Münzen und Euro

30.6.02025 5 (8)

Beitragsfoto: Münzen und Euro | © Pixabay

Vermischtes

Aktuell lese ich „American Kleptocracy“ von Casey Michel, was schon alleine dadurch beeindruckt, dass er erst vor der eigenen Haustüre zu kehren beginnt. Unglaublich, was bei uns so alles möglich ist.

Die Pride-Parade in Budapest war anscheinend so erfolgreich wie noch nie, was eher aber deshalb so war, weil man wirklich jede Gelegenheit nutzen muss, um gegen Diktatoren und andere Kriminelle in öffentlichen Ämtern zu protestieren. Wer jetzt aber glaubt, man verscheucht Diktatoren durch ein oder zwei Paraden, der versteht die Welt überhaupt nicht.

Diktatoren kommen meist zwar ganz friedlich an die Macht, um sie aber wieder los zu werden, hilft nur blanke Gewalt. Wenn sie tatsächlich halbwegs freiwillig gehen, dann nur wie in der DDR, weil sie vollkommen pleite sind, es überhaupt nichts mehr zu holen gibt und sie sich und ihr Geld ungestraft in Sicherheit bringen oder gar in der folgenden Demokratie weiterhin ungestraft bereichern dürfen.

Anscheinend ist es nicht nur in den USA ein ganz gutes Geschäftsmodell solchen kriminellen Clans Unterschlupf zu gewähren. Und so wäre es vielleicht keine schlechte Idee, die noch fehlenden SED-Milliarden dort zu suchen.

Gem. Casey Michel (2021: 11) wurden so fast 10 % des Weltvermögens klammheimlich verschoben. Ich befürchte hingegen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Wir könnten unsere eigenen neuen Schuldengebirge betrachtend, einmal damit anfangen und wenigstens unsere CumEx-Milliarden zurückholen. Wir sind aber politisch völlig korrekt und so dürfen wieder andere ganz ungestraft ihre Masken-Milliarden behalten.

Erstaunlich, dass man bei uns erst dann ein Krimineller ist, wenn man überhaupt kein Geld mehr hat. Bis dahin gilt man als Ehrenmann, egal was man auch getan hat. Geld, nicht das Gesetz regiert die Welt — was aber jeder bereits wissen dürfte.

Rauchverbote

Was unseren französischen Nachbarn nun gelingt, sollte doch auch bei uns möglich sein. Es geht dabei nicht nur um die Gesundheit Einzelner, sondern um die der Mehrheit, welche nicht nur durch die Rauchschwaden als erzwungene Passivraucher zu leiden haben, sondern noch mehr durch die unzähligen Zigarettenkippen. Ob nun am Strand, auf dem Spielplatz oder sonst wo im öffentlichen Raum.

Was ich dabei einfach nicht verstehen kann, dass viel zu viele Raucher auch noch Dreckschweine sind. Erst gestern blieb mir nichts anderes übrig als zwei Schächte in der Innenstadt von Zigarettenkippen und anderem Müll zu befreien. Auch viele Mieter, angeblich alles Nichtraucher, scheuen sich nicht, ihren Müll einfach in den Treppenhäusern oder auf der Straße zu entsorgen. Bei uns auch ganz normal, dass man seine Kippe aus dem fahrenden Auto wirft, egal wen es treffen mag.

Wann sind wir nur in Richtung Dreckschweingesellschaft abgebogen? Was hülfe: 100 Euro je Kippe und bei jeder Wiederholung eine Verdopplung der Strafe. Dazu noch die Bearbeitungs- und Entsorgungsgebühren. Und als kleiner Anreiz jeweils 10 Prozent für den meldenden Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Zu bürokratisch? Ganz einfach: 100 Euro, wenn man vor Ort gleich zahlt, aber 1 000 Euro sobald man sich streitig stellt.

Zu viel Geld für Raucher? Weit gefehlt, die haben so viel Geld, die schmeißen es täglich auf die Straße oder in Häuserschächte sowie Blumenkübel.

