Blitz

Einwurf 5 (8)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Vor Kurzem als ich von der Hochschule nach Hause schlenderte, konnte ich es erneut beobachten wie junge Männer die vielen Mensen und Cafés der Hochschule links liegen ließen und schnellen Schrittes in die nächstbeste Lokalität der Stadt strömten, um ihren ersten Hunger zu stillen.

Dabei wurde mir bewusst, dass unsere Hochschule inzwischen eher ein Gastronomie- als ein Bildungseldorado ist, aber auch hierbei völlig am gesellschaftlichen Bedarf, vor allem von unseren heranwachsenden Männern, vorbei agiert!

Die letzten Jahrzehnte mutierte unser Bildungs- und Schulsystem zu einer Wohlfühlzone für das weibliche Geschlecht; bereits zu meiner Schulzeit gingen deswegen eher die Mädchen als wir Buben gerne in die Schule. Und inzwischen richtet sich der Bildungskanon und der Schulalltag gar an einer optimalen Work-Life-Balance von Lehrerinnen und Dozentinnen aus.

So passt es auch, dass junge Männer in den Mensen nicht mehr satt werden können, sondern dort alleine die Diätwünsche des Lehrkörpers Berücksichtigung finden.

Wenn wir unser Land und unser Bildungssystem noch retten wollen, dann benötigen wir so schnell wie möglich auch Schulen für heranwachsende Männer, wo die Lehrer wieder etwas ruppiger und auch fordernder werden dürfen, wo Leistung belohnt und Versagen bestraft wird.

Wir müssen wieder raus aus den Wohlfühlzonen und den jungen Männern einmal eine echte Chance geben, dass sie sich wieder messen und austoben dürfen. Leistung, körperlicher als auch geistiger Art, muss wieder „in“ werden! — und die jungen Männer auch halbwegs satt.


Handtücher

21.5.02025 4.8 (10)

Beitragsfoto: Handtücher | © Alexa from Pixabay

Erfreuliches

Es gibt sie noch erfreuliche Nachrichten! Die Rumänen haben mich wieder einmal positiv überrascht. Das letzte Mal erfreuten sie mich, als sie Nicolae Ceaușescu zusammen mit seiner schlimmeren Hälfte entfernten. Bei uns schafft man es nicht einmal wenigstens die kriminellsten (ehemaligen) Regierungschefs anzuklagen, geschweige denn diesen eine Fußfessel anzulegen; nicht einmal Nicolas Sarkozy kann man noch gelten lassen.

Und nun tritt mit Nicușor Dan ein liberaler Proeuropäer an die Spitze des rumänischen Staats; es war zwar ein knapper Sieg für Europa, aber immerhin noch ein Sieg. Ich hatte die Rumänen wie die Ungarn auch bereits ganz offiziell im Putin-Lager gesehen.

Wer die Stichwahl um das Amt des polnischen Staatsoberhauptes am 1. Juni 2025 für sich entscheiden wird, hängt noch in den Sternen. Und so dürfen wir bis dahin ein klein wenig darauf hoffen, dass Polen weiterhin nicht verloren ist. Es zeigt aber auch und dies erneut, wie schnell demokratische Politiker an Glaubwürdigkeit verlieren, sobald sie sich und dies auch nur halbwegs nicht an Sitte und Anstand halten!

Ganz im Gegenteil dazu die antidemokratischen Politiker, denn diese dürfen wie ein Donald Trump, ein Victor Orban oder weitere Tagediebe wirklich alles tun und machen — es schadet ihnen nicht, eher nutzt es ihnen sogar!

Wir Demokraten haben einfach ganz andere Ansprüche an unsere Volksvertreter als die Totalitaristen, egal welcher Couleur. Und die völlig unbeteiligten Mitbürger, welche oftmals für den Ausschlag an der Waagschale verantwortlich sind, ergötzen sich einfach nur an den Eskapaden dieser Volksvertreter und erkennen dabei nicht, was sie sich und allen anderen damit antun — eine völlig unterirdische Risikoreflexion.

Vermischtes

Das Tanzbein zu schwingen ist aktuell meine Lieblingsbeschäftigung, denn das bekommen wir irgendwie immer noch gebacken — gemäß den Stoikern muss man das mögen, was einem angeboten wird, um sein Seelenheil zu finden. Und schon erinnere ich mich daran, dass ich noch beim Akzente Fotostore vorbeischauen muss, um unser Paarbild abzuholen, das übrigens jeder Europa-Ball-Teilnehmer kostenfrei erhält, vorausgesetzt, man hat sich auch von Nasser Sarout ablichten lassen.

