine Konsequenzen mehr. Selbst wer das Studium schmiss, durfte bleiben.

Mein erstes Kristallweizen trank ich als Schüler im „Schwarzen Kater“ in der Lammgasse, damals™ ein beliebter Schülertreff. Studenten gab es nur auf der Durchreise oder hinterm Tresen, zum Studieren mussten wir mindestens nach Heidelberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Würzburg oder Tübingen ausweichen.

Es gab noch das eine oder andere Kristallweizen im „Schwarzen Kater“, manchmal gab es sogar eine Mitfahrt mit einem klapprigen R4.

Ab 1984 trank ich mein Weißbier in München, später wurden es dann Kölsch in Köln und weitere Biere im Rest der Welt.

Aber ab und zu, wenn ich heute noch durch die Lammgasse schlendere, denke ich an diese kleine Kneipe um die Ecke. So habe ich diesbezüglich gleich mal bei Thomas Aurich nachgefragt, denn er hatte wohl Ende 1980 dort angefangen, und während ich diese Zeilen schreibe, eine Antwort von ihm erhalten. Wir dürften uns damals™ bereits begegnet sein, ohne uns aber schon zu kennen.

Seine Erinnerung: Witzige Kneipe. Eröffnet von Konny Freyer und Reinhold Munz. Davor war es die Weinstub der Familie Störzbach, die „Schwarze Katz“. Als er dort begann, war aber nur noch Reinhold Munz der Pächter. Alles voll mit Antiquitäten. Drei Zielgruppen auf 60 Quadratmetern, heute undenkbar. Am Tresen Studenten, am Stammtisch Aborigines, im Gastraum Schüler. Nach 14 Tagen war er dort Geschäftsführer. Ende 1981 ging er bereits aber ins Praxissemester nach Korsika. 

Als er von dort zurückkam, war der „Schwarze Kater“ an Ede Wolf verpachtet. Sein damaliger Chef Reinhold Munz wollte mit ihm als Partner die Altstadt in Angriff nehmen. 

Das Haus in der Lammgasse wurde kurz darauf verkauft, wobei der neue Besitzer die Pacht mehr als verdoppelte. Alle Nachpächter hatten kein Glück und so wurde der „Schwarze Kater“ ein Teil der Heilbronner Geschichte.

Ich trinke jetzt doch noch ein Kristallweizen auf diese kleine Kneipe und bin einmal gespannt darauf, ob meine Leser sich ebenfalls daran erinnern können.


Europa-Ball 2025

Europa-Ball 2025 – Hot Wash Up 5 (11)

Beitragsfoto: Aufbau in der Harmonie

Von der Bühne hat man immer einen guten Überblick über das gesamte Geschehen, zudem streifte ich des Öfteren durch die Reihen und konnte auch ab und zu selbst das Tanzbein schwingen.

Kurz vor 2 Uhr in der Früh war der Europa-Ball mit dem Abbau zu Ende. Meine bessere Hälfte und ich konnten noch einen kleinen Absacker mit der Band nehmen, erhielten dabei von den Profimusikern von Happyness Voice (Bandleader: Andreas Cranen) gutes Feedback und entließen diese dann aber in die Nacht, denn die Sängerin der Band musste noch bis nach Mainz zurückfahren.

Da nicht jede Band über eigene Roadies verfügt, müssen das die Musiker mitmachen. Wenn man dann das Ganze vom Auf- bis Abbau miterlebt, muss man sich fasst schon schämen, wenn man schaut, wie viel Gage die Musiker für ihren Auftritt erhalten. Beruhigend wieder, dass wir das Ganze ehrenamtlich machen und selbst für unsere Bemühungen keinen einzigen Cent erhalten, ganz im Gegenteil, wir zahlen sogar noch dafür — das nur zum Thema echtes Ehrenamt!

Dann wollten wir uns noch mit den Europäischen Föderalisten, welche im Parkhotel ebenfalls auf eigene Kosten übernachteten, zu einem Schlummertrunk treffen. Leider hatte das Hotel und die Bar 10/42 bereits geschlossen — ein Großstadtfeeling kam dabei nicht gerade auf.

Mein erstes Fazit ist ein sehr persönliches, ich bin keine 17 mehr! Auch wenn die Band mich mit entsprechender Musik, einige der Musiktitel kamen aus dem von mir jüngst beworbenen 1970er-Jahren stimmungsmäßig dorthin verfrachtete. Ein 18 Stundentag (oder wie man in meinem Beruf so gerne sagt, eine „extended day shift“) hinterlässt inzwischen seine Spuren: Der Geist ist noch willig, der Körper zu schwach.