Rundschreiben

Die gestrige Musik nutzte und ich konnte nicht nur das anstehende Rundschreiben verfassen, sondern es wurde auch etwas deutlicher als sonst. Bei den Rundschreiben muss ich stets auf eine Art von Ausgeglichenheit achten, manche möchten gerne eindeutige Stellungnahmen von mir als Kreisvorsitzender und begrüßen es dabei sogar, wenn ich ein wenig zu deutlich werde, andere sehen das Rundschreiben lieber als eine Zusammenfassung der anstehenden Termine. Wiederum andere werden gerne über vergangene Veranstaltungen auf dem Laufenden gehalten.

Alle Wünsche in einem Rundschreiben zu erfüllen, läuft immer Gefahr, dass das Rundschrieben viel zu umfangreich wird und damit von keinem mehr gelesen wird. Und so habe ich es mir angewöhnt, jedes Mal aufs Neue zu schauen, was ich den Lesern dieses Mal zumuten kann.

Unsere Jugendorganisation war dieses Mal ein Thema des Rundschreibens, gerne gebe ich hier einen Auszug davon wieder.

„Unsere Vereinsjugend erlebt dabei von Anbeginn an Höhen und Tiefen jugendlichen Engagements — zumindest ich kenne es nicht anders. 

Aktuell kann man den Trend zu einem entsprechenden Schwächeln beobachten, dies zumindest bundesweit. Vermeintliche Höhepunkte der JEF Aktivitäten, als wir es landesweit sogar schafften wieder die 1 000 Mitgliedermarke zu übertreffen, was bei uns Altgedienten schon die Hoffnung an eine Renaissance der 1950er- und 1960er-Jahre aufkommen ließ, lassen uns immer wieder in tiefe Täler stürzen. Und so ist eine gewisse Kontinuität wichtig, damit zumindest bei uns auf lokaler Ebene die Jugend als Verband weiter erhalten werden kann. 

Alternativ wäre aber dennoch einmal zu überlegen, ob man nicht doch meine Gedanken aus „Europa ist für alle da!“ diskutieren könnte und davon absieht, einen eigenen Jugendverband zu unterhalten. Ich hatte dies selbst als Jugendlicher nie für zeitgemäß erachtet und meine Erfahrungen zeigen mir heute, dass die alleine nur noch organisatorischen Reibereien zweier Verbände selten noch zielführend sind, denn dazu findet inzwischen in beiden Verbänden zu wenig inhaltliche Arbeit statt. 

Sämtliche Reibereien sind damit nur noch Hahnen- oder gar Hühnerkämpfe, die der Profilsucht einzelner Möchtegernpolitiker dienen. Und so bin ich froh darüber, dass uns dies im Kreisverband erspart bleibt, hier arbeiten beide Verbände seit 1990 harmonisch zusammen und die aktiven Jüngeren sind voll und ganz in der EUROPA-UNION integriert. 

Und so sehen wir Heilbronner den zunehmenden Reibereien auf Landes- und Bundesebene gelassen entgegen. Egal wie es auch ausgehen mag, unsere Mitglieder sind in erster Linie Europäische Föderalisten und dies völlig unabhängig von Religion, Partei, Landsmannschaft, Geschlecht oder Alter! 

Bei uns in Heilbronn versuchen wir weiterhin das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen, was aber nicht bedeutet, dass wir uns inhaltlich und in der jeweiligen Sache nicht so richtig und heftig streiten können — das nennt man landläufig gelebte Demokratie! 

Und so freuen wir älteren Mitglieder uns darüber, wenn „unsere Jugend“ weiterhin eigene Veranstaltungen bestreitet und diese ganz offensichtlich auch genießt, aber selbstverständlich auch, wenn die etwas jüngeren Mitglieder zu den Veranstaltungen der etwas älteren mit hinzustoßen.“

Wer nun etwas mehr über die Jungen Europäischen Föderalisten erfahren möchte, der kann gleich hier einen entsprechenden Blog-Beitrag lesen.


Hightech

16.4.02025 4.8 (9)

Beitragsfoto: Deutsche Hightech

A. I. Action Figures

Erst laß ich davon bei einem Blogger in meiner Timeline, dann wurde dieselbe mit weiteren solcher Action-Figuren zugemüllt. Ich hatte in meiner Kindheit G. I. Joe und Big Jim-Figuren, wusste damit aber genau so wenig anzufangen wie mit Barbie-Puppen.

