Videoüberwachung

Deutschländer 4.8 (10)

Beitragsfoto: videoüberwachte Sammelstelle für Wertstoffe

Dieses Wort bezieht sich in diesem Blog-Beitrag nicht auf die bekannten und von so einigen gerne gegessenen Würstchen, sondern auf den Begriff für Deutsche, die sich selbst in Deutschland nicht heimisch fühlen oder von anderen Deutschen als solche nicht an- oder gar wahrgenommen werden.

Ich habe das Wort Deutschländer in diesem Sinne wohl erstmals 2007 bei Seyran Ateş gelesen, die damals das Buch „Der Multikulti-Irrtum. Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können“ veröffentlicht hatte. Diese Wortschöpfung wird der Staatsbürgerschaftsproblematik, ob positiv oder negativ Verwendung findend, nicht gerecht und zeigt nur, dass wir auch hierbei größere Herausforderungen zu bestehen haben.

Dabei ist in Deutschland alles geregelt, auch wer Deutscher ist. Dies kann man im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) nachlesen und gleich zu Anfang (§1) auf den Punkt gebracht: Deutscher im Sinne dieses Gesetzes ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.“ Und diese wird von deutschen Verwaltungsangestellten bescheinigt. Und auch der Verzicht wird in einem Paragrafen (§ 26(1)) geregelt: „Ein Deutscher kann auf seine Staatsangehörigkeit verzichten, wenn er mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt. Der Verzicht ist schriftlich zu erklären.“ und muss ebenfalls von einem Verwaltungsangestellten bescheinigt werden.

Und selbst ein Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft wäre möglich, dazu muss man allerdings das Grundgesetz § 16(1) bemühen: „Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.“

Alle Deutschen verbindet aber doch so einiges, denn mit den Rechten kommen auch die Pflichten und ein paar weitere Gebote, die sich u. a. trotz oder gerade wegen der „Gnade der späten Geburt“ (im Sinne von Günter Gaus und nicht der von Helmut Kohl plagiierten) ergeben. Besser hat es Richard von Weizsäcker in seiner Rede am 8. Mai 1985 formuliert: „Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen.“

Dies wird ganz prominent im GG Artikel 1(2) festgehalten: (2) „Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“ Und zudem dort mehrfach mit der Pflicht für jeden Bürger, mit beiden Beinen fest auf dem Boden unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu stehen, ergänzt.

Von Anfang an ist unseren Verfassungsvätern und dies wohl noch unter dem Eindruck der von den Nationalsozialisten geprägten Formel „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“, aber auch dem Ende des 19. Jahrhunderts beginnenden und bis heute vergeblichen Versuchen in Deutschland eine „Volksnation“ zu schaffen der Fehler unterlaufen, auch im Grundgesetz von einem einzigen Volk zu sprechen, aber dies dann bis auf die Bundesländer (eigentlich ebenfalls Völker) nicht weiter und präziser zu definieren.

Insbesondere angesichts der europäischen Geschichte und ganz besonders wegen der weiteren Vernetzung unserer einen Welt ein kapitaler Fehler. Wenn es überhaupt in Europa einen einzigen Staat gab, der ein einziges Volk (Ethnie) in sich vereinen konnte, dann auf alle Fälle nicht Deutschland. Wie wir alle wissen, war selbst das Heilige Römische Reich ein Zusammenschluss von deutschen Nationen, und nicht umsonst sind wir von Anfang an erst ein Staatenbund und später dann ein Bundesstaat. Und so müsste es richtiger Weise deutsche Völker heißen, was aber auch wieder nicht so recht hinhaut, da es auch außerhalb des Geltungsbereiches des Grundgesetzes Deutsche gibt, die als Minderheiten in ihren Ländern leben und ebenfalls den Anspruch für sich erheben können, zwar nicht im Sinne des Grundgesetzes, aber aufgrund ihrer Ethnie (Volkszugehörigkeit) Deutsche zu sein — zumindest erfüllen die meisten davon die noch heute gültigen Grundlagen für eine Ethnie: Sprache, Kultur und Religion.

