67. Bundeskongress

20.10.02024 4.9 (7)

Beitragsfoto: 67. Bundeskongress

Vermischtes

Gerade gehen auf Cuba die Lichter aus und der Sozialismus zeigt sich dabei wieder einmal von seiner besten Seite, was uns aber nicht stört, auch in Baden-Württemberg mit einer BSW-Gründung gleich dem Stalinismus zu frönen — Hauptsache gegen die USA, den Kapitalismus und alles Demokratische!

Da passt es ganz gut, dass Putin sehr viele Moldawier dafür bezahlt hat, gegen die EU zu stimmen. Wenn wir etwas Glück haben, dann bleibt es uns erspart, künftig weitere 2,5 Millionen Antidemokraten durchzufüttern. Besser wäre es, wenn wir die Republik Moldau gleich der Ukraine zusprechen und diese dann dort ein wenig aufräumen lassen.

Elon Musk bezahlt derweil US-Amerikaner dafür, dass diese Donald Trump wählen. Sollte der gewinnen, dann bekommen AfD und BSW mit ihrer USA-Feindlichkeit echte Probleme, denn deren Geldgeber Wladimir Putin wird sie dann dazu verpflichten, dem Trump so richtig tief in den Hintern zu kriechen — aber Hauptsache gegen alles Demokratische!

Bundeskongress

Der diesjährige inzwischen 67. Bundeskongress fand nach Jahren wieder einmal im Ländle statt und das dann sogar noch in Stuttgart. Die dabei gesparte Reisezeit konnte ich ganz gut für eigene Projekte nutzen.

Nach dem 54. Bundeskongress, der 2008 in Saarbrücken stattfand und den ich in sehr guter Erinnerung behielt, wohl der beste Bundeskongress seit gut zwei Jahrzehnten, was wohl dem Setting und der Betreuung vor Ort geschuldet sein dürfte. Auf alle Fälle war der gesamte Kongress freundlich gestimmt und sämtliche Diskussionen — auch ein paar mit großer verbandsinterner Tragweite — fanden ohne größere Turbulenzen statt.

Schade nur, dass sich inzwischen kaum noch politische Prominenz zu den Bundeskongressen einfindet, das war schon einmal ganz anders. Wenigstens gab es ein Videogrußwort des baden-württembergischen Ministerpräsidenten. Highlight war abends die launige Rede des Stuttgarter OB. Und traditionell ließen ein paar Föderalisten den Abend wieder in einer Bar ausklingen.

Nachtrag 22.10.2024

Deshalb werden Soldaten meist schlecht bis gar nicht ernährt, um deren Aggressivität und Angriffslust zu erhalten. Und deshalb ist es ganz besonders wichtig, während demokratischer Prozesse für mehr als ausreichend Nahrung und Getränke zu sorgen, damit alle Beteiligten milde gestimmt sich auf die wesentlichen Punkte konzentrieren können.

Basteln

In den letzten Tagen habe ich bis auf Linkedin alle meine noch verbliebenen Social Media Accounts (Bluesky und Mastodon) gelöscht. Dafür spiele ich nun verstärkt mit meinem Daft-Account. Daft Social nennt sich selbst „The Anti-Social Social Network for Minimalists“. Wer sich das einmal anschauen möchte, der findet meine jüngsten Posts auf der Startseite dieses Blogs.

Und während ich so bastelte, trudelte das eine oder andere Problem der Seminaristen ein; ob es auch ein passendes Problem ist, muss ich mir demnächst einmal anschauen. Spannend auch der Versuch eines Studenten bei mir eine Seminararbeit schreiben zu wollen, ohne dass er selbst am Seminar teilnimmt.

Aber auch andere basteln munter vor sich hin. So hat die ESA vor Kurzem ein Video veröffentlicht, das die ersten 1 % der im Rahmen der „Cosmic Vision 2015–2025“ gemachten Aufnahmen zeigt. Am 28. Juli 2023 erreichte das Weltraumteleskop Euclid seinen Einsatzort, den zweiten Lagrange-Punkt im Erde-Sonne-System. Das Teleskop soll mindestens sechs Jahre lang den Weltraum erkunden und dabei mehr als ein Drittel des gesamten Himmels durchmustern und Erkenntnisse zur vermuteten Dunklen Energie und Dunklen Materie liefern.

