Have questions?

21.7.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Have questions? | © Shutterstock

Respekt

Kaum vom Tanzen zurück, erfuhr ich, dass Joe Biden seinen Rücktritt als Präsidentschaftskandidat erklärt hat. Damit macht er den Weg für einen jüngeren Kandidaten frei und spricht sich kurz darauf für seine Vizepräsidentin Kamala Harris als Kandidatin aus. Wenn die US-Demokraten nicht völlig bedeppert sind, dann greifen sie zu und versuchen nach dem berechtigten Misserfolg von Hillary Clinton einen zweiten Anlauf. Ob die USA allerdings für eine US-Präsidentin reif sind, darf bezweifelt werden — wünschen würde ich es ihnen.

Auf alle Fälle ist jeder und alles besser als ein Donald Trump. Hoffen wir nun, dass sich die US-Demokraten nicht wieder selber in den Fuß geschossen haben!

Frage der Fragen

Die Antwort auf die Frage aller Fragen ist bekanntlich 42, etwas genauer genommen ist es das Universum an sich. Und so sollten wir für verständlichere Antworten auch etwas verständlichere Fragen stellen.

Übrigens, KI hilft dabei nicht — das wissen wir spätestens seit Douglas Adams! Aktuell lese ich einen Beitrag von Jeanette Otto in der Zeit „Deutsch? >> Egal, egal! <<“ (Die Zeit, Nr. 30, 11.7.2024: 27f). Ich habe für mich bereits die Antwort gefunden und meine Tätigkeit als Lesepate eingestellt. Wenn man die verantwortlichen Eltern nicht zur Rechenschaft ziehen und ihnen auch nicht die Kinder (deren Opfer!) wegnehmen darf, sind alle Bemühungen völlig umsonst.

Ich behaupte darüber hinaus, dass wer als gesunder Mensch in einer Sozialen Marktwirtschaft nicht selbst für sein Auskommen sorgen kann, einfach nur ein schlechter Mensch und wessen Kinder in der Schule versagen, auch noch ein schlechtes Elternteil ist.

Aber als Gesellschaft tragen wir insoweit eine Mitschuld, weil wir Dummheit, Faulheit und Kriminalität nicht mehr ausreichend sanktionieren!

Ein Lob geht an den Mann vom Ordnungsamt gestern, der versuchte, drei bio-deutsche und offensichtlich auch noch drogensüchtige Wildpinkler zu stellen, gekonnt wich er dabei einem Faustschlag aus. — In diesem Fall hülfe neben der Sanktionierung auch noch das Vorhandensein von öffentlichen Toiletten in der Stadt.

Übrigens, die im Artikel angesprochenen Kinder können nicht nur nicht Deutsch, sondern auch nicht richtig Türkisch, nicht richtig Russisch oder auch nicht richtig eine andere Sprache!

Egal in welcher Sprache auch immer, kennen wir den Unterschied zwischen sozial und asozial nicht mehr?

Werben

Aktuell bin ich verstärkt damit beschäftigt, interessierte Menschen für die 8. Hertensteiner Gespräche und auch schon für den Europa-Ball 2025 gewinnen zu können. Beide Veranstaltungen werden ihre Genießer finden, da sind wir uns alle sicher, aber für die Organisatoren ist es einfach viel besser, wenn man so schnell wie möglich die 80 Prozent an vorgesehenen Teilnehmen beisammen hat. Das macht die ehrenamtliche Arbeit einfacher und vor allem auch erfreulicher.

Leider aber zieren sich viele Mitbürger immer öfters, um verbindliche — und dies dazu auch noch frühzeitig — Zusagen zu machen. Dabei wäre es für uns Menschen an sich und für eine funktionierende Gesellschaft viel einfacher, wenn wir Bürger immer wieder den einen oder anderen Pflock einschlagen würden. Für mich sind bestimmte Ereignisse einfach gesetzt und ich werde — sGw — daran teilnehmen, meine entsprechenden Anmeldungen gehen sehr frühzeitig raus, so früh, dass es die Organisatoren mit mir möglichst einfach haben.

