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Europa Heilbronn

Europaplatz

Auch Heilbronn hat einen Europaplatz, auch wenn dies den Ortsunkundigen und sogar vielen Heilbronner Bürgern selbst nicht sofort ins Auge sticht.

Nach langem Bohren ist es der EUROPA-UNION Heilbronn und den Jungen Europäischen Föderalisten bereits 1971 gelungen, dass die Stadt Heilbronn ihren damaligen Mannheimer Kreisel in Europaplatz umgetauft hat. Damit war Heilbronn in Sachen Europa den meisten deutschen Städten um Einiges voraus; nicht nur deshalb erhielt Heilbronn in dieser Zeit offiziell vom Europarat die Europaflagge überreicht, welche übrigens auch nicht mehr zu finden ist.

Seit gut zwei Jahren nun werden Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn immer öfters von interessierten Bürgern genau darauf angesprochen, nämlich warum man zum einen mit dem Europaplatz so stiefmütterlich umgeht und zum anderen, warum man seitens der Stadt das Thema Europa so sehr verhalten thematisiert.

Auch die EUROPA-UNION Heilbronn erhielt bisher auf eigene entsprechende Nachfragen keine oder nur mangelhafte Auskünfte von der Stadtverwaltung oder den Mitgliedern des Gemeinderats.

In Heilbronn finden sich auch ansonsten wenige Zeichen, Schilder oder Symbole, die sich zu unserem gemeinsamen Europa bekennen. Mir persönlich ist nur ein Schild bekannt, das darauf hinweist, dass die damit gekennzeichnete Institution seitens der Europäischen Union gefördert wird. Darüber hinaus kann man die Europaflagge eigentlich nur dann sehen, wenn Behörden bei gesetzlichen Feiertagen dazu gezwungen werden, neben der Landes- und Bundesflagge auch die Europaflagge zu hissen.

Drei sehr positive Ausnahmen dieser Regel sind mir dennoch bekannt. Seit den BUGA-Tagen flattert die Europaflagge auf dem Insel-Hotel freudig im Wind, und ein Heilbronner Pfarrer sowie ein Zahnarzt aus Heilbronn haben jeweils vor ihrem Haus eine eigene Europaflagge aufgezogen.

Dabei wäre es doch so einfach, wenigstens auf dem Europaplatz eine Europaflagge prominent wehen zu lassen. Ich spreche schon gar nicht mehr von einem entsprechenden Schild, welches auch von Auto-, Bus- oder Radfahrern zu erkennen und zu lesen wäre. Oder gar einer Schautafel mit weiteren Erklärungen, welche übrigens zu den unterschiedlichsten Themen im Rahmen der BUGA zu Hauf in Heilbronn aufgestellt wurden.

Und nur wahrhafte Fantasten träumen in Heilbronn von einem entsprechenden Kunstwerk, welches den jüngst sanierten Europaplatz in ganz neuem Glanz präsentieren könnte.

„We’ll always have Paris.“

Humphrey Bogart als Rick Blaine in Casablanca (1942)
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Europa Heilbronn

Treffpunkt Europa

Bald ist es in Heilbronn wieder soweit, und auf dem Kiliansplatz werden eine 100 Quadratmeter große Bühne sowie darum herum gut 16 Stände aufgestellt. Dieses Jahr findet der Treffpunkt Europa genau am Europatag der Europäischen Union statt und zwar am Samstag, 9. Mai 2020.

Bereits Ende des letzten Jahres haben erneut die Vorbereitungen für den inzwischen 31. Treffpunkt Europa begonnen und die ersten Pflöcke werden dann bei der ersten vorbereitenden Sitzung am Samstag, 18. Januar 2020 eingeschlagen, die von einer weiteren Sitzung meistens im März gefolgt wird, bevor sich dann alle Vorbereitungen in der Europawoche auf dem Kiliansplatz bemerkbar machen.

Der Treffpunkt Europa ist ein Fest der Völkerverständigung, welches alljährlich von der EUROPA-UNION Heilbronn organisiert wird, und mit Hilfe ihrer Partnervereine aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn ganztägig ein kunterbuntes Potpourri an Kunst und Musik bietet, welches zudem noch durch die beste Küche aus allen Herren Ländern garniert wird.

