Island Malt 5 (1)

Auch wenn nach den Scotch Whisky Regulations 2009 die Inseln Arran, Jura, Mull, Orkney, Skye und jüngst auch Lewis im Gegensatz zur Insel Islay keine eigene Whisky-Region sind, rechne ich die ersten sechs obigen Inseln weiterhin als eine eigenständige Whisky-Region. Die bekanntesten Single Malt von dort sind der Highland Park (1798), welcher auch die nördlichste Destillerie Schottlands ist, und der Scapa (1885), welcher nur wenige Meter südlicher liegt. Beide kommen von Orkney. Ebenfalls gut bekannt sind der Talisker (1830) aus Skye und der Jura (1810) von der gleichnamigen Insel.

Allen dortigen Whisky ist eines gemeinsam, nämlich dass man ihnen einen leichten Salzgeschmack auf Grund der Seeluft zuschreibt. Weiterhin gemeinsam ist ihnen, dass ich die oben erwähnten Single Malt immer wieder gerne trinke und gerne auch vorrätig habe.

Dadurch unterscheiden sie sich von den beiden letzten Whisky-Regionen Schottlands, den Lowlands und Campbeltown.

Campbeltown ist ein Städtchen am Ende der Halbinsel Kintyre, welches einmal 34 Brennerieen beherbergte und sich selbst als Whiskyhauptstadt der Welt bezeichnete. Daher rührt wahrscheinlich auch die Einstufung als eigenständige Whisky-Region. Die wohl bekanntesten Campbeltown Malt sind der Glen Scotia (1832) und der Springbanks (1828).

Die Central Lowlands sind der am stärksten besiedelte Teil Schottlands und damit wohl auch kaum noch ein sehr geeigneter Ort, um einen Whisky zumindest „reifen“ zu lassen. Der Lowland Malt zeichnet sich durch seinen grundsätzlich leichteren Charakter aus. Seine bekanntesten Vertreter dürften der Rosebank (1840), der Auchentoshan (1823), ein dreifach gebrannter Scotch, und der Glenkinchie (1825) sein. Von den beiden letzteren habe ich immer wieder einmal ein paar Flaschen im Bestand. Diese bieten sich zumindest meines Erachtens als guter Einstieg zum Kennenlernen von Single Malt Scotch Whisky an.

Mit diesem Beitrag beende ich nunmehr und zumindest vorerst meine Beiträge über die verschiedenen Whisky Marken. Angefangen hatte ich mit einem allseits bekannten Blend, dem Johnnie Walker, machte dann einen Abstecher nach Irland und widmete mich dort dem Irish Whiskey. Von dort ging ich weiter zum Bourbon Whiskey bevor ich wieder nach Schottland zurückkehrte und mich zuerst generell dem Blended Scotch widmete, dann meiner Leidenschaft, dem Single Malt einen eigenen Beitrag widmete, bevor ich näher auf die Highland Malt, Speyside Malt, Islay Malt und nun zum Schluss in diesem Beitrag auf die Island, Campbeltown sowie Lowland Malt einging.

Auch wenn ich selber gerne ab und zu den japanischen Single Malt Yamazaki trinke, der gut und gerne mit den besseren Single Malt aus Schottland mithalten kann, und auch vor den kanadischen Whisky nicht zurückschrecke, gehe ich nicht weiter auf diese oder neuerdings auch andere, wie zum Beispiel in Deutschland produzierte Single Malt ein. Da widme ich mich lieber später einmal in weiteren Beiträgen dem französischen Cognac oder auch ganz anderen hervorragenden Bränden.

A man walks into a bar and orders ten shots of whiskey.
The bartender asks, “What’s the matter?” 
The man says, “I found out my brother is gay and marrying my best friend.”
The next day the same man comes in and orders 12 shots of whiskey.
The bartenders asks, “What’s wrong this time?”
The man says, “I found out that my son is gay.”
The following day the same man comes in the bar and orders 15 shots of whiskey.
The bartender asks finally, “Doesn’t anyone in your family like women?”
The man looks up and says, “Apparently my wife does.”