So ließ ich es bleiben, mir mit ChatGPT oder einem anderen Tool auch die eine oder andere Figur zu basteln. Und jetzt macht auch noch die New York Times damit auf! Callie Holtermann schreibt dazu unter dem Titel „A. I. Action Figures Flood Social Media (Accessories Included)“ und merkt an, dass nun einige Künstler mit handgezeichneten Versionen kontern.

Da die KI-Tools Daten aus dem Internet als Grundlage für ihre Produkte nehmen, ist auch hierbei der Streit übers Copyright entbrannt.

Vermischtes

Erfreulich die Klausureinsichten des Wintersemesters. Zum ersten Mal feilschten die Studenten nicht um Punkte, sondern wollten wissen, wo sie sich noch hätten verbessern können. Ein weiteres Novum, dass nur jene Studenten zur Einsicht kamen, die die Klausur bestanden hatten. Die anderen Studenten waren krankheitsbedingt verhindert, hatten keine Lust oder den Termin einfach nur vergessen; es könnte durchaus ein Zusammenhang bestehen.

Die Entspannung im Anschluss im Stadtbad fiel ins Wasser, da die Becken sämtlich mit Wilden gefüllt waren. Gestern verlor ich dann auch noch ein Spiel nach dem anderen und das bei Rummikub. Einen Tag später bekam ich dann doch noch meine Revanche — man sollte die Woche nicht vor dem Sonntag loben.

Die Heilbronner Verwaltungsangestellten, welche für den Müll zuständig sind, verlagern ihre Arbeit und Verantwortung nun auf die Bürger, genauer auf jene, die in der Stadt Immobilien besitzen oder auch nicht. Über eine Website muss man sich nun registrieren und darüber für die gesamten Hausgemeinschaften die jeweiligen Mülltonnen ordern und wahrscheinlich auch noch die Abrechnungen mit den jeweiligen Mietern übernehmen. So genau weiß ich es noch nicht, da ich gleich mehrere Zugangscodes zugesandt bekommen habe. Meine Nachfrage, ob dies für mich überhaupt zuträfe und wenn ja, welches Konto und welches Kennwort dann gelte, verliefen trotz Nachhakens im Sande. Da die städtischen Briefe gleich mit Strafandrohungen verschickt werden und ich keine weiteren Strafbefehle mehr zugesandt bekommen möchte, ließ ich nicht locker und forschte auf der entsprechenden Website nach.

„Bitte beachten Sie, dass es derzeit zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von E-Mail Anfragen zum Abfallsystem 2026 kommt. 
Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Anfragen schnellstmöglich zu beantworten. 
Allgemeine Informationen sowie die Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier. 
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Wichtiger Hinweis
Durch die Verzögerung der E-Mail Bearbeitung verlängert sich auch automatisch die Frist für die Behälterbestellung!“

entsorgungsbetriebe, 16.4.2025

Erst mitten in der Woche und ein Aufreger jagt den anderen. So habe ich mein Mütchen heute bei etwas Gartenarbeit gekühlt, nun gibt es ein paar Büsche weniger.

Derweil versuchen die Industrienationen — ein Begriff, der schon zu meiner Schulzeit nicht mehr zutraf — die Produktion wieder in ihre eigenen Länder zurückzuholen. Ob dies überhaupt gelingen kann, steht dabei auf einem anderen Blatt. Wie ich es jüngst aber in einem Laden selber sehen konnte, haben wir Deutschen das mit der Hightech (Bild des Blog-Beitrags) noch nicht ganz verlernt.

Räume

Seit Jahren kursiert im Internet immer wieder das Zitat „If you’re the smartest person in the room, you’re in the wrong room.“ und ich wundere mich jedes Mal darüber, wem es dieses Mal zugeschrieben wird. Manche dieser vermeintlichen Autoren kennt man, wie z. B. Albert Einstein oder Michael Dell, andere sind für die meisten Menschen weniger bekannt. Alle haben aber eines gemeinsam, nämlich dass deren Autorschaft angezweifelt werden kann.

Unabhängig davon ist dies sicherlich ein bedenkenswerter Hinweis, wobei ich glaube, dass wenn man tatsächlich smart genug wäre, man erst gar nicht in solch eine Situation käme.