Wer jetzt ein wenig neugierig geworden ist, der kann gerne auf Youtube ein paar Amateuraufnahmen der letzten Treffpunkte finden; ich habe dazu eine entsprechende „Playlist“ angelegt.

Das ganz Besondere am Treffpunkt Europa ist, dass das gesamte Fest ausschließlich von ehrenamtlichen Heilbronnern gestemmt wird, die sich monatelang auf diesen Tag vorbereiten, tagelang mit dem Auf- und Abbau beschäftigt sind und dann noch am Treffpunkt selbst, von morgens bis in die Nacht hinein in der Küche stehen, die Stände bestücken, den Standdienst sicherstellen oder aber das kunterbunte Programm auf der Bühne bestreiten.

Ein Treffpunkt Europa kann bis zu 12 Stunden Programm und dies ohne Unterbrechung bieten, während an bis zu 20 Ständen für alle Besucher die besten Leckereien weit und breit angeboten werden.

Dies alles wäre ohne Hunderte von ehrenamtlichen Helfern, Köchen und Künstlern nicht machbar, die diese Leistung jedes Jahr aufs Neue erbringen, um ihren Mitbürgern zu zeigen, dass man zum einen zusammen mehr erreicht als alleine und zum anderen das friedliche Miteinander die beste Lebensweise für uns Menschen ist.

Selbstverständlich benötigt ein Fest, das jedes Jahr gut 20 000 begeisterte Besucher zählt, weitere Helfer und Unterstützer im Hintergrund. Diese Hilfe kommt von den Partnerfirmen der EUROPA-UNION Heilbronn, sowie von der Stadt Heilbronn selbst, die das Fest finanziell und auch tatkräftig mit Mitarbeitern des Betriebsamtes unterstützt.

Seit über 30 Jahren verläuft das Fest in Harmonie und bei bester Stimmung, und dies selbst dann, wenn es den gesamten Tag über in Strömen regnet.

Sollten Sie noch nie Gelegenheit gefunden haben, um einmal beim Treffpunkt Europa vorbeizuschauen, dann tragen Sie sich bitte den 9. Mai 2020 einfach schon jetzt in Ihren Kalender ein.

„Our country is the world, our countrymen are all mankind. We love the land of our nativity only as we love all other lands.“ 

William Lloyd Garrison, Declaration of Sentiments adopted by the Peace Convention (Boston, 18.-20. September 1838)
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Europa Heilbronn Politik

Friedensbewegung

Wenn ich an die Friedensbewegung zurückdenke, dann an diejenigen Menschen, die sich bereits im 19. Jahrhundert organisiert und sich folgerichtig auch 1946 mit den Europäischen Föderalisten und 1947 mit den Weltföderalisten zusammengeschlossen haben.

Ihr heute noch lesenswertes Magazin ist die Friedens-Warte, welche bereits 1899 gegründet wurde und welches der Zeitschrift „Die Waffen nieder!“ (1892-1899) nachfolgte. Dabei besonders erwähnen möchte ich Hans Wehberg, der von 1924 bis 1962 deren Herausgeber war, und welcher sich nicht nur um die europäische Einigung sondern auch um die Europäischen Föderalisten verdient gemacht hat.

Bezeichnender Weise hat sich die Friedens-Warte einschließlich ihrer Herausgeber nach dem Zweiten Weltkrieg ganz bewusst von der neuen „Friedensbewegung“ distanziert, die ich selber nur als Steine- und Molotowcocktailwerfer erleben durfte, und welche sich besonders in meiner Heimatstadt dadurch ausgezeichnet hat, dass sie amerikanische wie auch deutsche Soldaten gleichermaßen diskriminierte und diffamierte.

Die besondere Aggressivität und Perfidie von Angehörigen und Sympathisanten dieser neuen Art von „Friedensbewegung“ hat auch dazu geführt, dass viele Soldaten zu der Überzeugung gelangten, dass die NATO-Soldaten heutzutage bei uns neben den Föderalisten die einzig echte Friedensbewegung und die angeblich so friedensbewegten Mitbürger eher die Fünfte Kolonne des Sowjetsystems sind.

