Staatsoper Stuttgart

21.7.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Staatsoper Stuttgart

Stuttgarter Oper

Eigentlich ein Problem der Stuttgarter. Dann aber müssen wir erfahren, dass die Stuttgarter nicht einmal 50 % der Kosten schultern müssen, den größeren Rest zahlen alle Baden-Württemberger. Wenn man richtig guckt, zahlen wir dann auch noch einmal als Bundesdeutsche und als Unionsbürger für die Oper in Stuttgart.

Ohne Frage, eine Oper ist für manche Bürger etwas Fantastisches, und vielleicht wäre die Welt sogar ein klein wenig besser, wenn sich noch mehr Bürger für die Oper begeistern könnten. Hinzu kommt noch, dass die Oper vielen Menschen in und um Stuttgart herum Lohn und Brot bringt, welche ansonsten ihr Geld viel unbequemer ohne staatliche Förderprogramme verdienen müssten.

Dann aber muss man zur Kenntnis nehmen, dass wir bei der Stuttgarter Oper von einem Milliarden-Euro Projekt sprechen und nicht einmal dabei auf die laufenden Kosten eingehen, die locker jährlich weitere Millionen an Steuergeldern verschlingen. Wenn dies nun eine reine Stuttgarter Angelegenheit wäre, schriebe ich diesen Beitrag nicht. Da ich aber — wie Sie übrigens ebenfalls — bestimmt mit zur Kasse gebeten werde, sei es mir erlaubt, das Ganze zu kommentieren.

Dass es auch anders geht — und bestimmt nicht schlechter — zeigt die Metropolitan Opera in New York. So aber bleibt der Nachgeschmack bestehen, dass die Stuttgarter einfach nur auf Kosten anderer weiter auf möglichst großem Fuß leben möchten.

Zudem stellt sich die Frage, ob es nicht sowohl für die Oper als auch für die Gesellschaft an sich besser wäre, wenn man anstatt einer „Zentraloper“ in Stuttgart im ganzen Ländle viele kleine Opernhäuser hätte? Und wer es gerne mondän haben möchte, der kann ja dorthin jetten, wo sich andere Bürger diesen Luxus noch selbst gönnen.

Cell Broadcast

Wieder einmal so ein nettes Beispiel, wie manche verantwortliche Politiker auf Kosten und Leben von uns Bürgern ein paar Vetter reich machen.

Seit 2009 gibt es den 3rd Generation Partnership Project (3GPP) Standard in den Mobilfunknetzen 2G bis 5G, der u. a. sicherstellen kann, dass alle Mobiltelefonnutzer in Notlagen von Regierungsstellen erreicht werden können.

Und seit Dezember 2018 ist diese Möglichkeit in der Europäischen Union sogar mit einer eigenen Richtlinie festgeschrieben: Richtlinie zum europäischen Kodex für elektronische Kommunikation (European Electronic Communications Code). Nur Deutschland hat dafür gesorgt, dass wir davon ausgenommen sind und ein paar Firmen weitere sündhaft teure und völlig ungeeignete Anwendungsprogramme für Mobiltelefone schreiben und betreiben dürfen, die nun mit dafür verantwortlich sind, dass z. B. in der Ahr mehr Menschen sterben mussten als unbedingt notwendig.

Ein paar tote Bundesbürger und etliche verschwendete Steuermillionen später kann man heute in der Heilbronner Stimme (21.07.2022: 2) lesen, dass nun am 8. Dezember 2022 neben Sirenen und Warnungen im Radio erstmals auch in Deutschland Cell Broadcast getestet werden soll.

Gut dabei ist, dass die Bundesregierung die Einführung von Cell Broadcast tatsächlich im August 2021 beschlossen hat, und Ende 2021 auch Bundestag und Bundesrat der hierfür nötigen Änderung des Telekommunikationsgesetzes zugestimmt haben. Cell Broadcast soll demnach bis Ende 2022 nutzbar sein — hoffen wir jetzt, dass der Versuch im Dezember nicht scheitern wird; die entsprechende Technologie ist mit ca. 20 Jahren weltweiter Einsatzreife ausreichend getestet, um eigentlich auch in Deutschland von unseren Experten bedient werden zu können.

Schlecht dabei ist, dass man diese Technologie nicht bereits 2009 bei uns eingeführt hat. Viele Menschen in Deutschland hätten nicht sterben müssen und die verschwendeten Steuermillionen wären woanders sicherlich nötiger gebraucht worden — was in einer Vetternwirtschaft leider aber keine Rolle spielt.

Besser wäre es, die 2009 und 2018 für diese Fehlentscheidungen verantwortlichen Politiker zu benennen und für ihre Taten auch zur Rechenschaft zu ziehen — denn Demokratie lebt von Verantwortung.