Dieser Problematik der Volkszugehörigkeiten und der Tatsache, dass die bestehenden Länder, Reiche und Fürstentümer in Europa nicht mit diesen stimmig in Deckung zu bringen sind, wurde bereits im Mittelalter erkannt, wobei man schon damals versuchte, die Völker europäischer Wesensart zusammenzufassen. Und noch bevor sich die Politik einig wurde, war es gang und gäbe, dass zumindest Händler, Handwerker, Intellektuelle und Künstler von einem Land in das nächste zogen. Und so dürften beim Bau der Heilbronner Kilianskirche bereits die ersten Gastarbeiter aus Italien beschäftigt worden sein.

Spannend dabei auch, dass man sich bereits spätestens im 17. Jahrhundert Gedanken darüber machte, ob die Russen (damals noch Moskowiter) und Türken eigentlich zu den Völkern europäischer Wesensart gehören oder nicht. Und ein halbes Jahrtausend später wird immer noch darüber debattiert — beide Seiten müssten einmal darüber nachdenken, warum das eigentlich weiterhin so ist.

Und so müssen wir davon ausgehen, dass, wenn man weiterhin an den Nationalstaaten festhalten möchte, in Deutschland neben den klassischen deutschen Völkern nicht nur die Donauschwaben und Wolga-Deutschen, sondern auch Kasachen, Usbeken, Türken, waschechte Russen, Ungarn, Italiener, diese dann auch noch als Sizilianer oder Lombarden weiter ausdifferenziert, Athener, Griechen, Franzosen, Polen, Chinesen, Inder, Angolaner und noch weit mehr leben, die gemäß StAG Deutsche sind und damit ebenfalls zum deutschen Volk gehören.

Am Beispiel vieler Polen, die bereits im Zuge der Industrialisierung Deutschlands hierher kamen, kann man erkennen, dass es für viele Deutsche mit Zuzugsgeschichte möglich ist, sich in unser Volk zu integrieren und dank der Religionsfreiheit ist es dabei auch nicht mehr nötig, zum Christentum zu konvertieren. Und so ist es durchaus möglich, dass ein Migrant in weniger als 20 Jahren voll und ganz in unserer Gesellschaft aufgeht. Andere benötigen dafür ein bis zwei Generationen und wiederum andere werden es nie schaffen bzw. nicht wollen — was allerdings nichts an deren Volkszugehörigkeit ändert, so lange sie nicht gemäß StAG § 26(1) letztendlich auf eine solche verzichten. Doch so einige, darunter sehr viele leistungsstarke Migranten, haben sich später dazu entschlossen, um weiter zu migrieren und US-amerikanische, kanadische, neuseeländische oder australische Staatsbürger zu werden.

Und so werden wir weiterhin sehr unterschiedliche Deutsche in Deutschland haben, so wie es übrigens auch in sehr vielen anderen Ländern der Fall ist, die sich zudem in den unterschiedlichsten Stadien ihres eigenen Deutschseins befinden. Dass dies nicht einfach ist, das erleben wir alle jeden Tag aufs Neue.

Weitere Migrationsbewegungen kommen noch erschwerend mit hinzu, die entweder aus Flüchtlingen oder auch nur Arbeits- oder Bequemlichkeitssuchenden bestehen und überhaupt keinen Anspruch erheben, Deutsche sein zu wollen.

Dies führt auch unter optimalen Verhältnissen zu einer Gemengelage, wobei selbst ohne größere Bestrebungen aller Beteiligten die verschiedenen Kulturen und Religionen aufeinanderstoßen und das Ganze durch eine fehlende gemeinsame Sprache noch weiter verschärft wird.

Bisher können wir alles sehr froh darüber sein, dass Deutschland noch über ausreichend Kapital und Reserven verfügt, um sämtliche Beteiligten — darunter auch die Reichsten der Reichen — über Transferzahlungen bei hinreichender Laune zu halten und damit größere Verwerfungen zu verhindern.

Darüber, was geschieht und wie man dann mit dieser Situation umgehen könnte, hat u. a. Michael Wolffsohn 2018 ein durchaus strittiges Buch „Zum Weltfrieden“ über unterschiedliche Kommunikationsräume geschrieben, die jetzt schon auch in Deutschland vorhanden sind und weiter auseinander triften.

