Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

27.9.02021 5 (2)

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Spazieren

Gestern bin ich beim Spazieren noch so richtig naß geworden, heute war es dann schon viel entspannter. Dafür durfte ich erneut feststellen, dass dort, wo ich letzte Woche noch den Müll aufgeklaubt hatte, nun noch mehr Müll herumlag. Ich muss es wohl einfach akzeptieren, dass sich sehr viele meiner Mitbürger erst im Dreck so richtig wohlfühlen; deshalb habe ich den Müll jetzt einfach einmal liegen lassen.

Wählen

Der gestrige Wahlabend hat auch viel Befremdliches aufgezeigt, so sind zum Beispiel Berlin und Bremen nicht mehr in der Lage, um eine halbwegs geordnete Wahl sicherzustellen, wobei in Bremen offenbar bereits ganzen Personengruppen das Wählen erschwert bis gar verboten wird.

In Berlin können wir derweil noch von völliger Inkompetenz ausgehen, was auch ins Bild passt, da eine ganze Regierung der Bildung und dem Anstand den Kampf angesagt hat.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, wie sich das Ganze zukünftig weiterentwickeln wird, da ja auch schon an anderen Orten falsche Wahlzettel auftauchen.

Berliner Runde

Wenn unsere Parteienvertreter sich vor der Wahl so zivilisiert und konzentriert mit- und untereinander auseinandergesetzt hätten, wie gestern Abend in der Berliner Runde, wäre es unserer Demokratie bestimmt sehr gut bekommen.

Für Heilbronn hat der Wahlausgang sogar etwas Gutes, denn wir schicken keine Totalitaristen mehr nach Berlin. Und ich hoffe sehr, dass das 2017 nur ein Ausrutscher war.

Mit den drei anderen Kandidaten können wir leben, wobei ich hoffe, dass diese nun einmal aus den Puschen kommen und sich auch nachweislich für Heilbronn einsetzen werden. Es wäre schade, wenn wir in vier Jahren wieder einmal hören müssen, warum es z. B. mit der Frankenbahn erneut nicht geklappt hat.

Denn dann können die Kandidaten die Verantwortung für den Wahlausgang nicht mehr auf andere schieben, sondern müssen sich auch einmal an die eigene Nase fassen.

Website des Tages

Bundestagswahl 2021

Hier finden Sie die Ergebnisse in den Ländern und den Wahlkreisen.


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

23.9.02021 5 (1)

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Wollhaus

Tanja Ochs von der Heilbronner Stimme hat es heute auf den Punkt gebracht. „Die Geschichte [des Wollhaus] ist offenbar noch lange nicht zu Ende, aber es bleibt zu hoffen, dass allen Beteiligten nicht nur am Gewinn gelegen ist, sondern auch an der Gestaltung der Innenstadt.“

Aber auch hier kann man dem Ganzen etwas Positives abgewinnen, denn so lange das Wollhaus und seine Umgebung eine Problemzone bleiben, hat die Gegend um den Berliner Platz herum eine gute Chance, um sich weiter zu entwickeln und zur neuen zentralen Anlaufstelle der Stadt zu werden.

Erkenntnis

Heute können wir in der Heilbronner Stimme lesen, dass ein ehemaliger grüner Angeordneter zumindest verpasste Chancen beklagt. Selbsterkenntnis ist bekanntlich er erste Weg zu Besserung. Leider kommt den meisten diese Erkenntnis erst, wenn sie selbst aus dem „Zirkus“ ausgestiegen sind.

Und diese Erkenntnis kann auch die Frage beantworten, warum immer mehr Bürger nicht nur mit den Parteien unzufrieden sind, sondern diese Unzufriedenheit auch immer öfters — inzwischen teilweise selbst handgreiflich — unseren Politikern zu vermitteln versuchen. Denn Politik und Medien malen — ganz zurecht — immer schrecklichere Zukunftsszenarien an die Wand — der Wissenschaft glaubt unsere bildungsfeindliche Gesellschaft schon lange nicht mehr.

Wobei inzwischen die meisten Bürger erkannt haben dürften, dass auch die kommenden Regierungen keine entsprechenden und absolut notwendigen Lösungen bieten werden, sondern schon lange selbst Teil des immer größer werdenden Problems sind.

Die Bürger, die in den Parteien etwas zu verändern versuchen, kommen erst gar nicht mehr zu Wort, da der „Versorgungsapparat“ der Parteien fürchtet, seine prekären Mitglieder nicht mehr unterbringen zu können — reiner Selbsterhalt.

Während die Bürger, die schreiben können, versuchen gegen diese Entwicklung anzuschreiben, und jene, die ihre Hilflosigkeit nicht schriftlich oder mündlich artikulieren können, letztendlich und ganz folgerichtig handgreiflich werden — de facto eine Notwehrreaktion.

