Beitragsfoto: Residenzschloss
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Trickle-Down-Effekt
Sehr bemerkenswert mit anzusehen, wie zwar überhaupt nicht die so gerne propagierte Trickle-down-Ökonomie funktioniert, dafür aber der Trickle-Down-Effekt bei den Steuergeldern wieder wunderbar zu beobachten ist.
Wenn diese nicht beständig und zu 100 % kontrolliert werden, was ab einer kritischen Menge an Steuergeldern einfach nicht mehr funktionieren kann, dann tröpfeln diese ganz von alleine und beständig auf die jeweils „systemrelevanten“ Personen hinab.
Und so kann ich gerade ganz aktuell ein Phänomen aus der Zeit des Kalten Krieges wieder ganz gut beobachten. Die kulturellen Festivitäten nehmen wieder zu, langsam aber sicher, denn alleine die Billionen Euro zur Garantie unserer Sicherheit — was immer dies auch sein mag — sind einfach nicht so schnell umzusetzen. Und so tröpfelt davon auch ein klein wenig wieder auf die Kultur, besonders die systemrelevante. Was immer noch weit besser ist, als wenn diese Gelder einfach nur in Steueroasen oder anderen systemrelevanten Taschen „geparkt“ werden.
Vermischtes
Passend zur heutigen Klausur schrieb Frank Bruni in der New York Times einen Beitrag mit dem Titel „I’m a College Professor Inflating Grades. I Need Help.“ Heute ist einfach mein Tag zum Nachdenken!
Derweil ist eine Entrümpelungsfirma für mich tätig und ich wundere mich etwas, wie lange die dafür nun benötigen. Da ich gleich an der Hochschule Studenten bestaune, kann ich mir das Ganze nicht selbst ansehen. Was mich an eine uralte Filmszene aus „Cool Hand Luke“ (1967) erinnert, als wir Menschen noch mehrheitlich leistungsorientiert waren — selbst jene, die weniger motiviert durchs Leben zogen.
Apropos Film, „Good Omens“ werde ich in den kommenden Tagen noch bis zum Ende bingen. Inzwischen weiß ich auch, woher die vielen Nazis bei uns kommen — alles Zombies. Was vielleicht auch erklären könnte, warum die Hölle keine einzige Legion mehr an gewaltbereiten Dämonen stellen kann.
Dieses Problem möchte ich aber jetzt nicht auch noch auf unsere heutige Welt beziehen, da diese schon sehr lange mit Schreibtischtätern zu tun hat. Das mit den Joystick-Tätern dürfte eine weitere Sachgasse werden — KI als Lösung? Es ist weiterhin ein großer Unterschied, ob ein paar Pixel oder doch echte Gehirnmasse durch die Gegend fliegt.
Ein möglichst sauberes Töten hat sich selbst in unseren Schlachthöfen bewährt, zumindest in jenen, die noch kontrolliert oder nicht unter einem Religionsvorbehalt betrieben werden — manche völlig aus der Zeit gefallene Religionen bestehen noch heute darauf, dass das Blut nur so spritzt.
Die Französische Revolution war auch hierbei einfach ihrer Zeit weit voraus. Mit der Guillotine wurde ein sauberer Schnitt gemacht. Ich hoffe mir gelingt nun solch ein Schnitt bei meinem Engagement als Lehrbeauftragter.
Was mir bei dem einen oder anderen Heilbronner Verein nicht so ganz richtig gelungen zu sein scheint. Da macht man die Dinge nicht allen richtig und dann macht man sie ganz folgerichtig einfach überhaupt nicht mehr — was nun auch wieder nicht richtig ist. Bedauerlich, dass nun der eine oder andere frühere Mitstreiter stinkig ist.
Nationalfeiertag
Solche Tage sind eigentlich nicht so mein Ding, besonders da wir Unionsbürger keinen echten Europatag bekommen. Neben dem Europatag gibt es dann aber doch zwei nationale Feiertage, die ich immer wieder gerne mitfeiere, zumal diese alleine aufgrund der dahinter liegenden Idee weit über ihre „eigene Nation“ hinaus strahlen. Zum einen ist es der Independence Day, den ich schon immer mit US-amerikanischen Familienangehörigen und Freunden feiere, und seitdem ich beruflich mit Frankreich verbunden wurde, ist es noch die Fête Nationale. Beide Feiertage sorgten für wunderbare Erinnerungen an sehr gelungene Feiern.
Gestern lud Gaël de Maisonneuve nach Ludwigsburg ein, um mit ihm zusammen den 14. Juli zu begehen; für mich das erste Mal, dass ich diesen Tag bereits am Vorabend gedachte. Auch wenn ich mich nicht mit Schlössern identifizieren kann, so sind diese immer wieder gute Veranstaltungsorte, so auch gestern das Residenzschloss in Ludwigsburg.
In meiner Jugend war es das Blühendes Barock, das mich nach Ludwigsburg führte, später eine Tanzschule und wieder etwas später mein erster Großer Zapfenstreich, der im Hof des Residenzschlosses veranstaltet wurde. Noch etwas später waren es dann die die Gedenkfeiern zum Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar, die mich ins Schloss lockten.
Gaël de Maisonneuves Idee das Ganze nun zu verbinden und damit auch seinen Abschied aus Baden-Württemberg zu verknüpfen, lohnte um nach Ludwigsburg zu fahren.
Schon alleine die Landes-Lehrer Bigband unter Leitung von Stefan Zenth war die Reise wert! Klaus-Dieter Mayer überzeugte sowohl als Moderator wie auch als Sänger. Die Reden dem Anlass mehr als gerecht.
Schön war auch, dass das baden-württembergische Whoiswho der Politik seinen Weg ins Schloss fand, was zeigt, wie gut Gaël de Maisonneuve seine Arbeit getan hat.
Und ich habe zugehört, ganz nett von Gaël, dass er zum Schluss auch noch für die Hertensteiner Gespräche warb. Wir werden Gaël de Maisonneuve vermissen, nicht nur bei den Hertensteiner Gesprächen!
Lustig, dass „Comme d’habitude“ (1966), das Original von „My Way“ (1969), als Schlusslied gewählt wurde. Zumindest mir hat dies viel zum Nachdenken mitgegeben.