Die heutige verbindliche Unverbindlichkeit zeigt dabei doch nur eines, nämlich, dass die so agierenden ihr Leben einfach nicht mehr so richtig im Griff haben oder noch schlimmer, dass sie mit ihrer Unverbindlichkeit der puren Schaumschlägerei anheimfallen: „Man ist so wichtig, dass man keine Zusagen machen und schon gar nicht pünktlich zu Terminen erscheinen kann!“

Diese Menschen versäumen dabei vor lauter nichts versäumen wollen, das eigene Leben (John Lennon) — und dieses könnte zumindest manchmal einfacher sein, als man es sich selber macht.

Zwei Monate vor den 8. Hertensteiner Gesprächen habe ich 50 % der Teilnehmer beisammen, es müssten spätestens drei Monate vor Termin allerdings bereits 80 Prozent sein, um, wie gesagt, es den Organisatoren halbwegs einfach zu machen.

In zehn Monaten findet der Europa-Ball 2025 statt und erst 5 % der Teilnehmer haben eine verbindliche Zusage erteilt — ich gehe davon aus, dass heute schon weit mehr ihre eigene Teilnahme planen: diese könnten es den ehrenamtlichen Organisatoren doch auch etwas einfacher machen.

Regelmäßig werde ich gefragt, warum ich die eine oder andere „doch so großartige“ Veranstaltung oder gar Reise nicht mehr mache oder wenigstens wieder einmal anbiete? Warum wohl?

Schöpfung

Verstärkt wird in linken Kreisen nun auf Joseph Schumpeter und dessen „schöpferische Kraft der Zerstörung“ hingewiesen. Damit, so argumentiert man, tuen die Russen den Ukrainern auch etwas Gutes an. „Kriegsdruck als Transformationsbeschleuniger“, und wenn der Westen dann tatsächlich obsiegen sollte, ist es das große Verdienst von Wladimir Putin, dass die Ukraine doch noch in die NATO und ggf. auch noch in die EU gelangt.

Bei allen denkenswerten Theorien und dem grundsätzlich auch lobenswerten Abgewinnen von Gutem im Bösen, wäre es wohl für alle Beteiligten — bis auf die ewigen Kriegsgewinnler — besser, wenn es erst gar nicht zu einem Krieg gekommen wäre. Bekanntlich sind aber den Linken alle Mittel recht, so lange diese nur zum Sozialismus führen.

Und sobald dereinst die Welt wieder nur halbwegs in Ordnung ist, bemängelt die Linke erneut die Ungerechtigkeit von Leistung, Fleiß und schöpferischen Kräften.

„Whenever you have trouble getting up in the morning, remind yourself that you’ve been made by nature for the purpose of working with others, whereas even unthinking animals share sleeping. And it’s our own natural purpose that is more fitting and more satisfying.“

Marcus Aurelius, Meditations (8.12)

NATO Logo

NATO 5 (7)

Beitragsfoto: NATO Logo | © Pixabay

Meinem ersten NATO-Vortrag konnte ich bereits im Sommer 1983 als Offiziersanwärter lauschen. Worin es in dem Vortrag ging, kann ich heute nicht mehr sagen, damals bereits spannender das Drumherum. Der deutsche NATO-Vertreter, der hauptsächlich vor deutschsprachigem Publikum sprach, war gezwungen auf Englisch vorzutragen. Und damit auch jeder im Saal den Ausführungen folgen konnte, gab es einen Dolmetscher. Das wirklich Spannende dabei, dass der Vortragende sich mit dem Dolmetscher stritt, weil er sich nicht richtig übersetzt fühlte. Damals wurde der Streit von der höchsten im Saal anwesenden Stelle dahingehend beendet, dass man dem „Übersetzerdiplom“ Recht gab.