Die Harmonie überraschte mich dieses Jahr mit einer neuen Beleuchtungsanlage, die zumindest meine Wünsche mehr als erfüllte. Mein Versuch, diese neben der Moderation mit zu steuern, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt — was bei den Proben der Gruppen noch halbwegs hinhaute, klappte beim Ball überhaupt nicht mehr: ob es auch bemerkt wurde, sei einmal dahingestellt. Hier müsste ich einen Freiwilligen finden, der sich beim nächsten Mal dieser Aufgabe annimmt.

Mit Nasser Sarout vom Akzente Foto Store, der wie das Jahr zuvor von allen Teilnehmern Fotos machte, hatte ich abgesprochen, diese Bilder während des Abends an eine Wand zu werfen. Dies klappte nur bis zum ersten Austauschversuch, als ich feststellen musste, dass ich dies ebenfalls nicht zeitgleich neben meinen anderen Aufgaben bewältigen kann. Hier müsste ich ebenfalls einen Freiwilligen finden, der sich dieser Aufgabe annehmen kann.

Um 18.00 Uhr waren alle Ballvorbereitungen abgeschlossen und die Tanzgruppen für ihre jeweiligen Auftritte gerüstet. Auch die Band hatte sich bereits eingespielt.

Mit Saalöffnung begann die Trommlergruppe des Deutsch-Afrikanischen Vereins alle bereits anwesenden Gäste mit ihren Künsten zu begeistern. Der Vereinsvorsitzende Angelo Bengui, der selbst eine eigene Musikband hat, trommelte dabei höchst persönlich mit. Ab Balleröffnung um 19.00 Uhr genoss er die musikalischen Künste seiner Kollegen — schön, einmal anderen bei der Arbeit zugucken zu können.

Sehr erfreulich die Aktivitäten vor Ballbeginn im Foyer der Harmonie. Wir hatten unter dem Motto „Culture meets Politics“ sämtliche demokratischen Parteien eingeladen, um für sich und unser gemeinsames Europa zu werben. Und so kamen Bündnis 90/Die Grünen mit einer fünfköpfigen Standbesatzung zum Ball. Angeführt wurden sie von der Landtagsabgeordneten Gudula Achterberg, die es sich nicht nehmen ließ, gleich mit ihren Mitbürgern ins Gespräch zu kommen und nicht nur bei mir einen sehr positiven Eindruck hinterließ. Ebenfalls mit an Bord Sibylle Riegger-Gnamm, die im Wahlkreis Neckarsulm für ein Landtagsmandat antreten wird.

Die Partei der Humanisten war mit zwei Vertretern vor Ort, wobei der Landesvorsitzende Steven Schmitt bei den Gästen um Unterschriften für die Zulassung der Partei zur kommenden Landtagswahl warb.

VOLT war ebenfalls mit zwei Vertretern vor Ort, darunter der Heilbronner Vorsitzende Andreas Zwickl. Last but not least war auch die FDP mit einem Stand vertreten, nämlich mit dem Juli-Kreisvorsitzenden aus Ludwigsburg Sevic Mihajlo — schon Ende der 1970er- Jahre waren es wir Julis, die die FDP rockten! — what a coincidence zum Ballgeschehen und meiner vorgehenden Musikauswahl hier im Blog.

Neben den Parteiständen gab es noch drei weitere Stände. Einen von Mladost Bosne, wobei auch hier Semin Bristina verantwortlich zeichnete, nicht nur für die abendlichen Auftritte seiner beiden Jugendgruppen. Einen zweiten vom Deutsch-Afrikanischen Verein sowie einen Gemeinschaftsstand der EUROPA-UNION und der JEF. Hierbei freute es mich sehr, dass der JEF-Kreisvorsitzende Leonhard Reinwald auch noch während des Balls immer wieder am Stand vorbeischaute und das Gespräch mit Interessierten suchte.

Unsere eigenen Vereinsmitglieder der EUROPA-UNION betreffend konnte ich erneut feststellen, dass es gerade wieder jene waren, welche doch so gerne einen Posten im Kreisvorstand hätten, die durch Abwesenheit glänzten. Unser Europa lebt vom (Mit)Machen nicht nur vom Schwätzen!

