München

15.5.02024 5 (5)

Beitragsfoto: München | © Bettina Kümmerle

Verschiedenes

Seit Anbeginn unterstützt die EUROPA-UNION Heilbronn die Europawahlkampagne des Staatsministeriums und hat immer dafür gesorgt, dass Heilbronn mit in diese Tour de Ländle aufgenommen wird. Der Auftakt fand dieses Mal in Stuttgart statt, wobei dort auch die EUROPA-UNION Heilbronn mit vertreten war; ich habe darüber bereits berichtet. Aus Kostengründen und weil es auch immer schwieriger wurde, die Fahrer für den Bus zu gewinnen, hat man dieses Jahr auf einen Bus verzichtet und geht nun mit einer Ape-Tour auf Reisen, wobei die neue Attraktion ein Kaffeewagen ist — der dort gereichte Kaffee schmeckt besonders gut und wird zudem kostenfrei serviert.

Am 31. Mai 2024 macht die Ape-Tour nachmittags in Heilbronn auf dem Kiliansplatz Halt; die EUROPA-UNION wird dort traditionell mit einem Info-Stand vertreten sein. Dieses Mal macht sogar die Heilbronner Stadtzeitung (15.5.2024: 2) Werbung für dieses Ereignis — meine Leser wird es sicherlich nicht wundern, dass in diesem Artikel die EUROPA-UNION keine Erwähnung findet.

Apropos Kaffee, das mit dem Käffchen zusammen mit Detlef Stern hat gestern nicht geklappt; dafür bekam ich aber von Valentin Weber und einer seiner Kolleginnen Verstärkung bei meiner Vorlesung. Leider wird es auch mit dem Käffchen am Freitag nichts werden; der Grund ist naheliegend. Dafür werde ich aber wieder in der Dammgrundschule vorlesen — wir sind gerade beim Räuber Hotzenplotz und ich habe es tatsächlich vergessen, wie die Geschichte ausgehen wird.

Aber bis Freitag kann ich mich noch gedulden, denn zwischenzeitlich halten mich die Freie Wähler-Broschüren auf Trapp und wenn es klappt, dann kann ich auch noch das Tanzbein schwingen. Zudem soll es weitere Klagen gegen uns Freie Wähler geben — völlig an den Haaren herbeigezogen. Ich warte hierbei aber erst einmal ab, bis ich diese auf dem Tisch habe. Das mit diesen Klagen und Nörgeleien macht so wenig Spaß wie der Bürokram, den ich aktuell mit der GEMA zu erledigen habe.

Parkhaus

Der Neckarbogen hat jetzt auch eine Quartiergarage und man darf davon ausgehen, dass mindestens ein weiteres öffentliches Parkhaus noch dazu kommen wird. Was keinen verwundert und so auch sicherlich in den ersten Planungen zum Neckarbogen mit Berücksichtigung fand, noch bevor „Experten“ mit dem Umbau diese neuen Stadtteils begannen. Das Parkhaus macht einen sehr guten Eindruck. Allerdings bringt es Simon Gajer (Heilbronner Stimme, 15.5.2024: 23) gleich auf den Punkt: „Die Mischung macht die Mobilität aus, das verdeutlicht dieses Parkhaus eindrucksvoll. Bleibt nur ein Manko: Zur Mischung gehört ein guter Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr.“

Die ursprünglichen und auch notwendigen Planungen für den ÖPNV wurden wohl mit Amtsantritt des OB eingestellt, wobei man nun versuchte, den Neckarbogen zu einer Waldsiedlung à la SED für Heilbronner VIP umzugestalten. Die Realitäten haben inzwischen die Hirngespinste einiger besonders wichtiger Heilbronner zunichte gemacht, man wird nun wohl und ganz folgerichtig auch im Neckarbogen verstärkt auf den sozialen Wohnungsbau zurückgreifen müssen, zumindest wenn man das ganze Viertel noch halbwegs zeitgerecht entwickeln möchte.

Wie schon erwähnt, dann benötigt man sicherlich noch eine weitere Quartiergarage und ganz besonders eine Anbindung an den ÖPNV, der dann hoffentlich über die Paula-Fuchs-Allee beidseitig an die Stadt angebunden wird. Zum guten Schluss wären wir dann wieder bei den ursprünglichen Planungen für die Weiterentwicklung unserer Stadt, wobei der Neckarbogen ein Bestandteil von vielen ist, der sich dabei möglichst gut in die Reststadt integriert — eine Ghettobildung passt nicht ins 21. Jahrhundert und schon gar nicht nach Europa!

Für Europa

Während in anderen Städten zumindest während der Europawoche beflaggt wird, schweigt man im Heilbronner Rathaus Europa weiterhin tot. Wenn es nach der Verwaltung und ihrem Gemeinderat geht, dann wurde Heilbronn einzig und alleine von zwei Menschen geschaffen, nämlich einem Milliardär und dessen Oberbürgermeister. Und so ist es auch kein Wunder, dass es im Rathaus in Sachen Europa nur leere Versprechen und hohle Worte gibt — dafür aber eine Nazigedenkstätte, gleich neben dem SPD-Fraktionszimmer.