Jahre später bat mich unser Übersetzer in einem NATO-Stab um Versetzung, da er sonst befürchtete, seine Englischkenntnisse voll und ganz zu verlieren. Über die Jahrzehnte hinweg hatte sich die NATO nicht nur vergrößert, sondern auch in ihren inneren Wesen her geändert. Bezeichnend dafür das nun dort gesprochene NATO-Englisch, welches mit dem Beitritt ehemaliger Sowjetländer eine ganz eigene Form annahm.

Vor 75 Jahren wurde die NATO als Verteidigungsbündnis (siehe: Nordatlantikvertrag [Link nicht mehr gültig]) gegen die damalige Sowjetunion gegründet und war von Anfang an ein politisches Bündnis. Gerade wir Föderalisten sahen die NATO als Chance, um die westliche Welt weiter zu einen. Auf alle Fälle aber trug sie dazu bei, dass sich die NATO-Partner einander näherten und im gegenseitige Austausch die Welt verbesserten — ganz davon abgesehen, dass sich viele Länder erst unter dem Schutz der NATO entwickeln konnten.

Fast von Anfang an gab es aber auch Mitglieder, die die NATO nicht nur für ihre ganz eigenen Zwecke nutzen wollten, sondern auch bereit waren, diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu torpedieren. Als politisches Bündnis trug man diese „Minderheitenmeinungen“ bis zu einem gewissen Maße mit und hielt sie auch aus.

Und so war der eigentliche Schwerpunkt von Anfang an, die „Bündnispartner“ zu Bündnispartnern zu machen. Die Integration von uns Westdeutschen kann dabei als vorbildlich angesehen werden, auch wenn sich Briten und Franzosen bis heute darin einig sein dürften, dass Hastings Lionel Ismays Leitspruch weiterhin Gültigkeit besitzt: „To keep the Soviet Union out, the Americans in and the Germans down.

Von Anfang an ganz speziell die Franzosen und schwierig bis heute auf alle Fälle die Türken, die weiterhin und dies bereits seit dem 17. Jahrhundert erst einmal im Westen ankommen müssen.

Inzwischen hat sich die NATO ähnlich wie der Europarat oder die EU so weit vergrößert, dass man sich auch hier die Frage nach „Vertiefung“ oder „Erweiterung“ stellen müsste. Zumindest einige der ehemaligen Warschauer Pakt Länder — z. B. Ungarn — zeigen, dass es ihnen nicht um westliche Werte und demokratische Politik geht, sondern einzig und alleine um den größtmöglichen Eigennutz, wobei auch der Verrat am Bündnis mit einkalkuliert ist.

Aber auch in den alten NATO-Ländern bestehen weiterhin in Teilen der jeweiligen Bevölkerungen Vorbehalte gegenüber westlichen Werten und demokratischen Systemen. Und diese Vorbehalte lassen sich bis heute sehr gut an der NATO ausleben — insbesondere dann, wenn man sich ausschließlich auf deren militärische Komponenten beschränkt.

In Zeiten, wo sich die NATO gleich mit mehreren Angreifern (u. a. Russische Föderation und China) beschäftigen muss, lassen sich diese antidemokratischen Kräfte wie bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren (siehe: NATO-Doppelbeschluss) als Fünfte Kolonne missbrauchen. Und diese ziehen nun ganz aktuell langsam aber sicher wieder die alten Register („Petting statt Pershing“).

Für manchen Polit-Greis ein richtiger Jungbrunnen, wenn man auf seine alten Tage hin beim Steine- und Molotowcocktailwerfen oder zumindest beim Radmutterlockern wieder so richtig ins Schwärmen kommt. Zumindest aber hetzen sie erneut auf allen Kanälen.

Wie die EU und der Europarat auch, ist die NATO einfach zu gut für unsere Welt. Politische Systeme, die auf die Mündigkeit der Bürger und auf deren demokratisches Engagement bauen, haben wohl keine Zukunft mehr. Die Welt gehört bald wieder den Steinewerfern.

