Kaiserstraße | © Shutterstock

20.10.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Kaiserstraße | © Shutterstock

Lesepate

Mittwochs lese ich in diesem Schuljahr in einer 4. Klasse vor. Sowohl mit der Lehrerin als auch mit den Schülern bin ich mehr als zufrieden, so macht das Ganze richtig Spaß.

Wer aus zeitlichen oder anderen Gründen kein regelmäßiger Lesepate sein kann, für den gibt es eine gute Alternative. Denn im Rahmen des inzwischen 18. bundesweiten Vorlesetages, einer Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung, lädt der Freundeskreis der Stadtbibliothek zum 14. Mal zur Teilnahme an der Aktion „Mann liest vor“ ein.

Diese Aktion findet am Freitag, 19. November 2021, statt. Interessierte Männer können sich bis zum 29. Oktober 2021 bei Katrin Heid anmelden. Diese erreichen Sie unter +49 176 23866813 oder via E-Mail: vorlesepaten@lesen-hoeren-wissen.de

Jetzt bin ich gespannt darauf, wem ich bei „Mann liest vor“ wieder begegne.

Polen

Die Europäische Union steht gerade an einem essentiellen Scheidepunkt. Bei den Briten vor fünf Jahren ging es „nur“ um die Frage, ob sich die EU tatsächlich zu einem Bundesstaat weiterentwickeln soll, wobei die Herrschenden im Vereinigten Königreich dies nicht für gut hießen und das Volk entsprechend abstimmen ließen — wir konnten das Ganze „live“ miterleben. Nur folgerichtig verließen die Briten die EU.

Die „Osteuropäer“ hingegen stehen vor einem ganz anderen Dilemma, denn sie waren eigentlich noch nie überzeugte Demokraten, sondern flohen allesamt in das „Transferzahlungswunderland Europa“ und übersahen ganz dabei, dass dieses auf Werten basiert und von Verträgen und Gesetzen zusammengehalten wird.

Die Herrschenden in Polen und auch den anderen ehemaligen Sowjetsatelliten bauen ihre Macht gerade und ausschließlich auf diesen EU Transferzahlungen auf, wobei sie sämtliche demokratischen und damit die EU Werte, zum Wohlgefallen (!) der Mehrheit ihrer Mitbürger, mit Füßen treten.

Da sich die „Osteuropäer“, ganz im Gegensatz zu den Briten, freiwillig nie von den Geldtöpfen entfernen werden, hat die EU ein echtes Problem.

Die EU muss sich nun tatsächlich entscheiden, was sie ist — besser noch, was sie überhaupt sein möchte. Bundesstaat oder eine Art Staatenbund sei einmal dahingestellt, denn die tatsächliche Frage greift viel tiefer: sind wir eine Wertegemeinschaft oder ein bloßes Ausbeutungs- und Raubbaukollektiv?

In Kürze werden wir wohl die Antwort wissen!

Weihnachtsmarkt

Und ganz plötzlich und für alle städtischen Beteiligten völlig überraschend, ist bald wieder Weihnachten. So langsam macht man sich dann auch darüber Gedanken, wie und ggf. auch wo man einen Weihnachtsmarkt in Heilbronn veranstalten könnte.

Thomas Zimmermann von der Heilbronner Stimme bezeichnet die ersten entsprechenden Lösungsansätze von Heilbronn Marketing als „weltfremd“.

Dazu passt dann auch ganz gut, dass man einen alternativen Austragungsort, nämlich unseren Festplatz, für eine Konkurrenzveranstaltung — einen „Vergnügungspark“ — reserviert hat. Böse ist, wer Schlimmes dabei denkt!

Website des Tages

Stiftung Lesen

Es fängt mit Lesen an: Wir sind davon überzeugt, dass Lesen die zentrale Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg, Integration und zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung ist.

