Stahlhelm

16.9.02023 4.9 (7)

Beitragsfoto: „Helm ab zum Gebet!“ | © 753446 auf Pixabay

Veranstaltungsreigen

Der gestrige Abend klang wunderbar beim meseno-Mitarbeiterfest aus. Da ich regelmäßig den meseno-Bus fahre und auch bei der dortigen Nachhilfe unterstütze, war ich auch mit dabei.

Der heutige Tag steht nun voll und ganz im Zeichen von EUROPA-UNION Besprechungen, darunter auch eine Landesausschusssitzung in Stuttgart.

Großer Zapfenstreich

Viel Sonne und noch mehr Wein haben den Heilbronner Veranstaltern des Weindorfs ganz offensichtlich nicht sehr gut getan. Wohl beflügelt von sehr vielen Mittrinkern, haben sie am 15. September 2023 in der Heilbronner Stimme über Kilian Krauth verlautbaren lassen, dass sie das 51. Heilbronner Weindorf „gegen 21 Uhr … mit dem Großen Zapfenstreich, zu dem Lieder wie “Ich bete an die Macht der Liebe” und die Nationalhymne gehören, [beenden…]. Der Musikverein Kirchhausen wird ihn unter Stabführung von Ralf Denninger intonieren. Es gibt sogar einen Fackelzug – die Feuerwehr steht bereit.

Ich selbst bin kein Freund antiquierter Militärzeremonien, aber bis heute ist der Große Zapfenstreich das protokollarisch höchstrangige militärische Zeremoniell der Bundeswehr und gilt als höchste Auszeichnung, die die deutschen Streitkräfte einer Zivilperson zuteilwerden lassen können. Grundsätzlichen Anspruch auf eine Verabschiedung durch einen Großen Zapfenstreich haben Bundespräsident, Bundeskanzler und Bundesverteidigungsminister und nun auch ganz folgerichtig der Heilbronner Wein.

So bleibt nur zu hoffen, dass die Weindorfbesucher auch die richtige Nationalhymne singen.

Beitragsfotos

Bekanntlich sagen Bilder mehr als Worte und so verziere ich bereits seit längerem wieder auch die Beiträge hier auf diesem Weblog. Und da ich mindestens einmal sämtliche Aufnahmen entfernt hatte, musste ich zusätzlich ältere noch vorhandene Blog-Beiträge wieder mit Fotos garnieren — was nicht so einfach war, weil man auch dabei inzwischen sehr viel beachten muss.

Hinzu kommt, dass die jeweiligen Fotos am besten auch einen Bezug zum entsprechenden Artikel haben. Und so finden sich hier im Blog Aufnahmen, die meine bessere Hälfte oder ich geknipst wie auch professionellere Aufnahmen von Fotografen, die ihre Fotos u. a. auf Pixabay, Pexel, Shutterstock und Getty Images zur Verfügung gestellt haben.

Meine neuste Idee ist es nun, auch meinen Lesern die Möglichkeit zu geben, um ihre Aufnahmen als Blog-Beitragsfotos hier einzustellen. Wenn Sie so ein Foto haben, dann lassen Sie es mich bitte wissen, und ich gucke, welchen Beitrag ich damit aufhübschen kann.

Sie werden dabei unter „Beitragsfoto: Bildbeschreibung | © Ihr Name“ erwähnt.


Grüße von Dan Schaffer aus Ohio

A year has passed since the last college football season was kicked off, so here is your first installment of OSUMB excitement from last Saturday.  As you watch, remember that the *ichigen Wolverines are the big rival of OSU and hence open to ridicule. N-joy!

Mark Twain Zitat

18.8.02023 4.4 (5)

Beitragsfoto: Mark Twain Zitat

Erdung

Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man ein wenig über den Tellerrand hinausschaut. Dass wir allesamt auf einem klitzekleinen Planeten leben und die bald 10 Milliarden Menschen ganz andere Probleme haben, als sich um Ländergrenzen zu kümmern, dürfte bald auch dem letzten Mitbürger klar werden.

Und so ist es gerade als junger Mensch ganz gut, wenn man sich nicht nur mit dem Nachbarn nebenan vergleicht, sondern auch mal guckt, was so die Leistungsstandards in anderen Regionen dieser Welt sind. Verantwortliche Personalabteilungen schauen schon längst ein wenig weiter und versuchen jene Mitarbeiter zu gewinnen, die für das Unternehmen selbst auch ein Gewinn sind — egal, ob diese dann aus Böckingen oder Schanghai kommen.