Und nun zum Ballgeschehen. Wir hatten gut 250 Ballgäste, wobei wir nicht jene Gäste mitzählten, die den gesamten Abend über dem Ball auf der Empore folgten. Dies ist ein Add-on zum Europa-Ball und dessen Treffpunkt Europa Tradition geschuldet. Von der Bühne aus konnte ich auch diese Gäste beobachten und freute mich sehr, dass diese ohne selbst zu tanzen am Europa-Ball ihre große Freude hatten.

Was u. a. dazu führte, dass ich noch während des Europa-Balls bereits Anfragen zur aktiven Teilnahme am kommenden Ball erhielt, was aber ein Thema für einen kommenden Blog-Beitrag sein dürfte.

Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass die EUROPA-UNION Landesvorsitzende Evelyne Gebhardt erneut am Europa-Ball teilnahm. Es gab kaum einen Tanz, den sie ausließ und so lernte ich Evelyne nach all den Jahren von einer ganz anderen Seite kennen — Ballkultur at its best!

Auch gefreut habe ich mich darüber, das erneut Kreisvorsitzende aus den Nachbarkreisen mit beim Ball waren. Aus Mannheim kamen Peter Schulze mit Gattin und aus Rems-Murr, Markus Götz mit Gattin. Und aus Bad Kissingen kamen gleich vier Europäische Föderalisten. Den weitesten Weg legten Gäste aus Belgien zurück.

Nicht nur am Rahmenprogramm konnte man erkennen, dass Europa viel größer ist, als es sich viele vorstellen können. Aber egal wie groß Europa auch sein mag, es fußt immer auf unseren Gemeinden vor Ort; ein demokratisches Europa wird von unten nach oben aufgebaut und nicht anders herum. Und so wird es auch in den Städten und Gemeinden Europa gelebt — oder aber nicht, was letztendlich dessen Ende bedeutet!

Und so freute ich mich umso mehr, dass ich von der CDU zwei Gemeinderäte begrüßen durfte. Aus Marbach kam Phileas Hammer und aus Heilbronn kam Uwe Mettendorf mit Gemahlin. Die Freien Wähler Heilbronn waren nicht nur gleich mit zwei Gemeinderäten, Herbert Burkhardt und Michael Kuhn, und deren Ehefrauen vertreten, sondern unterstützen den Europa-Ball, indem sie einen ganzen Tisch für den Europa-Ball buchten.

Wenn der Heilbronner Gemeinderat mehrheitlich für unser Europa wäre, gäbe es nicht nur Europaflaggen in der Stadt zu sehen, was selbst in unseren Nachbargemeinden inzwischen eine Selbstverständlichkeit ist, sondern die demokratischen Fraktionen im Gemeinderat würden die EUROPA-UNION zumindest dahingehend unterstützen, indem sie sich jeweils einen Tisch beim Europa-Ball reservierten. Und so muss ich hier ganz besonders die Freien Wähler loben — dies hat nichts damit zu tun, dass ich einmal deren Vorsitzender sein durfte, sondern alleine damit, dass die Freien Wähler sich vor Ort für ihre Mitbürger einsetzen, auch für die EUROPA-UNION.

Apropos Europaflaggen. Manchen Gästen dürfte es aufgefallen sein, dass dieses Mal weder eine Europaflagge im Saal hing, noch die Harmonie entsprechend beflaggt wurde. Trotz schriftlicher Zusage von der Stadt hatte man dies „einfach vergessen“. Herbert Burkhardt wollte noch während des Balls nachsteuern, was aber erwartungsgemäß nicht funktionierte — es gab noch einen kurzen Schriftverkehr mit einem wohl für die Misere nicht verantwortlichen städtischen Angestellten und etwas Verwirrung bei mir und weiteren Mitarbeitern der Harmonie.

Meine erfreuliche Erkenntnis daraus, Europäer und Demokraten benötigen eigentlich gar keine Flaggen und Staatssymbole, um existieren und feiern zu können. Schön wäre eine Europaflagge zumindest im Theodor-Heuss-Saal der Harmonie aber dann doch gewesen.

Wir Heilbronner werden gerne als Stadt der Krämerseelen verschrien, dabei sind wir inzwischen eher in unserem Gemeinderat und unserer eigenen Stadtverwaltung Kleingeister und Wadenbeißer. Anders kann ich es mir beim besten Willen durch die in all den Jahren und dies in verschiedenen ehrenamtlichen Ämtern gemachten Erfahrungen wirklich nicht mehr erklären.