Geburtstag des Tages

Arthur Rimbaud


Maskerade

3.10.02021 5 (4)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Expo 2020

Selbst unsere Industrie glaubt nicht daran, dass ein 20 Millionen Euro teurer Werbestand Baden-Württembergs irgend einen Sinn macht, manche Wirtschaftsvertreter werden auch daran gedacht haben, ob es überhaupt werbewirksam ist, sich mit Diktatoren und Menschenschindern zu brüsten.

Das hält unsere inzwischen altersstarre oder vielleicht gar größenwahnsinnige Regierung nicht davon ab, in Dubai mal so richtig auf die Pauke zu hauen — mit unseren Steuergeldern.

Zumindest aber werden wir, über die Wintermonate hinweg, unsere Regierungs- und Parlamentsvertreter wohl des Öfteren in Dubai finden können — Familienmitglieder werden sicherlich rabattiert.

3. Oktober

Wenn man sich nun bereits über 30 Jahre lang immer wieder das Gejammer, Geheule und Gemeckere wegen des, wohlgemerkt freiwilligen, Beitritts der DDR zur Bundesrepublik anhören muss, braucht man sich nicht wundern, wenn es bald keinem mehr zum Feiern zumute ist — die üblichen Claqueure mal ausgenommen.

Söldner

Das in unseren Parlamenten Abgeordnete des linken und rechten Rands sitzen, die sich z. B. von Russland dafür bezahlen lassen, um unserem Land einen möglichst großen Schaden zuzufügen, kann man gerade noch so nachvollziehen. Denn neben dem Geld, das bestimmt gerne genommen wird, passt es doch auch zur eigenen Ideologie, nämlich unsere Demokratie mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Und so ist es auch nicht ungewöhnlich, dass solche Abgeordnete regelmäßig nach Moskau, Minsk oder andere Städte im totalitären Herrschaftsraum fahren.

Für eine andere Söldnergruppe in den Parlamenten, die sich alleine des Geldes wegen von Konzernen, wie z. B. BlackRock oder RWE, kaufen lassen, werden die meisten Bürger ebenfalls Verständnis aufbringen können. Zugegebener Maßen würde es sehr vielen Bürgern besser gefallen, wenn es hierbei ein wenig mehr Transparenz gäbe; die betroffenen Abgeordneten müssen ja nicht gleich mit Werbeaufdrucken in den jeweiligen Parlamenten sitzen.

Sehr erstaunlich ist es aber, dass immer mehr Abgeordnete aus den Reihen der Unionsparteien offensichtlich zu Söldnern für totalitäre Regime werden, zwei davon sind aus Baden-Württemberg gerade erst wieder in den Bundestag gewählt worden.

Dieses neue Phänomen muss man unbedingt genauer untersuchen, weil diese dritte Söldnertruppe ganz neue Gefahren für unsere Parlamente birgt, da jetzt auch schon demokratische Abgeordnete dazu bereit sind, um unser Land — zudem nur für bloßes Geld — zu verraten.

Ich kann nur vermuten, dass es daran liegt, weil es zumindest den betroffenen Parteien kaum noch gelingt, Kandidaten mit ausreichend Anstand und Bildung zu rekrutieren.

Merke: eine Demokratie stirbt immer von innen heraus.

Geburtstag des Tages

Gore Vidal


Maskerade

28.9.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Verfettung

Ein besserer Titel ist mir bei der Betrachtung des neuen Bundestages einfach nicht eingefallen. Neben den 598 legitimen Abgeordnetenimmer noch mehr als jede Demokratie eigentlich benötigt — wurden der Bevölkerung nun sogar 137 weitere Abgeordnete aufgezwungen.

Selbst das Bundesverfassungsgericht wird von unseren Abgeordneten übergangen, zumindest wenn es um die eigenen Pfründe geht.

Es ist nur wirklich an der Zeit, dass man neue Wege geht und insgesamt zukunftsfähig wird!

