Mann auf Treppe

14.11.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Mann auf Treppe | © Shutterstock

Mediatheken

Gestern hat mich eine Weblog-Leserin auf die folgende NDR-Sendung aufmerksam gemacht: Die Macht der Superreichen: Wie Millionäre Einfluss nehmen (24.10.2022 – bis zum 24.10.2024 in der NDR-Mediathek verfügbar). Die Aussagen dort decken sich erstaunlicherweise mit jenen, die ich zu diesem Thema hier im Weblog getätigt habe; ich spreche dabei gerne von Oligarchen. Im NDR-Beitrag bezeichnet dies ein Hamburger Stadtrat als „neuen Feudalismus“. Auf jeden Fall aber regt der Beitrag zum Nachdenken an und wir Heilbronner kommen auch einmal darin vor.

Unabhängig davon muss ich hier einmal für die Mediatheken des ÖRR eine Lanze brechen. Sie haben sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt und können inzwischen sehr gut mit den Filmsammlungen privater und kommerzieller Firmen mithalten. Und dann — vor allem mit solchen Sendungen, wie die hier verlinkte — muss man sich eingestehen, dass der Rundfunkbeitrag durchaus seine Berechtigung hat. Wenn man jetzt im ÖRR noch die Wasserköpfe, Berufspolitiker und sonstige Versorgungsfälle abschaffen würde, wäre unser Rundfunk wieder rundum eine gelungene Sache.

US-Demokratie

Die so gerne besonders von uns Deutschen verteufelte US-Demokratie ist ganz offensichtlich stabiler als immer behauptet und auch die dortigen Wähler sind nicht so doof wie selbst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kolportiert. Und so ist heute geschehen, was wohl kaum jemand noch erwartet hätte, nämlich die US-Demokraten behalten ihre knappe Mehrheit im US-Senat. Und schon jetzt zeichnet es sich ab, dass im Repräsentantenhaus die Verluste der Demokraten nicht so heftig werden, wie es eigentlich bei Midterms für jede Regierungspartei fast schon üblich ist.

Dabei hatte der bereits inzwischen schon etwas ältere Joe Biden erwartungsgemäß keinen guten Start und seine Vizepräsidentin Kamala Harris enttäuschte bisher auf ganzer Linie. Und so müssen wir annehmen, dass der ehemalige, so irre wie kriminelle Präsident Donald Trump inzwischen weit mehr Wähler abschreckt als bisher angenommen — was eigentlich doch noch für viele Wähler der US-Republikaner spricht.

Das Ganze lässt nun darauf hoffen, dass die US-Republikaner jetzt die richtige Entscheidung treffen und die Justiz endlich ihre Arbeit machen lassen. Vielleicht schaffen es die US-Amerikaner sogar, dass die Demokratie eine ganz neue Qualität erreicht und Donald Trump tatsächlich verurteilt wird; ganz nach seinem eigenen Wahlkampf-Motto aus dem Jahr 2016: „Lock him up!

Nachtrag (17.11.2022):

Hier finden Sie den Schlussbericht der New York Times „Republicans Gain Control of the House“. Für die ersten neun Leser ist der Artikel frei verfügbar.

Ernüchterung

Ich habe bereits 2020 damit aufgehört, Europa und unsere Verbandsgremien zu touren, um für einen europäischen Bundesstaat zu werben; nach ein paar Jahrzehnten vergeblicher Mühen darf man etwas zurückstecken. Aber ich habe weiterhin die Versuche anderer Europäischer Föderalisten begrüßt und auch gerne unterstützt, die dies weiterhin und unermüdlich machen. Besonders beeindruckt bin ich von älteren Föderalisten, die dies immer noch tun und ganz besonders dann, wenn diese ihre Berufung nicht erst mit dem Eintritt ins Rentenalter gefunden haben. Denn wie es schon Indiana Jones wusste: „It’s not the years, honey, it’s the mileage.