Bis heute ist in Heilbronn weder bekannt, wie viele Heilbronner Soldaten, ob US-Amerikaner oder Deutsche, seit Ende des letzten Krieges ihr Leben im Dienste für unser Land gelassen haben, noch, wie viele davon Opfer von gelockerten Radmuttern oder sonstigen üblen Attacken wurden.

Bis heute wird einzig und alleine alljährlich einem sehr tragischen Unfall auf der Waldheide gedacht, bei dem 1985 drei US-Soldaten ums Leben kamen.

Dieser Unfall wurde nicht nur von Anfang an seitens der sogenannten „Friedensbewegung“ exorbitant übertrieben und politisch instrumentalisiert, sondern die drei Toten werden auch alljährlich, und dies ohne Gnade, für rein politische Zwecke missbraucht – widerlicher kann Politik nicht mehr werden.

Gut 30 Jahre nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Sowjetsystems wäre es wirklich an der Zeit, dass man auch diese drei Toten endlich ruhen lässt und dafür allen Heilbronner Soldaten, die ihr Leben für den Frieden, unsere Freiheit und unsere Demokratie gelassen haben, eine gemeinsame Denkstätte setzt.

Schön wäre es, wenn diese Denkstätte ihren Platz beim Hafenmarktturm finden könnte, und wir Heilbronner dann, ohne jegliche Parteipolitik oder ideologischem Firlefanz, gemeinsam unseren Toten, dabei selbstverständlich auch den US-Amerikanern, gedenken könnten.

„If man does find the solution for world peace it will be the most revolutionary reversal of his record we have ever known.“

George Marshall, Biennial Report of the Chief of Staff, US Army (1. September 1945: 111)
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Europa

Logo der Europäischen Föderalisten

Von Anfang an gaben sich die Europäischen Föderalisten ein Logo, mit welchem sie für sich und ihre Idee warben.

Das erste Logo wurde bereits 1935 von der Europa-Union in der Schweiz verwendet und von den Europäischen Föderalisten bei ihrer Gründung 1946 übernommen. Es handelt sich dabei um das sogenannte Hertensteiner Kreuz, welches heute noch vom Hertensteiner Kreis verwendet wird.

Logo der Union Europäischer Föderalisten 1946-1949

Mit der Idee der Vereinigung aller proeuropäischen Verbände 1948 zur Europäischen Bewegung übernahmen die Europäischen Föderalisten 1949 auch das von Duncan Sandys geschaffene „grüne E“, welches noch heute das Logo der Union Europäischer Föderalisten (UEF) ist, und anfangs spöttisch als ‚Duncan Sandys Unterhose‘ bezeichnet wurde.

Logo der Union Europäischer Föderalisten ab 1949

In den 1990er Jahren übernahm dann die EUROPA-UNION Deutschland (EUD) eine Eigenschöpfung, die das Logo der UEF mit der 1954 geschaffenen Europaflagge verband.

Inoffizielles Logo der EUD bis 2019

Auch der zweitgrößte UEF Verband, das Movimento Federalista Europeo (MFE) aus Italien, passte sein Logo etwas an, blieb aber im Wesentlichen bei der bestehenden Version.

Logo der MFE

Und auch die EUROPA-UNION Heilbronn (EUHN) ließ es sich nicht nehmen und schuf in den 1990er Jahren ihr eigenes Logo, bestehend aus der Europaflagge, welche das Kiliansmännchen umrahmt. Sie übernahm zusätzlich das Logo der EUD und behielt dabei noch das UEF Logo bei.

Logo der EUHN bis 2019

2015 einigte sich unsere Jugendorganisation, die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF), europaweit auf ein neues eigenes Logo, welches das Logo der UEF in eine zeitgemäßere Form brachte.

Logo der JEF

Mit der Änderung des Logos unserer Jugendorganisation begann auch bei der EUD die Diskussion um eine Anpassung bzw. Änderung des eigenen Logos, welche 2019 durch einen Bundesauschussbeschluss beendet wurde.

Offizielles Logo der EUD seit 2019

Gespannt kann man nun darauf sein, ob auch die UEF insgesamt ihr Logo ändert, und ob dies dann auch von allen Gliederungen übernommen werden wird?

