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22.8.02021 5 (1)

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Internet

Immer mehr meiner Bekannten und Freunde erzählen davon, dass sie jetzt in Heilbronn über einen Glasfaseranschluss verfügen. Bestimmt eine tolle Sache, von der ich den nächsten Jahren wohl selber nur träumen darf. Eigentlich ist es zum Wundern, da diese Technologie seit Anfang der 1990er-Jahre mit zum ganz normalen Arbeiten gehört.

Aber ich will nicht meckern, denn gestern durfte ich in einem Teilort von Heilbronn, mit dem Mobiltelefon am ausgestreckten Arm, wild in der Gegend herumlaufen, nur um wenigstens ein Telefonat führen zu können, von einer Internetverbindung ganz zu schweigen.

Schnellwege

Fahrradschnellwege sind an sich eine gute Sache. So konnte ich gestern einen solchen beobachten und musste feststellen, dass diese auch gut frequentiert werden. Zumindest in meinem Beobachtungszeitraum auch von Motorradfahren, die wohl eine Abkürzung für sich entdeckt hatten.

Apropos Abkürzung, jene über die Heilbronner Allee hinweg und am Theaterbrunnen vorbei wird für Lastwagen, Autos und Motorräder aller Art immer attraktiver. Ich erinnere mich noch daran, dass es für Zulieferer einmal feste Zeiten gab, um in Fußgängerzonen einzufahren. Und der Sinn und Zweck dieser Fußgängerzonen war einmal, dass man nicht zum Einkaufen mit dem Auto vor den dortigen Läden hält, auch wenn der Einkauf einmal etwas größer ausfallen sollte.

Nachtrag 5.8.2023

Inzwischen ist diese Abkürzung auch ein Thema in der Heilbronner Stimme:

Verkehrsrowdy Ich glaub’ mittlerweile, dass wir im Schtädtle uns alles g’falle lasse und alles kommentarlos hinnehme. Neilich hat mir’s fascht den Zapfe nauskaue. Mit quietschende Reife nimmt ein Zeitgenosse die Kurve an der Allee beim Theater und fährt dann rotzfrech über den Berliner Platz in die Turmschtraß’ Richtung Mannheimer Schtraß’. Und des war, wie mein Guschtav schpäter erfahre hat, kein Einzelfall. Immer wieder wird diese Abkürzung von Rabauke gewählt. Die Sitte verrohe immer meeh. Handlungsbedarf isch ang’sagt.

Geschwätz der Sofie (5.8.2023: 23)

Wenn man dann noch mit den ursprünglichen Hauptnutzern dieser neuen Schnellwege spricht, nämlich jenen, die rings um diese Schnellwege herum mit ihren Traktoren und anderem Gerät Geld verdienen müssen, bekommt das Ganze einen etwas bitteren Nachgeschmack. Nicht nur, dass sich die Landwirte des Öfteren von etwas übermotivierten Freizeitfahrern doch so Einiges anhören müssen, sondern vor allem der völlig unnötige Stress, den sie jetzt zu erdulden haben, da sie neben ihrer Arbeit nun auch verstärkt auf „Rennfahrer“ aller Art achten müssen.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann es zu einem tragischen Unfall kommen wird. Die Verantwortung dafür sollten jene tragen, die, ohne groß nachzudenken, unterschiedliche Verkehre einfach so zusammenführen.

Grillen

Nachdem ich gestern zu Mittag meinen Grill in Betrieb hatte, um damit für ein Mittagessen zu sorgen, konnte ich ein paar Stunden später zuschauen, wie zwei andere das Abendessen auf einem Holzgrill zubereiteten.

Mein Fazit ist, dass man ohne Probleme zweimal am Tag grillen kann, man sollte aber darauf achten, dass man nicht zu viel vom Grillgut kostet. Schlimm wird es erst dann, wenn man spät abends nach Hause kommt und den eigenen Grill nochmals anschmeisst, nur um etwas auszuprobieren, was man gerade erst gesehen hat.

Auf jeden Fall ist es immer ein positives Erlebnis, wenn man mit netten Menschen um einen Grill herumsitzt. Und wenn dann noch die Gegend darum herum passt, eine kleine Auszeit vom gewöhnlichen Trott.