Und so verfolge ich nun bereits seit mehr als zwei Jahren die jüngsten Versuche Europäischer Föderalisten in ganz Europa, nun endlich die Vereinigten Staaten von Europa Wirklichkeit werden zu lassen — es wäre wirklich an der Zeit und mehrheitlich haben alle Unionsbürger auch deren Notwendigkeit erkannt, zumindest seit die Russische Föderation Gesamteuropa und die westliche Welt in einen Krieg gezwungen hat.

Ehrenamtlich und auf eigene Kosten (!) — nicht zu verwechseln mit den vielen Berufsehrenamtlern — touren seit Monaten Föderalisten — lassen Sie mich hier stellvertretend Javier Giner und Jean Marsia nennen — Europa und schreiben sich dazu noch die Finger wund. Inzwischen gibt es etliche Entwürfe für eine europäische Verfassung, über die man zumindest einmal diskutieren könnte.

Ganz aktuell und dies im Zeichen von 75 Jahre Europakongress in Den Haag, der übrigens 1948 stattfand, wobei uns die Berufspolitik den Bundesstaat nahm und uns dafür den Europarat gab, fordern in ganz Europa Unionsbürger, dass das kommende Europäische Parlament gleich 2024 einen Verfassungskonvent einberuft und noch in derselben Legislatur einen europäischen Bundesstaat schafft.

Dies wäre wieder einmal möglich, wenn nicht die große Masse unserer Berufspolitiker alles — wirklich alles — unternimmt, um dies weiterhin zu verhindern. Sie verschleppen, verzögern, vertagen, torpedieren und diskreditieren wie besessen und dies alles nur wegen der Macht. Nach über 70 Jahren Friede und Wohlstand hat sich in Europa eine Politiker-Kaste etabliert, der er nur noch um den eigenen Machterhalt geht.

Und so ist nicht der Klimawandel oder ein Dritter Weltkrieg die größte Bedrohung für unsere Berufspolitik, sondern ganz einfach, wie übrigen bereits seit 1945 ein europäischer Bundesstaat, der dafür sorgt, dass es mehr Konkurrenz und in Folge davon auch mehr Qualität gibt. Aber das wirklich ausschlaggebende Kriterium ist, dass nicht nur das Europäische Parlament kleiner werden würde, sondern auch die übrigen Parlamente in der gesamten Europäischen Union. Und damit wären unsere Berufspolitiker notgedrungen gezwungen, endlich einmal Leistung zu erbringen oder sich tatsächlich Arbeit zu suchen; dabei würde schon alleine die europäische Konkurrenz dafür sorgen, dass man sich als Berufspolitiker nicht so einfach in staatliche Institutionen, Verwaltungen oder Großunternehmen verabschiedet und es sich dort weiterhin bequem macht, sondern es wäre tatsächlich zu befürchten, dass man tatsächlich einer geregelten Arbeit nachgehen müsste — glorreiche Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch diese Regel.

Und so torpedieren Berufspolitiker, wie gerade dieses Wochenende erneut unsere Verbandsgremien, nur um zu verhindern, dass sich die Delegierten explizit in der aktuellen Verbandsdiskussion für einen europäischen Bundesstaat aussprechen können und damit das europäische Momentum weiter stärken — so wird weiterhin auf Teufel komm raus gebremst und verschleppt!

Und wer jetzt anführen möchte, dass es doch nicht so schlimm wäre, den erinnere ich nur allzu gern an den aktuellen Koalitionsvertrag in Sachen Europa — deswegen wurde diese Koalition überhaupt vom Bürger zumindest mit gewählt — und wie unsere eigene Bundesregierung diesen zuallererst torpedierte und dem Rest Europas wieder einmal zeigte, dass deutsche Verträge das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.


Mann mit E-Scooter

12.11.02022 5 (3)

Beitragsfoto: Mann mit E-Scooter | © Shutterstock

Wellenritt

Das Leben beginnt damit, ähnlich wie wenn ein Kiesel ins Wasser geworfen wird und sich sofort eine Welle beginnt auszubreiten und dies im Kreis von 360 Grad.

Mit der allerersten Entscheidung nimmt das Leben seine Richtung und jede weitere Entscheidung führt dazu, dass man auf seinem Wellenkamm ein wenig nach links oder rechts abtriftet. Und sobald dann die Welle wieder abklingt und nicht mehr erkennbar ist, war es das auch schon mit dem eigenen Leben.

