Konferenzraum

11.2.02026 4.6 (7)

Beitragsfoto: Konferenzraum | © Pixabay

Sicherheitskonferenz

Zur diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz reisen gut 50 US-Repräsentanten an, darunter Marco Rubio als Delegationsleiter und Gavin Newsom als ernst zu nehmender Gesprächspartner. Manche Journalisten schrieben bereits im Vorfeld vor den Gefahren einer Abkehr der USA aus der internationalen Ordnung — für dieses Erkenntnis braucht man weder ein Studium noch Presseerfahrung.

Eines der Hauptthemen des Treffens soll die Fähigkeit Europas sein, sich stärker durch eigene Kompetenzen zu behaupten und mit einer einheitlichen Stimme zu sprechen — ein Wunschdenken fürwahr!

Journalisten der Zeit meinen sogar, dass „Europa so langsam aufwachen würde“. Dabei wäre es einmal sehr spannend, wenn unsere europäischen Politiker und die anderen vermeintlichen Experten wie auch Journalisten einmal ihre US-Kollegen fragen würden, was es bedarf, um tatsächlich europäische Streitkräfte aufstellen zu können. Ich wette, diese werden unisono zugeben, dass dazu ein Bundesstaat notwendig ist.

Da dies aber weiterhin nicht im Interesse unserer eigenen EU-Prominenz ist, wird Europa auch nach dieser Münchner Sicherheitskonferenz weiter vor sich hindämmern. Was manche EU-Politiker dazu verführt, sich weiterhin Wladimir Putin anzudienern und die US-Amerikaner so langsam aber sicher aus der Weltgemeinschaft drängt — auch das hatten wir schon einmal, die Ergebnisse kennen wir alle nur allzu gut! Zumindest haben wir inzwischen eine einheitliche Nofallrufnummer in Europa.

Vermischtes

Der Running Gag des heutigen Tages ist der übliche Hinweis auf die Notrufnummer 112. Ich habe nunmehr darauf verzichtet, dafür einen eigenen Beitrag auf der EUROPA-UNION Website zu schreiben. Seit 1973 gibt es diese Rufnummer in Deutschland und seit 1991 in der heutigen Europäischen Union. Inzwischen sollte diese Rufnummer bei uns kein Neuland mehr sein.

Vor Kurzem habe ich die Bank gewechselt, was mir nach 50 Jahren nicht sehr leicht viel. Die Umstände zwangen mich dazu, denn die dortigen Banker waren inzwischen fachlich weniger versiert als deren Kunden und dazu menschlich voll und ganz daneben. Jedes Mal, wenn ich diese Bank betrat, kam bei mir das Gefühl auf, in ein Etablissement geraten zu sein.

Meine neue Bank, die ich auch schon eine ganz Weile kenne, gibt mir nun wieder das Bankkundengefühl zurück. Und wenn deren Mitarbeiter im nun inzwischen vierten Anlauf es schaffen, mir auch eine vollumfänglich funktionierende Kreditkarte zur Verfügung zu stellen, dann ist meine Welt diesbezüglich wieder völlig in Ordnung.

Gestern gab es einen aufgepeppten Europastammtisch, was zugegebener Maßen nicht schlecht war. Dort konnten wir den Teilnehmern u. a. mitteilen, dass die Hertensteiner Gespräche nun auch Einzug ins Haus der Geschichte halten werden. Was dazu führt, dass es nun mindestens zwei Ereignisse gibt, an denen ich mit beteiligt war und bin, die dort Einzug hielten. Auch wenn es sich dort nur um die jüngere Zeitgeschichte handelt, gibt es mir doch etwas zu denken .

Die große Masse unserer Mitbürger ist voll und ganz damit zufrieden, dass sie einen funktionierenden Tiktok-Account haben und WhatsApp bedienen können. Manche davon können sogar ein Word-Dokument öffnen und haben schon einmal etwas von PDF gehört. Meine Versuche, immer wieder etwas passendere Technologie in unterschiedlichen Vereinen einzuführen, darf ich nach gut 30 Jahren des Versuchens wohl als gescheitert ansehen.