Und so verwundert es kaum noch, wenn man nicht nur Firmen und Dienstleistungen weltweit vergleicht, sondern inzwischen auch Schulen und Universitäten. Ein solcher Vergleich kommt seit 2003 regelmäßig aus Schanghai und wird inzwischen global zur Kenntnis genommen. Und egal ob dieser Vergleich nun tatsächlich der Realität entspricht oder auch nicht, wird er sehr gerne und mit großem Interesse gelesen.

Und all jene Universitäten, die nicht auf den ersten 1 000 Plätzen zu finden sind, gibt es vielleicht sogar einen Anreiz, um sich darüber Gedanken zu machen, was man selbst vielleicht einmal besser machen könnte oder gar sollte.

Und unseren lokalen Universitätsenthusiasten vielleicht die Erkenntnis, dass Heilbronn zumindest im Bildungssektor nicht ganz der Nabel der Welt ist. Ich möchte gar nicht darüber sprechen, dass Bildung gerade in einer so verschulten Gesellschaft wie der unseren erst mit der Niveaustufe 7 des Europäischen Qualifikationsrahmens wie auch der des Deutschen Qualifikationsrahmens beginnt und ein Doktor-Grad (Niveaustufe 8) nicht automatisch an den Ehepartner übertragen wird.

Ach ja, das aktuelle 2023 Academic Ranking of World Universities findet man gleich hier.

Zwei Prozent

Da unsere Politiker zuerst einmal an sich selber denken — wie wohl die meisten Menschen auch — und dafür nur „ihre“ Wähler bei Laune halten müssen, fällt ganz automatisch alles andere, ob notwendig oder nicht, hinten runter.

Deshalb gibt es eine halbwegs pünktliche Bahn erst ab 2070, die restliche Infrastruktur zerfällt weiterhin wie der soziale Wohnungsbau auch der notwendige Umwelt- und Naturschutz wird homöopathisch angegangen, Bildung durch Urkunden ersetzt und unsere Landesverteidigung auf die Flugbereitschaft für aktive und möglichst illustre Zapfenstreiche für ausgemergelte Politiker reduziert.

Ganz folgerichtig werden sämtliche Drogen legalisiert und Alkohol verbilligt. Damit ist sichergestellt, dass die schon sehr lange versprochenen „2 Prozent“ zumindest als 2 Promillepegel in Deutschland erreicht werden und wir Bürger im Dauerdelirium unseren Volksvertretern auch noch die Füße lecken.

Gespräche

In den letzten Tagen gab es ein paar sehr spannende wie auch fruchtbare Gespräche. Dabei gefallen mir jene am besten, die ich mit Gleichgesinnten führen kann, da sie einen tatsächlich aufbauen und dann ganz besonders, wenn sich aus dem geplanten Gespräch sogar noch ein etwas längerer vergnüglicher Abend entwickelt, weil einfach noch ein paar weitere Gesprächsteilnehmer mit hinzustoßen.

Und so ganz nebenbei konnte ich dann noch ein weiteres Lokal neu mit in meine Gaststättenliste aufnehmen — interessant dabei war, dass wir zuvor woanders eingekehrten und uns, als sich doch etwas länger hinzog, unisono entschieden, zum Essen dann doch die Lokalität zu wechseln.

Was mich erneut feststellen lässt, dass nach der Qualität von Speis und Trank sowie der Location selbst ganz besonders der Service die ausschlaggebenden Gründe dafür sind, dass sich eine Gaststätte länger halten kann. Wenn dabei schon eines nicht stimmt, wird es für den Wirt ziemlich schwierig, sobald es noch andere Lokale in der Nähe gibt.

Zudem glaube ich, dass man schlechten Kneipen nie lange nachtrauert — es sei denn, diese sind so schlecht, dass sie ganz zum Schluss noch einen Kultstatus erreichen.

Jene Gespräche, die in wahre Debatten ausarten, weil die jeweiligen Standpunkte diametral auseinanderliegen, sind für alle Beteiligten die produktivsten, aber sicherlich auch die anstrengendsten. Hierbei musste ich jüngst feststellen, dass man solche Gespräche limitieren und ganz besonders so schnell wie möglich beenden muss, wenn sich eine Seite nicht mehr an die üblichen und allgemein gültigen Diskussionsstandards hält. Zudem sind solche Gespräche äußerst effizient, wenn sich beide Seiten vorab auf das Gespräch vorbereitet haben.