Als militanter Föderalist und besonders in meiner Rolle als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION halte ich weiterhin alle Gesprächskanäle offen, denn letztendlich geht es doch um unser gemeinsames Europa, unsere Demokratie und unsere Stadt.

Und dass man zusammenarbeiten kann, zeigten CDU und Freie Wähler noch während des Europa-Balls, nämlich als Uwe Mettendorf mit Gattin am Tisch der Freien Wähler Unterschlupf fanden — gelebte Demokratie und ein kleiner Funken Hoffnung.

Auf alle Fälle hatten, wie von uns vorab versprochen, alle Tänzer ausreichend Platz, um tanzen zu können! Die Band ließ keine Wünsche offen und so gab es sogar ab und zu Disco Fox und einmal eine spontane Line Dance Einlage. Und da manche Männer doch etwas tanzfauler als die Damen waren, gab es auch vereinzelte Einzeltänzerinnen. Alles in allem sehr harmonisch, passend und für alle Ballgäste mehr als zufriedenstellend.

Wir konnten es inzwischen zum zweiten Mal beweisen, dass der Europa-Ball in Heilbronn selbst über die eigenen Landesgrenzen hinaus für alle Tänzer und Tanzbegeisterte die Adresse ist!

Mit unserem Rahmenprogramm, welches wir den echten europäischen Gruppen des Treffpunkts Europas zu verdanken haben, jenen Gruppen, die der EUROPA-UNION auch nach dem Wegfall des Treffpunkts Europa die Treue hielten, konnten wir den Ballgästen ein kulturelles Angebot bieten, welches ebenfalls zumindest über unsere Region hinaus ausstrahlt. Erfreulich dabei, dass wir dieses Mal zwei neue Gruppen für den Europa-Ball gewinnen konnten.

Der Ball wurde durch die Ballettschule Kerstin Brenner fulminant eröffnet, danach folgte ein Highlight nach dem anderen. Der Applaus und einige regelrechte Begeisterungsstürme bestätigten dies.

Azahar Flamenco Gitano, die Grupo Raza, KunSt 07, Mladost Bosne und nach der Ballettschule Brenner ebenfalls neu mit dabei Majidah’s Tribe boten Tanzkultur in ihrer besten Form. Sämtliche Tänzerinnen und Tänzer eine reine Augenweide!

Zum krönenden Abschluss boten Klaus Brenner von der Tanzschule Brenner und Kerstin Brenner von der Ballettschule Brenner eine Tango Argentino Einlage, welche nicht nur alle anwesenden Damen träumen ließ.

Ballkultur will gelernt und auch geübt werden und so viel es nicht nur der Tanzband auf, dass dieses Mal die Tänzer länger durchhielten als noch beim ersten Europa-Ball in der Harmonie, man muss auch beim Tanzen lernen, seine Kräfte einzuteilen.

Auch fiel es auf, dass es weit mehr schöne Ballkleider und Garderoben gab als beim Europa-Ball zuvor. Sowohl von der Empore als auch von der Bühne aus ergab das wunderbare Bilder. Zur Ballkultur gehört es einfach mit dazu, dass man sich als Ballgast schick macht! Jeder so wie er es gerne möchte und hätte und dies macht einen Tanzball auch heute noch so faszinierend.

Mein Hot Wash Up zum Europa-Ball zieht ein mehr als positives Fazit. Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, was die anderen Teilnehmer so sagen und schreiben werden. Da es in Heilbronn kaum noch interessierte und geeignete Journalisten gibt, werde ich in den kommenden Tagen in meiner Rolle als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION noch einen eigenen Presseartikel zum Europa-Ball schreiben und auf der Website der EUROPA-UNION veröffentlichen.

Bis dahin dürften die ersten Reaktionen bei mir eingetroffen sein. Und ich hoffe nun auch sehr, dass nicht wieder Vorsitzende von Heilbronner Parteien wegen dieses Blog-Beitrags mit einem Austritt aus der EUROPA-UNION drohen, denn gerade als Vorsitzender eines Vereines oder gar einer Partei sollte man das eine vom anderen unterscheiden können müssen. Die beim Europa-Ball anwesenden Parteimitglieder können dies doch auch.