Wir müssen endlich dafür Sorge tragen, dass der Bundestag eine überschaubare und zweckmäßige Größe erhält — unter 300 Abgeordnete sollten es schon werden — sowie auch dafür, dass die Abgeordneten maximal zweimal gewählt werden können, und alle politischen Ämter auf nur eine Wiederwahl begrenzt werden.

Leider bin ich inzwischen davon überzeugt, dass der nächste Bundestag die 1 000 Marke reißen wird, und „Söhnchen“, die auf Teufel komm raus nicht gewählt werden, von Papa dann mindestens als Landrat oder Minister eingesetzt werden.

Finanzflüsse

Heute konnte ich erneut in der Stimme lesen, dass eine Verwaltung wieder einmal einen Mitarbeiter eingestellt hat, um von Brüssel Fördergelder zu akquirieren.

Inzwischen gibt es in den Verwaltungen der Gemeinden, Städte und Landkreise ganze Abteilungen, die nur darauf spezialisiert sind, um Transferzahlungen vom Land, vom Bund oder der EU abzugreifen.

Das Ganze grenzt schon an Wahnsinn, wenn Projekte nur noch dann realisiert werden, wenn es auch entsprechende Subventionen dafür gibt, denn dann hat der „Verteilungsapparat“ gewonnen und entscheidet zentral für alle Bürger, was, wann und wie gemacht wird.

Bald werden wohl in Heilbronn und anderen vergleichbaren Städten die Straßen nur noch dann gesäubert, wenn die Kommissionspräsidentin in Brüssel einen Milliardenschweren Zukunftsfond „Saubere Straßen für Europa“ initiiert.

Dabei könnte es zumindest in unserer Bundesrepublik so einfach sein! Das Geld bleibt erstmals dort, wo es erwirtschaftet wird, nämlich in den Städten und Gemeinden. Und von dort aus wird es nach Bedarf und gemeinsamen Regeln langsam nach oben gepumpt, um den Ländern, dem Bund und auch der EU Finanzmittel an die Hand zu geben, um es diesen zu ermöglichen, ihre ureigenen Aufgaben zu erledigen.

Damit ist sichergestellt, dass unser System wieder funktioniert. Auch ist sichergestellt, dass es zum einen weniger „Verdunstungsverluste“ gibt und zum anderen unsere Verwaltungen wieder schlanker werden können.

Berlin

Der größte Fehler in der bundesdeutschen Geschichte war es, Berlin zum Land und auch noch zur Bundeshauptstadt zu machen. Man hätte gerade in dieser Zeit auf eine funktionierende Stadt, nämlich Frankfurt, zurückgreifen müssen. Der Charme dabei wäre zudem gewesen, dass diese demokratische Wurzeln, auch bundesdeutsche, hat und zentral im Bundesgebiet liegt — von einem internationalen Flughafen einmal ganz abgesehen.

Erschwerend kamen bei Berlin zwei Probleme von Anfang an mit hinzu. Erstens, dass Westberlin traditionell allen anderen Bundesländern auf der Tasche lag und zweitens sich in Ostberlin sämtliche DDR-Bonzen sammelten und noch heute die DDR hochleben lassen — wenn nicht gar sämtliche demokratischen Bemühungen in und um Berlin herum torpedieren.

Durch den Umzug des Parlaments nach Berlin — das Umfeld wirkt sich immer aus — wurde aus vielen bodenständigen bundesdeutschen Politikern „nationale Weltstädtler“ mit dem Hang zum Größenwahn, was die Transferzahlungen an Berlin weiter befördert und jede Berliner Wunschvorstellung, egal wie unsinnig, realisiert — außer es handelt sich um Demokratiedenkmäler.

Als man sich dann noch entschieden hat, dass Bildung und Arbeit in Berlin keine Mühen machen dürfen, war das Schicksal dieser Stadt besiegelt: das Einzige was man in Berlin inzwischen noch kann, ist das Ausfüllen von Formularen zum Erhalt von Transferzahlungen. Ok — und randalieren, wenn man nicht das bekommt, was man gerne hätte.

Geburtstag des Tages

David Kellogg Lewis