Was dazu führen wird, dass ich mit mindestes einem weiteren Foto nach Hause komme und mit Videos über den Ball, die ich dann noch auf den YouTube-Kanal dieses Blogs zu stellen habe. Denn es gibt sie, Tanzbegeisterte, denen nicht nur der letzte Europa-Ball sehr gefallen hat, sondern die sich gerne noch daran erinnern und sich bestimmt über das eine oder andere Video erfreuen werden. Und wer weiß, vielleicht weckt es bei dem einen oder anderen das Bedürfnis, selbst wieder einmal das Tanzbein zu schwingen. Ich würde mich dabei sehr freuen, wenn der kommende Europa-Ball dafür ein solcher Ort sein könnte.

Bis zum Ende der Woche kann man bei mir noch für die 9. Hertensteiner Gespräche seinen Hut in den Ring werfen, dann müssen wir so langsam aber sicher Knöpfe an das Ganze machen. Sollten weiterhin Landtagsabgeordnete oder Kandidaten zu meinen Lesern gehören, hier der kleine Hinweis, dass eine Teilnahme an diesen Bürgergesprächen durchaus goutiert wird. Aber auch Interessierte außerhalb der Heilbronner Wahlkreise sind recht herzlich bei den Gesprächen willkommen. Und so freut es mich sehr, dass Jean Marsia als einer der ersten seinen Hut in den Ring geworfen hat. Sein Gesprächskreis zum Thema „Die europäische Verteidigung – Vereinigte Staaten von Europa – Aufruf zur Übernahme der Führung“ wird sicherlich für spannende Diskussionen sorgen. Jean Marsia ist ein streitbarer Europäer, ich füge einmal seinen jüngsten Zeitungsartikel hier mit anbei.

Und wer meinen Beiträgen regelmäßig folgt, der weiß, dass ich mich gerade um ein paar Aufräumarbeiten drücke — da es rein privat ist, darf ich mir ein wenig Prokrastination erlauben und auch das Wetter ist für einen Schönwetterschnipsler wie mich aktuell wenig motivierend.

Anders das gestrige viel zu kurze Gespräch mit Detlef Stern, dem dann allerdings die obligatorische Vorlesung folgte. Unglaublich, was in den Köpfen mancher Studenten heutzutage so vorgeht! Diese studieren bereits im zweiten Semester und sind noch lange nicht an der Hochschule angekommen. Das kann man nicht mehr an COVID-19 festmachen, wohl eher an Helikopter-Eltern, die ihren Sprösslingen bisher jegliche Verantwortung und Selbstständigkeit vorenthalten haben. Ob diese Studenten am Ende ihres Studiums — welches diese politisch so gewollt fast ausnahmslos erfolgreich abschließen werden — überhaupt wissen, dass sie an einer Hochschule zumindest zeitweise körperlich anwesend waren?

Auf meine nicht allzu schwierige Frage, welche Risiken die Studenten für ihr eigenes Studium sehen, konnten diese selbst nach gut 90 Minuten keine fünf Risiken aufführen! Zuvor hatten nicht nur ich, sondern bereits auch Detlef Stern je eine eigene Vorlesung über Risiken gehalten, einschließlich diesbezüglicher Übungsaufgaben.

So gehe ich inzwischen davon aus, dass diese vom Sozialstaat und Hubschraubereltern wohlbehüteten Studenten schon gar nicht mehr begreifen, was ein Risiko überhaupt sein könnte! Wenn ich so auf die Studenten blicke, muss ich immer mehr an die Matrix-Trilogie denken und fange an zu suchen, wo die Kabel sind, an denen diese hängen? Auf alle Fälle aber weiß ich nun ganz gewiss, dass es kein Studentenproblem mehr ist, es ist ein gesamtgesellschaftliches!