Sehr erfreulich hingegen ist es und da muss ich die Heilbronner Stimme tatsächlich wieder einmal loben, dass wir seit ein paar Tagen verstärkt gut recherchierte Artikel und Meinungsbeiträge über Europa lesen können; Christoph Donauer ist dabei besonders zu erwähnen. Unsere Tageszeitung hat sich während der Europawoche und im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament nicht nur Gedanken darüber gemacht, wie man Demokratie und in meinen Augen auch eine notwendige europäische Einigung thematisieren kann, sondern beleuchtet dabei die Vor- und Nachteile wie auch die unterschiedlichen Sichtweisen ganz gut. Und alleine dies kann man als positiv für unser Europa werten!

Ganz besonders gefällt es mir dabei, dass man mich in meiner Funktion als Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION vor ein paar Tagen interviewt hat. Das letzte Interview ist schon eine ganze Weile her — aus dem Juli 2011 — und drehte sich um Stuttgart 21 — damals hätte ich es nie vermutet, dass auch dies ein sehr langwieriges Thema werden wird.

Dieses Mal durfte ich meine Meinung und Überzeugung zu einem europäischen Bundesstaat kundtun. Das Interview führte Christoph Donauer (Heilbronner Stimme, 15.5.2024: 3) und ich war zugegebener Maßen gespannt darauf, wie er das etwas längere Interview zusammenfassen wird. Ich halte seinen Artikel für sehr gut gelungen. Deswegen erlaube ich es mir, diesen hier im Blog zu veröffentlichen.

Dem Heilbronner Rathaus und seinen aktuellen Insassen wünsche ich derweil mehr Mut zur Demokratie und zu Europa sowie ein wenig mehr Interesse für die Bedürfnisse und Wünsche von uns Heilbronner Bürgern.


Cäcilienbrunnen

25.12.02023 5 (5)

Beitragsfoto: Cäcilienbrunnen

Spieleabende

Seit Freitag wird wieder verstärkt gespielt. Die meisten Spiele dürften meinen Lesern inzwischen bekannt sein — uns werden sie auch nicht langweilig. Meine bessere Hälfte guckt sich gerade ein neues Spiel etwas näher an. Der Rest der Familie hatte sich derweil zum Alte-Filme-Bingen entschieden.

Leicht übernächtigt ging es deshalb heute auf den Spaziergang. Und fast hätte ich vergessen, die gestrige Christvesper mit Dekan Christoph Baisch in der Kilianskirche zu erwähnen. Volles Haus und kurzweiliges Programm.

Spaziergang

Dieses Mal ging es auf meine alte Lauf- und Hundestrecke und ich wurde nicht enttäuscht, denn fast zum Schluss konnte ich noch das obige Foto schießen. Eine der wenigen Europaflaggen, die man in Heilbronn so findet. Und dabei profitiert gerade Heilbronn doch ganz gewaltig von der Europäischen Union — kein Zukunftsprojekt in unserer Stadt, ob IPAI, Universität, Hochschule oder Neckarbogen, wo keine EU-Fördermittel drin stecken!

Zum Leidwesen vieler Heilbronner wird dies aber ganz bewusst von der Stadtspitze wie auch vom Gemeinderat geheim gehalten. Regel Nummer eins und zwei: man spricht nicht über europäische Fördermittel — da ist und bleibt man weiterhin geschlossen deutschnational und wundert sich später darüber, wenn die AfD nach 1945 wieder stärkste Fraktion im Gemeinderat wird.

Nights in White Satin

Zum Jahresende einmal ein Lied von The Moody Blues aus dem Jahr 1967; das hier gezeigte Video wurde ebenfalls 1967 in Paris aufgenommen. Die „Moodies“ gründeten sich bereits 1964, brachten bis 1972 acht Alben heraus, pausierten von 1973 bis 1978, schafften bis 1999 weiteren sieben Alben und lösten sich 2021 endgültig auf.

Nights in White Satin, wobei Justin Hayward den Song schrieb und auch sang, stammt von ihrer zweiten Platte „Days of Future Passed“, dessen Plattentitel ganz gut zum Jahreswechsel passt.

Interessanter Weise wurde Nights in White Satin, das auch als Single-Auskopplung zu kaufen war, erst 1972 ein Erfolg. Inzwischen wurde das Lied auch des öfteren gecovert, aber niemand hat dies so gut gemacht wie Bettye LaVette.

Eigentlich wäre dies eine ganz gute Herausforderung für Sebastian Schaffer — was meinst Du dazu?