„When confronted with a stupid individual you are completely at his mercy.“

Carlo M. Cipolla, The BAsic Laws of Human Stupidity (2011: 52)

Kontrollraum eines Senders

Mediatheken 5 (7)

Beitragsfoto: Kontrollraum eines Senders | © Shutterstock

Spätestens mit dem Aussterben meiner Generation wird das sogenannte lineare Fernsehen mit tot sein. Umso mehr werden die Mediatheken an Bedeutung gewinnen.

Eine gute Gelegenheit, um für ein paar Mediatheken zu werben.

ARD Mediathek

Die ARD Mediathek und die ARD Audiothek sind Gemeinschaftsangebote der in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten. Dort nicht mehr verfügbare Angebote sind ggf. kostenpflichtig — neben den üblichen Rundfunkgebühren — bei ARD Plus zu finden.

ARTE Mediathek

ARTE bietet eine Vielzahl an Inhalten auf der Plattform arte.tv, im TV und in den sozialen Medien. Das gesamte Programm einschließlich der Mediathek ist in Deutschland, Frankreich und ganz Europa frei verfügbar.

ZDF Mediathek

Auch die Nutzung des ZDF Programms einschließlich seiner Mediathek ist in Deutschland mit den obligatorischen Rundfunkgebühren abgedeckt.

Erschreckend dabei ist es allerdings, dass man mit diesen Mediatheken gerade einmal ein Drittel unserer Bevölkerung erreicht (so vom ÖRR mithilfe verschiedener Erhebungs- und Messmethoden erfasst).

Erfreulich, dass man durch eine weitere Vernetzung versucht, wenigstens den interessierteren Bürgern weitere Angebote zugänglich zu machen. So hat das Netzwerk Mediatheken seit seiner Gründung im November 2000 erheblich dazu beigetragen, dass ganz unterschiedliche bundesdeutsche Institutionen bei der Sicherung, Bewahrung und Erschließung audiovisueller Quellen zusammengearbeitet haben. Audiovisuelles Material soll für Bildung, Wissenschaft, Forschung, Lehre und Kunst bereitgestellt und gleichzeitig auch interessierten Bürgern der Zugang zu diesen dezentralen Mediensammlungen erleichtert werden.

Bereits 1997 versuchte man auch auf europäischer Ebene einer interessierten Öffentlichkeit Bild-, Text-, Ton- und Video-Dateien zugänglich zu machen. Daraus entstand das heutige Europeana, das den Unionsbürgern Europas digitales Kulturerbe zur Verfügung stellen soll.

Letztendlich aber ist es wie immer, jene die sich kundig machen wollen, können dies auch, in der heutigen Zeit sicherlich einfacher als jemals zuvor. Die Frage bleibt, warum nicht mehr Bürger von diesen Angeboten Gebrauch machen?

Ein weitere Frage ist, warum gerade jene, die von diesem Angebot kaum bis gar keinen Gebrauch machen, dieses Angebot auch noch vehement ablehnen?

Die dritte Frage ist, auf was für Angebote die Bevölkerungsmehrheit zugreift und worin deren Vorteile im Vergleich zu den Angeboten des ÖRR liegen?

Kommerzielle Anbieter werden sicherlich eher den Mainstream bedienen wollen und dies sicherlich auch besser können. Allerdings dann auch mit der immanenten Gefahr für weniger kritische Bevölkerungsteile, dass diese so ganz nebenbei indoktriniert werden und dies gerade von jenen Gruppen, die kaum einer öffentlichen Kontrolle unterliegen.

Und so kann man ohne Wenn und Aber die ÖRR Mediatheken als letzte Verteidigungslinie unserer Demokratie ansehen; allerdings nicht wegen ihren Soap-Operas oder „Kulturfilmen“ à la Tatort und anderen Scheußlichkeiten, sondern wegen jenen Angeboten, die den Bürgern Bildung, Politik und Kultur vermitteln, möglichst neutral wie auch umfassend Nachrichten und Informationen zur Verfügung stellen und zudem dabei auch noch die Meinungsvielfalt in einer offenen Gesellschaft aufzeigen.

