Umstrukturierung

6.7.02022

Beitragsfoto: Umstrukturierung | © Shutterstock

Vogelschiss

Da sitzt man sehr gemütlich beim Abendessen in einem Biergarten zusammen, als mir plötzlich und völlig unerwartet ein Vogel auf Kopf und Teller scheißt — eindeutig ein Fall höherer Gewalt.

Aber ein gutes Beispiel für den Zustand unserer Gesellschaft. Die einen halten kurz inne und bestellen dann einen Nachtisch, und die anderen klagen und verlangen vom Wirt ein neues Essen. An Letzteren geht unsere Gesellschaft zugrunde.

Umstrukturierung

Wenn man nicht (mehr) weiß, was man eigentlich zu tun hat oder gar, wie man seine ureigenen Aufgaben effektiv und effizient erledigen könnte, dann greift man zur altbewährten Lösung der Umstrukturierung.

Dies löst zwar keine Probleme, schafft höchstens neue, aber man täuscht damit allen Unbeteiligten Initiative und Handlungsfähigkeit vor. Und so schreibt die Heilbronner Stimme (06.07.2022: 28), dass „OB Mergel sein … kommunalpolitisches Umfeld neu [ordnet]“.

Es freut mich dabei sehr, dass zumindest ein Stadtrat ein paar Fragen dazu hat; so fragte Freie Wähler Stadtrat Herbert Burkhardt: „Ist für die Neuausrichtung nicht der Gemeinderat zuständig?“ und „Ist das wasserdicht?“ Für den OB hat aber weiterhin alles seine Richtigkeit.

Und so wundert es auch nicht, dass Vertreter der Heilbronner Einheitspartei diese Umstrukturierung bereits sogar als Effizienzgewinn loben. Manch anderer mag darin aber nur eine weitere Form von Protegierung erkennen.

Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren und würde auch sehr gerne darüber staunen, wie plötzlich in das Rathaus ganz neuer Schwung kommt — das Ganze hätte man allerdings bei der letzten OB-Wahl mit einem ausgewiesenen Fachmann im besten Alter günstiger und schneller haben können.

Neckarmeile

Schade, dass beim gestrigen Gespräch u. a. mit Studenten Thomas Aurich nicht zugegen war. Er hätte sich bestimmt darüber gefreut, dass sich viele Studenten eine etwas lebhaftere Stadt, die nicht schon gegen 20.00 Uhr die Gehsteige hochklappt, wünschen und dabei auch eine attraktive Kneipen- und Klubszene im Auge haben.

Da half es auch nichts, den Studenten von der ehemaligen „Altstadt“ vorzuschwärmen oder auf das ehemals innovative Bukowski hinzuweisen, denn das ist alles bereits ein paar Jahrzehnte her. Und auch die Neckarmeile fand nicht den Anklang, den so viele vermuten. Für zumindest einige heutige Studenten sind dort viel zu viele Restaurants und Gaststätten, aber zu wenige Klubs und Kneipen.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, was Thomas Aurich dazu meint?


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