Und so wundert es mich schon ein wenig, dass manche nun erneut versuchen, Microsoft-Produkte nicht nur in unserer Gesellschaft, sondern auch in Behörden und Firmen zu ersetzen — was ebenfalls in den letzten Jahrzehnten immer wieder scheiterte. Dabei kann man weiterhin von Microsoft lernen, denn sobald diese nur ihre Logos etwas mehr als sonst üblich verändern, bricht die gesamte Firmen- und Behördenwelt für Wochen zusammen.

Und so dürfen wir alle sehr gespannt darauf sein, was geschieht, wenn die ersten Behörden mit der Umstellung beginnen — könnte sein, dass man von diesen dann nichts mehr hört und sieht; eine ganz neue Form der Entbürokratisierung.

Weblogs

Immer mehr Blogger greifen auf KI zurück, manche ganz offen, manche mit Ausreden wie „einzig nur um …“ und andere klamm heimlich. Aber egal warum auch immer, es ist weder authentisch noch wird es der ursprünglichen Idee eines Blogs gerecht. Außer vielleicht, man versuchte schon immer seine eigene Profilneurose zu pflegen oder möglichst schnell und bequem an Geld zu kommen.

Dabei dürfte die Erfahrung gezeigt haben, dass kaum einer der unzähligen Blogger mit einem Blog sein Leben fristen können wird und wenn doch, was für ein Leben ist dies dann?

Selbst wenn man KI nur dazu nutzt, um seine eigenen sprachlichen Unzulänglichkeiten zu verschleiern, ist dies reiner Selbstbetrug und zugleich Betrug an der eigenen Leserschaft.

Ein Blog sollte sich doch schon aufgrund seiner Machart von Zeitungsartikeln und anderen Produkten gelernter Journalisten, praktizierender Autoren oder gar Wissenschaftlern unterscheiden. Und im Falle, dass diese selbst das Medium Blog für sich entdeckt haben, dann darf man gerne dort auch erkennen, dass der Blogger ein Profi ist.

Ich lese gerne und viele sehr unterschiedliche Blogs, wobei die meisten Blogger es bisher selten geschafft haben, um täglich etwas zu produzieren — und ganz plötzlich werden wir Leser regelrecht nur so von Blog-Beiträgen überschwemmt. Selbstverständlich kann dies alles nur Zufall sein — aber in dem Umfang?

Ich habe für mich schon festgestellt, dass ich manchen Bloggern nur noch halbherzig meine Aufmerksamkeit schenke, wobei ich früher™ deren Beiträge jedes Mal regelrecht verschlungen habe.

Dabei nun der KI die Schuld zuzuschieben dürfte verfehlt sein, es sind die Blogger, die hinter der KI stehen, die man dafür als verantwortlich ansehen muss. So lange sich deren Reichweite erhöht, dürfte es diesen aber völlig wurscht sein.

Das Schöne an unserer Welt ist es, alles regelt sich irgendwann wie ganz von alleine und so werden künftig wohl zum Verdruss unserer Umwelt und des Klimas KI-Blogger für KI-Leser schreiben und das Internet mit KI-Leben füllen. Das echte Leben findet auch weiterhin in den kleinen Nischen dazwischen statt.


Telefonzelle

9.2.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Telefonzelle | © Acatana auf Pixabay

Vermischtes

Plötzlich stellt sogar die Polizei fest, dass die Deutschkenntnisse bei vielen Bewerben zu wünschen übrig lassen. Wenn es doch bloß nur die fehlenden Deutschkenntnisse wären! Die demokratische Gesinnung ging bei viel zu vielen schon länger über Bord. Von einer fachlichen und menschlichen Eignung zu diesem Beruf möchte ich schon gar nicht mehr sprechen.

Die Fahrt mit dem meseno-Bus zog sich heute und dauerte etwa 20 Minuten länger als sonst. Einmal dachte ich sogar, dass ein Auto ganz alleine unterwegs sei, dann aber konnte ich die Fahrerin doch noch erblicken. Ob diese überhaupt etwas sehen konnte, darf bezweifelt werden. Ihre Geschwindigkeit ließ dabei vermuten, dass sie nach Gehör fuhr.

