Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

27.8.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Gerberstraße

Nachdem sich jetzt vor der Wahl im September gleich zwei Parteien mächtig aus dem Fenster hängen und nicht nur die nördliche Innenstadt ein wenig vom Autoverkehr befreien wollen — denn die LKW und sonstige Fahrzeuge müssen weiterhin liefern –, sondern gleich auch noch die Allee temporär zur Kulturmeile (Essen & Trinken) machen möchten, bin ich einmal gespannt darauf, was ab Oktober davon noch thematisiert werden wird.

Entspannung

Ab und zu tut es jedem gut, wenn man sich mal aus dem Alltag abmeldet und einfach einmal die Füße baumeln lässt. Ich habe meine kurz mal im Bodensee gekühlt — entgegen der Wettervorhersage bei bestem Wetter.

Und damit ich auch nicht in Versuchung geriet, gab es auch kein vernünftiges Internet in der Nähe, so dass der Rechner liegenblieb und von mir durch ein gutes Buch ersetzt wurde.

Fontäne

Egal wo man hinguckt, an einem See oder bloß an einen Brunnen, die dort installierten Fontänen erfreuen groß und klein.

Heilbronn hat sich wohl dabei ein klein wenig mit der Installation einer Fontäne im Neckar übernommen. Über die Gründe dafür habe ich schon öfters spekuliert. Schade nur, dass es Heilbronn weiter nicht gelingt, dieses Wasserspiel wenigstens ab und zu angeschaltet zu bekommen, z. B. zu jeder vollen Stunde.

Inzidenzwert des Tages

Diesen gibt es jetzt auch wieder bei der Heilbronner Stimme nachzulesen; er beträgt heute: 117,7!

Und da unsere Stadtverwaltung bezüglich COVID-19 überhaupt nichts gebacken bekommt, wird wieder bei der Bundeswehr um Hilfe gebettelt.

Vielleicht entstand gerade so der Militarismus, indem das Militär, ob es wollte oder nicht, immer mehr völlig überforderte Verwaltungen unterstützen musste. Und sich zum Schluss der Bürger gleich an einen Feldwebel gewendet hat, wenn er einmal behördliche Unterstützung benötigte.


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

9.8.02021 5 (3)

Impfen

Soll nochmal einer sagen, wir Heilbronner seien nicht innovativ. Woanders gibt es Würste mit Senf, Kuchen oder Einkaufsgutscheine. Bei uns wird da schon anders hingelangt.

Lassen Sie sich impfen!

Afghanistan

Afghanistan ist ein Land welches seit längerem unter dem Einfluss der Russischen Föderation, Chinas, Pakistans und des Irans steht. Als die USA 2001 ebenfalls zu der Überzeugung gelangten, dort eigene Interessen wahren zu wollen, starteten sie dies anfangs sogar äußerst kompetent, indem sie ihren Geheimdiensten und Kleinkriegskräften das Feld überließen.

Aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, weiteten die USA ihr erfolgreiches Engagement aus und motivierten ihre Partner, an einem „Krieg“ teilzunehmen, der mit dieser Ausweitung keine strategische Grundlage mehr hatte.

Eine gewaltaffine deutsche Regierung nutzte die sich bietende Gelegenheit, um damit wohl innenpolitisch punkten oder bloß eigene Phantasien verwirklichen zu können. Deshalb wurde die Bundeswehr in einen Einsatz geschickt, der keine Grundlage hatte, um auch nur ansatzweise erfolgreich sein zu können und, rein militärisch betrachtet, auch niemals hätte stattfinden dürfen. In einem damals veröffentlichten Artikel hatte ich dies als „kriegsgeil“ bezeichnet.