Man kann dabei sowohl die insgesamt zurückgelegte Strecke messen (Lebensdauer) als auch die Winkelzahl, die man am Ende erreicht hat (Lebenstiefe).

Zu all dem kommen noch zwei wesentliche Dinge mit hinzu, nämlich, dass man nicht die einzige Welle ist, die sich zeitgleich ausbreitet und, dass es einen großen Unterscheid macht, ob dieser besagte Kiesel in stilles Wasser oder eine aufgewühlte See fällt.

Auf jeden Fall aber dürfte jeder Wellenritt sehr individuell sein und die eigene Einflussnahme dabei sehr begrenzt. Allerdings lassen sich zwei Lehren daraus zielen: erstens kommt es darauf an, wie man sich gleich zu Beginn entscheidet und zweitens auf die Anzahl der Entscheidungen, die zudem möglichst in eine Richtung gehen sollten.

E-Scooter und Co.

Heute können wir in der Heilbronner Stimme wieder einmal darüber lesen, wie in Heilbronn E-Scooter-Fahrer uns Heilbronner belästigen und schlimmer noch auch schädigen. Wer in Heilbronn zu Fuß unterwegs ist, kennt dieses Problem. Von der Stadtspitze und dem Gemeinderat gebilligt, wenn nicht sogar angestiftet, rasen die E-Scooter, Fahrräder, Motorräder und andere Fahrzeuge aller Art wie wild über die Gehwege und durch die Fußgängerzonen, queren die Straßen nach Lust und Laune und stellen zum Schluss noch ihre Mietobjekte überall dort ab, wo diese möglichst vielen Mitbürger Mühen bereiten können.

Selbstverständlich wurden die Vermieter dieser vermeintlichen Verkehrsmittel von jeglicher Haftung befreit und noch dazu motiviert, noch mehr dieser umwelt- und personenschädigenden Produkte in Heilbronn abzuladen.

Auch mir kam heute der eine oder andere E-Sportler auf dem Gehweg entgegen. Was mich dabei ärgert, sind die roten Radwege gleich daneben, deren einzige Funktion es ist, den Autoverkehr noch weiter einzuschränken. Ich könnte es ja noch verstehen, wenn es sich dabei um Kinder handelt, so aber sind es meist übergewichtige Rentner, denen die roten Radwege wohl zu popelig sind. Und auch die sich noch jungfühlenden „Radsportler“ ziehen Gehwege vor, besonders dann, wenn sie sich im Slalom durch Fußgängergruppen schlängeln können — am liebsten in der Heilbronner Fußgängerzone.

Deshalb ist es längst an der Zeit, dass wir die Verursacher zur Verantwortung ziehen. Und da wir nicht in den USA sind, sollten wir zudem die Produzenten und Betreiber dieser potentiellen Mordmittel zur Kasse bitten. Auch müssen wir unsere Gemeinderäte und die Verwaltungsspitze daran erinnern, dass diese für ihr Tun oder Unterlassen ebenfalls Verantwortung tragen.

Gespräche

Gestern war geprägt von guten Gesprächen und einer sehr erfreulichen Entwicklung bei der UEF. Trotz des permanenten Eingriffs seitens der Berufspolitik werden die Rufe nach einem Verfassungskonvent immer lauter, insbesondere da 2023 der erste Europakongress in Den Haag sein 75. Jubiläum feiern kann. Damit jährt sich auch die Tatsache, dass Berufspolitiker, angefangen von Winston Churchill bis hin zu Ursula von der Leyen, den europäischen Bundesstaat mit allen nur erdenklichen Mitteln zu verhindern wissen. Und diesen dabei sogar noch die Kunst gelingt, sich vom ganz gewöhnlichen Pöbel als überzeugte Europäer feiern zu lassen.

Auf jeden Fall aber konnte ich meinen Zettelkasten mit einem, m. E. gelungenen UEF Kompromissvorschlag füttern, den ich deswegen auch öffentlich gemacht habe; wer das Tool hypothes.is nutzt, der kann das Ganze auch vor Ort kommentieren und zudem die öffentlichen Kommentare einsehen.