Islay Malt 5 (2)

Islay, eine knapp 620 Quadratkilometer große Insel der Inneren Hebriden, besitzt alleine derzeit neun aktive Brennereien, von denen die folgenden mit zu meinen Lieblings-Malt gehören: Ardbeg (1815), Bowmore (1779), Bruichladdich (1881), Bunnahabhain (1881), Caol Ila (1846), Lagavulin (1816) und Laphroaig (1815). Die restlichen zwei Ardnahoe (2016) und Kilchoman (2005) wohl nur deswegen nicht, da ich keine Erfahrung mit ihnen habe.

Gut 15 weitere inzwischen aber geschlossene Destillerien sind auf Islay bekannt und man sagt, dass in Hochzeiten des Whisky-Trinkens bis zu 23 Brennereien zugleich aktiv gewesen sind. Der von mir einst gerne getrunkene Port Ellen soll nach seiner Schließung 1983 in diesem Jahr wieder die Produktion aufnehmen. Das größte Problem dabei ist, dass man die Brennblasen (Still) damals zerstört hat, aber diesen als der eigentlichen „Seele“ eines Single Malt wohl die größte Bedeutung zukommt. So wird der zukünftige Port Ellen bestimmt auch ein guter Single Malt werden aber sicherlich ein ganz anderer als der alte Port Ellen.

Der Whisky von Islay wird als „besonders kräftig“ bezeichnet und von vielen auch als „stark“ empfunden – unabhängig davon, ob die Single Malt starke Rauch- bzw. Torfaromen aufweisen. Islay profitiert noch heute von seinen großen Torfvorkommen, die bei der Herstellung des Single Malt auch gerne genutzt werden. Das Torfaroma ist ein typisches Kennzeichen vieler Islay Malt und wohl auch ein Grund dafür, dass ich diese Whisky über Jahre hinweg sehr gerne getrunken habe.

Beim ersten Schritt der Whisky-Herstellung, dem Mälzen, wird das dabei entstandene Grünmalz anschließend gedarrt, das heißt, dass die Keimung mittels Hitze gestoppt wird. Dies geschieht in Darren, wobei das Malz sowohl mit heißer Luft als auch durch heißen Rauch getrocknet wird. Bei den mit Torf befeuerten Darren (kiln) durchzieht der Rauch das Grünmalz. Das Torf gibt dabei über den Rauch Geschmacksstoffe an das frische Malz ab. Anhand des Phenolgehalts im Rauch stellt man fest, wie stark das Malz beim Darren geräuchert wurde, dabei reicht die Bandbreite von völlig ungetorftem bis hin zu sehr stark getorftem Feuer, was sich bei den Islay Malt besonders auswirkt.

Nach dem Mälzen kommt dann noch das Schroten, das Maischen, das Gären, das Brennen (Destillation) und das Lagern. Gut 12 Jahre später steht dann ein Single Malt zum Kauf bereit, wenn man nicht vorher schon einen Fassanteil erworben hat.

„I’m on a whisky diet. 
I’ve lost three days already.“

Anon

Speyside Malt 5 (1)

Mit weit über 60 Destillerien und damit wohl der Hälfte aller Single Malt Brennereien in Schottland, kommt ein Single Malt Genießer kaum um die Speyside herum. Die Whisky-Region Speyside ist entlang des Flusses Spey entstanden und die angestammte Heimat der Whiskyproduktion in Schottland. Wohl die allgemein bekanntesten Single Malt sind Speyside Malt, darunter der Glenfiddich (1886), der Glenlivet (1824), der Glenfarclas (1836) und einer meiner ganz persönlichen Favoriten, der Macallan (1824), den ich selbst seit 1990 sehr regelmäßig trinke und der auch zum Grundsortiment anlässlich meines 50. Geburtstags gehörte.

Sehr gerne trinke ich zudem den Aberlour (1826), Balvenie (1892), der durch seine Vielfalt überrascht, Cragganmore (1869), den aber gerne etwas älter, Glen Grant (1840), Knockando (1898) und den Strathisla (1786). Die letztgenannte Brennerei stellt auch den Blend Chivas Regal her.