Seneca gab bereits vor gut 2 000 Jahren bekannt, dass die Klügsten Räume gerade dann fluchtartig verlassen, sobald sie sehen, dass kleine Geschenke hereingebracht werden (2023: 545). Heute sind (flying) Buffets oder gar das obligatorische Freibier aus unserem Gemeinschaftsleben nicht mehr wegzudenken.

Und so sollten wir uns über Räume tatsächlich einmal Gedanken machen, wobei Räume heute nicht mehr real sein müssen, sie können auch virtuell sein. Und so wäre es vielleicht gar nicht falsch, generell von Kommunikationsräumen zu sprechen.

Bereits 2015 gliederte Michael Wolffsohn die Welt in Kommunikationsräume, wobei die darin lebenden Menschen bestimmte gemeinsame Eigenschaften haben. Und diese gemeinsamen Eigenschaften sind es auch die diese Räume funktionieren lassen.

Erfolgreiche Kommunikationsräume zu schaffen, in denen Menschen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften produktiv „zusammenleben“, bedürfen ausreichend intelligente Menschen — nur entsprechende Gesetze und Regeln zu verabschieden helfen alleine nicht weiter.

Deshalb gab es an den Universitäten früher auch einmal Zugangsvoraussetzungen. Seit diese Zugangsvoraussetzungen entfallen sind und durch politisch opportune ersetzt wurden, werden selbst Universitäten zu regelrechten Schlachtfeldern. Andere weniger mit Intelligenz bestückte Kommunikationsräume sind deshalb zwingend darauf angewiesen, dass sich die dortigen Menschen möglichst gleichen.

Und so ist es naheliegend, dass gerade jene Kommunikationsräume, welche die unterschiedlichsten Menschen versammeln, auch die sind, wo man sich als denkender Mensch aufhalten sollte. Auf jeden Fall läuft man dabei nicht Gefahr, sich selbst als klügster im Raum identifizieren zu können.


Snoopy

1.4.02025 4.5 (6)

Beitragsfoto: Streetart

Existenz

Angeregt von den Diskussionen des Stammtisches musste ich erkennen, dass ich nach all den Jahren auch PTSD nicht einfach so abschreiben kann. Die Stammtischler nahmen es gelassen und der Abend verlief wie gewöhnlich sehr harmonisch. Und so schreibe ich nun nach einem Spaziergang zur Beruhigung diesen Teil des Blog-Beitrages; einen etwas detaillierter Vortrag wird es demnächst im Rahmen unserer weiteren Vortragsveranstaltungen geben.

Am aktuellen Beispiel der Ukraine können wir ganz gut erkennen, dass ein Land seine Existenzberechtigung verloren hat, sobald es sich nicht mehr selbst verteidigen kann; in diesem Punkt dürfte ich mit Wladimir Putin einer Meinung sein. Um gleich jegliche Häme vorwegzunehmen, dies gilt seit 1945 für alle europäischen Länder! Deshalb wurde von Politikern mit Verantwortungs- und Pflichtgefühl auch der Versuch unternommen, Europa zu einen (u. a. Subsidiaritätsprinzip). Und weil man erkennen musste, dass auch dies noch zu kurz gesprungen war, wurde 1949 die NATO geschaffen.

Diese Tatsache gilt noch heute. Leider aber auch, dass Europa seit Jahrzehnten seine Bereitschaft und Fähigkeit, um sich auch trotz auswärtiger Hilfe noch verteidigen zu können, weiter verliert. Alle europäischen Staaten zerfallen weiterhin, ohne sich aber in einem größeren Ganzen zusammenfinden zu wollen. Der Zerfall wird einfach nur übertüncht.

Dies erkennend wurde schon vor Jahren (auch von mir) vorgeschlagen, dass wir ähnlich wie in Frankreich auch in anderen europäischen Staaten jenen Menschen, die bereit sind, sich für ihre neue Heimat totschießen zu lassen, auch die entsprechende Staatsbürgerschaft zu verleihen. Dieser Vorstoß scheiterte von vorne herein. Zum einen daran, dass man diesen potenziellen Soldaten eine angemessene Entlohnung verweigerte, so wie den eigenen „dummen“ Landsleuten auch, und zum anderen deshalb, weil man diesen Soldaten im Falle, dass sie ihren Einsatz überleben, keine Staatsbürgerschaft gönnte. So wie bei den Gastarbeitern zuvor hätten sie verkrüppelt und geschunden das Land wieder verlassen müssen.