Nachtrag

Ein Tipp von Detlef Stern: Neal Stephenson verwies jüngst in einem Beitrag „Remarks on AI from NZ“ (15.5.2025) auf die Gefahr, dass „We may end up with at least one generation of people who are like the Eloi in H. G. Wells’s The Time Machine, in that they are mental weaklings utterly dependent on technologies that they don’t understand and that they could never rebuild from scratch were they to break down.“

[https://iiics.org/h/20250521180400]

Erinnerung

Für die echten Nerds unter meinen Lesern sei der Hinweis erlaubt, dass in wenigen Tagen mit einem gehäuften Auftreten von Handtüchern im Straßenraum zu rechnen sein wird.

Zumindest bis dahin stehen wir Europäer alleine da, so der Hinweis von Thomas Gutschker in der heutigen FAZ. Und Schuld seien wieder die US-Amerikaner. Dabei sollten wir uns doch einmal daran erinnern, dass, obwohl die Russen spätestens seit 2014 einen waschechten Schießkrieg gegen uns Europäer führen, wir heute noch u. a. Russengas, Russenöl und Russenkohle kaufen und damit die russische Kriegsmaschine weiter am Laufen halten — nicht die US-Amerikaner!

Die europäischen Sanktionen sind die üblichen Lügengeschichten europäischer Politiker, die Wladimir Putin genau so abschrecken wie die heutigen Sanktionsdrohungen aus dem Europäischen Parlament gegen Victor Orban. Selbst die Familie von Wladimir Putin geht auch in Deutschland ein und aus und noch heute kehren viel zu viele unserer Politiker mit Geldkoffern aus dem russischen Imperium zurück. Während an den entscheidenden Positionen in Europa weiterhin die Putinversteher sitzen — egal welche Regierung auch im Amt ist: von äußerst links bis äußerst rechts, Putin hat sich überall eingekauft.

Und sollten die US-Amerikaner erneut einlenken und ihre Sanktionen gegen Russland verstärken, wird es wieder die europäische Industrie sein, die das dann zum eigenen Vorteil kompensieren wird. Lassen Sie uns nur einmal in die russischen Waffen blicken, welche Bauteile wir darin finden werden. Unsere Industrie ist die einzige weltweit, die anscheinend nicht weiß, wohin deren Produkte gelangen, wir produzieren einfach so ins Blaue hinein und finden dann ebenfalls einfach so Käufer, egal wo.

Noch heute vertuschen wir russische Morde in Europa, ein nettes Beispiel war der Abschuss einer Malaysian Airlines Maschine mit 298 Passagieren an Bord (17. 7.2014) und spielen sämtliche russischen Angriffe auf uns herunter. Still und leise werden von der Berufspolitik die US-Amerikaner als der neue Feind kreiert.

Auch ich kann einen Donald Trump nicht ausstehen und das Verhalten der US-Republikaner empfinde ich nur noch als widerlich, das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich alle US-Amerikaner unter einen Scheffel stelle und der Freien Welt eine Generalabsage erteile. Wie wir es jenseits und diesseits des Atlantiks sehen müssten, können weder die US-Amerikaner ohne Europa noch wir freien Europäer ohne die USA.

Wir Europäer verkaufen weiterhin nicht nur unsere Soldaten, sondern bereits unsere eigenen Kinder und Seelen — dies alleine nur, um weiterhin mehrmals im Jahr in den Urlaub zu fahren und bis zum eigenen Ende ein möglichst bequemes Leben führen zu können.

Manchmal habe ich bereits das Verlangen, mein Handtuch nass und damit ein paar Ignoranten wach zu machen.

„Was Du von mir fordern sollst, ist nicht wie blind eine unrühmliche Zeitspanne [z. B. Studium] zurückzulegen, sondern ein Leben zu führen, nicht daran vorbeizugehen [z.B. reisen & feiern].“

Seneca, 15. Buch, 93. Brief (2023: 875)

Schwarze Katze

Nostalgie 4.8 (6)

Beitragsfoto: Schwarze Katze |  © Михаил Прокопенко from Pixabay

Dieser Beitrag ist alleine dem Prokrastinieren geschuldet, denn eigentlich sollte ich meine morgige Vorlesung vorbereiten, nur für den Fall, dass Valentin Weber erneut kurzfristig andere Pläne hat.

Den Nachmittag verbrachte ich bei bestem Wetter mit Schnipseln, was dazu führte, dass ich nun ein paar Arbeitstage mit der Entsorgung von Schnittgut in sämtlichen Größen zu tun haben werde. Und so kam meine bessere Hälfte auf die Idee, dass ich mir doch ein Kristallweizen gönnen könnte. Seit ein paar Jahrzehnten trinke ich eigentlich und dies meiner Münchner Zeit geschuldet, Weißbier hell oder dunkel, aber stets mit Hefe.