Auf jeden Fall aber gibt es inzwischen sehr viele entsprechende Verfassungsentwürfe, u. a. einen, der von Javier Giner massiv beworben wird, und schon etwas länger den der Spinelli Gruppe. Auch wenn diese Rufe und Forderungen nach einem Bundesstaat weiterhin so verhallen werden wie übrigens meine — dieses Weblog ist voll davon — auch, so ist es doch sehr erfreulich, dass jede Generation neue Europäische Föderalisten hervorbringt, die sich dieser guten Sache annehmen. Und so werden vielleicht noch einmal 75 Jahre vergehen, bis sich das Gute schlussendlich durchsetzen wird.

Weitere Gespräche mit Kameraden hielten mich darüber auf dem Laufenden, was aus dem bundesdeutschen 2 %-Versprechen wurde und wohin die 100 Milliarden Euro Sondervermögen „versickern“. Was mich nun nicht wirklich erstaunt. Ich hatte dies bereits bei der großmäuligen Ankündigung von Olaf Scholz im Bundestag vermutet.

Eigentlicher Höhepunkt war dann aber doch das Gespräch mit Detlef Stern, das dieses Mal nicht unsere Zettelkästen zum Schwerpunkt hatte. Und so bereite ich die nächsten paar Tage Ideen zum Projektmanagement auf. Zurzeit spiele ich mit ein paar Arbeitspaketen herum und überlege mir dabei, wie ich es verständlich machen kann, dass man mit diesen erst so richtig gut jongliert, wenn diese zu Tausenden auftreten — ob Komplexität dabei das richtige Wort ist, muss ich mir noch überlegen.

Tweet-Archiv

Detlef Stern hat mich kürzlich auf einen Tweet aufmerksam gemacht, der wohl schon vor etwas Längerem durch Twitter gewandert ist. Leider konnten wir beide die Quelle nicht mehr ausfindig machen. Nichtsdestotrotz steckt in diesem Tweet ein Quäntchen Wahrheit, so dass sich bestimmt auch andere darüber freuen.

Time
How to stop time: kiss. How to travel in time: read. How to escape time: music. How to feel time: write. How to waste time: social media.

Anon

Seit 2019 bietet Amazon ein Notizbuch an, das mit dem folgenden Cover versehen ist:

How to Stop Time. Kiss. How to Travel in Time. Read. How to Escape Time. Music. How to Feel Time. Write. How to Release Time. Breathe.

Und so nehme ich einmal an, dass dies als Quelle für das obige Zitat angesehen werden kann. Auf jeden Fall aber halte ich es für einen gut gelungen Notizbuchtitel.

Nachtrag 14.3.2025

Heute habe ich mir auch das entsprechende Notizbuch gegönnt, gab es immer noch zu kaufen.


Binärer Code mit Europaflagge

8.10.02022 5 (3)

Beitragsfoto: binärer Code mit Europaflagge | © Shutterstock

Peter Pane

Die Entdeckung des Wochenendes war für mich ein wirklich erfrischendes Burger-Restaurant mit einem ganz besonderen Namen. Davon gibt es bereits 46 Restaurants in Deutschland und eines in Wien; wir besuchten das in Augsburg.

Eigentlich fanden wir es per Zufall, da das von mir angesteuerte Restaurant überraschender Weise geschlossen hatte — ist auch schon eine ganze Weile her, dass ich in Augsburg war. Wir waren vom Essen und dem Service mehr als positiv überrascht. Deshalb suchten wir dieses Restaurant gleich heute nochmals auf und fanden denselben guten Service vor, wie wir auch erneut das gute Essen genossen.

An beiden Abenden wurden wir von Unjon sehr gut betreut, wobei er es mir sicherlich verzeihen wird, sollte ich seinen Namen falsch geschrieben haben.

