Wollhausbrücke

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Beitragsfoto: Wollhausbrücke im August 2022

Fleiner Straße

Am Ende der Fleiner Straße liegt bekanntlich das Wollhaus. Damit gibt es schon länger ein Problem. Man hätte dieses Problem „großstädtisch“ angehen und Nägel mit Köpfen machen können. Auch dazu hatte ich Vorschläge unterbreitet. Das Wollhaus bietet Platz für einen echten Busbahnhof, wie er in größeren Städten — selbst in Backnang — längst üblich ist, und man könnte diesen noch mit der Straßenbahn verbinden, die dann weiter über Sontheim auf ihre alte Strecke zurückkehrt. Eine solche städtische Infrastrukturentwicklung kann man sich gut und immer wieder in Ulm angucken. Und neben diesem Busbahnhof, am besten in ein Gesamtkonzept integriert, baut man die schon längst benötigte Großveranstaltungshalle, gerne mit Hotel und weiteren ganztägig geöffneten Läden. Sozusagen ein neues Wollhaus-Zentrum als Motor nicht nur für die südliche Innenstadt!

So haben wir aber — wieder einmal — die kleinstädtische Lösung gewählt, die uns bereits jetzt auf die Füße fällt! Schlimmer noch, es bröckelt nun ganz folgerichtig mit der GALERIA Karstadt Kaufhof weiter und wenn diese ebenfalls zum Problem wird, zerbricht das Ganze bis hin zum Kiliansplatz.

Ja, und auch wir ganz normalen Heilbronner könnten etwas unternehmen, nämlich indem wir weiter in Heilbronn vor Ort einkaufen! Auch wenn es uns so manche Läden und deren Angestellte manchmal doch etwas schwerer machen.

Eine Stadt ist eine Gemeinschaft und steht und fällt, wie alle anderen Städte übrigens auch, mit ihren eigenen Bürgern. Wir sind Heilbronn und Heilbronn ist so wie wir es machen!

Turmstraße

Heute widmet sich die Heilbronner Stimme (3.11.2022: 24) wieder einmal der Turmstraße, denn uns Bürgern wurde erneut eine Sanierung versprochen. Die Heilbronner Stimme könnte über diese Versprechen sicherlich ein mehrbändiges Buch herausbringen — so aber schreibt auch die Heilbronner Stimme wieder einmal darüber, wie man notwendige Sanierungen einfach nur zerreden kann.

Ok, in den letzten Monaten hat sich doch etwas in der Turmstraße getan, da manche Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter dort wohl zum ersten Mal zu sehen waren — ob sie dann auch mit den Bürgern vor Ort gesprochen haben, wage ich zu bezweifeln, denn meist bringen sie zu solchen Anlässen ihre Bürger selber mit. Auf jeden Fall aber hat man für teures Geld, das wenige Grün noch mehr eingeschränkt und mit einer größeren Bücherbox zubetoniert. Dazu hat man noch ein paar Metallteile so an den Gehweg gestellt, dass die Fußgänger nun auf die Straße ausweichen müssen, da der Gehweg nun nur noch für E-Bikes, E-Scooter und Motorräder Platz hat. Ich muss zugeben, die Berieselungsanlage mit Bestuhlung hat mich dann doch beeindruckt — besser wäre es aber gewesen, wenn man die sündhaftteure Berieselungsanlage an der Kranenstraße in Stand gesetzt und nicht dort sämtliche noch teuren BUGA-Pfanzen verdorren lassen hätte. Leider aber kommt es der Stadtspitze nur auf die Show an und Nachhaltigkeit und Verantwortung sind für diese Bürger reines Teufelszeug!

Dazu passt auch, dass man in der Turmstraße jüngst noch sehr pressewirksam eine Sportbox aufgestellt hat, deren Sinn und Zweck nur für Eingeweihte wirklich ersichtlich ist. Wenn die Heilbronner Stimme diese Sportbox weiterhin als ultimatives Event hochjubelt und wir Bürger unserer Verwaltung dafür auch noch danken, dann bekommen wir kommendes Jahr bestimmt weitere fünf solcher Boxen und sämtliche Sportstätten werden aus dem städtischen Haushalt 2023 gestrichen.

Aber wieder zurück zur Turmstraße. Wir Bürger werden nun dazu befragt — das kostet uns erneut ein kleines Vermögen und beschäftigt nur Berater sowie Firmen und hält unsere Verwaltungsmitarbeiter davon ab, ihre eigentliche Arbeit zu tun.

