World citizenship website

World citizenship 5 (2)

Beitragsfoto: Screenshot der Website

Diese Website-Domain hatte ich mir Anfang der Nullerjahre zugelegt, um eine Art „Facebook“ aufzubauen, aber dies mit einer bestimmten politischen Aussage verbunden.

Vielleicht war das dann auch der Grund, warum diese Website nie sehr populär wurde, obwohl sie anfangs gut 1 000 Zugriffe am Tag hatte.

Über all die Jahre hinweg, habe ich diese Domain dann immer wieder mit anderen Inhalten und auch Zielen versehen. Jetzt nutze ich sie nur noch — und dies aus rein nostalgischen Gründen — für mich ganz persönlich.

Ich sammle dort nun meine eigenen Hyperlinks, damit ich einen schnelleren Zugriff auf diese habe. Sozusagen mein erster wirklicher Backup.

Diese Website läuft jetzt unter World Citizenship’s Web Directory und kann von jedermann genutzt werden.

Außerdem ergänzt sie meinen Blog-Beitrag über Hyperlinks vom März 2005 sehr gut.

Nachtrag vom 21. Dezember 2021

Jetzt ist diese Domain endgültig Geschichte und wird auf dieses Weblog weitergeleitet.

„Halt dein Rößlein nur im Zügel,
Kommst ja doch nicht allzuweit.
Hinter jedem neuen Hügel
Dehnt sich die Unendlichkeit.
Nenne niemand dumm und säumig,
Der das Nächste recht bedenkt.
Ach, die Welt ist so geräumig,
Und der Kopf ist so beschränkt.”

Wilhelm Busch, Beschränkt

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

19.5.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

Copper

Copper, eine Katze, die mich vor langer Zeit unbedingt adoptieren wollte, zumindest verstand ich so die ersten Aktivitäten dieses kleinen Wollknäuels. In den späteren Jahren erkannte er mich bei Besuchen auch immer wieder und als alter Herr stritt er sich sehr gerne mit mir um den bequemsten Platz im Haus. Die Zeit fliegt, und auch Katzen leben nicht ewig.

Feminismus

Feminismus ist eigentlich eine ganz gute Sache, vor allem dann, wenn er für Gleichberechtigung und Menschenwürde eintritt. Leider wird er aber immer mehr nur noch als Kampfbegriff zur Durchsetzung von Eigeninteressen missbraucht und schlimmer noch, zu reinem femininem Chauvinismus degradiert. Aussagen wie, „das wäre nie passiert, wenn Frauen das Sagen gehabt hätten“ oder „der beste Mann für einen Job, ist immer eine Frau“ dürfen hierfür als Beleg dienen. Dabei versagen oder reüssieren Frauen in Führungspositionen wie ihre männlichen Pendanten auch, und man könnte dabei durchaus zu dem Schluss kommen, dass das nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat.

Der heutige Feminismus hat aber auch hierfür bereits eine Erklärung parat, denn die Schuld für weibliches Versagen liegt entweder an unserer „sexistischen“ Sprache, oder aber daran, dass Männer die Frauen nicht richtig anlernen oder gar ausbilden wollen. Aussagen wie „Frauen können keine Mathematik, weil diese den Frauen nicht richtig vermittelt wird“, sind auch in akademischen Kreisen nicht selten zu hören.

Verantwortungslos

Zwei heutige Entscheidungen der Bundespolitik (Kampfflieger und Militärreform) zeigen erneut, dass es uns angesichts der bestehenden Absicherung durch die USA immer noch nicht darum geht, eigene tragbare Verteidigungsstrukturen aufzubauen oder uns gar in die bereits vorhandenen, für alle gewinnbringend zu integrieren.

Einzig der eigenen „Wirtschaftsförderung“ und der wirtschaftlichen Unterstützung unseres Nachbarn Frankreich wird Rechnung getragen, wobei es der Politik ganz nebenbei gelingt, ihre eigenen Pfründe zu sichern.

Dabei wäre eine verantwortungsvolle Sicherheits-, Verteidigungs- und Rüstungspolitik dringend von Nöten, zum einen, um die eigene Existenz zu sichern und zum anderen, um gesamtwirtschaftlich, ressourcensparend und nachhaltig zu agieren.

„Stell dich mitten in den Regen, 
glaub an seinen Tropfensegen 
spinn dich in das Rauschen ein 
und versuche gut zu sein! 
—
Stell dich mitten in den Wind, 
glaub an ihn und sei ein Kind – 
lass den Sturm in dich hinein 
und versuche gut zu sein. 
—
Stell dich mitten in das Feuer, 
liebe dieses Ungeheuer 
in des Herzens rotem Wein – 
und versuche gut zu sein!“ 

Wolfgang Borchert, Versuch es

Kaffeegenuss

Mach’s wie Herr Asmus 5 (3)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Heinrich Seidels Gedichte sind immer wieder lesenswert. Das folgende Gedicht von ihm, welches im „Neuen Glockenspiel“ aus dem Jahr 1894 zu finden ist, führe ich hier gleich als Appetithappen auf.

