Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

18.11.02021 5 (2)

Anfetten

Wohl parteiübergreifend ist es inzwischen Usus, dass man nach einem Wahlerfolg in erster Linie die eigene Klientel bedient. Da es vor einiger Zeit nicht so gut ankam, als man ein ganz bestimmtes Klientel, es waren damals die Hoteliers, nachweislich und für alle erkennbar bediente, hat man sich nun auf das Gießkannenprinzip verständigt, wobei sich nur schwer feststellen lässt, wer dabei das meiste Wasser abbekommt.

Eine noch bessere und für das Klientel auch nachhaltigere Möglichkeit ist es aber, Parlamente, Ministerien, Verwaltungen und den öffentliche Dienst insgesamt aufzublähen und damit das eigene Klientel und deren Familien über Jahrzehnte zu versorgen. So schreibt die Heilbronner Stimme diesbezüglich:

„Seit Beginn der Regierungszeit der Grünen im Jahr 2011 wurde das Personal der Ministerien schon um etwa 1100 Stellen auf 4000 aufgestockt.“

Heilbronner Stimme (18.11.2021: 7)

Wenn man das alles so liest, dann haben wir heute bei uns gerade jene Verhältnisse, über die wir uns im Italien der 1970er und 1980er-Jahre so köstlich amüsiert hatten. Die Geschichten, die man dabei hört, wie z. B., dass man in Baden-Württemberg jüngst 7 Bewerber einstellte, nur um den 8. Bewerber — ein Parteisoldat — ganz „legal“ in Lohn und Brot zubekommen, toppen inzwischen selbst die Verhältnisse auf dem Balkan.

Man muss dabei aber auch das Positive sehen, denn völlig inkompetente und mit sich selbst beschäftigte Parlamente und Verwaltungen lassen uns Bürgern und den Firmen viel Luft zum Atmen — und so lange die Wirtschaft funktioniert, ist dies bestimmt eine gangbare Lebensart.

Blöd für alle nur, wenn die Wirtschaft einmal schwächelt — gute Beispiele dafür gibt es aus anderen Ländern genügend — oder noch schlimmer, wenn wir in schwierige Zeiten, wie z. B. in eine Pandemie, geraten.

Anrufe

Inzischen bekomme ich immer öfters Anrufe aus der Stadtverwaltung, die alle den gleichen Tenor haben: „Hätte der Führer das nur gewusst?!“ Wie wir alle, die noch in den 1970er-Jahren einen kritischen Geschichtsunterricht bekamen, wissen, hat es der Führer nicht nur gewusst, sondern auch mit bestem Wissen und Gewissen genau so und nicht anders gewollt!

Der Unterschied zu damals, heute stehlen sich alle Beteiligten nicht nur aus der Verantwortung, sondern planen von Anfang an auch ein, dass man ihnen möglichst nichts selber nachweisen kann. Das wirklich Unschöne daran ist aber, dass, wie eigentlich schon immer, letztendlich die kleinen Mitläufer zur Verantwortung gezogen werden, und sich die tatsächlich Verantwortlichen weiter feiern lassen können.

Ludwig Pfau

Ein in Heilbronn geborener Stuttgarter, der während der Märzrevolution 1848 als Herausgeber der Satirezeitschrift „Der Eulenspiegel“ bekannt wurde. Als einer der Mitbegründer der Demokratischen Volkspartei (DVP), aus der zumindest in Baden-Württemberg die FDP hervorging, die sich noch zu meiner Zeit FDP / DVP nannte, war er mir persönlich schon immer sehr sympathisch.

Heute kann man in der Heilbronner Stimme lesen, dass Pläne, Ludwig Pfau in Heilbronn ein Denkmal zu setzen, von unserem Gemeinderat sehr positiv aufgenommen wurden. Damit kann man den Stadträten ohne Wenn und Aber attestieren, dass sie nun wirklich völlig aus der Zeit gefallen sind.