„Within a democratic system, general elections are a most effective instrument to insure the steady maintenance of fraction σ [of stupid people] among the powerful.“

Carlo M. Cipolla, The BAsic LAws of HUman Stupidity (2011: 48)

Tiefbahnhof

19.10.02024 5 (5)

Beitragsfoto: Tiefbahnhof

Stuttgart 21

Im Gegensatz zu den Neckarschleusen wird der Stuttgarter Eisenbahnknoten, ob nun digital oder nicht, nach gut drei Jahrzehnten bald ein halbwegs versöhnliches Ende finden. Die Gäubahn soll nun doch in ein paar weiteren Jahren gerettet werden, ganz im Gegensatz zur Frankenbahn, die nicht einmal mehr in den Vorträgen Erwähnung findet — wer möchte schon in den Norden Württembergs bzw. nach Franken gelangen?

Auf alle Fälle aber konnte ich mir gestern einen guten Eindruck über den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof verschaffen — richtig beeindruckend! Auch wenn ich diesen Bahnhof inzwischen nicht mehr als Berufspendler benötige, wird es sicherlich eine Freude sein, wenn man später einmal dort ein- und wieder ausfährt.

Glaubensfrage

In Afrika ist der Genuss von alkoholischen Getränken schon längst geregelt, denn selbst eine Flasche Bier wird erst am Tisch geöffnet. Bei uns ist der Genuss von Wein, Bier und anderen Spirituosen weiterhin eine Glaubensfrage. Vor ein paar Jahren habe ich mich bereits etwas detaillierter zum Whisky geäußert und bin auch heute noch davon überzeugt, dass man bei uns einen etwas besseren Wein gut kennen muss, um ihn auch in einem Restaurant genießen zu können.

Gestern wollte ich einen gelungenen Abend noch mit einem Glas Moët & Chandon beenden. Als der Schichtführer des Restaurants unsere erstaunten Gesichter bemerkte, versuchte er noch schnell nachzusteuern und präsentierte uns neue Gläser; deren Inhalt mich eher an einen Asti Spumante erinnerte — damit war der Abend endgültig im Eimer.

Lustig, dass er sich dann auch noch über das zu geringe Trinkgeld mokierte, wobei ich dabei nur den Preis für zwei nicht getrunkene Gläser Champagner „abzog“.

Apropos Glaubensfrage, etwas erstaunt war ich am Morgen, als ich erfuhr, dass es Berufsschulklassen gibt, wo angehende Banker noch Religion büffeln müssen; einmal davon abgesehen, dass die meisten der Schüler Muslime oder Atheisten sind. Wobei deren wichtigstes Anliegen nicht eine sinnvollere Ausbildung, sondern einfach nur eine Viertagewoche bei vollem Lohnausgleich war.

Auszeit

Den 67. Bundeskongress der EUROPA-UNION in Stuttgart nutze ich für eine kleine Auszeit. Das Ganze wird mir durch ein paar sehr erfreuliche Restaurantbesuche versüßt. Bereits am Donnerstag konnten meine bessere Hälfte und ich mit ein paar Berliner Föderalisten speisen, wobei einige von uns das hervorragende Wiener Schnitzel im Carls Brauhaus wählten.

Am Folgetag sicherten wir uns einen Platz in der Alten Kanzlei; dort überzeugte mich der Sauerbraten. Den geschmacklichen Höhepunkt des Tages stellte allerdings das Malo sicher, dessen Beef Tatar mich richtig erfreute, gleich gefolgt von einem selbst gemachten Lava Cake zum Ende des Abends.

„Whether you lock yourself in a monastery or decide to spend the rest of your life in the company of beautiful and lascivious women, you always have to face the same percentage of stupid people — which percentage (in accordance with the First Law) will always surpass your expectations.“

Carlo M. Cipolla, The BAsic LAws of Human Stupidity (2011: 26)