Mach’s wie Herr Asmus

Folge dem Stern in deiner Brust 
Und lass die andern reden, 
Denn niemals weisst du, was du musst, 
Wenn du hören willst auf Jeden.

Oder mach’s, wie Herr Asmus that, 
Der wusste, was er sollte; 
Der fragte jedermann um Rath 
Und that doch, was er wollte.

Heinrich Seidel, 1894

Das Besondere an Heinrich Seidel ist wohl, dass er ein sehr erfolgreicher Bauingenieur war, der sich erst ab 1880 vollständig der Schriftstellerei widmete. Noch heute ist er allen Ingenieuren durch die folgende Aussage bekannt:

 „Dem Ingenieur ist nichts zu schwere“ 

Heinrich Seidel, Ingenieurlied (1871)

Auch ich habe diesen Spruch seit frühster Jugend in Erinnerung, da mein Vater diesen immer gebrauchte, sobald ihm etwas gelungen war, z. B. die Reparatur eines Radios, eines Rollers oder gar einer Waschmaschine.

All jene, die keinen Ingenieur auch nur im Bekanntenkreise haben, können das Ingenieurlied auch hier finden:

Dem Ingenieur ist nichts zu schwere

Er lacht und spricht: „Wenn dieses nicht, so geht doch das!“

Er überbrückt die Flüsse und die Meere,

Die Berge unverfroren zu durchbohren ist ihm Spass.

Er thürmt die Bogen in die Luft,

Er wühlt als Maulwurf in der Gruft,

Kein Hinderniss ist ihm zu gross

Er geht drauf los!

Den Riesen macht er sich zum Knechte,

Dess’ wilder Muth, durch Feuersgluth aus Wasserfluth befreit,

Zum Segen wird dem menschlichen Geschlechte

Und ruhlos schafft mit Riesenkraft am Werk der neuen Zeit.

Er fängt den Blitz und schickt ihn fort

Mit schnellem Wort von Ort zu Ort,

Von Pol zu Pol im Augenblick

Am Eisenstrick!

Was heut sich regt mit hunderttausend Rädern,

In Lüften schwebt, in Grüften gräbt und stampft und dampft und glüht,

Was sich bewegt mit Riemen und mit Federn,

Und Lasten hebt, ohn’ Rasten’ webt und locht und pocht und sprüht,

Was durch die Länder donnernd saust

Und durch die fernen Meere braust,

Das Alles schafft und noch viel mehr

Der Ingenieur!

Die Ingenieure sollen leben!

In ihnen kreist der wahre Geist der allerneusten Zeit!

Dem Fortschritt ist ihr Herz ergeben,

Dem Frieden ist hienieden ihre Kraft und Zeit geweiht!

Der Arbeit Segen fort und fort,

Ihn breitet aus von Ort zu Ort,

Von Land zu Land, von Meer zu Meer

Der Ingenieur!

Heinrich Seidel

Detlef Stern wird jetzt sicherlich ergänzen wollen, dass diese Worte eigentlich Daniel Düsentrieb zuzuschreiben sind: „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör.“ Dabei hat aber ganz offensichtlich Erika Fuchs ein wenig nachgeholfen — zumindest bei der deutschen Übersetzung dieser bekannten Comic-Reihe.

Ich meine übrigens, dass wir alle besser dastünden, wenn vor allem unsere heutigen Entscheidungsträger mehr Mut hätten und ab und zu auch Herrn Asmuses Rat folgen würden; dazu gehört aber auch eine ganze Menge an Verantwortungsbewusstsein.

Und da es sich langsam aber sicher abzeichnet, dass wir mindestens so lange mit Ausgangs- und anderen Beschränkungen rechnen müssen, bis die meisten schon gar nicht mehr wissen, wie man überhaupt ohne größere Bevormundung leben kann, bietet es sich auch hier ganz gut an, auf Heinrich Seidel zurückzugreifen. Dabei verweise ich auf die Lektüre von Leberecht Hühnchen, ein Buch, das zwischen 1880 und 1893 entstanden ist, und die Kunst des Glücklichseins anschaulich begreifbar macht — gerade in der aktuellen Situation sehr passend — und am Ende ebenso verstörend.

Leberecht Hühnchen gehörte zu den Bevorzugten, denen eine gütige Fee, die Kunst glücklich zu sein, auf die Wiege legte; er besaß die Gabe, aus allen Blumen, selbst aus den giftigen, Honig zu saugen.

Heinrich Seidel, Leberecht Hühnchen (2017: 4)