Challenge accepted! Jüngst bekam ich in einer Heilbronner Lokalität ein solches Getränk und vermisste dabei nicht nur die Zitrone, sondern auch noch das obligatorische Reiskorn. Das kann ich selbst noch besser und genieße nun mein Weizen … und schwelge in Erinnerungen.

Ich hätte nie daran gedacht, dass ich einmal an der Hochschule in Heilbronn Vorlesungen gebe, auch wenn ich über Jahrzehnte hinweg mit Walter Dörr befreundet war, doch so einige Professoren von damals™ ganz gut kannte und aktuell ein wenig ins Grübeln komme, weil jüngst Gerhard Peter, nicht nur wie Walter ehemaliger Rektor der Hochschule, sondern auch noch langjähriges Mitglied in der EUROPA-UNION verstorben ist. Was mich zu der Frage führt (@ Du weißt schon), warum kaum noch jüngere Professoren an der Universität bzw. Hochschule Heilbronn, Mitglied bei der EUROPA-UNION werden.

Aber zurück zu meinem Weizen, die Weißbier genossen meine Kameraden und ich am liebsten im Restaurant gleich neben der Tartanbahn, wo die weniger Fitten ihre Runden zogen und dabei versuchten, die obligatorischen 5 000 Meter in höchstens 23 Minuten herunterzuspulen. Jede einzelne Runde prosteten wir diesen „Spitzensportlern“ zu; zumindest uns hat es gefallen. Heute würden wir wohl wegen Mobbing angefeindet, damals™ erkannten die betroffenen Kameraden, dass es wohl besser wäre, zumindest die Mindestanforderungen für ihren selbst gewählten Beruf zu erfüllen. Leider aber gab es schon damals™ für Inkompetenz keine Konsequenzen mehr. Selbst wer das Studium schmiss, durfte bleiben.

Mein erstes Kristallweizen trank ich als Schüler im „Schwarzen Kater“ in der Lammgasse, damals™ ein beliebter Schülertreff. Studenten gab es nur auf der Durchreise oder hinterm Tresen, zum Studieren mussten wir mindestens nach Heidelberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Würzburg oder Tübingen ausweichen.

Es gab noch das eine oder andere Kristallweizen im „Schwarzen Kater“, manchmal gab es sogar eine Mitfahrt mit einem klapprigen R4.

Ab 1984 trank ich mein Weißbier in München, später wurden es dann Kölsch in Köln und weitere Biere im Rest der Welt.

Aber ab und zu, wenn ich heute noch durch die Lammgasse schlendere, denke ich an diese kleine Kneipe um die Ecke. So habe ich diesbezüglich gleich mal bei Thomas Aurich nachgefragt, denn er hatte wohl Ende 1980 dort angefangen, und während ich diese Zeilen schreibe, eine Antwort von ihm erhalten. Wir dürften uns damals™ bereits begegnet sein, ohne uns aber schon zu kennen.

Seine Erinnerung: Witzige Kneipe. Eröffnet von Konny Freyer und Reinhold Munz. Davor war es die Weinstub der Familie Störzbach, die „Schwarze Katz“. Als er dort begann, war aber nur noch Reinhold Munz der Pächter. Alles voll mit Antiquitäten. Drei Zielgruppen auf 60 Quadratmetern, heute undenkbar. Am Tresen Studenten, am Stammtisch Aborigines, im Gastraum Schüler. Nach 14 Tagen war er dort Geschäftsführer. Ende 1981 ging er bereits aber ins Praxissemester nach Korsika. 

Als er von dort zurückkam, war der „Schwarze Kater“ an Ede Wolf verpachtet. Sein damaliger Chef Reinhold Munz wollte mit ihm als Partner die Altstadt in Angriff nehmen. 

Das Haus in der Lammgasse wurde kurz darauf verkauft, wobei der neue Besitzer die Pacht mehr als verdoppelte. Alle Nachpächter hatten kein Glück und so wurde der „Schwarze Kater“ ein Teil der Heilbronner Geschichte.

Ich trinke jetzt doch noch ein Kristallweizen auf diese kleine Kneipe und bin einmal gespannt darauf, ob meine Leser sich ebenfalls daran erinnern können.