Einen weiteren Vorschlag, nämlich verstärkt auf Robotik und Drohnen zu setzen, wurde damit abgetan, dass dies unmenschlich wäre und gegen die Menschenrechte potenzieller Angreifer verstoßen würde.

Ganz plötzlich schreien nun wieder alle, dass sich Deutschland verteidigen können müsse! Stimmt! Aber wer soll Deutschland denn verteidigen?

Im Gegensatz noch zum Ersten und Zweiten Weltkrieg drücken sich die deutschen „Eliten“ seit Jahrzehnten mit allen Mitteln vom Wehrdienst; sie haben dafür sogar eine legale Möglichkeit zur Fahnenflucht (Westberlin) geschaffen. Ein Land, wo nur noch die eigentlich Ungeeigneten neben ein paar Träumern bzw. Idealisten ihren Wehrdienst ableisten, hat seine Existenzberechtigung verloren und dies, bevor es noch zur Kasse treten muss.

Schlimmer noch jetzt, wo es durchaus zu einem Krieg kommen könnte, schafft unser Staat für seine Eliten die Möglichkeit, um sich im Schnelldurchlauf Offizierspatente „zu kaufen“; selbst anerkannte Wehrdienstverweigerer und ehemalige Fahnenflüchtige kommen ohne Weiteres in diesen Genuss. Diese widerlichen Gestalten haben dabei nur eines im Sinne, sich nämlich ganz elegant vor einem Kriegsdienst zu drücken und sich dabei, wenn sie sich nicht selbst weit weg vom Frontverlauf positionieren können, auch noch eigene Meriten zu verdienen, nämlich indem sie ohne jegliche Kenntnis und Verstand möglichst viele eigene Landsleute in den Tod schicken (die Russen führen uns dies gerade wieder einmal gut vor Augen).

Deshalb wäre es nur opportun, dass jeder einzelne, der nun nach Kriegsfähigkeit schreit, sich selbst als erstes für den gewöhnlichen Grabenkampf zur Verfügung stellt, zumindest aber seine eigenen Kinder in die Schlacht schickt.

Und wer alt und ergraut seinen Wohlstand genießt, sollte gerade heute verstärkt darüber nachdenken, ob die Gelder für die eigene Kreuzfahrt nicht besser angelegt wären, indem man den heutigen Soldaten Geld für deren notwendige Ausrüstung und Gerät spendet — denn die zahlen dies auch heute noch selbst!

Zudem könnte man verstärkt dafür werben, dass unsere Soldaten die besten Waffen und die beste Munition bekommen, die es überhaupt zu kaufen gibt und nicht nur das, was ein paar deutsche Eliten reich macht.

Europastammtisch

Von den 248 erreichten Rundschreibenabonnenten haben bis dato 112 dieses auch nachweislich geöffnet; nicht jede Öffnung kann von mir aber nachvollzogen werden, so dürfte die tatsächliche Leserschaft doch wieder über 50 % liegen. Morgen steuere ich nach und erhalte dann nochmals ca. 20 % Leser, damit sind die gut 50 % gesichert. Insgesamt ein Ergebnis, mit dem ich zufrieden sein darf. Mit den Abonnenten ist es wie mit den Anmeldungen zu den Veranstaltungen — alles nur noch fakultativ.

Und so freut es mich sehr, dass die Anmeldedisziplin bei unseren Europastammtischen bestens ist. Wenn jemand nicht kommt, dann gibt es auch sehr triftige Gründe dafür und meistens erfahren wir bereits im Vorfeld davon. Umso mehr freue ich mich deshalb darüber, weil Disziplin und Pünktlichkeit aussterbende Eigenschaften sind. Noch vor ein paar Jahrzehnten waren dies neben der Gründlichkeit noch die Markenzeichen unseres Landes und egal wie sehr man uns auch weltweit hasste, über unsere Pünktlichkeit, Gründlichkeit und Disziplin beklagte sich niemand — heute hassen sie uns nur noch.

Und wohl deshalb schaffen wir inzwischen sogar das Unmögliche, nämlich mit einem Zug von A nach B Verspätung einzufahren — wir möchten nicht mehr gehasst, sondern nur noch bemitleidet werden! Sobald wir dann allesamt stolz auf unsere verspäteten Züge sind, wird uns keiner mehr helfen können.