Bereits vor Jahrzehnten wollte man die Turmstraße sanieren und hatte uns sogar die Hebung des Pfühlbachs versprochen, was schon damals eine gute Idee war und gerade heute laut den Aussagen von Fachleuten und selbst von städtischen Verantwortlichen für Heilbronn ein Gewinn wäre. Das kostet aber Geld, das dann zwar sinnvoll angelegt wäre, aber für so etwas hat man im Gemeinderat kein Verständnis. Lieber verschwendet man das Geld für elitäre Radhäuser, nutzlose Brücken, 3D-Modelle, die keiner mehr findet, oder am liebsten für Berater aller Art.

Dieses Mal bekommt die Turmstraße einen „Realisierungswettbewerb“ und ich muss mich dabei doch fragen, wie wir damals überhaupt die Kirchbrunnenstraße verkehrsberuhigt bekommen haben?

Nach gut 40 Jahren Turmstraßengeschwätz wäre es an der Zeit, dass man entweder die Turmstraße einfach zur Fußgängerzone deklariert — das kostet keine 1 000 Euro — oder ähnlich wie die Kirchbrunnenstraße umbaut, das könnte bereits im Sommer 2023 erledigt sein und kostet auch nicht die Welt.

So aber erhalten wir in ein paar Jahren wieder einmal ein Umbaukonzept — dieses Mal ein sündhaft teures — für die Turmstraße, nur um dann zu erfahren, dass man das Geld in der aktuellen Situation dafür nicht aufwenden möchte! Genau so wie in den letzten Jahrzehnten zuvor!

Und im 22. Jahrhundert stellt dann ein städtischer Mitarbeiter über Nacht ein Schild auf: „Fußgängerzone Turmstraße, parken nur für Anlieger und ganz besondere Menschen.“

Zonen

Die „Zone“ war für uns etwas Ältere kein erstrebenswerter Aufenthaltsort — manche haben noch heute sehr schaurige Erinnerungen daran. Heute ist alles anders und Heilbronn hat gleich mehrere Zonen, nämlich die sogenannten 37 Innenstadtparkzonen, die sich in sechs Zonengebiete vereinen.

Da sich langsam aber sicher entsprechende Schilder in der Stadt finden lassen, haben aufmerksame Heilbronner darüber bereits Kenntnis erlangt. Vor Kurzem schrieb ich hier im Weblog darüber, denn ganz offensichtlich lebe ich nun selber in solch einer Zone. Wenn man aber die entsprechende Website der Stadt Heilbronn aufruft, was ich beim Schreiben gerade getan habe, dann muss man feststellen, dass ich doch nicht in einer solchen Parkzone lebe.

Mein Geburtsviertel liegt dafür eindeutig in einer solchen Parkzone, was aber weder Heilbronner noch Auswärtige tatsächlich interessiert, und jene Heilbronner, welche dort über einen entsprechenden kostenpflichtigen Parkausweis verfügen, sind stets damit beschäftigt, um zwischen den viele Falschparkern einen Parkplatz zu ergattern. Und ich möchte jetzt nicht darüber spekulieren, wie viele davon dann auch noch zum Fremdparken gezwungen werden, da die Zoneneinteilung wirklich eine kleinbürgerliche ist.

Nun aber zurück zu meiner ganz neuen Zone, die es laut Stadtverwaltung eigentlich gar nicht gibt. Und so ist es nur folgerichtig, dass wir betroffenen Bürger nicht einmal darüber informiert wurden. Die neuen Schilder besagen auch nicht, mit welchem Parkausweis man im Viertel parken darf und so finde ich abgestellte Fahrzeuge der Parkzonen 5 und 30 gerade vor meiner Hofeinfahrt. Auf jeden Fall darf man mit Parkscheibe nun zwei Stunden dort parken, was vielleicht nun die etwas sensibleren Pendler davon abschreckt, ihre Fahrzeuge tagsüber dort abzustellen. Den Besitzern von Zweit- oder gar Drittfahrzeugen aus der neuen Nachbarschaft wird aber weiterhin nichts anders übrig bleiben, als den einmal ergatterten Parkplatz so lange wie möglich zu besitzen.

Ich nutze nun diesen Blog-Beitrag einmal als Bitte an die Stadträte meines Vertrauens — es gibt sie tatsächlich (!) und es sind doch so einige. Was ist in meinem Wohnviertel nun „Gesetz“? Ist dies nun eine Parkzone und wenn ja, welcher Parkausweis ist dann dafür gültig? Werden wir betroffenen Bürger dann auch noch darüber seitens der Stadtverwaltung informiert? Was kostet uns der Parkausweis? Oder aber ist das Schilderhängen in Heilbronn nun eine Art Volkssport, der von jedem Bürger betrieben werden kann?