Freie Wähler 2022

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Beitragsfoto: Freie Wähler 2022 | © FWV HN

Lesepate

Heute durfte ich zum letzten Mal in der 4a der Dammgrundschule vorlesen. Sämtliche Kinder werden versetzt, und ein paar Schüler gehen zukünftig sogar aufs Gymnasium. Und auch die Klassenlehrerin wandert ab, nach Stuttgart.

Mir hat die Zeit mit diesen Kindern, ohne eine einzige Ausnahme, gefallen und es war sehr schön mitzuerleben, wie sie innerhalb eines Schuljahres nicht nur ihr Lesevermögen verbessern konnten.

Und so bin ich jetzt einmal gespannt darauf, welcher Lehrer mich im nächsten Schuljahr „adoptieren“ wird und in welcher Klassenstufe ich dann eingesetzt werde? Inzwischen durfte ich in allen vier Klassenstufen Erfahrung sammeln, was übrigens dazu führte, dass ich mich entgegen meiner ursprünglichen Befürchtungen nun auch in den ersten beiden Klassenstufen ganz wohl fühle.

Meine Empfehlung an alle, die für sich eine Schulstunde in der Woche freischaufeln können, ist dies auch zu machen — dies ist nicht nur für einen selbst ein Gewinn, sondern auch für die Schüler und deren Lehrer.

Freie Wähler

Thomas Zimmermann von der Heilbronner Stimme (20.07.2022: 21) widmet heute uns Freien Wählern gleich eine halbe Seite. Offensichtlich hat er mit Herbert Burkhardt und einem ehemaligen Freien Wähler über unseren Verein gesprochen. Willy Schwarz, ein ehemaliges Heilbronner Urgestein, würde das bestimmt wie folgt kommentieren: „Hauptsache in der Zeitung.“

Ich sehe das ein wenig differenzierter und frage mich, wie Thomas Zimmermann darauf kommt, dass sich die Freien Wähler um die Zukunft des Vereins streiten? Aber vor Kurzem fand ja das Unterländer Volksfest statt und wer weiß, vielleicht gab es dort wieder einmal einen Hellseher.

Zugegebener Maßen — und ich hatte darüber bereits geschrieben — war der Austritt von einem halben Duzend Freien Wählern aus unserem Verein keine erfreuliche Angelegenheit, und schon gar nicht, wie diese vonstatten ging. Inzwischen konnte ich das eine oder andere Gespräch führen und mache mir deshalb über die Zukunft des Vereins überhaupt keine Sorgen.

Thomas Zimmermann hat aber voll und ganz Recht damit, dass ein Namensstreit bei den Freien Wähler von den Heilbronnern wenig goutiert werden wird. Bleiben wir aber bitte bei den Fakten. Von heute noch über 50 Freien Wählern sind ca. sechs Personen ausgetreten und haben wohl einen eigenen Verein gegründet. Dies ist ihr Recht und meines Erachtens auch völlig in Ordnung, aber dann bitte schön auch unter einem neuen Namen, wie z. B. „freie Bürger“ oder „unabhängige Wähler“. So bleibt nur ein bitterer Nachgeschmack, nämlich dass Malte Höch einzig und alleine einen möglichst großen Schaden in Heilbronn anrichten möchte.

Ein weiteres Faktum ist, dass der Landesverband Baden-Württemberg der Freien Wähler uns Freie Wähler weiterhin als Freie Wähler Heilbronn führt und mit uns auch weiterhin produktiv zusammenarbeitet. Dieser besagte falsche Namensstreit hat damit bisher einzig und alleine bei der Heilbronner Stadtverwaltung für Verwirrung gesorgt — was mich persönlich überhaupt nicht wundert — und wird, wenn nicht wieder die Vernunft bei einzelnen Personen einkehrt, im Zuge des kommenden Gemeinderatswahlkampf 2024 bei den Wählern für etwas Verwirrung sorgen.

Und wenn dies geschieht, dann behielte Thomas Zimmermann mit seiner Einschätzung „Deshalb dürfte es bei den Freien Wählern am Ende nur Verlierer geben.“ Recht.

Und deshalb meine große Bitte an meine ehemaligen Mitstreiter — mit keinem einzigen von diesen hatte ich übrigens einen Strauß auszufechten (!): macht bitte keine halben Sachen, benennt Euch um und lasst uns für alle erkennbar getrennt aber weiterhin gemeinsam zum Wohle Heilbronns für eine von Parteien unabhängige also „freie“ Politik im Heilbronner Gemeinderat werben!

Virtualität

Gestern Abend trafen sich gerade einmal zwei nette Menschen zum virtuellen Europastammtisch. Eine gute Gelegenheit, um die kommenden Termine abzugleichen und ein wenig über die Städtepartnerschaft mit Béziers zu plaudern. Schon länger möchte die EUROPA-UNION auch dieser Partnerstadt wieder einen Besuch abstatten.

Und so stellt sich die erste Frage, wie man am besten mit einer Gruppe dorthin gelangt? Mit dem Flugzeug, mit der Bahn, dem Bus oder doch mit dem Auto? Nimmt man gleich die gemütlichere Route über Grenoble oder doch den Zwölfstundenritt über Lyon?