Geburtstag des Tages

Ray Bradbury


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22.7.02021 5 (2)

Umfahrung

Da sage nochmals jemand, dass wir Heilbronner nicht kreativ seien! Jüngst kann ich, die Allee entlang schlendernd, beobachten, dass es eine neue Querung im Norden gibt. Wohl von auf der Höhe Shopping Haus kommend, queren Autos und auch Kleinlaster die Allee auf Höhe des Theaters und fahren dann am Theaterbrunnen vorbei in die Turmstraße ein. Das erspart einem den Umweg über die Mannheimer Straße.

Promi-Viertel

Es ist schon erstaunlich, was alles geht und vor allem wie schnell, wenn Verwaltungsspitzen und ein paar Stadträte persönlich betroffen und involviert sind. Die Verkehrsberuhigung sei den Anwohnern gegönnt, nur darf die Bleichinselbrücke nicht weiter zum Parkplatz ausgebaut werden, da sie eine wichtige Neckarquerung und zudem ein Teil, der vom Gemeindeart und der Stadtverwaltung versprochenen und für die weitere Stadtentwicklung absolut notwendigen, Innenstadtumfahrung ist.

Suchspiel

Eigentlich ist die online Ausgabe der Heilbronner Stimme eine ganz gute Sache. Leider musste ich heute feststellen, dass ich ein Suchspiel zugestellt bekommen habe. So hat es doch eine ganze Weile gedauert, bis ich Inhalte zwischen all der Werbung gefunden habe.

So bleibt zu hoffen, dass sich das Verhältnis von Inhalt und Werbung der Heilbronner Stimme wieder zum Erträglichen bessert. Alternativ könnten die Redakteure weiter wie bei der Samstagsausgabe vorgehen, da gibt es ein paar Seiten Zeitung und erst im Anschluss davon, weitere Werbeseiten bis zum Abwinken.

Und wenn man zudem bedenkt, was ein Stimme-Abo kostet, dann könnte durchaus weniger Werbung enthalten sein. Für diese Zwecke hat die Stimme doch das „Echo“, welches nicht nur kostenfrei allen Haushalten zugestellt wird, sondern auch öfters in größeren Häufen an den unmöglichsten Stellen der Stadt zu finden ist, oder gebündelt im Stadtwald vermodert.

Website des Tages

Echo

Eine schöne Reminiszenz an das Neckar-Echo, wobei man diesem noch zugute halten konnte, dass es mit journalistischen Inhalten aufwartete.


Toilettenanlage

Öffentliche Toiletten 5 (7)

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Es ist noch gar nicht so lange her, ein paar Jahrzehnte vielleicht, da konnte man an allen größeren Plätzen der Stadt, den Unterführungen und sogar in den Fußgängerzonen selbst öffentliche Toilettenanlagen finden. Sie sind auch heute noch besonders für Auswärtige, Touristen und Kneipen-Tourer ein Must-have in jeder größeren Stadt.

Auch damals schon waren viele Toilettenanlagen, wenn nicht mit eigenem Personal ausgestattet oder von netten Kioskbesitzern gepflegt, ein Ärgernis — aber zumindest für den Notfall erreich- und nutzbar.

Einige solcher Toilettenanlagen erhielten sogar Kultstatus, nicht nur die am Bahnhof Zoo in Berlin waren Treffpunkte für Menschen, die nicht so ganz in unsere Gesellschaft passten, oder retteten gar bei Minustemperaturen manchen Menschen das Leben.

Heute sind die öffentlichen Toiletten aus dem Heilbronner Stadtbild verschwunden, einzig die am Marktplatz oder der Allee sind noch allseits bekannt. Jene, die im ehemaligen BUGA-Gelände spazieren, finden jüngst auch eine beim Spielplatz der Alten Reederei — dies ist aber eher der Tatsache geschuldet, um zu verhindern, dass aus den BUGA-Seen Pinkelbecken werden.

Die noch vorhandenen, aber längst stillgelegten Toilettenanlagen, etwa die im Alten Friedhof oder die am Silcherplatz, zeugen heute noch davon, dass man sich einst in Heilbronn seiner städtischen Aufgaben und Pflichten noch bewusst war.

