Spaßbremsen

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Beitragsfoto: Vandalismus bei Bauzaunbannern | © Herbert Burkhardt

Heute sind es noch 10 Tage bis zur Wahl und meines Wissens hat noch keiner verlautbart, dass es sich hierbei um mindestens eine super-duper Wahl handelt. Jene, die sich schon etwas länger mit Politik beschäftigen, die wissen um den Ernst — ja wir wählen in Heilbronn gleich zwei „Parlamente“ — beider Wahlen. Die etwas wissenschaftlicher Angehauchten unter uns diskutieren zusätzlich noch, ob beide Volksvertretungen überhaupt Parlamentscharakter besitzen, was allerdings die Bedeutung beider Wahlen keinesfalls schmälert.

Thema dieses Blog-Beitrages ist aber nicht die Bedeutung beider Wahlen, meine Leser kennen diese sicherlich, sondern ich möchte mich ein wenig über die Spaßbremsen unter uns auslassen, die keine 14 Tage vor der Wahl endlich halbwegs wach und dabei auch noch ziemlich aktiv werden. Ich kann mich nun kaum noch vor Gesprächsangeboten retten!

Allen Ernstes wurde ich gefragt, ob ich zur Diskussion „Kleinkinder erzählen Erwachsenen etwas über die Welt“ erscheine und mich entsprechend belehren lasse. Muss ich mich doch bereits mit jugendlicher Konkurrenz auseinandersetzen, die ohne Mami oder Papi nicht einmal das Rathaus findet. Gut, ich war in deren Alter ebenfalls politisch aktiv, hatte bereits eine Jugendorganisation mitbegründet und drückte selber noch die Schulbank, war dabei allerdings nicht so übergeschnappt, dass ich Erwachsenen die Welt erklären wollte. Und im Gegensatz zu diesen jugendlichen Politstars, hatte ich weder Probleme mit meiner Lehre, noch mit meinem Universitätsstudium, die ich beide erfolgreich hinter mich brachte.

Dafür erklären mir jetzt ein paar völlige Loser, die es nicht einmal fertig gebracht haben, ein soziales Jahr abzuleisten, wie man unsere Stadt nach vorne bringen oder gar besser machen könne. Bevor ich anderen erzähle wie die Welt funktioniert, sollte ich wenigstens eine Lehre oder vielleicht sogar einen Studienabschluss erfolgreich hinter mich gebracht haben und mich zudem ohne Partei ernähren können. Sobald diese Damen und Herren dann „ohne alles“ in unseren Parlamenten sitzen, schnappen sie völlig über und behandeln ihre Mitbürger wie Deppen — ok, jene, die sie gewählt haben, sind es auch!

Aber auch Bürger, die sich sonst nie für Politik und unsere Gemeinschaft interessieren, sind jetzt ganz plötzlich aktiv und fordern allen Ernstes von den Freien Wählern ein Wahlprogramm ein — wie es meine Leser wissen, haben Parteien Wahlprogramme, zumindest sollten sie neben ihren Grundsatzprogrammen welche haben. Der Charme der Freien Wähler ist es aber gerade doch, dass wir ohne Grundsatz- und Wahlprogramme Politik für unsere Mitbürger machen wollen! Damit bieten wir eine Alternative zu den durchaus wichtigen und für Demokratien notwendigen Parteien — wohlgesagt eine Alternative, wir haben nicht vor, Parteien zu ersetzen. Wir würden uns aber durchaus freuen, wenn diese zumindest etwas besser werden könnten, z. B. dadurch, dass sie verstärkt Kandidaten aufstellen, die auch selber etwas können und leisten.

Einer unsere lokalen Volksvertreter war jüngst richtig stinkig darüber, dass er zu wichtigen Gesprächen nicht mehr eingeladen wird, was ich durchaus verstehen kann, da er nichts zu sagen hat. Noch stinkiger waren ein paar völlig irre Mitbürger, die uns Freie Wähler aufforderten, u. a. die Renten zu erhöhen, die Asylanten und andere Mitbürger aus Deutschland zu entfernen und ansonsten dafür zu sorgen, dass die Wohltaten, die es wohl in der Russischen Föderation für Rentner gibt, auch bei uns einzuführen. Selbstverständlich hat man diese Forderungen mit einem Ultimatum versehen und dem Hinweis, dass wir unsere Antworten zusätzlich noch an völlig unbekannte Menschen schicken sollen.

Mit diesem Blog-Beitrag drücke ich mich gerade davor, ein paar Wahlprüfsteine zur Bildungspolitik zu beantworten, wobei die Verfasser eigentlich nur wissen möchten, was wir als Freie Wähler tun wollen, dass sie sich als Eltern noch weniger um ihre eigene Brut kümmern müssen.

Ich kann zwar selbst als Vorsitzender inhaltlich nicht für die Freien Wähler sprechen und habe deswegen einmal unsere in der Bildungs- und Schulpolitik ebenfalls versierten Mitglieder um deren Meinung gefragt, um dann doch noch höflich das eine oder andere kundzutun — man kann einfach nicht jedem Betroffenen mitteilen, dass er nicht „die hellste Kerze auf der Torte“ ist (dies habe ich gerade von Gerd Hofmann übernommen).

Aber ich kann als Freier Wähler sagen, dass ich es persönlich ganz gut fände, dass wir nicht nur einen Elternführerschein einführen, wobei Eltern nur mit einem gültigen Elternführerschein Kindergeld und sonstige Transferzahlungen erhalten, sondern gleich auch noch einen Wählerführerschein, der sicherstellt, dass alle Wahlberechtigten wenigstens ein bisschen Ahnung davon haben, was sie so alles mit ihren Kreuzchen anstellen.

Eigentlich wollte ich mich noch viel mehr und noch deutlicher hier in diesem Blog-Beitrag äußern, dann aber bat Herbert Burkhardt um Unterstützung, da einer unserer 30 Bauzäune nun bereits zum zweiten Mal von ein paar Mitbürgern aus seinen Verankerungen entfernt und ins Feld geworfen wurde. Unabhängig vom Schaden, der dabei entstand, müssten diese Randalierer doch wissen, welche Gefahr von einem nur so rum liegenden Bauzaun ausgehen kann. Und so nehmen es diese Menschen, wie übrigens die meisten weiteren Spaßbremsen auch, einfach so hin, dass ihre Mitbürger völlig unnötiger Weise an Leib und Leben gefährdet werden.


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