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Politik

Tagespolitik

Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

Es wird immer schwieriger miterleben zu müssen, wie verantwortliche Politiker sehenden Auges Land und Leute immer weiter gegen die Wand fahren.

Viele maßgebliche Politiker sind auch noch stolz darauf, dass sie „Probleme erst dann angehen, wenn diese von den ganz normalen Mitbürgern auch als solche letztendlich erkannt worden sind, und erst damit allgemein und von der Politik öffentlichkeitswirksam wahrgenommen werden“.

Die große Masse unserer derzeitigen Probleme sind bereits Jahrzehnte alt. Als Beispiele können Umwelt, Migration, Infrastruktur und Renten dienen. Selbst die jüngst sich abzeichnenden erneuten Flüchtlingsbewegungen sind hausgemacht.

Ja, dieses Aussitzen ist sogar zum politischen Credo, zumindest das der beiden Volksparteien, geworden, nämlich so lange abzuwarten, bis das Kind nicht nur in den Brunnen gefallen, sondern auch längst ertrunken ist, um dann möglichst tragisch „tätig“ zu werden, d.h. Unsummen von Steuergeldern in die Hand zu nehmen und mit der Behauptung einer „Alternativlosigkeit“ möglichst sinnlos aus dem Fenster zu werfen, nur um hinterher, egal wie – und dies dann auch rein zufällig – es auch ausgeht, behaupten zu können, dass man keine Kosten gescheut habe, um unser Land zu retten.

Der Vorteil für die Berufspolitik ist dabei offensichtlich, man kann möglichst lange an und für sich arbeiten und muss nur noch dann halbwegs tätig werden, wenn man erkennbare Folgen keinem anderen Politiker oder den Bürgern ganz allgemein in die Schuhe schieben kann; dabei ist das jahrelange hin und her Schieben von Verantwortlichkeiten schon symptomatisch.

Wie schon erwähnt, besteht zum Schluss die alleinige Kunst noch darin, die bestehende Problematik so lange weiter hinauszuzögern, bis jegliches Handeln, egal welcher Art und Weise, immer noch besser ist, als überhaupt gar nichts mehr zu machen.

Deshalb muss man daraus das Fazit ziehen, dass politische Verantwortungslosigkeit längst zur neuen Staatsraison geworden ist, und kann deshalb auch immer mehr verstehen, warum sich die Bürger nicht nur von der aktuellen Tagespolitik, sondern bereits auch von der Demokratie an sich abzuwenden beginnen.

Deshalb muss man auch erkennen, dass unsere Demokratie nicht an den Bernd Höckes oder Bodo Ramelows scheitert, sondern sich ganz alleine von innen heraus aushöhlt und zerlegt, und diese beiden Herren nicht die Ursache allen Übels, sondern bereits die ersten Auswirkungen des oben beschriebenen Übels sind.

Unsere derzeitigen Probleme und zukünftigen Herausforderungen wie auch mögliche Lösungsansätze liegen bereits seit Jahrzehnten vor. Es wäre wirklich an der Zeit, dass zumindest unsere Volksvertreter beginnen, sich mit diesen Problematiken einmal ernsthaft auseinanderzusetzen und ihren Wählern danach plausible, wenn auch für alle einschneidende Lösungsansätze präsentieren, über die dann in Wahlen und Abstimmungen entschieden werden kann.

Denn danach können andere Politiker mit einfacheren Parolen wie „Ausländer raus!“, „Privateigentum ist ein Verbrechen.“ oder „Die Chinesen sind schuld.“ bei den meisten Wählern nicht mehr punkten.

„And maddest of all, to see life as it is and not as it should be.“

Peter O’Toole als Don Quixote de la Mancha in Man of La Mancha (1972)

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