Wenn man davon ausgeht, dass für die meisten Deutschen und auch die anderen in Deutschland lebenden Menschen eine „europäische Zivilisation“ (Kemal Atatürk) oder wenigstens eine europäische Völkergemeinschaft keine Rolle spielt, die beide das einigende Band sein könnten und auch ein europäischer Bundesstaat nicht infrage kommt, der auf alle Fälle die bestehende Staatsbürgerschaftsproblematik entschärfen könnte, so verbleibt einzig und alleine — abgesehen vom bereits thematisierten Erhalt von Sozialleistungen — nur das Grundgesetz mit seinem Bekenntnis zur Demokratie, allgemeinen Menschen- und den europäischen Bürgerrechten als Gemeinsamkeit aller in Deutschland lebenden Menschen bestehen.

Und gerade hierbei schwächeln wir allesamt, und ganz besonders die türkisch- und russischstämmigen Bevölkerungsteile beeilen sich jeden Tag aufs Neue nicht nur unsere Demokratie zu hinterfragen und unsere bestehenden Bündnisse (NATO, Europarat und EU) zumindest verbal zu bekämpfen, sondern sie stellen auch immer öfters unsere gesamten Grundwerte infrage und klagen zudem immer offener ein totalitäres System in Deutschland ein, genau so, wie sie es von zu Hause oder wenigsten dem der eigenen Großeltern aus gewohnt sind.

Noch 2005 schrieb ich einen Blog-Beitrag zur Integration, wobei ich damals fest von einem positiven Integrationsbegriff ausging und überzeugt war, dass wir (fast) alle Migranten in unsere Gesellschaft integrieren können, so wie dies die letzten Jahrhunderte zuvor angefangen von den Hugenotten bis hin zu den Polen, auch möglich gewesen war. Dies war damals der Tatsache geschuldet, dass ich bereits gut 25 Jahre lang sehr konstruktiv mit Migrantenvereinen arbeitete und selbst bereits drei Jahre mit meiner Familie in Polen lebte; dort lernten wir allesamt — obwohl nur für maximal vier Jahre im Land — von Anfang an Polnisch und umgaben uns nicht mit der deutschen Minderheit in Polen, sondern nutzten die Zeit, um die Polen und die polnische Kultur besser kennenzulernen — wir wollten integriert werden.

Heute muss ich erkennen, dass sehr viele Migranten diese Integration überhaupt nicht wollen, sondern am liebsten in einer eigenen Parallelwelt existieren, sich damit ihrer staatsbürgerlichen Verantwortung entziehen und ganz folgerichtig unserem gemeinsamen Land mehr schaden als nutzen.

Und wie bereits erwähnt, sind es erneut Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion und der Türkei, die sich dabei ganz besonders hervorheben und damit jenen Menschen aus dem 17. Jahrhundert, die sich damals gegen eine Integration von Türken und Moskowiter in einem gemeinsamen Europa aussprachen, recht geben. Erschreckend ist, mit ansehen zu müssen, wie schnell dabei der Panslawismus und das „Jungtürkentum“ wieder hoffähig werden!

Noch erschreckender, wie sich diese Menschen in ihrem Unglück winden, hier bei uns leben zu müssen. Wie sie lamentieren und klagen, dass die Deutschen sie, obgleich sie meist selbst auch Deutsche sind, nicht ernst nehmen oder gar wertschätzen — Deutschländer halt.

Dabei ist die Welt doch so groß! Was ich dabei wirklich nicht verstehe, ist, dass gerade jene Deutsche, die den Wladimir Putin nicht nur als waschechten Demokraten sehen, sondern inzwischen gar als GröFaZ verehren, oder jene Deutsche, die meinen, Recep Tayyip Erdoğan sei gottgleich, nicht einfach die Chance ergreifen, um ihre Lieblingspolitiker vor Ort in der Russischen Föderation oder in der Türkei zu unterstützen. Aus sichererer Quelle weiß ich, dass beide ganz aktuell jede nur erdenkliche Hilfe benötigen!