In Heilbronn wird die ganze Sache weiterhin sehr pragmatisch angegangen. Unser eigenes Logo wird ausrangiert, weil es nach der mehrheitlichen Meinung der Mitglieder wirklich nicht mehr zeitgemäß ist, das alte EUD Logo wird so lange mitverwandt, wie wir noch entsprechendes Material, wie z.B. die Roll-Ups und auch Anstecker, haben. Ansonsten aber übernehmen wir das neue Logo des Bundesverbandes und behalten das UEF Logo weiter bei.

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Europa

Superstaateuropäer

Als Superstaateuropäer bezeichnet man jene Nationalisten, welche letztendlich erkannt haben, dass es keinen Staat in Westeurasien gibt, der in der Lage ist, selbständig zu bleiben und dabei auch zu prosperieren. Deshalb fordern sie den Zusammenschluss von „europäischen“ Staaten zu einem „Europa“, wobei sie gerne unterschlagen, was für eine Art von Europa sie dabei selber wollen, und darüber hinaus selbst die unterschiedlichsten und teilweise sehr krude Vorstellungen haben.

Auf jeden Fall sind Superstaateuropäer genau das Gegenteil von uns Europäischen Föderalisten, welche bereits 1946 mit dem Hertensteiner Programm aufgezeigt haben, wie ein Europa und dies zum Wohle der gesamten Welt auszusehen hätte.

Menschen, die nicht tief in der Materie stecken, können Superstaateuropäer ganz leicht durch deren drei beliebtesten und auch gebetsmühlenartig vorgebrachten Äußerungen erkennen:

Erstens, das „neue Europa“ muss sich gegen den Rest der Welt behaupten können. Je nach nationalistischer Vorliebe des jeweiligen Superstaateuropäers richtet sich dies dann gegen „die Amerikaner“, „die Russen“, „die Chinesen“, „die Afrikaner“, „die Inder“ oder ganz plakativ gegen „alle Faulen, Dummen und Unnützen auf dieser Welt, welche selbst keine west-christlichen, weißen Abendländer sind“.

Zweitens, das „neue Europa“ muss in erster Linie über das Militär geschaffen werden, wobei dieses Militär den Weltmachtanspruch Europas eindeutig zu untermauern und die Interessen Europas auf der gesamten Welt zu vertreten hat. Die beliebtesten Schlagworte der Superstaateuropäer sind dabei: „Nuklearschirm“, „Satelliten“, „Flugzeugträger“, „Weltraumbahnhof“, „Superflugzeuge“, „Atomwaffen und -Uboote“.

Drittens, das „neue Europa“ muss alles alleine, selber und besser als alle anderen können und sich dabei möglichst von den anderen aus- und abgrenzen. Superstaateuropäer sprechen deswegen gerne von „Europa als Kontinent“, einer „europäischen Identität“, „europäischem Internet“, „europäischer Cloud“, „Grenzsicherung“ sowie „Zoll- und Wirtschaftskontrollen“.

Letztendlich sind Superstaateuropäer damit aber auch nur die althergebrachten Anhänger der Grande Nation, Pan-Germanen, Groß-Deutsche, neue Alt-Griechen, neue Römer oder Konquistadoren. Nur dieses Mal mit der Erkenntnis, dass jeder für sich alleine überhaupt nichts mehr erreichen kann.

Das Traurige an dieser, eigentlich an sich guten, Erkenntnis aber ist, dass wir Europäer, wenn wir als Referenz die Europäische Union nehmen, kaum noch 5% der Weltbevölkerung stellen, kaum noch über eigene Rohstoffe verfügen und unseren „Kontinent“, zumindest aus Sicht der Umwelt, heruntergewirtschaftet haben, denn sauberes Wasser, saubere Böden oder saubere Luft sind inzwischen nur noch Definitionssache, alle Urwälder längst abgeholzt und die Artenvielfalt Aufgabe der zoologischen Gärten.

Und deshalb wird ein Superstaat Europa auch nur die gleichen Ergebnisse erzielen können, wie die Nationalstaaten zuvor auch. Und dies führt bekanntlich und unvermeidlich zu Krieg, Mord und Totschlag.

Wollen wir uns so etwas wirklich wieder antun?