Wer setzt im 21. Jahrhundert Personen noch echte Denkmäler? Besser wäre, wenn man schon unsere Steuergelder für völlig unnötige Projekte ausgeben möchte, dass man, neben der bereits in Heilbronn bestehenden Ludwig Pfau Schule, einen Ludwig Pfau Preis auslobt oder gar — wenn es uns so wichtig ist — eine Ludwig Pfau Stiftung ins Leben ruft, die sich der demokratischen Erziehung von jungen Heilbronnern widmet.

So bekommt man nur den Eindruck, dass man mit unseren Steuergeldern ganz bestimmte Personen fördern möchte. Und so frage ich mich an dieser Stelle, was übrigens aus dem völlig überteuerten und noch nutzloseren 3D-Modell der BUGA wurde?

„Highlight der Ausstellung ist das 3,50 mal 4,00 Meter große Stadtmodell im Maßstab 1:500 aus dem 3D-Drucker, das rund 150 000 Euro gekostet hat. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei rund 570 000 Euro.“

Stimme.de (17. April 2017, 16:39 Uhr)

Dies umso mehr, da der Gemeinderat nicht einmal 3 000 Euro zur Verfügung hat, um Heilbronner mit Zuzugsgeschichte (gut 50 % der Stadtbevölkerung) zu würdigen.

Geburtstag des Tages

Margaret Atwood


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17.11.02021 5 (1)

Überessen

Gutes und reichhaltiges Essen ist ein Luxus, den viel zu viele kaum noch zu schätzen wissen. Und wie bei den meisten anderen Dingen auch, ist es immer besser, nicht ganz aus dem Vollen schöpfen zu wollen; das richtige Maß ist der vielbesungene goldene Mittelweg.

Und gerade beim Essen kann man sehr viel feststellen. Es gibt zwar durchaus auch Menschen, die gutes Essen sehr schätzen und dafür eine richtige Leidenschaft entwickeln, aber selten werden diese mehr als gut genährt und, ich möchte es mal so bezeichnen, etwas füllig. Aber sie werden niemals fett!

Warum Menschen fett werden, ist inzwischen bei uns ein viel diskutiertes Thema. Und die angebotenen Antworten sind bei den meisten Menschen wenig beliebt. Zum einen und bestimmt auch an erste Stelle ist es das Problem von Primärprozesslern in einer Wohlstandsgesellschaft. Sich vollzustopfen ist leichter möglich und bei weitem nicht so anstrengend, wie Sex zu haben. Und auszuschlafen hat in einer Wohlstandsgesellschaft schon längst den Nimbus von Luxus verloren und wird deswegen einfach durch noch mehr essen ersetzt.

Eine zweite Antwort ist die völlige Überforderung von Menschen. Sie kommen im Beruf und im restlichen Leben einfach nicht mit sich klar, und so wird das Essen zu einer Art Übersprungshandlung, die dazu führt, dass die davon Betroffenen fett werden.

Wenn Sie einen Menschen sehen, der fett ist oder immer fetter wird, müssen Sie erstmal nicht davon ausgehen, dass dieser schwer krank ist, denn eine „Fettsucht“ gibt es nicht. Aber Sie sollten ergründen, ob dieser Mensch einfach nur ein Primärprozessler ist, oder aber völlig mit sich und seiner Welt überfordert.

Bei ersteren können Sie sofort helfen und versuchen, dass diese Menschen eigene Interessen entwickeln, die am besten nichts mit Nahrungsaufnahme zu tun haben.

Bei letzteren hingegen sind Sie meist machtlos, es sei denn es handelt sich um Politiker. Diesen können Sie ebenfalls sofort und sehr nachhaltig helfen, indem Sie diese nicht mehr wählen. Und bis dahin helfen Sie ihnen, indem sie diese nicht noch am Buffet bedienen oder erlauben, dass sie sich immer wieder beim Essen vordrängeln.

Hierzu gibt es sogar einen alten aber leider längst vergessenen Grundsatz: der Chef ist zuletzt!

Und bitte merken Sie sich, wer sich schon beim Essen vordrängelt, der tut dies auch bei anderen Gelegenheiten — und dies ist meist nicht zum Wohle der Allgemeinheit.

