25.5.02026

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Beitragsfoto: Flohmarkt | © Bild von Th G auf Pixabay

Inhaltsverzeichnis

Vermischtes

Die CDU zeigt in Schleswig Holstein, dass sie es doch noch kann, nämlich regieren. Wobei die „Dixiklo-Partei“ (Stefan Rose) dort kaum noch eine Rolle spielt. Was sagt uns das? Deutschland benötigt mehr Daniel Günther und viel weniger Jens Spahn! Als Süddeutscher könnte ich auch mit mehr Hendrik Wüst und dafür keinen Markus Söder — wobei der der Chef der letzten Zwergpartei ist, zumindest so lange bis die SPD gleichgezogen hat — leben.

Vielleicht ist es noch zu früh, um einen Nachruf auf Stephen Colbert zu schreiben. Das Weiße Haus hat ihn schon einmal in den Social Media in die Mülltonne verfrachtet — eine Zeichen mehr, was für unterirdische Möchtegernmenschen dort das Sagen haben. Ich bin schon so alt, dass für mich David Letterman der Late Show Star war. Deutsche Versuche dieses Format zu kopieren klappten in meinen Augen nie so ganz richtig — da fehlte einfach etwas an unserem Naturell.

Auf alle Fälle aber war Stephen Colbert der richtige Nachfolger und wäre es wahrscheinlich noch heute online, wenn es den Trumpismus auf der Welt nicht gäbe. Wobei ich befürchte, dass es so eine Show nie und nimmer in den ÖRR geschafft hätte oder spätestens nach der Erstausstrahlung abgesetzt worden wäre. Meinungsfreiheit heißt bei uns schon immer, dass man jederzeit ohne Wenn und Aber die Meinung des gerade angesagten Führers haben darf.

Das war es auch, was mich in den 1970er-Jahren so an der FDP begeisterte, dort war nämlich Freiheit noch ein wahres Gut. Aber bereits ein Jahrzehnt später passte sich auch diese Partei den neuen deutschen Gepflogenheiten an. Und damit waren der Sturm und Drang sowie die Freiheitsbegeisterung des folgenden 19. Jahrhunderts endgültig Geschichte. Und wo es keine Freiheit mehr gibt, da wird nur noch der Untergang verwaltet.

Für meine regelmäßigen Leser, ganz besonders für Andreas, habe ich mich auch gestern Abend noch so richtig ins Zeug gelegt und mir „Falling for Figaro“ (2021) angeschaut. Ben Lewin hat etwas richtig Originelles geschaffen, auch wenn bei mir adipöse Schauspieler weiterhin Sodbrennen verursachen — die Hornochsen im Film bestätigen meine Überzeugung. Joanna Lumley brilliert als abgehalfterte Operndiva; übrigens weit besser als noch bei ihrem Auftritt als Bond-Girl im Jahr 1969.

Beatrice Loayza von der New York Times sah den Film ähnlich: „I must admit it’s refreshing to see a plus-size woman not only nab the promotion and the hunky guy, but throw it all away within the first 15 minutes.“ Mein Fazit: netter Film, aber die dort verbreitete Message ist fürchterlich falsch und vollkommen irreführend. Zugegeben, meine bessere Hälfte hat dazu eine etwas andere Meinung. Und schon dürfte der Film seinen Zweck erfüllt haben — wir diskutieren miteinander.

Was aber letztendlich dennoch ganz gut zeigen kann, wo wir heute stehen: fett ist dünn, dumm ist schlau und Geiz ist geil!

Flohmarkt

Manche Dinge dauern einfach immer etwas länger. Im letzten Jahr habe ich bereits im Blog eine Flohmarkt-page online gestellt. Nun gibt es die ersten Gegenstände, die ich dort anbiete. Wobei mein kleiner Trödelmarkt sicherlich eine noch kleinere Spielerei bleiben wird.

Bereits seit 2002 suche ich und versuche zudem auch Gegenstände auf eBay zu verticken. Wer dort nachschaut stellt schnell fest, dass dies nicht so richtig zu einer meiner Leidenschaften geworden ist. Anfangs habe ich mir im Ausland lebend Computerzubehör zusammengekauft, um ein etwas größeres Netzwerk aufzubauen. Später dann habe ich versucht, meine Bücher an neue Interessenten abzugeben, was bei mir nicht so richtig funktionierte und nur dazu führte, dass ich den einen oder anderen Altpapier-Container füllte.

Ein einziges Mal gab es dann doch noch Interesse und gleich mehrere Personen stiegen in den Container, um in den Büchern zu stöbern und sogar ein paar davon gleich mitzunehmen. Und noch heute landen meine Bücher im Papiermüll. Mit der Idee, mir einen eigenen kleinen öffentlichen Bücherschrank zuzulegen, gehe ich schon etwas länger schwanger. Die Nutzung der umliegenden habe ich allerdings inzwischen eingestellt, weil ich keine Lust verspüre, um dort immer erst einmal die gesamten AfD- und andere Schwurbler-Broschüren herauszusortieren.

Jüngst habe ich eBay noch dazu genutzt, um mein Siedler von Catan-Spielfeld auf die gewünschte Größe zu bekommen. Alles in allem ersetzen digitale Flohmärkte aber die Präsenzflohmärkte nicht, denn die bieten weit mehr als Suchen und Finden und darüber hinaus bieten und sorgen sie für ein ganz spezielles Lebensgefühl.

In den USA fand ich die Garagenverkäufe immer ganz spannend, vor allem die in der näheren Nachbarschaft, würde aber wohl keinen eigenen bei uns in Deutschland anbieten wollen — auch Lebensgefühle haben immer einen lokalen Bezug — was man gut feststellen kann, wenn man das Bier oder den Wein aus dem Urlaub mitbringt; von der einen oder anderen Urlaubsbekanntschaft einmal ganz zu schweigen.

Meine Leser, die ab und zu hier im Blog vorbeischauen, wie auch mein Stammleser können nun gerne auch einmal in meinem Flohmarkt nachgucken, ob sie das eine oder andere selber noch gebrauchen könnten.

Towel Day

In einem gebe ich Detlef Stern sicherlich recht, kaum einer wird heute noch mit einem Handtuch unterwegs sein. Was bei mir aber nicht dazu führt, um eine andere Erinnerungskultur zu übernehmen. Ich habe nun wieder eine andere Lösung gewählt und trage heute einen Zettel mit dem Wort Handtuch in meiner Hosentasche mit herum.

Sollte ich entgegen jeder Erwartung auf einen anderen Handtuchträger stoßen, werde ich mir überlegen, ob es nicht Zeit für ein entsprechendes Coin ist. Beim Militär hatten wir in den unterschiedlichsten Stäben jeweils unsere ganz eigenen Coins. Was an der Bar teuer werden konnte, wenn man das passende Coin nicht zur Hand hatte.

Manchen meiner französische Kameraden waren diese kleinen Coins wohl etwas zu popelig, denn diese führten in den 1990er-Jahren plötzlich leicht überdimensionierte Versionen ein, welche sich auf einem Schreibtisch oder einem Regel zwar ganz gut machen aber die dahinterstehende Idee nicht mehr so richtig verkörpern.

„Time flies like an arrow; fruit flies like a banana“ — und so ändern sich auch lieb gewordene Gewohnheiten oder gar Traditionen; welcher Politiker dient heute noch seinem Land?

Wobei ich davon überzeugt bin, dass meine heutige Version des Handtuchtragens der ursprünglichen Idee am nächsten kommt.


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