„History is often shaped by small groups of forward-looking innovators rather than by the backward-looking masses.“

Yuval Noah Harari, Homo Deus: A Brief History of Tomorrow (2016: 315)
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Europa Politik

Hertensteiner Gespräche

Auch dieses Jahr waren die inzwischen 3. Hertensteiner Gespräche in Heilbronn ein voller Erfolg. Dieses neue unprätentiöse und möglichst hierarchiefreie Gesprächsformat hat sich bewährt und findet bereits bei den Europäischen Föderalisten in ganz Europa Anerkennung und Zustimmung.

Obwohl die Hertensteiner Gespräche in Heilbronn ihre Heimat gefunden haben, behalten sie den Namen ihres Ursprungsorts, einem Ortsteil von Weggis in der Schweiz, weiter bei. Denn die ersten Gespräche wurden dort im September am Vierwaldstätter See geführt und am 21. September 1946 mit der Verabschiedung des Hertensteiner Programmes abgeschlossen, welches bis heute zu einem der neun Grundlagendokumente aller Europäischen Föderalisten zählt und zudem das Grundsatzprogramm der EUROPA-UNION Deutschland ist.

Die Hertensteiner Gespräche in Heilbronn haben den Gesprächsfaden wieder aufgenommen und versuchen, die Ideen und Ziele der Europäischen Föderalisten weiter auszudeklinieren und damit einen Beitrag zur Schaffung eines europäischen Bundesstaates zu leisten.

Das Ergebnis der diesjährigen Hertensteiner Gespräche können Sie hier einsehen. Weitergehende Informationen über die Gespräche finden Sie auf der Website der EUROPA-UNION Heilbronn.

Zeichen setzen …
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Europa Politik

Alte Verhaltensmuster

Gerade weil es nach dem Zweiten Weltkrieg staatstragende Politiker tatsächlich geschafft haben, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen und neue Wege zu gehen, ist es uns Europäern jenseits und diesseits des Atlantiks gelungen, zumindest die westliche Welt zu befrieden und insgesamt für einen vorher noch nie erreichten Wohlstand für die meisten von uns zu sorgen.

Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower, Winston Churchill, Charles de Gaulles, Konrad Adenauer, Alcide De Gasperi, Paul-Henri Spaak, Joseph Bech, Robert Schuman, Jean Monnet und Altiero Spinelli sind dabei ganz besonders zu erwähnen, denn ohne sie gäbe es weder die NATO noch den Europarat oder gar die Europäische Union.

Nur aufgrund dieses für uns heutzutage und darüber hinaus auch für die Weltgeschichte sehr bedeutenden Ereignisses leben wir in einer Zeit der noch nie dagewesenen Möglichkeiten.

Aber weil nachfolgende Politikergenerationen fast ausnahmslos weder den Mut noch den Weitblick dieser oben genannten Männer hatten, auch mit Herausforderungen bis hin zu Problemen, die wir als Menschheit ebenfalls noch nie hatten.

Verstärkt kommt jüngst aber noch hinzu, dass heutige Politiker entweder den Gesamtzusammenhang nicht erkennend oder aber einfach nur unfähig, sich und ihren Mitbürgern notwendig gewordene Änderungen abzuverlangen, wieder genau in diese totgeglaubten Verhaltensmuster zurückfallen.

Zum heutigen Arsenal der „Europapolitik“ gehören wieder, auch wenn teilweise noch anders benannt: Kriege, Kolonialismus, Reparationszahlungen, Pakte, Nationalismus, Rassismus, Totalitarismus, Umsiedlungen, Mauern und Vormachtsstreben.

Das jüngste nachhaltige Ergebnis wird wohl der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union sein, gefolgt von einem Rückzug der Vereinigten Staaten aus der Weltpolitik und aufflammender Kämpfe halbstarker Nationen um die Scherben derselben.

Dabei müssten wir alle es doch besser wissen – und auch können!

Straßburg im Frühjahr

„La politique fut d’abord l’art d’empêcher les gens de se mêler de ce qui les regarde. À une époque suivante, on y adjoignit l’art de contraindre les gens à décider sur ce qu’ils n’entendent pas.“

Paul Valéry, Œuvres II (1960: 947, Des partis)