Liebe Deutschländer, seid doch einmal in Euren Leben richtige Männer oder Frauen, macht von Eurem Recht des Paragrafen 26(1) im StAG Gebrauch und werdet die besten Russen oder Türken aller Zeiten!

Es gibt übrigens Millionen Deutsche vor Euch, die von diesem Recht Gebrauch gemacht haben und in anderen Ländern ihr Glück fanden.

Im Falle, dass Ihr doch Deutsche bleiben wollt, dann hilft es uns allen, wenn Ihr Euch so langsam, aber sicher mit dem Grundgesetz anfreundet, wenn noch nicht erfolgt, auch Eure alte oder gar neue Muttersprache erlernt und Euch endlich auf das Abenteuer einlasst, Deutscher im 21. Jahrhundert zu sein — übrigens, das ist auch für alteingesessene Deutsche nicht so ganz einfach!


Europa böckelt

Europa bröckelt 5 (1)

Beitragsfoto: Zerfallende europäische Flagge | © Shutterstock

Am 9. Mai 2023 konnten wir ein letztes Aufbäumen der bekennenden Europäer beobachten, was schon alleine aufgrund der Größe des dort versammelten Häufchens nicht einmal mehr von der Lokalpresse zur Kenntnis genommen wurde. Einzig mit Guy Verhofstadt war noch ein nennenswerter Politiker vertreten.

Derweil hielten ein paar Spitzenpolitiker vor ihren jeweiligen Höfen die üblichen Sonntagsreden, wobei kein einziger von denen ein einziges Wort selber glaubt, geschweige denn bereit ist, diese Versprechen jemals in die Realität umzusetzen.

Schlimmer noch, sie holen zeitgleich ihren nationalistischen Werkzeugapparat aus der Mottenkiste, einzig um durch plumpen Populismus bei ihren Wahlvölkern zu glänzen. Europäische Lösungen werden seit über 70 Jahren meist und wenn nur irgend möglich gemieden, weil diese die jeweiligen Pfründe der amtierenden Amtsinhaber und ihrer Gefolgsleute gefährden, ja schlimmer noch grundsätzlich infrage stellen.

Und so ist es Europapolitik geworden, die bekannten tragfähigen Lösungen zwar zu versprechen, aber zeitgleich mit allen möglichen Mitteln bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag hinauszuzögern. Was nun dazu führt, dass die Gesamtsituation in Europa immer schlimmer und unerträglicher wird. Die Schuld daran wird gekonnt allerseits auf Europa abgeschoben und die Egoismen sorgen dafür, dass die angegangenen nationalen und völlig antiquierten Lösungsversuche immer kleinkarierter und kleinstaatlicher werden — bald streiten sich bei uns nicht nur die Bundesländer, sondern in Kürze auch noch die Kreise und Gemeinden um ihre letzten Hemden.

Und selbst die Europäischen Föderalisten befinden sich nach über 80 Jahren in der Auflösung, die schon immer bestehenden internen Gräben werden tiefer und viele verlassen enttäuscht unsere Bürgerbewegung. Manche Verbände bestehen nur noch auf dem Papier oder verlassen nun wie die Tschechen ganz offiziell und geschlossen den Verband.

Andere Europäische Föderalisten ziehen sich ebenfalls ganz uneuropäisch auf ihre jeweiligen Kreisverbände zurück und hoffen, die jüngsten nationalistischen Stürme in der „inneren Emigration“ überdauern zu können. Andere wiederum versuchen verzweifelt mit halb garen Verfassungsentwürfen und schnellen Appellen die Unionsbürger (besonders dabei die Volksvertreter) doch noch zu einem Bundesstaat bewegen zu können — was man in 70 Jahren nicht geschafft hat, wird man nun auch nicht mehr hinbekommen.

Und da hilft es auch nicht, dass man eigentlich den mehrheitlichen Bürgerwillen auf seiner Seite hat und dass sich selbst die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament für einen solchen Bundesstaat ausspricht, denn die dies entscheidenden Politiker werden es erneut und gekonnt zu unterdrücken wissen.

Wir hier in Heilbronn versuchen bis zuletzt die Stellung zu halten und als EUROPA-UNION Kreisverband durch den aufziehenden Orkan zu kommen. Zudem versuchen wir weiterhin mit allen noch Gleichgesinnten die Verbindung zu halten und weiterhin bei unseren Mitbürgern für einen föderalen europäischen Bundesstaat zu werben.