Feiernde Menschen

14.7.02022 5 (1)

Beitragsfoto: feiernde Menschen | © Shutterstock

Nationalfeiertag

Dieser französische Feiertag, der dem vermeintlichen Sturm auf die Bastille gedenkt und inzwischen traditionell die französischen Siege in der Vergangenheit zum Thema hat, ist auch ein Tag, an dem man sich an das Motto der französischen Revolution erinnern kann: „Liberté, Égalité, Fraternité“.

Da passt es nun auch ganz gut, dass uns die EU-Kommission daran erinnert, wo die tatsächlichen Gefahren der heutigen Zeit liegen, denn jede Demokratie, auch die europäische, stirbt von innen heraus! Justiz, Medien, Korruption: der Rechtsstaat in Ungarn und Polen ist akut in Gefahr! Dies wird nicht ohne gravierende Folgen für den Rest der Europäischen Union bleiben.

Der dritte Jahresbericht der EU-Kommission zur Rechtsstaatlichkeit wurde gestern veröffentlicht und enthält neben einer Gesamteinschätzung einen eigenen Bericht für jeden Mitgliedstaat. Und tatsächlich, die Situation in Ungarn und Polen ist katastrophal; was Ursula von der Leyen nicht davon abhalten wird, ihren „Parteifreunden“ weiterhin EU-Milliarden zuzuschustern.

Den Unionsbürgern fehlt dafür jedes Verständnis, und das ist es wohl auch, was die Verantwortlichen dieser Parteifamilien im Sinn haben, man möchte die EU von innern heraus zerstören und die Nationalstaaten wieder auferstehen lassen — mit oder ohne Demokratie spielt dabei auch keine Rolle mehr.

Gäubahn

Auch diese Teilstrecke der europäischen Verkehrsachse Berlin – Mailand ist immer wieder im Gespräch. Seit Jahren unternehmen die Verantwortlichen wirklich alles, um diese Nord-Südverbindung durch Baden-Württemberg zu kappen. So wurde vor Kurzem von der Berufspolitik signalisiert, dass man die Frankenbahn, der nördliche Teil davon, weiterhin nicht ausbauen will und damit weiter beim Nachkriegsnotbehelf bleibt.

Schlimmer noch trifft es jetzt die Gäubahn, die man ganz bewusst vom Stuttgarter Hauptbahnhof abkoppelt. Damit ist die ehemalige europäische Verkehrsachse Berlin – Mailand endgültig begraben.

Warum sämtliche Regierung in Baden-Württemberg, ob rot, grün, gelb oder schwarz, überhaupt keinen Wert auf einen funktionierenden, tragfähigen und nachhaltigen Schienenverkehr legen entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht hat es aber auch nur ganz banale Gründe, wie z. B. dass die Verantwortlichen entsprechende Baugrundstücke besitzen oder selbst in straßengebundene Transportunternehmen investiert haben.

Vereinsleben

Viele Vereine schwächeln schon seit Jahren und immer mehr davon müssen sich auflösen. Sehr oft liegt es daran, dass sich keine Mitglieder mehr finden, die Verantwortung übernehmen wollen. Für völlig falsch halte ich es dabei, dass man nun verstärkt versucht, Freiwillige mit Geldbeträgen für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen, denn damit zerstört man nicht nur die Idee des Ehrenamts, sondern das Vereinsleben an sich.

Dabei birgt doch das Vereinsleben für alle Mitglieder Schätze, die nie und nimmer mit Geld aufzuwiegen sind, und diese Tatsache ist es, die man wieder mehr in den Vordergrund stellen sollte. Und selbst wenn man sich im „falschen“ Verein engagiert und sich dabei von einer Enttäuschung zur anderen hangelt, gewinnt man dabei Erfahrungen, die ebenfalls unersetzlich sind.

Vor Kurzem laß ich in den Tiefen des Internets, dass „das Leben kein Lutschbonbon sei“. Dieser Aussage kann ich nur voll und ganz zustimmen. Und es gibt wohl kein angenehmeres Umfeld als einen Verein, um diese Tatsache für sich selber festzustellen. Auch möchte ich hinzufügen, dass es immer darauf ankommt, was man aus jeder Situation — egal wie verfahren sie auch sein mag — selber macht. Und gerade diese Herausforderungen sind es, die das Vereinsleben für alle mündigen Bürger erst so richtig attraktiv machen.

Das Schöne am Vereinsleben ist zudem, dass man dieses, wenn man überhaupt nicht mehr damit zurecht kommt, für sich ohne gravierende Folgen beenden kann, um dann sein Glück in einem anderen Verein zu suchen. Und auch diese Möglichkeit führt bei manchen Zeitgenossen vielleicht ebenfalls zu einer unbezahlbaren Selbsterkenntnis, nämlich spätestens dann, wenn man feststellt, dass man sich in keinem Verein lange zuhause fühlt.