Inhaber und Geschäftsführer der Peter Pane Kette ist Patrick Junge, der einer Lübecker Kaufmannsfamilie entstammt. Nach einigen Jahren im Familienunternehmen gründete er 2012 die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH, die Mutter der Peter Pane Restaurants, welche bis heute ihren Sitz im 1907 erbauten Stammhaus der Familie im Herzen der Lübecker Altstadt hat. 

Datenschutz

Der Europäische Gerichtshof kam im Juli 2020 zum Schluss, dass das Datenschutzniveau in den USA nicht den Standards der EU entspräche. Die Richter bemängelten dabei vor allem die weitreichenden Zugriffsmöglichkeiten von US-Geheimdiensten auf Daten von Europäern. Dies führt u. a. in Deutschland dazu, dass man versucht, US-amerikanische Unternehmen aus dem Markt zu drängen und zudem wenig bekannte deutsche Unternehmen durch verstärkte staatliche Subventionen am Leben zu erhalten — auch wenn diese nicht in der Lage sind, mit halbwegs konkurrenzfähigen Produkten aufzuwarten.

Und so erstaunt es mich nun sehr, dass anscheinend gerade bei uns in Deutschland, wo wir doch alle so sehr großen Wert auf Datenschutz legen, gerade dieser Datenschutz staatlicherseits nicht gewährleistet werden kann, schlimmer noch, von staatlichen oder staatlich geförderten Institutionen persönliche Daten und vertrauliche Informationen, sei es die unserer Behörden oder unserer Firmen zumindest an die Russische Föderation „verscherbelt“ werden.

Gestern hat Jan Böhmermann einen solchen Fall publik gemacht und so wäre es wohl zwingend notwendig, dass zumindest ein paar Staatsanwälte einmal mit entsprechenden Ermittlungen beginnen.

https://youtu.be/dtZf-A4Qd5k
ZDF Magazin Royale vom 7. Oktober 2022

So aber kann man zu dem Verdacht gelangen, dass bei uns in Deutschland nicht nur von sehr vielen Akteuren der Europäische Bundesstaat verhindert wird, sondern inzwischen auch sämtliche Verbrechen der Russischen Föderation zumindest gedeckt, wenn nicht gar gefördert und unterstützt werden.

Eine wehrhafte Demokratie ist nur so lange eine solche, wenn sie sich selbst gegen Angriffe von außen wie auch innen wert und sich nicht nur damit begnügt, anderen Demokratien fortwährend gegen das Schienbein zu treten.

Bundeskongress

Gestern ging es kurz ein wenig durcheinander, ich musste Termine umplanen und erneut den Rücktransport unserer Ausstellung nach Stuttgart verschieben, aber dann konnte ich doch noch zum Bundeskongress nach Augsburg fahren. Wir kamen etwas später als geplant an und trafen dort auf weitere Delegierte, denen es ähnlich erging. Das führte dazu, dass wir den Abend gemeinsam in einem für mich neuen Restaurant in sehr gemütlicher Runde beendeten, wobei wir ganz neue Pflöcke einschlugen, von denen ich wohl in den kommenden Monaten vielleicht auch Jahren noch schreiben werde.

Heute trafen wir dann auf die anderen Delegierten und ich konnte mich dabei mit alten Bekannten weiter austauschen, zumindest für mich der eigentliche Kongressschwerpunkt. Der inzwischen 65. Bundeskongress findet in sehr schwierigen Zeiten statt, die sicherlich viel einfacher zu bewältigen wären, wenn wir Europäischen Föderalisten in den vergangenen Jahrzehnten politisch erfolgreicher gewesen wären. So bleibt uns nur die Erkenntnis, dass unser Weg der richtige gewesen wäre und auch heute noch ist. Leider aber erzielen auch heute noch die Nationalisten und Antidemokraten zusammen bei allen wegweisenden Entscheidungen in Europa die notwendigen Mehrheiten, um einen europäischen Bundesstaat weiter zu verhindern. Wobei wir Demokraten uns seit gut sieben Jahrzehnten damit begnügen müssen, dass wir weiterhin auf dem richtigen Weg sind. Wir sollten uns so langsam aber darüber im klaren sein, dass ein Weg, der nie zum Ziel führt, nicht der richtige Weg sein kann!