Auch wir wissen, dass man die meisten Dinge auf der lokalen Ebene lösen kann und muss. Aber im Gegensatz zu vielen Mitbürgern erkennen wir, dass man sich bei Dingen wie Klimakatastrophen und Weltkriegen weder wegducken noch diese lokal verhindern kann, geschweige denn, dass man deren Auswirkungen ganz alleine in den Griff bekommen wird.

Und deswegen hoffen wir bis zuletzt, dass möglichst viele Mitbürger aus Heilbronn und ganz Europa unser Gesprächsangebot am 23. September 2023 annehmen und zusammen mit uns über eine positive Zukunft Europas sprechen und gerne auch diskutieren.

Wenn wir es mehrheitlich nur wollten und auch dafür eintreten, dann könnten wir tatsächlich noch die Kurve bekommen!


„Wer in europäischen Dingen nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“

Walter Hallstein, zitiert in Karlheinz Koppe, Das grüne E setzt sich durch (1967: 164)

Habe beim Veröffentlichen festgestellt, dass ich bereits 2014 diesen Titel verwandte. Hat sich seither etwas gebessert?

1. Gesprächskreis 2022

Hertensteiner Gespräche 5 (5)

Beitragsfoto: Gesprächskreis 2022 mit Michael Georg Link MdB

Tiefgründige politische Gespräche finden sich nicht mehr so oft wie selbst von vielen politisch Interessierten gedacht. Und wenn es sich dabei noch um eine ganz spezielle Zielrichtung handelt noch viel weniger. Und so sind wir Europäischen Föderalisten zum einen froh darüber, dass uns die Etablierung einer solchen Diskussionsveranstaltung gelungen ist, schwitzen aber zum anderen wieder Blut und Wasser, ob es uns auch dieses Mal gelingen wird, ausreichend Diskutanten zu finden, die sich die Mühe machen, um konzentriert einen ganzen Tag lang miteinander über europäische Themen zu sprechen.

Für wahr, es gehört schon viel Begeisterung und Engagement dazu, um aus allen Ecken Europas für einen Tag Diskussion nach Heilbronn zu reisen, zumal jeder Teilnehmer seine Kosten selber trägt. Für die Heilbronner wäre es da schon einfacher, diese müssten sich nur den Termin merken und am Samstag, 23. September 2023 zu den Gesprächen ins Parkhotel Heilbronn kommen.

Dieses Jahr haben wir für die Hertensteiner Gespräche eine sehr attraktive Location gewählt, die zudem im Zentrum der Stadt liegt und damit von allen sehr gut erreicht werden kann. Da die Gespräche einen ganzen Tag lang andauern, haben wir für eine Tagungsverpflegung gesorgt, deren Höhepunkt ein gemeinsames Mittagessen ist. Deshalb müssen wir dieses Mal von allen Teilnehmern eine Tagungspauschale erheben, welche für Europäische Föderalisten auf 10.- Euro ermäßigt ist. Alle anderen Teilnehmer zahlen 20.- Euro.

Da einige der Teilnehmer bereits am Vorabend anreisen, treffen wir uns zudem am Freitagabend in der Bar 10/42 des Parkhotels. Eine gute Gelegenheit, um den einen oder anderen Teilnehmer, Moderator oder Referenten etwas näher kennenzulernen.

Leider ist es uns nicht gelungen, den Europa-Ball am Samstagabend als Abschluss der Hertensteiner Gespräche zu realisieren; hier waren wir doch ein wenig zu optimistisch. Dafür aber werden wir zusammen mit der Tanzschule Brenner eine Europa-Party veranstalten, die sowohl den Tanzbegeisterten als auch echten Tanzmuffeln einen gelungenen Gesprächsabschluss bieten wird.

Und auch für die Partner und Begleiter unserer Gesprächsteilnehmer wird gesorgt werden. In enger Zusammenarbeit mit Heilbronn Marketing werden wir ein sehr interessantes Rahmenprogramm anbieten können. Dies ist besonders für jene interessant, die von weiters her nach Heilbronn kommen und die Gelegenheit nutzen möchten, die Stadt etwas näher kennenzulernen.