Wahl-O-Mat

Es ist wieder einmal soweit, wobei die meisten Wähler bereits wissen dürften, wen sie dieses Mal wählen. Was für die eingefleischten Parteigänger überhaupt keine Frage ist, denn die wählen wirklich alles, was man ihnen vorsetzt.

Seit heute ist nun der Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg verfügbar. Dort sind alle 21 Parteien vertreten. Eine Chance auch für die Parteigänger zu gucken, welcher Partei sie bei dieser Wahl eigentlich am nächsten stehen. Wer dabei feststellt, dass es AfD oder BSW sind, der sollte sich und der Menschheit einen großen Gefallen erweisen und der Wahl einfach fernbleiben. Alternativ kann man selbstverständlich auch seine beiden Kreuzchen einmal bei einer demokratischen Partei setzen.

Internet

Als langjähriger leidgeprüfter Telekomkunde freut es mich selbstverständlich zu lesen, dass manche Telekom-Mitarbeiter oder -kunden mit ihrem VDSL 100 Anschluss voll und ganz zufrieden sind und damit auch über die Runden kommen.

Ich muss mich seit meiner Rückkehr nach Deutschland 2006 mit bis zu 50 bezahlten Mbits der Telekom begnügen, wobei ich in meiner Ulmer Zeit tatsächlich um die 40 Mbits zur Verfügung hatte, aber mit meiner Rückkehr nach Heilbronn 2015 über Jahre hinweg froh war, wenn ich um die 10 Mbits anliegen hatte. Fernsehschauen und zeitgleich Internet meist nicht möglich. Videochats während der Pandemie fast unmöglich. Erst als ich auf Hybrid umstellte, dabei auch noch zusätzlich unsere Mobiltelefone nutze und auch die Kinder inzwischen aus dem Haus sind, können meine bessere Hälfte und ich mit der bestehenden Konfiguration ganz gut leben.

Dennoch träumen wir immer noch von jenen Zeiten in Polen oder gar Afrika, wo wir ausreichend Internet zur Verfügung hatten, und haben uns deshalb dazu entschlossen, auf einen Glasfaseranschluss zu setzen. Sollte dieser stabile 100 Mbits garantieren, wären wir mehr als glücklich! Bisher haben wir aber nur Kabelsalat.

Und ich stelle mir dabei überhaupt nicht die Frage, wie es andere Telekomgesellschaften mit weit weniger Angestellten als die Telekom schaffen, dass deren Kunden mehr als ausreichend Internet zur Verfügung haben und auch nur einen Bruchteil von dem bezahlen, was ich im Monat an die Telekom abdrücken muss.

Meine ursprüngliche Frage war, ob es den Telekombestandskunden nutzt, wenn die Telekom in München eine KI-Fabrik baut, anstatt die 1 000 Millionen Euro in den notwendigen Ausbau ihres eigenen Netzes zu stecken?


Bank

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Beitragsfoto: Bank | © Wendy CORNIQUET auf Pixabay 

KI-Fabrik

Nun weiß ich endlich, warum es mit meinem Glasfaseranschluss nichts wird. Die Versorgung unserer Bevölkerung mit Telefon und Internet ist inzwischen für den ehemaligen Staatsbetrieb sekundär. Man macht nun ganz auf Deutsche Bahn und investiert in Zukunftsprojekte.

Der lachende Dritte wird die Deutsche Post sein, die ihr Briefgeschäft bald wieder voll aufleben lassen muss, und wohl auch die Züchter von Brieftauben.

Die Deutsche Telekom nahm heute in München ein großes komplett renoviertes KI-Rechenzentrum offiziell in Betrieb, für gut 1 Milliarde Euro. Die Blasenwirtschaft will weiter gepimpt werden. Unser Wirtschaftsbonzen rennen den Säuen hinterher, so wie Donald Trump den Bitcoin.

Ich habe selbstverständlich nichts gegen unternehmerisches Risiko, aber bitte nicht immer nur auf Kosten von uns Bürgern! Gerade Firmen, die mit unserer Infrastruktur wuchern und sich dabei dumm und dämlich verdienen dürfen, sollten tunlichst darauf achten, dass sie auch noch ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen. Wenn sie dies nicht machen, dann müssen sie von der Legislative aus dem Rennen genommen werden. Und ist auch dies nicht der Fall, dann befinden wir uns in einer reinen Ausplünderungswirtschaft. Und dass dies unseren Politikern selbst auch nicht schadet, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein.