Wenn die damalige Regierung nur annähernd ihre Hausaufgaben gemacht hätte, wäre sie diesbezüglich nie an den Bundestag herangetreten. Alternativ hätte sie aber dem Bundestag und den Bürgern offenbaren müssen, dass, wenn alles gut geht, wir mit einem Einsatz von unbestimmter Dauer und einem entsprechenden Etat im zweistelligen Milliardenbereich rechnen müssen. Und zudem mit ca. einhundert toten sowie hunderten verwundeter Soldaten rechnen müssen. Darüber hinaus die Bündnisverteidigung nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Ganz zu schweigen von einem daraus resultierenden Zuzug zigtausender Afghanen, die sich weder in unsere Gesellschaft einbringen wollen noch können, was weitere Milliardenkosten mit sich bringen wird.

Leider ließen sich die damaligen Politiker als verantwortungsvolle starke Männer und Frauen feiern und ließen dabei die Bürger völlig im Unklaren. Diese verantwortungslose Politik wurde im Anschluss von den folgenden Regierungen übernommen und weiter zur reinen Farce ausgebaut. So dürfen wir heute froh darüber sein, dass andere Regierungen etwas vernünftiger und verantwortungsvoller waren und damit auch unsere Gefallenen- und Verwundetenraten etwas gesenkt haben.

Und kaum ist der „Einsatz“ beendet, schreien deutsche Politiker nach einem Nachschlag!

Was ist heute anders?! Der Verantwortliche sind weiterhin die Vereinten Nationen, die ohne eine tatsächliche Zustimmung der Russischen Föderation, Chinas, Pakistans und des Irans für Afghanistan weiterhin keine tragbare Lösung anbieten können.

Eine abwegige Alternative wäre, diese Länder als Teil des Problems mit einzubeziehen. Denn damit wäre das Afghanistanproblem zu groß, selbst für die Vereinten Nationen.

Deshalb kann es, neben politischen Lösungsversuchen, nur Konflikteingrenzungsversuche geben, die hauptsächlich die Flüchtlingsströme in jene Länder lenken, wo sich die Afghanen annähernd wohl fühlen: Iran, Pakistan, Türkei, Saudi-Arabien und Indonesien, oder die Waffen- und Munitionslieferungen nach Afghanistan zu unterbinden versuchen.

Weiterhin völlig abwegig ist es, dort westliche Soldaten einzusetzen oder irgendwelche Ziele zu bombardieren.

Im Falle, dass man tatsächlich eine entsprechende Strategie entwickelt, könnte man ggf., wie anfangs auch angedacht, mit Geheimdiensten und Kleinkriegskräften den Konflikt zu steuern versuchen — aber auch hierfür muss man unseren Bürgern den Preis nennen!

Frankenbahn

Am Beispiel der Frankenbahn kann man ganz gut beobachten, wie Politik bei uns seit Jahren nicht mehr funktioniert. Bürgermeister und selbst die EUROPA-UNION Heilbronn setzen sich spätestens seit 2006 für den Ausbau der Frankenbahn ein, was eigentlich nur eine Beseitigung der letzten Kriegsschäden gewesen wäre.

Zum einen käme dies dem Nahverkehr, den Pendlern und dem nördlichen Teil der Region Heilbronn-Franken zugute und zum anderen würde es die Chance erhöhen, dass die Eisenbahnmagistrale Berlin – Mailand wieder hergestellt werden könnte.

Der Vorteil bei letzteren wäre, dass Heilbronn tatsächlich an die Bahn angebunden wäre und Baden-Württemberg zudem eine Ausweichstrecke für die Rheinschiene hätte.

Dies alles wurde vor der Verabschiedung des letzten Bundesverkehrswegeplans unseren verantwortlichen Politikern mitgeteilt. Diese versprachen zwar unisono sich für die Frankenbahn einzusetzen, stimmten dann in Berlin aber gegen die Frankenbahn.

Als sich dann noch der baden-württembergischen Verkehrsminister für die Frankenbahn als nicht zuständig erklärte, mussten die Befürworter eines zeitgemäßen Schienenverkehrs zur Kenntnis nehmen, dass die Region Heilbronn-Franken nicht im Interessenschwerpunkt der Landesregierung liegt.