Viele der Speyside-Brennereien liegen nur wenige Kilometer auseinander, manche auch in direkter Nachbarschaft, z. B. in den Orten Dufftown, Elgin und Rothes. So kommt es, dass sie sich nicht nur des öfteren das Wasser teilen, sondern auch auf die gleiche Gerste zurückgreifen. Dazu kommt noch, dass die Lagerhäuser in der selben Gegend liegen. Der wesentliche Unterschied liegt deshalb in der Herstellung und bei der Verwendung der Fässer für die Lagerung des Single Malt.

Wohl deshalb wird oftmals behauptet, dass diese Whisky eine ähnliche Charakteristik aufweisen. Man kann sich diesbezüglich sehr gut ein eigenes Bild machen, denn der Malt Whisky Trail führt durch die Speyside und ist inzwischen eine vielbereiste touristische Attraktion, die acht der bekannteren Brennereien und dazu noch eine Böttcherei miteinander verbindet.

Für mehr Rummel wird neuerdings wohl aber Joanne K. Rowling verantwortlich sein, da in der Nähe von Dufftown die Zauberschule Hogwarts liegen soll, in welcher bekanntlich Harry Potter ausgebildet wurde. Bei all den Whisky-Düften in der Luft, dürfte das keinen wundern.

Als Single Malt werden jene Scotch Whisky bezeichnet, welche zwei Bedingungen erfüllen: sie stammen zum ersten aus einer einzigen Brennerei (Destillerie) der besagten Whisky-Regionen und sind kein Verschnitt aus mehreren Whiskysorten (Blended Scotch). Zum zweiten wird als Getreide ausschließlich gemälzte Gerste (Malt) verwendet, also später auch kein Grain Whisky hinzugefügt.

Die verwendete Gerste hat dabei kaum Einfluss auf den Charakter eines Whisky, deshalb kann sie von überall herkommen. Dennoch werben einige Destillerien damit, ausschließlich schottische Gerste zu verwenden. Das verwendete Brauwasser stammt aber meist aus der nächsten Umgebung der jeweiligen Brennerei.

Der Zusatz „Single“ ist als Prädikat zu verstehen, da die so bezeichneten Whisky in aller Regel besonders hochwertig produziert werden. Hinzu kommt noch ihre, über die drei verpflichtenden Jahre hinweg, längere Lagerungszeit. Ursprünglich zwölf und mehr Jahre, inzwischen sind aber auch 8 und 10 Jahre alte Single Malt zu finden.

Ein Single Malt kann aber durchaus eine Mischung aus mehreren Fässern ein und derselben Destillerie sein, beispielsweise um einen möglichst gleichbleibenden Geschmack und Geruch zu erzielen. Die Altersangabe bezieht sich dabei dann auf das jüngste verwendete Fass der Mischung. Hierbei unterscheiden sich wieder diese Single Malt von jenen, die ich in einem vorangegangenen Beitrag erwähnte.

Im Gegensatz zu einem Blended Scotch, der sich in Geruch und Geschmack jahrzehntelang reproduzieren lässt, hat ein Single Malt jeweils seinen eigenen individuellen Charakter, der durch die Herstellung, Lagerung und ggf. Mischung mehrerer Fässer bestimmt wird.

Vor der Flaschenabfüllung wird der Alkoholgehalt des Single Malt in der Regel mit Brauwasser auf Trinkstärke herabgesetzt, gemäß des Scotch Whisky Act von 1988 und der Verordnung Nr. 1576/89 muss Whisky aber einen Alkoholgehalt von mindestens 40 Volumenprozent aufweisen. Es werden aber auch Flaschen direkt aus dem Fass abgefüllt (Fassstärke), diese weisen dann bis zu 60 Volumenprozent auf.

Der Single Malt wird pur oder mit weichem Quellwasser, idealer Weise mit dem entsprechenden Brauwasser, auf die persönliche Trinkstärke verdünnt und stets bei Zimmertemperatur getrunken, um die sehr komplexen Geschmacksnuancen wahrnehmen zu können.

Da es seit Jahrzehnten potente Whisky-Trinker gibt, die guten Single Malt nur zusammen mit einer Zigarre genießen können, gab es auch schon Whisky Marken speziell für Raucher. Ich empfehle aber weiterhin, den Single Malt ohne Zigaretten-, Pfeifen- oder Zigarrenqualm zu trinken.

Rome was built on seven hills, Dufftown stands on seven stills.“