Hauptbahnhof

25.11.02023 5 (6)

Rote Laterne

Wenn wir Heilbronner uns keine ersten Plätze in irgendwelchen unbedeutenden Rankings „erkaufen“, die dann so gerne von der Heilbronner Stimme verkündet werden, bekommen wir immer öfters einfach nur eine rote Laterne angehängt.

Beim SPNV in Baden-Württemberg erzielt unser Neckartal den 32. und damit landesweit letzten Platz, und dies hinter der Schwarzwaldbahn. Das muss man erst einmal schaffen!

Wie wir aber alle wissen, ist dies kein Problem, da wir doch eine Autostadt sind — zumindest so lange, wie Audi noch in Neckarsulm ist. Unsere Politiker sind schon längst einen Schritt weiter und verbannen nach der Bahn nun auch das Auto aus Heilbronn, um alleine dem Fahrrad zu huldigen.

Wir bekommen jetzt den Lerchenbergtunnel für inzwischen 1,7 Millionen Euro — also wie von mir vermutet, weit über 2 Millionen Euro — und opfern dafür unsere öffentlichen Schulen. Schade nur, dass im Gemeinderat weiterhin das Eigeninteresse und die Interessen Einzelner vor dem Allgemeinwohl stehen!

Nochmals, ich habe nichts gegen den Lerchenbergtunnel — außer, dass ich ihn gerne als Bahntrasse gesehen hätte — aber wir Heilbronner haben andere Probleme als ein paar Stadtratssenioren ein Steckenpferd zu finanzieren, das diese eh nicht benutzen werden.

Nachtrag

Detlef Stern hat mich gleich darauf aufmerksam gemacht, dass dafür die Stadtbahn Heilbronn-Nord aktuell den sechsten Platz im Ranking hat und Hohenlohe-Franken-Untermain den Platz 11. Diese Strecken nutze ich leider so gut wie gar nicht.

Kreisversammlung

Die 70. Kreisversammlung der EUROPA-UNION war für mich ein durchaus erfreuliches Ereignis. Nicht, weil ich erneut von den Mitgliedern als Vorsitzender gewählt wurde, sondern weil mehr Mitglieder zur Versammlung kamen als erwartet und diese sich zudem aktiv einbrachten. Als Folge davon werden wir im Frühjahr bei der Landesversammlung unseren Antrag „Europa vor Ort stärken!“ einbringen können.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Thomas Randecker die Wahlleitung übernahm und sich zudem sehr fundiert an der Diskussion beteiligte. Nichtsdestotrotz sind viele Teilnehmern davon überzeugt, dass sowohl Gemeinderat als auch Stadtverwaltung für mehr Transparenz bei der Verwendung europäischer Fördermittel in Heilbronn sorgen könnten.

Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass die EU z. B. das WTZ Heilbronn mit 7 Millionen Euro aus dem Fond für regionale Entwicklung gefördert und im Neckarbogen z. B. das Gebäude „Skaio“ mit 500 000 Euro bezuschusst hat. Gemäß europäischen Richtlinien müssten dort entsprechende Hinweise angebracht werden. Ich gehe inzwischen davon aus, dass dies deshalb nicht geschieht, weil im Gemeinderat und der Stadtverwaltung scheinbar nationalistische Populisten das Sagen haben, die sich ähnlich wie Viktor Orban gerne mit fremden Federn schmücken.

„Alle Empfänger/innen von EU-Mitteln sind generell verpflichtet, auf die Förderung durch die EU hinzuweisen und deren Sichtbarkeit zu gewährleisten. Je nach Programm werden sie in der Regel gebeten, ihre diesbezüglichen Pläne darzulegen.“

Kommission

Bahnhof

Da freuen sich wieder einmal ein paar Politiker darüber, dass in Heilbronn bald interimsweise ein ICE halten soll. Dabei sollten sie sich besser einmal die Frage stellen, warum die Bahnsteige im Heilbronner Hauptbahnhof zu kurz sind und ob überhaupt genügend Heilbronner einen ICE nutzen werden.

Aber selbst wenn man die Bahnsteige wieder verlängert und genügend Menschen den ICE nutzen würden, beginnen die Probleme erst so richtig. Denn weder unser Bahnhof noch die umliegende Infrastruktur sind für solche Menschenmengen ausgelegt — auch hier hat man die letzten Jahre die Infrastruktur zurückgebaut und sich dafür feiern lassen.

Aber selbst dann, wenn man dies alle wieder rückgängig machen würde — 100 Millionen Euro sind dabei aber gar nichts! — fehlt immer noch die streckenmäßige Anbindung Heilbronns an den Rest der Welt.

Besser ist es wahrscheinlich, wenn man erst Bund und Land davon überzeugt, Heilbronn wieder an das europäische Streckennetz anzubinden und danach anfängt, um über einen funktionstüchtigen Hauptbahnhof und dessen Anbindung an die Stadt nachzudenken. Wahrscheinlich kann man dann das gesamte Bahnhofsviertel neu ordnen — was verantwortungsbewusste Volksvertreter schon längst hätten machen müssen!