Und so nutze ich gerade jede sich mir bietende Gelegenheit, um auf solche Gespräche aufmerksam zu machen und meine Mitbürger für die 7. Hertensteiner Gespräche zu gewinnen. Manche scheuen sich ein wenig davor, weil die Intensität und auch die Vielfalt an Gesprächen für einen Tag mehr als ausreichend ist, aber zum einen wissen wir nicht, wo bei den einzelnen Teilnehmern die Grenzen der Aufnahmefähigkeit liegen, und zum anderen kann man gerade wegen der wechselnden und auch zeitgleich stattfindenden Gesprächskreise sein individuelles Menü zusammenstellen.

Und als Schmankerl gibt es dabei noch die Möglichkeit, sich gleich vor Ort über die Zisterzienser kundig zu machen, die aufgrund ihrer früheren Leistungen das europäische Kulturerbesiegel erhalten sollen. Wer möchte, kann aber gerne dort auch mit mir über den Sinn und die Notwendigkeit eines „2-Prozent-Gesetzes“ diskutieren.


Einspringen vor dem Rathaus

7.8.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Einspringen vor dem Rathaus

Ladengeschäfte

Jüngst regen sich wieder doch so einige über unsere Ladengeschäfte in der Innenstadt auf und ganz besonders über die Vermieter an Billigfriseure, Ein-Euro-Läden und Junk-Food-Anbieter. Jeder benötigt wohl sein eigenes Feindbild.

Kaum einer fragt sich dabei, warum es immer mehr gerade solcher Läden in Heilbronn gibt und ganz folgerichtig immer weniger anscheinend „standesgemäße“ Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Ich sage einmal ganz platt, weil wir Heilbronner es genau so haben möchten!

Zum einen lassen wir unsere Innenstadt so richtig verkommen. Wir sparen sämtliche öffentliche Toiletten ein, so dass ich jüngst beim Spazieren ein paar junge Mädchen am Neckarufer beobachtete, die gar nicht anders konnten als einem Wildpinkler zuzugucken, der sich mit einem prächtigen Strahl in den Fluss erleichterte. Aber auch Damen kann man dabei beobachten, wie sie sich in Heilbronner Ecken still und heimlich erleichtern, was wohl nur allzu menschlich ist, wenn man sich etwas länger in unserer Stadt aufhält und dabei zudem öffentliche Parkhäuser oder bessere Gaststätten wie der Teufel das Weihwasser meidet.

Hinzu kommt noch, dass viel zu viele Heilbronner ihren Müll sehr gerne in der gesamten Stadt verstreuen oder einfach nur an Ort und Stelle fallen lassen. Von jenen Mitbürgern, die gerne die öffentlichen Mülleimer mit ihrem Hausmüll füllen ganz zu schweigen, was aber immer noch besser ist als diesen bei den Sammelstellen einfach so mit abzulegen.

Die Krönung aber ist, dass man unsere Fußgängerwege und -zonen zum Parkplatz oder gar zu Rallye-Strecken für Fahrzeuge aller Art umwidmet. Wer möchte in einem solchen Umfeld noch gepflegt einkaufen, flanieren, shoppen oder gar speisen?

Zum anderen machen wir es allen Laden- und Geschäfteinhabern selber sehr schwer. Hochwertige Produkte und Waren werden von sehr vielen Heilbronnern möglichst in anderen Städten — weil gerade hipp — gekauft oder einfach über den online-Handel bezogen. Dafür aber bevölkern viel zu viele Heilbronner die wenigen noch vorhandenen „guten“ Geschäfte nur noch, um sich bestens beraten zu lassen, die Waren vor Ort einmal auszuprobieren oder nur zu betatschen. Gekauft wird dann wieder woanders.

Das Fazit ist, dass sich immer weniger traditionelle und hochwertige Geschäfte und Läden in Heilbronn ansiedeln wollen oder dort überleben können. Deswegen und um die Räumlichkeiten nicht leer stehen zu lassen, sind die Eigentümer gezwungen, an jeden zu vermieten, der sich noch in Heilbronn ansiedeln möchte.

Ich bin überzeugt davon, dass die allermeisten Laden- und Geschäftshausbesitzer lieber an hochkarätige Restaurants, Kneipen oder Designer-Läden vermieten würden — nur die kommen schon lange nicht mehr in unsere Stadt.

Und deswegen bekommen wir Heilbronner genau das, was wir auch verdient haben! Wir könnten dies ganz einfach ändern, indem wir unsere Stadt wieder sauberer, ordentlicher und insgesamt attraktiver machen sowie selber wieder in den noch vorhandenen gut geführten Geschäften einkaufen. Notfalls bestellt der Ladeninhaber auch jene Waren, die es angeblich nur in München, Stuttgart oder Mailand gibt.