Fast hätte ich es vergessen. Liebe NATO, herzlichen Glückwunsch zum 75. Jubiläum!

Die Parteien dieses Vertrags bekräftigen erneut ihren Glauben an die Ziele und Grundsätze der Satzung der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und Regierungen in Frieden zu leben. Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der Person und der Herrschaft des Rechts beruhen, zu gewährleisten. Sie sind bestrebt, die innere Festigkeit und das Wohlergehen im nordatlantischen Gebiet zu fördern. Sie sind entschlossen, ihre Bemühungen für die gemeinsame Verteidigung und für die Erhaltung des Friedens und der Sicherheit zu vereinigen. Sie vereinbaren daher diesen Nordatlantikvertrag:

Präambel des Nordatlantikvertrags (Washington DC, 4. April 1949)

Lesezeichen

Wie deutsche Politiker Putins Krieg möglich machen 5 (2)

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Nikolai Klimeniouk | Frankfurter Allgemeine

Wie deutsche Politiker Putins Krieg möglich machen – Russland und der Westen (zuletzt aufgerufen am 4.4.2024 um 8.11 Uhr)

„Russland führt seit zehn Jahren Krieg gegen die Ukraine und den Westen. Kremlchef Putin will unsere Demokratie vernichten. Das wollen viele nicht verstehen. Ihre Devise: Egal, wie schlimm es ist, weiter so. …

Die tatsächlichen Entscheidungen der deutschen Politik, die der Ukraine aufgezwungenen Minsk-Verträge und vor allem der Bau der Pipeline Nord Stream 2, folgten insgesamt diesen Empfehlungen. Deutlicher konnte man der deutschen Gesellschaft nicht signa- lisieren, dass demokratische Grundsätze verhandelbar sind und dass man es mit der Menschenwürde nicht so ernst nimmt. Zumindest mit der Würde der anderen, wenn man schon den Ukrainern ohne Weiteres zumutet, in einer Tyrannei statt in einer wie auch immer unvollkommenen Demokratie zu leben. Dann kann man noch so viele öffentliche Mittel in die Demokratieförderung und Initiativen gegen Rechts investieren, keine politische Bildung ist so wirksam wie diese Heuchelei. …

… zu dessen 60 Unterzeichnern neben Russlandlobbyisten der Altkanzler [Gerhard]Schröder, der Altbundespräsident [Roman] Herzog, eine ganze Reihe von Ex-Bundesministern und andere einstige höchste Repräsentanten der deutschen Demokratie gehörten. …

Wen soll es wundern, dass Leute wie Björn Höcke und Sahra Wagenknecht mit ihrer Anti-NATO-Rhetorik Teile der deutschen Wählerschaft erreichen, wenn selbst ein Ex-Kanzler und hohe Sicherheitsfunktionäre das Verteidigungsbündnis als eine furchterregende Bedrohung darstellen. …

Bundeskanzler [Olaf] Scholz mit seiner Taurus-Absage oder SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich mit seinem Vorschlag, den Krieg einzufrieren, bekommen Beifall von AfD und BSW …

Eigentlich hätte jemand wie [Frank-Walter] Steinmeier in einer gut funktionierenden Demokratie wegen seiner Beteiligung an gravierenden Fehlentscheidungen vor einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gestellt werden sollen. Stattdessen wurde er 2017 zum Bundespräsidenten gewählt …

Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Bertelsmann-Stiftung von 2023 zufolge ist etwa die Hälfte der Deutschen mit der Demokratie unzufrieden, laut einer Allensbach-Umfrage von 2022 glauben 31 Prozent, in einer Scheindemokratie zu leben. Offensichtlich wirkt eine Demokratie, die sich von einer Despotie nicht richtig abgrenzen kann, nicht besonders überzeugend.“


Sehr lesenswerte Analyse von Nikolai Klimeniouk. Er bestätigt das, was ich seit Jahren über unsere Politik schreibe.

[https://iiics.org/h/20240404062900]