Die Gespräche selbst beginnen am Samstag um 9.00 Uhr im Parkhotel mit der Begrüßung und Vorstellung der einzelnen Gesprächskreise. Bereits am Vormittag werden u. a. Michael Georg Link MdB, Jean Marsia aus Belgien und Prof. Dr. Walther Heipertz aus Heidelberg für gute Diskussionen sorgen. Weitere und auch ganz spontane Gesprächsgruppen sind zeitgleich möglich und machen die Hertensteiner Gespräche erneut sehr spannend. An interessanten Gesprächspartnern mangelt es dabei sicherlich nicht. Mit Evelyne Gebhardt, ehemalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Nico Weinmann MdL und Christian Moos, Generalsekretär der EUROPA-UNION, stehen sehr interessante Gesprächspartner zur Verfügung. Zudem sind ganztägig Präsidiums- und Landesvorstandsmitglieder sowie Kreisvorsitzende der EUROPA-UNION und der JEF anwesend und garantieren damit sehr fundierte Diskussionen über unser Europa und seine föderalistische Ausrichtung bis hin zu einem Bundesstaat. Dabei ist sichergestellt, dass durch die Anwesenheit von Vertretern aller demokratische Parteien die Gesamtbreite der Vorstellungen über ein gemeinsames Europa abgedeckt werden kann.

Wer sich schon jetzt einen Überblick über die Bandbreite der Diskussionen machen möchte, der kann gerne auf die Beiträge in diesem Weblog zugreifen, die von „unseren Hertensteinern“ hier bereits veröffentlicht wurden: Dr. Walther Heipertz, Michael Georg Link MdB, Jean Marsia, Christian Moos, Hans Müller und Peter Schulze; gerne aber auch auf meine Beiträge zum Thema Europa, die Sie hier finden können.

Der Samstagnachmittag steht dieses Mal voll und ganz im Zeichen unserer aktuellen Verbandsdebatte zur Erarbeitung eines Föderalistischen Manifests, welches noch vor den Wahlen zum Europäischen Parlament am 9. Juni 2024 veröffentlicht werden soll.

Der Generalsekretär der EUROPA-UNION Christian Moos wird anfangs in den Sachstand einführen und die Teilnehmer haben danach die Gelegenheit, um in Gesprächskreisen über die drei Hauptthemen „Demokratisches Europa“, „Sicheres Europa“ und „Nachhaltiges Europa“ zu diskutieren. Da diese Themen bereits virtuell das gesamte Jahr über in Online-Konferenzen besprochen wurden, können wir sicherlich auf vielfältige neue Ideen und Vorstellungen zurückgreifen. Und wer jetzt schon Lust und Laune hat, der kann sich gerne auch selbst bei den Online-Konferenzen teilnehmen und im September dann darüber aus erster Hand berichten.

Und auch zu diesen Themen erwarten wir noch weitere Moderatoren und Referenten und sind uns sicher, dass auch die inzwischen 7. Hertensteiner Gespräche wieder ein voller Erfolg werden. Und wie jedes Jahr erneut, stellen alle Teilnehmer fest, dass die Zeit am Ende wieder viel zu schnell verflogen ist und sie auch bei den nächsten Gesprächen teilnehmen wollen.

Bis dahin schwitze zumindest ich wieder Blut und Wasser, ob wir genügend Teilnehmer für die diesjährigen Gespräche gewinnen können, auch wenn ich weiß, dass es bereits Zusagen aus dem Ruhrgebiet, Straßburg, Mannheim, Heidelberg, Berlin und Stuttgart gibt.

Deshalb würde es mich sehr freuen, wenn auch meine Weblog-Leser ihre verbindlichen Anmeldungen so langsam aber sicher an mich schicken — es würde mich sehr erleichtern!

Und all jene, die nun enttäuscht sind, dass das mit dem Europa-Ball im September 2023 nicht klappt, die darf ich auf Samstag, 13. April 2024 vertrösten, denn wir haben bereits einen neuen Versuch gestartet.