Als Alternative zu den städtischen öffentlichen Toilettenanlagen wurde von der Stadt eine Initiative gestartet, die Toiletten in Restaurants, Cafés und anderen Firmen einfach zu öffentlichen Toiletten erklärt und diese auf der Heilbronner Website aufführt — was gerade jenen Personengruppen, die auf öffentliche Toiletten angewiesen sind und keine Heilbronner Interna kennen, wenig bis gar nicht weiterhilft.

Zudem hat diese Heilbronner Lösung das Problem, dass diese „öffentlichen“ Toilettenanlagen grundsätzlich sehr restriktive Öffnungszeiten haben und gerade in diesen Pandemiezeiten überhaupt nicht erreichbar sind. Ergo ist diese Heilbronner Toilettenlösung von Anfang an eine Fehlplanung, die auch gravierende Folgen nach sich zieht.

Zum einen finden jene, die dringend eine Toilette benötigen, z. B. Kinder, Auswärtige, Kneipengänger oder auch Nachtspazierer, keine Möglichkeit, um sich zivilisiert zu erleichtern, und zum anderen tragen die Besitzer von Gebäuden und Gärten in der Stadt ganz alleine die Folgen dieser Notdurftverrichtungen.

Als Heilbronner, der um das Weindorf herum groß geworden ist, kenne ich zwar von Jugend an die Pinkel- und Haufenexzesse der Weinliebhaber, wusste aber auch um die zeitliche Begrenztheit dieser fünften Heilbronner Jahreszeit.

Inzwischen hat sich das Ganze aber so weit entwickelt, dass jene, die sich noch um die Stadt kümmern, die Nase gestrichen voll haben. Auch ich habe keine Lust mehr, regelmäßig Kellerschächte oder Häuserwände aus- und abzuspülen, damit der Uringestank nicht Hausgemeinschaft und Nachbarschaft belästigt und schon gar keine Lust mehr, den Kot aus den Hauseingängen und jüngst auch aus einem Keller — die Tür war wohl offen — zu entfernen.

Mietern kann man dies heutzutage schon gar nicht mehr abverlangen und professionelle Reinigungskräfte muss man sich erst einmal leisten können.

Ohne Wenn und Aber trifft das Folgende zu: Eigentum verpflichtet! Aber auch, dass eine Tätigkeit im Gemeinderat oder gar eine Anstellung bei der Stadt Heilbronn ebenfalls Pflichten nach sich ziehen — damit meine ich nicht den Weindorfbesuch — und die Stadt Heilbronn endlich wieder der Tatsache Rechnung tragen muss, dass auch Menschen Bedürfnisse haben.

Kurzfristig muss die Stadt Heilbronn dafür Sorge tragen, dass ausreichend TOI TOI oder DIXI-Toiletten aufgestellt werden; diese kann man gerne auch direkt vor die geschlossenen „öffentlichen“ Toiletten stellen, was dann auch zusätzlich eine Steigerung des Bekanntheitsgrads mit sich bringt.

Mittel bis langfristig sollte die Stadt neue öffentliche Toilettenanlagen installieren — der oftmals bemängelte innerstädtische Leerstand bietet durchaus gute und attraktive Standorte. Und nicht jedes sich im Besitz der Stadt befindende Gebäude muss im Erdgeschoss mit einem städtischen Schreibtischarbeitsplatz aufwarten — auch hier bietet es sich an, attraktive Toilettenanlagen zu etablieren, welche z. B. in Zusammenarbeit mit SANIFAIR betrieben werden.

Auf jeden Fall aber gehören offene öffentliche Toilettenanlagen zum Stadtbild einer jeden Großstadt mit dazu und steigern zudem auch deren Attraktivität, vor allem dann, wenn diese einladend und nicht abschreckend auf die meisten Besucher wirken. Damit wäre die Heilbronner Toilettenfrage auch eine Aufgabe des Stadtmarketings.

„Wie lange eine Minute sein kann, hängt davon ab, auf welcher Seite der Toilettentüre man sich befindet.“ 

Anon