Dann sind wir so weit wie unsere französischen Nachbarn, auf einem großen Haufen Mist sitzen, sich aufplustern, mit den Flügeln schlagen und krähen. Wenigstens haben die Franzosen Humor und den Hahn dann noch zu ihrem Wappentier gemacht. Wir hingegen haben im Bundestag aus unserem Adler inzwischen ein Hähnchen gemacht und nennen das Kunst — Humor geht etwas anders.

Dafür schieben wir mit der kommenden Bundesregierung ein paar Hundert Milliarden Euro Steuergelder nach Frankreich, denn spätestens seit Hans-Dietrich Genscher kaufen wir uns unsere Freunde. Echten Freuden könnte man regelmäßig auf die Füße treten und sie gehen dennoch mit einem tanzen. Zudem sollten wir beachten, dass es zwischen Ländern und in der Politik keine Freundschaften gibt, höchstens gemeinsame Interessenlagen!

Aber selbst dies scheint heute nicht mehr zu gelten — im kleinen wie im Großen.

Vermischtes

Das Baden im Außenbecken ließ mich richtig gut den bisherigen Tag überblicken. Und sofort hatte ich schon den ersten Erkenntnisgewinn des Tages, nämlich, dass, wenn sich ein Student Gedanken macht, dieser dabei nicht unbedingt auch denken muss.

Zudem bestätigte mich die Hochschule heute darin, dass Müll und Intelligenz miteinander korrelieren. Und so kam ich auf die Idee, dass ich den anfallenden Müll im Hörsaal notiere und die Gesamtmenge mit dem Ergebnis der Klausuren vergleiche. Dies könnte man zudem noch weiter ausweiten, sogar fakultätsübergreifend, wobei ich behaupte, man könnte dabei eine Art „Müllkoeffizienten“ finden. Und sobald man diesen hat, vergleicht man ihn mit der Gesamtmüllmenge der Stadt Heilbronn geteilt durch die Einwohnerzahl.

Ähnlich wie bei den Kläranlagen schon heute, wo man sehr effizient und verlässlich Krankheiten und Rauschmittelabhängigkeiten in der Bevölkerung feststellen kann, könnte man damit feststellen, wie schlau oder auch nicht entsprechende Bevölkerungsteile sind — und dies ganz ohne standardisierte Intelligenztests oder Prüfungen egal welcher Art.

Schließlich kam ich auf einen Artikel in der heutigen New York Times, der behauptetet, dass man völlig Verfettete durchaus mit anderen Augen betrachten könne. Was mich zu meiner Frage des Tages führt, mit welchen Augen betrachtet ein völlig verfetteter Mensch kein völlig verfetteter Mensch mehr sei?

Auch völlig verfettete Mensch können nett sein, sicherlich kaum aber gesellschaftlich betrachtet ein Gewinn. Und selbst die Natur dürfte mit diesen Menschen ein Verlustgeschäft machen. Zugegeben, intergalaktisch betrachtet, könnten völlig verfettete Menschen durchaus noch ein paar Kilo zulegen, es wird z. B. die befürchtete Situation von Beteigeuze sicherlich nicht ändern — vorausgesetzt, es greift nicht doch der Schmetterlingseffekt (Edward N. Lorenz), denn dann hätte der eine Hamburger oder Döner weniger, vielleicht doch noch unser Sonnensystem gerettet — auf alle Fälle aber würde es unserer Umwelt insgesamt nicht schaden.

Mit dem Fett ist es aber wie mit dem Reichtum, man kann nie genug davon haben.

Last but not least möchte ich noch auf das obige Beitragsbild aufmerksam machen. Schon etwas länger fahre ich daran vorbei. Heute bin ich extra dorthin spaziert, wobei ich meine schlechte Stimmung etwas verbessern konnte; Charles M. Schulzs Snoopy beruhigt mich schon von Kindheit an. Meine Leser bemerken sicherlich, dass die Künstlerin Ellen Fridenberg das Peanutsmotiv (1947) gekonnt mit dem Gemälde von Katsushika Hokusai namens „The Great Wave off Kanagawa“ (1831) verbunden hat.