Rathenauplatz

Seit ich mich erinnern kann, hat der Rathenauplatz ganz prominent eine Uhr, die man sowohl als Autofahrer als auch als Fußgänger gut lesen kann. Seit ein paar Monaten, noch vor meinem diesjährigen Kalifornienaufenthalt, funktioniert diese Uhr nicht mehr. Die Zeiger stehen auf zwölf und das war es auch; damit zeigt die Uhr auf alle Fälle weiterhin zweimal am Tag die richtige Uhrzeit an.

Und dies reicht unserer Stadtverwaltung wohl völlig aus. Auf alle Fälle muss man schon wieder einmal feststellen, dass unsere Stadtverwaltung sehr gerne Dinge anschafft und diese dann einfach nur verkommen lässt. Auf jeden Fall funktioniert die Verkehrsleittafel gleich um die Ecke auch schon seit ein paar Wochen nicht mehr. Was allerdings in diesem Fall überhaupt niemanden stört, denn dieses Verkehrsleitsystem deluxe hat man einzig und alleine nur deswegen angeschafft, um unsere Steuergelder zum Fenster hinauszuwerfen und um ein paar Verwaltungsmitarbeiter ein wenig zu unterhalten — was diese sichtlich nicht zu schätzen wissen.

Übrigens, der Rathenauplatz war bis zu seiner verkehrstechnischen Erschließung gegen 1873 ein einstiger bronzezeitlicher und keltischer Friedhof. Dann entwickelte er sich zum Heilbronner „Anhalterbahnhof“ und bekam wohl dabei auch seine prominente Uhr. Diese wurde im Krieg zerstört, aber bereits 1948 wieder hergestellt und zeigte bis in die 1990er-Jahre hinein den Heilbronner Nachtschwärmern, wann es an der Zeit war, um den gerade aufziehenden Tag mit einem Besuch im Europäischen Hof zu begrüßen.

Das Heilbronner Vergnügungsviertel ist längst Geschichte, nun wohl auch die die Zeiten überdauernde Uhr am Platz. Um den Rathenauplatz herum sprießen jüngst die Altenheime aus dem Boden, und so schließt sich vielleicht demnächst der Kreis und der Ort wird wieder zu dem, was er einst einmal war.

Regenspringen

Das Hochsprung-Meeting, welches zuvor bereits von 1979 bis 2018 in Eberstadt stattgefunden hatte und zumindest in den Anfangsjahren mit Welt- und Europarekorden aufwarten konnte, fand nun erstmals direkt in Heilbronn und dann auch noch auf dem Marktplatz statt.

Trotz des schlechten Wetters nutzen meine bessere Hälfte und ich die Gelegenheit, um vor der Haustüre attraktiven Leistungssport zu erleben. Und wir wurden nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, ich hätte nie daran gedacht, dass nur ein einziger Teilnehmer die zwei Meter zwanzig unter solchen Bedingungen überspringen würde. Und so konnten wir sogar ein paar erfolgreiche Sprünge über zwei Meter fünfundzwanzig und dann sogar noch zwei erfolgreiche Sprünge über zwei Meter achtundzwanzig miterleben. Und so ist es überhaupt nicht tragisch, dass beim ersten Springen in Heilbronn der Meeting-Rekord aus dem Jahr 2014 mit zwei Meter einundvierzig nicht eingestellt oder gar übertroffen wurde.

Die heutigen Höhen waren mehr als verdient und zeigten, wie leistungsstark und -bereit unsere Sportler auch heute noch sind. Noch besser fand ich es, dass die Hochspringer bei diesen widrigen Bedingungen keine übermäßigen Risiken eingegangen sind. Deshalb geht mein Lob an den diesjährigen Publikumsliebling Gianmarco Tamberi, der sich dafür entschuldigte und um Verständnis bat, dass er den Wettkampf für sich bereits nach dem ersten erfolgreichen Sprung über zwei Meter zehn beendete — diese Höhe müssen andere erst einmal erreichen.

Gewonnen hat übrigens Hamish Kerr, der als erster von zwei Teilnehmern die zwei Meter achtundzwanzig übersprungen hatte. Mein persönlicher Favorit war dennoch Wao Sang-hyeok, der den Regen mit Humor nahm und sich zudem dazu hinreißen lies, den Wettkampf bis zum dritten Fehlversuch über zwei Meter dreißig durchzustehen. Das Publikum, welches bis zuletzt im Regen ausharrte, nahm diese Springfreude mit Begeisterung an.