Weihnachtsmarkt

Da es nunmehr offensichtlich ist, dass all jene, die sich impfen lassen könnten, aber dennoch nicht tun, einfach nur asoziale Subjekte sind, wäre es an der Zeit, dass wir als Gesellschaft reagieren und von uns aus bestimmte Dinge einschränken.

So wäre es ganz gut, wenn die Weihnachtsmarktbetreiber nicht abwarten bis von irgend jemand, bei Politikern wartet man da sicherlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, Entscheidungen kommen, sondern proaktiv und zum Schutz für uns alle einfach generell die 2G-Regelung einführen.

Sich halbwegs zuständig fühlende Verwaltungen könnten dann sogar nachsteuern und mit Kontrollen der vermeintlich Geimpften dafür sorgen, dass man die Kriminellen herausfiltert und damit den Schutz der Bevölkerung weiter erhöht.

Wenn wir nicht anfangen, uns selber zu kümmern, dann werden in Kürze von der Politik wieder die einfachsten Lösungen verkündet: Hausarrest und Ausgangssperren für alle und jeden — außer für Politiker.

Ergo, wer die Weihnachtsmärkte noch möchte, der sollte diese schleunigst mit einer 2G-Regelung versehen!

Datenschützer

Nicht nur als Privatperson, sondern vor allem auch als Vereinsvorsitzender und teilweise auch als Mitglied eines anderen Vereines, werde ich seit Beginn der COVID-19 Pandemie verstärkt mit Werbe-E-Mail zugeschüttet.

Da ich meinen Posteingang schon immer selbst erledigt habe und auch immer wieder SPAM- und sonstige Filter durchforste, um möglichst keine relevante Post zu versäumen, erhöht sich mein dafür notwendiger Zeitaufwand gewaltig. Und das jeden Tag.

So bin ich richtig froh darüber, dass wir auch in Baden-Württemberg einen Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit haben; dies ist seit 2017 Dr. Stefan Brink. Noch mehr freut es mich, dass seine Dienststelle sehr gut mit den entsprechenden Dienststellen der anderen Länder zusammenarbeitet.

So ist es für jeden Bürger sehr einfach, sich im Beschwerdefall an den „eigenen“ Datenschutzbeauftragten zu wenden, der den Vorgang ggf. dann auch an die dafür verantwortliche Stelle weiterleitet.

Wie gesagt, meine Erfahrungen sind sehr positiv, auch wenn es bereits dazu führte, dass ich inzwischen einen Anruf eines Firmeninhabers bekam, der mir vorwarf, dass ich seine Firma ruiniere, da er nun ein Zwangsgeld in Höhe von 25 000 Euro zahlen müsse.

Anderen Firmen, vor allem aus dem Bereich der Medizintechnik, sind solche Androhungen von Zwangsgeldern offensichtlich völlig egal, da sie mich trotz Nachfragens weiterhin mit unerlaubter Werbung überschütten. Ich gehe einmal davon aus, dass auch diese Firmen irgendwann entweder keine Zwangsgelder mehr zahlen möchten — weil es einfach nervt — oder diese Gelder dann so eine Höhe erreichen, dass es auch solche Firmen ein klein wenig spüren.

Auf jeden Fall bekommt man durch entsprechende Beschwerden beim Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit einen guten Überblick über die offensichtlichen Gewinnmargen in einzelnen Branchen.

Website des Tages

Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Datenschutz ist ein Grundrecht, und wenn man dabei berücksichtigt, alleine wie viel Lebenszeit uns geraubt wird, wenn Firmen oder Personen dieses missbrauchen, auch ein sehr, sehr wichtiges.

Geburtstag des Tages

Honda Soichiro


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

16.11.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Mannheim

Während in Heilbronn Verwaltungsspitze und Gemeinderat auch in Sachen, wie werden wir unseren unliebsamen Europaplatz endlich wieder los, sehr eng zusammenarbeiten, geht man in Mannheim ganz andere Wege.