Open Benches

Terence Eden schrieb jüngst über sein OpenBenches-Projekt. Inzwischen finden sich fast 40 000 solcher Bänke auf seiner Website. Eine digitale Sammelleidenschaft, die originell und bewundernswert zugleich ist.

Noch spannender, weil er in einem Blog-Beitrag auch einmal die Kosten von openbenches.org aufführt — keine 200 Pfund im Jahr!

Und dies steht ganz im Gegensatz zu jenen deutschsprachigen Bloggern, die immer vehementer verlautbaren, dass ihre eigenen Blogs oder zumindest ein paar ihrer kleinen Seitprojekte mangels Finanzierung durch die „Community“ scheitern werden.

Ich bedauere jeden Blogger sehr, der keine 200 Euro im Jahr für sein Hobby aufwenden kann! Wahrscheinlich werden wir demnächst ein episches Blog-Sterben miterleben müssen.

Vermischtes

Es ärgert mich doch immer wieder ein klein wenig, wenn man mir dringend rät, doch etwas mehr politische Veranstaltungen anzubieten. Und selbstverständlich dabei ganz genau weiß, wie man dies am besten machen könnte — andere machen könnten, versteht sich dabei von ganz alleine. Und sobald ich dann solche Veranstaltungen anbiete und dabei auch noch auf die Notwenigkeit hinweise, dass diese besucht werden sollten, lässt sich kaum ein Mensch blicken — die üblichen Verdächtigen halt. Ich muss es wohl nicht erwähnen, dass gerade jene, die mehr solche Veranstaltungen fordern, an solchen Veranstaltungen dann nicht teilnehmen!

Es wäre wohl besser, wenn ich künftig nur noch in frenetischen Jubel ausbreche, diese Menschen über den Klee lobe, lauter solche geforderten Veranstaltungen avisiere und hinterher eine KI über die nicht vorhanden Veranstaltungen Presseberichte schreiben lasse. Was man wohl so in einer Gesellschaft des Selbstbetrugs macht — warum denke ich nun bloß an Linkedin?

Ach so, aktuell werde ich mit Angeboten nur so überhäuft, von Profis, die mich gerade deswegen anschreiben, weil sie mich schon alleine wegen meines aussagekräftigen Linkedin-Profils als geeignet identifiziert haben. Das Problem dabei: ich habe schon lange keines mehr.

Gestern durfte ich ganz spontan eine Tour durch Franken machen, ganz Franken! Also inklusive Ober-, Unter- und Mittelfranken. Ich lernte dabei nebenbei, dass unsere beiden Bundesländer weiter an Franken nagen und erst 1972 den Landkreis Eichstätt von Mittelfranken abknabberten.

Der informierte Leser wird mich sicherlich fragen mögen, ob ich denn auch in Hessen gewesen bin, aber so weit denke ich schon lange nicht mehr. Zudem wäre es wohl an einem Tag zu viel des Guten gewesen.

Heute konnte ich ganz gemütlich meine Klausur fertig korrigieren. Ein sehr ernüchterndes Ergebnis. Wenn man allerdings die Teilnahme an den Vorlesungen mit einbezieht, könnte man auch gut meinen, dass meine Klausuren immer einfacher werden.

Ich selbst gehe weiterhin davon aus, dass es Studenten gibt, die benötigen keine Hochschulen, da sie mit ihrem Verstand und etwas natürlicher Neugierde ausgestattet, sich das notwendige Fachwissen auch so aneignen können. Allerdings bleibt die Bildung dabei auf der Strecke, der eigentliche Grund, warum ein Mensch studieren sollte.

Wahrscheinlich aber sind die heutigen Studenten voll und ganz damit zufrieden, wenn sie künftig Dosensuppen sortieren und in Regale einräumen, dass sie dies dann als Bachelor machen. Auch erspart es einem, sich dabei noch Gedanken über eine mögliche Überqualifizierung zu machen.