Inzwischen hat die Landesregierung im Zuge von Stuttgart 21 sogar Fakten geschaffen, um auch zukünftig eine Wiederherstellung der Eisenbahnmagistrale Berlin – Mailand zu verhindern, indem sie z.B. die Gäubahn an den Flughafen verlegt.

Heute darf man wieder einmal in der Zeitung lesen, dass sich unsere Politiker für die Frankenbahn einsetzen wollen — zumindest jenen Politikern, die bereits schon einmal im Bundestag gegen die Frankenbahn gestimmt haben, sollte man nicht mehr Glauben schenken.

Was diese Vorwahlkampfaktivitäten unserer Politik wirklich bedeuten, kann man ebenfalls in der Zeitung lesen. Der notwendige Ausbau der Frankenbahn wird weiter verzögert. Neu dabei ist nur, dass jetzt Berater und Experten ihren Lebensunterhalt mit der Frankenbahn verdienen dürfen.

Ich wage zu behaupten, dass sich auch in den kommenden 15 Jahren in Sachen Frankenbahn nichts bewegt, so wie in den vergangenen sieben Jahrzehnten auch schon nicht.

Website des Tages

Magistrale für Europa [Website nicht mehr vorhanden]

Die Eisenbahnstrecke Paris – Budapest ist einfach populärer als eine Strecke Berlin – Mailand, welche, was Italien angeht, bereits bis nach Neapel reicht.


Mädchen aus Stockport

Vereine und Interessengruppen 5 (2)

Beitragsfoto: Stockport zeigt in Heilbronn Flagge (2007)

Europa berührt fast alle Lebensbereiche, so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Vereine und Interessengruppen finden lassen, die sich ebenfalls mit Europa oder europäischen Themen auseinandersetzen.

Mit am ältesten davon sind wohl die Vereine, die Städtepartnerschaften unterhalten und pflegen. Es gibt auch zahlreiche ‚Europa-Clubs‘ (der ehemalige Europa-Club Heilbronn und der heute noch existierende in Stuttgart können als Beispiel dienen), welche sich inhaltlich mehr mit Kultur, Land und Leuten auseinandersetzen oder auch ‚internationale‘ bzw. ‚interkulturelle‘ Sportvereinigungen, die in möglichst vielfältiger Gesellschaft ihrer Lieblingssportart nachgehen möchten.

Auch wenn diese Mitbürger dabei keine tiefergehenden eigenen politischen Aktivitäten entwickeln oder bewerben wollen, leisten sie auf jeden Fall einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Völkerverständigung.

Anders hingegen ist es mit immer wieder neu auftretenden ‚Europa-Aktivisten‘, die sich sehr prominent zu Wort melden und durchaus auch interessante und neue Formate für eine ‚Europabewerbung‘ entwickeln, aber letztendlich doch den europäischen Lackmustest bestehen müssen: Haben sie eigene Zielvorstellungen für unser Europa und sind sie auch bereit, diese über längere Zeiträume hinweg zu verfolgen?

Und ganz wichtig: sind sie bereit zur Zusammenarbeit einschließlich inhaltlicher Auseinandersetzungen?

Wenn nicht, dann erinnere ich gerne an einen Kommentar Charles de Gaulles, den er in einem Interview mit Michel Droit am 14. Dezember 1965 tätigte:

„Bien entendu, on peut sauter sur sa chaise comme un cabri en disant l’Europe! l’Europe! l’Europe! mais cela n’aboutit à rien et cela ne signifie rien.“

„Selbstverständlich kann man wie ein Zicklein auf einen Stuhl springen und immer wieder Europa! Europa! Europa! sagen – doch das führt zu nichts und bedeutet nichts.“

Charles de Gaulle (14. Dezember 1965)

Falls Sie jetzt ein wenig neugieriger geworden sind, dann empfehle ich Ihnen die Lektüre meines Buches Europa ist für alle da!

Mehr Details zum Buch können Sie auch hier finden.