Leider befürchte ich, dass es auf den Inhalt bei Heilbronnern Schildern gar nicht mehr ankommt — unsere Stadteingangsschilder können als gutes Beispiel dienen — und diese überall dort angebracht werden, wo für ein Schild gerade noch Platz ist. Auch das kann man so machen — muss man aber nicht!

Blick von der Südstraße in die Uhlandstraße

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Beitragsfoto: Öffentliches Interesse | © Shutterstock

Reim-Areal

Seit Langem nicht nur ein Thema der Freien Wähler, sondern auch eines von mir. Ich hatte damit schon Anfang 2018 meinen Wahlkampf zum Gemeinderat 2019 eingeleitet und mich später darüber gefreut, dass die Freien Wähler 2019 erneut einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat einbrachten, auch wenn dieser wieder einmal von den anderen Fraktionen abgelehnt wurde.

Und so freut es mich heute in der Heilbronner Stimme (22.10.2022: 23) lesen zu können, dass sich die Stadt endlich das Vorkaufsrecht für das letzte Stückchen dieses Areals gesichert hat, welches eigentlich schon lange nicht mehr diesen Namen tragen sollte. Neu für mich ist dabei, dass sich die Stadtverwaltung dieses Filetstückchen für eine weitere „Beamtenburg“ sichern möchte, nicht mehr ganz so neu, dass sich die CDU jetzt die Idee einer Markthalle auf die eigenen Fahnen schreibt. So lange dort dann tatsächlich eine Markthalle oder zumindest ein ähnlich attraktives Gebäude erstellt wird, kann ich gut damit leben, wenn sich unser Gemeinderat — wer auch immer dort — diesen Erfolg für sich verbucht.

Schlimm wäre es aber, wenn es dort nun zu einer weiteren Rathauserweiterung kommt und zum Schluss dann die gesamte Innenstadt nur noch von dann wohl gut 5 000 Stadtverwaltungsmitarbeitern bevölkert wird, die höchstens bei gutem Wetter und innerhalb der Regeldienstzeiten die dortigen Cafés aufsuchen.

Lebensqualität

Man muss keine Studien zitieren, um festzustellen, dass Heilbronn an sich eine hohe Lebensqualität hat. Auch wissen wir Heilbronner, zumindest die meisten von uns, was wir an Dieter Schwarz und weiteren Sponsoren, die lieber eher im Hintergrund bleiben, für unsere Stadt leisten — auch wenn doch das eine oder andere Engagement etwas mehr hinterfragt werden könnte.

Und so wundert es mich auch nicht, dass gestern Thomas Zimmermann in der Heilbronner Stimme eine Datenbank, die den deutschen Wohnungsmarkt bewertet, zitiert und Heilbronn gleich nach München die höchste Lebensqualität in Deutschland bescheinigt — damit aber das Ganze völlig ins Lächerliche zieht.

Kurz darauf wundert sich Thomas Zimmermann, dass um den Bollwerksturm herum die Stadt eher trostlos wirke und verweist auf die „besseren“ Teile in Richtung Süden der Stadt — dies machen Stimme-Journalisten bereits seit Jahrzehnten so, damit wundert mich dies auch nicht mehr.

Dabei wäre es doch so einfach gewesen, man hätte die Turmstraße schon längst zur Fußgängerzone umwandeln, so wie auch den Rest der nördlichen Innenstadt weiter verkehrsberuhigen können. Das Ganze noch mit der einen oder anderen neuen Idee versehen, wie zum Beispiel das Kirchhöfle zum Studententreff auszubauen, und schon wäre die nördliche Innenstadt genau das Quartier, welches die hohe Lebensqualität Heilbronns bestens zur Schau stellen könnte.

Leider aber stehen die persönlichen Interessen oder auch nur die fehlenden persönlichen Interessen der Heilbronner „Entscheider“ dieser Entwicklung schon seit Jahrzehnten entgegen — und dies so heftig, dass sie dabei sogar diesbezügliche Vorhaben von Dieter Schwarz torpedieren.

Öffentliches Interesse

Die „unabhängige“ Staatsanwaltschaft Stuttgart hat kürzlich entschieden, dass es an der gerade aktuellen Causa Thomas Strobl kein öffentliches Interesse gibt und deswegen die Ermittlungen gegen eine Geldauflage von 15 000 Euro eingestellt. Dieser Vorgang wäre bestimmt so auch völlig in Ordnung, wenn es neben mir nicht noch ein paar wenige andere Bürger dieses Landes gäbe, die durchaus daran Interesse haben, ob Mitglieder der Landesregierung nun kriminell, nur senil sind oder vielleicht sogar eine reine Weste haben?