Hallenbad

Da haben wir so ein schönes Hallenbad, zudem mit solch einem vielversprechenden Namen „Soleo“, und können es zumindest zurzeit meistens nur von außen bestaunen.

Dabei sollten Sportstätten doch jeden Tag geöffnet sein. Heute habe ich aber keine Lust, mir Gedanken darüber zu machen, warum das in Heilbronn gerade nicht funktioniert.

Geburtstag des Tages

John Coltrane


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19.9.02021 5 (1)

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Menschenbild

Es ist schon erstaunlich, was so manche Gemeinderäte von ihren Mitbürgern so denken: „Sie sollen sich nicht nur um Falschparker und Hundekotbeutel kümmern, sondern darüber nachdenken, wie der Ort aufgewertet werden kann.“

Da sitzen so manche im Gemeinderat und haben bestenfalls eigene Aufsichtsratsposten im Sinne, ohne jemals selbst darüber nachdenken zu wollen, was man in Heilbronn verbessern könnte, geschweige denn selbst einmal Positives dazu beizutragen, oder gar mit Hand anzulegen — ok, wenn es pressewirksam ist, lässt man sich schon einmal ein Papierchen zum Einsammeln vor die Füße legen.

So muss der Bürger bereits eigenhändig Menschenkot aus den Straßen, Gassen und Hauseingängen entfernen, dafür sorgen, dass er aus seiner Hofausfahrt herauskommt und Hundekotbeutel aus dem Garten aufklauben, und soll jetzt auch noch darüber nachdenken, neue Erlebnisorte zu schaffen.

Dabei könnte sich der Heilbronner Gemeinderat dafür einsetzen, dass es z. B. ausreichend öffentliche Toiletten gibt, die Sauberkeit auf unseren Straßen verbessert wird, eine funktionierende Verkehrsplanung einschließlich befahrbarer Radwege gewährleistet wird, und vor allem, dass die Stadtverwaltung dafür sorgt, dass in Heilbronn wieder Regeln eingehalten werden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir schon damit eine wunderbare städtische Erlebniswelt hätten, was dann auch Bürger dazu motiviert, zusätzlich noch einzelne „Tüpfelchen auf die Sahnehaube” zu setzen.

Neue Ideen

Gestern konnten wir wieder einmal von vielen neue Ideen in der Heilbronner Stimme lesen. So zum Beispiel wird angeregt, alle Ampelstandorte daraufhin zu überprüfen, ob ein Rechtsabbiegepfeil für Autofahrer möglich ist. Das ist besonders interessant, da man zuvor still und heimlich solche in Heilbronn entfernt hat, z. B. gleich bei mir um die Ecke an der Südstraße.

Das hat eine ähnliche Qualität, wie das beträchtliche Reduzieren des Polizeiapparates, um gleich danach jahrelang mehr Polizisten zu fordern. So schafft man sich populäre Themen, die eigentlich gar keine wären — auf jeden Fall wird so Politik sehr, sehr bequem.

Die Forderung nach grünen Pfeilen für die Radfahrer in Heilbronn dürfte hingegen ein Novum sein. Nur hat dies einen gewaltigen Haken, denn in Heilbronn gelten für Radfahrer überhaupt keine Regeln. Damit sind solche Pfeile völlig überflüssig.

Gespräche

Gestern hatte ich die Ehre, die inzwischen 5. Hertensteiner Gespräche erneut eröffnen zu dürfen, welche dann in gut zehn Stunden vier Gesprächsthemen sehr intensiv hinterfragten und ausloteten.

Zwar war der Teilnehmerkreis nicht so groß wie bei den vorherigen drei Präsenzveranstaltungen, dafür aber hoch qualifiziert. Dies war von Vorteil, da es gelungen ist, die diesjährigen Themen von allen Seiten zu beleuchten und dabei auch in die Tiefen der eigentlichen Thematiken zu gelangen.

Alle Teilnehmer waren sich nach diesen erneut sehr fordernden Gesprächen einig, dass es gut investierte Zeit war, und die kommenden 6. Hertensteiner Gespräche am 17. September 2022 — dann wieder in Präsenz — auf jeden Fall eine Reise nach Heilbronn wert sind.

Besonders gefreut hat es mich, dass fast der gesamte Heilbronner Kreisvorstand der EUROPA-UNION mit diskutierte, und sich Michael Georg Link MdB trotz Wahlkampf die Zeit nahm, erneut als Moderator eines der Gesprächskreise zu fungieren.

Konstantin Kümmerle, erstmals in der Funktion als Moderator bei den Hertensteiner Gesprächen, legte sehr stark vor und motivierte damit die anderen Moderatoren, ebenfalls in die Vollen zu gehen — das Gesamtergebnis war alleine deshalb eine Veranstaltung, welche für die Diskussionskultur im Gesamtverband Maßstäbe setzen wird.

Geburtstag des Tages

William Golding