Dort kann die Stadt Mannheim zusammen mit dem Europäischen Parlament, der EUROPA-UNION und der IGMH, einer Botschafterschule des Europäischen Parlaments in Mannheim, am Dienstag, 30. November 2021 von 15.00 Uhr – 15.45 Uhr im Rahmen einer kleinen Einweihungsveranstaltung den IGMH-Europaplatz mit Fahnenmasten und Sitzbänken an der Schule eröffnen.

Anfang 2020 wurde die IGMH für ihr politisches und demokratisches Engagement als Botschafterschule für das Europäische Parlament ausgezeichnet. Die Lehrer und Schüler haben sich mit einer Europa-AG an der Schule, mehreren Schaukästen zum Thema Europa, Planspielen, einem Europa-Dinner und vielen weiteren Aktionen für diese Auszeichnung qualifiziert.

Deshalb kamen sie letztes Jahr auf die Idee, zwei Fahnenmasten mit einer Europa- und einer Schullogofahne aufzustellen. Dankenswerterweise hat die Strube-Stiftung diese Anlage komplett finanziert; diese Stiftung unterstützt die Europaaktivitäten der Schule aber weit über diese Maßnahme hinaus.

Karriere

Wenn sich diese, heute in der Heilbronner Stimme vorgestellte, Aktion der, fälschlicher Weise als Querdenker bezeichneten, Nörgler mit Nazi-Allüren weiter herumspricht, dann werden es die Karriere-Netzwerke, wie Linkedin oder Xing künftig ziemlich schwer haben.

Denn dann braucht man nur ein paar Idioten auf einem Platz zu versammeln, diese mit wirrem Geplapper unterhalten und den Auftritt mit einem Hitlergruß beenden. Dazu benötigt man nur ein Mikrofon, denn es muss vor allem sehr laut sein, und eine Kamera, damit man seine Bewerbung möglichst zeitnah im Internet streut.

Wie wir heute in der Heilbronner Stimme weiter lesen können, hat der erste Bewerber damit wieder einen gut dotierten Job gefunden. Und wenn sich zukünftige Bewerber, statt teuren Karrierenetzwerken oder Headhuntern, bessere Rechtsanwälte leisten, dann können die diesbezüglichen „Werbungskosten“ bestimmt unter 3 500 Euro gedrückt werden.

Die einzig wichtige Frage hat die Heilbronner Stimme aber nicht beantwortet. Wer stellt denn so jemanden überhaupt ein? Die Antwort auf diese Frage wäre bestimmt sehr interessant.

Lamellenabscheider

Eine teure aber notwendige Infrastrukturmaßnahme, die uns neben den ca. 7 Millionen Euro Anschaffungskosten jährlich gut 200 000 Euro zusätzlichen Unterhalt kosten wird, der allerdings in den Gesamtaufwand der Unterhaltung des Kanalnetzes eingerechnet und über Gebühren gedeckt werden soll.

Heute konnten wir dazu in der Heilbronner Stimme lesen, dass unsere Kläranlage für bis zu 500 000 Menschen ausgerichtet sei und neben den Abwässern von uns Heilbronnern auch noch die Abwässer der Bürger aus Brackenheim, Cleebronn, Eppingen-Kleingartach, Flein, Leingarten, Massenbachhausen, Nordheim, Schozach, Schwaigern und Talheim mit entsorgt.

Was im Zeitungsartikel nicht erwähnt wurde, sind die immer wieder von dort kommenden Abwässer, die entgegen der Verträge unrechtmäßig eingeleitet werden und nicht nur für weitere Mehrkosten sorgen, sondern uns Heilbronnern auch immer wieder sehr unangenehme Gerüche bescheren.

Durch das neue Staubecken mit Lamellenabscheider können wir bald am Ende des Kanalnetzes für eine Verbesserung des Umweltschutzes und unserer Lebensqualität sorgen, jetzt liegt es an unseren de facto Stadtteilbewohnern, auch am Anfang des Kanalnetzes ihren eigenen Beitrag zu leisten.

Geburtstag des Tages

Diana Krall