So muss man sich zudem fragen, ob unsere Justiz doch parteiisch ist oder vielleicht sogar Staatsanwälte bedroht oder gar erpresst werden — an gekaufte Staatsanwälte möchte ich gar nicht denken wollen!

Aber auch dies ist uns völlig egal: deswegen finden unsere beiden Regierungsparteien das Ganze weiterhin mehr als in Ordnung und verlegen wohl demnächst auf Staatskosten mit ihren Familien in eine verlängerte Winterpause an sonnigere Orte — zumindest so lange, bis die Strom-, Gas und sonstige Versorgung in Baden-Württemberg wieder gesichert ist.

Lied des Tages

Ein Cover des Radiohead Songs Creep (1973/1992) von Sebastian Schaffer (2022)

Radio Krauss

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Beitragsfoto: Krauss Elektronik

Neben dem Spielwaren Böttinger in der Sülmerstraße 51 waren der Radio Krauss, gleich um die Ecke in der Turmstraße 20, die beiden ersten Fachgeschäfte, die ich als Kind regelmäßig aufsuchte. Ersteres wegen der vielen Matchbox Autos und der damals obligatorischen Märklin Eisenbahn im Schaufenster. Letzteres, weil mein Vater seine Freizeit gerne beim Radio- und Fernsehapparatereparieren beim „Radio Krauss“ verbrachte.

Adolf Krauss, bei dem mein Vater seine Lehre absolviert hatte, war bereits 1950 mit seinem Fachgeschäft in die Turmstraße 20 umgezogen, und da wir gleich in der Nähe wohnten, konnte mein Vater sehr einfach seinem Hobby frönen. Hätte mein Vater beim Böttinger seine Lehre absolviert, so wäre ich wohl an eine eigene Märklin Eisenbahn gelangt, so war ich wohl das erste Kind in der Nachbarschaft mit einem eigenen Fernseher.

Das hört sich spannender an als es tatsächlich ist, da die beiden damals verfügbaren Fernsehprogramme die meiste Zeit Testbilder sendeten — was einem aber gleich zeigte, ob beim Fernsehapparat auch wirklich alles funktioniert.

Später ging ich dann mit den Töchtern von Oskar Krauss in die Grundschule und auch dessen Sohn Martin trafen wir immer wieder beim Spielen auf der Straße. Und so blieb der Gang zum „Elektro Krauss“ auch weiterhin bei allen Fragen in Sachen Elektronik immer die erste Anlaufstelle.

Im Laufe der Jahre und im Zuge der allgemeinen Veränderung sämtlicher Laden- und Fachgeschäfte spezialisierte sich der „Elektro Krauss“ immer weiter und entwickelte sich zu einem, über die Region hinaus bekannten, Fachgeschäft für alles was mit Elektronik nur im Entferntesten zu tun hat. Inzwischen hat Martin Krauss die Geschäftsführung übernommen und führt neben dem traditionellen Ladengeschäft noch einen auf Elektronikartikel spezialisierten Internet-Versand.

Deshalb war es nur folgerichtig, dass aus dem ehemaligen Radio-Fachgeschäft nunmehr die Krauss Elektronik GmbH wurde. Nichtsdestotrotz ist es weiterhin sehr spannend, durch den Laden zu wandeln, um einfach nur ein wenig zu stöbern. Und im Falle, dass man etwas ganz Bestimmtes in Sachen Elektronik sucht, dann wird man dort auf alle Fälle fündig. Und wenn doch einmal nicht, dann machen sich die Fachkräfte vor Ort auf die Suche.

Bereits 1925 von Adolf Krauss gegründet, wird die Krauss Elektronik GmbH in Kürze ihr einhundertjähriges Bestehen feiern können — gerade auf dem Gebiet der Elektronik eine sehr beachtenswerte Leistung!

Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass Sie als Heilbronner Krauss Elektronik noch nicht kennen sollten, empfehle ich Ihnen dringend, dort einmal vorbeizuschauen. Ich bin mir sicher, dass Sie wiederkommen werden.

Sehr schön wäre es auf alle Fälle gewesen, wenn es die Stadt Heilbronn bis 2025 — nach gut 40 Jahren des Versprechens — geschafft hätte, die Turmstraße endlich einmal in einen lebens- und liebenswerten Zustand zu bekommen. Schon alleine Krauss Elektronik hätte es mehr als verdient, von den dortigen Bewohnern einmal ganz abgesehen.

„Scientific theories need reconstruction every now and then. If they didn’t need reconstruction they would be facts, not theories.“

Charles Proteus Steinmetz, New York Times (11. November 1911)