Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

9.8.02021 5 (3)

Impfen

Soll nochmal einer sagen, wir Heilbronner seien nicht innovativ. Woanders gibt es Würste mit Senf, Kuchen oder Einkaufsgutscheine. Bei uns wird da schon anders hingelangt.

Lassen Sie sich impfen!

Afghanistan

Afghanistan ist ein Land welches seit längerem unter dem Einfluss der Russischen Föderation, Chinas, Pakistans und des Irans steht. Als die USA 2001 ebenfalls zu der Überzeugung gelangten, dort eigene Interessen wahren zu wollen, starteten sie dies anfangs sogar äußerst kompetent, indem sie ihren Geheimdiensten und Kleinkriegskräften das Feld überließen.

Aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen, weiteten die USA ihr erfolgreiches Engagement aus und motivierten ihre Partner, an einem „Krieg“ teilzunehmen, der mit dieser Ausweitung keine strategische Grundlage mehr hatte.

Eine gewaltaffine deutsche Regierung nutzte die sich bietende Gelegenheit, um damit wohl innenpolitisch punkten oder bloß eigene Phantasien verwirklichen zu können. Deshalb wurde die Bundeswehr in einen Einsatz geschickt, der keine Grundlage hatte, um auch nur ansatzweise erfolgreich sein zu können und, rein militärisch betrachtet, auch niemals hätte stattfinden dürfen. In einem damals veröffentlichten Artikel hatte ich dies als „kriegsgeil“ bezeichnet.

Wenn die damalige Regierung nur annähernd ihre Hausaufgaben gemacht hätte, wäre sie diesbezüglich nie an den Bundestag herangetreten. Alternativ hätte sie aber dem Bundestag und den Bürgern offenbaren müssen, dass, wenn alles gut geht, wir mit einem Einsatz von unbestimmter Dauer und einem entsprechenden Etat im zweistelligen Milliardenbereich rechnen müssen. Und zudem mit ca. einhundert toten sowie hunderten verwundeter Soldaten rechnen müssen. Darüber hinaus die Bündnisverteidigung nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Ganz zu schweigen von einem daraus resultierenden Zuzug zigtausender Afghanen, die sich weder in unsere Gesellschaft einbringen wollen noch können, was weitere Milliardenkosten mit sich bringen wird.

Leider ließen sich die damaligen Politiker als verantwortungsvolle starke Männer und Frauen feiern und ließen dabei die Bürger völlig im Unklaren. Diese verantwortungslose Politik wurde im Anschluss von den folgenden Regierungen übernommen und weiter zur reinen Farce ausgebaut. So dürfen wir heute froh darüber sein, dass andere Regierungen etwas vernünftiger und verantwortungsvoller waren und damit auch unsere Gefallenen- und Verwundetenraten etwas gesenkt haben.

Und kaum ist der „Einsatz“ beendet, schreien deutsche Politiker nach einem Nachschlag!

Was ist heute anders?! Der Verantwortliche sind weiterhin die Vereinten Nationen, die ohne eine tatsächliche Zustimmung der Russischen Föderation, Chinas, Pakistans und des Irans für Afghanistan weiterhin keine tragbare Lösung anbieten können.

Eine abwegige Alternative wäre, diese Länder als Teil des Problems mit einzubeziehen. Denn damit wäre das Afghanistanproblem zu groß, selbst für die Vereinten Nationen.

Deshalb kann es, neben politischen Lösungsversuchen, nur Konflikteingrenzungsversuche geben, die hauptsächlich die Flüchtlingsströme in jene Länder lenken, wo sich die Afghanen annähernd wohl fühlen: Iran, Pakistan, Türkei, Saudi-Arabien und Indonesien, oder die Waffen- und Munitionslieferungen nach Afghanistan zu unterbinden versuchen.

Weiterhin völlig abwegig ist es, dort westliche Soldaten einzusetzen oder irgendwelche Ziele zu bombardieren.

Im Falle, dass man tatsächlich eine entsprechende Strategie entwickelt, könnte man ggf., wie anfangs auch angedacht, mit Geheimdiensten und Kleinkriegskräften den Konflikt zu steuern versuchen — aber auch hierfür muss man unseren Bürgern den Preis nennen!

Frankenbahn

Am Beispiel der Frankenbahn kann man ganz gut beobachten, wie Politik bei uns seit Jahren nicht mehr funktioniert. Bürgermeister und selbst die EUROPA-UNION Heilbronn setzen sich spätestens seit 2006 für den Ausbau der Frankenbahn ein, was eigentlich nur eine Beseitigung der letzten Kriegsschäden gewesen wäre.

Zum einen käme dies dem Nahverkehr, den Pendlern und dem nördlichen Teil der Region Heilbronn-Franken zugute und zum anderen würde es die Chance erhöhen, dass die Eisenbahnmagistrale Berlin – Mailand wieder hergestellt werden könnte.

Der Vorteil bei letzteren wäre, dass Heilbronn tatsächlich an die Bahn angebunden wäre und Baden-Württemberg zudem eine Ausweichstrecke für die Rheinschiene hätte.

Dies alles wurde vor der Verabschiedung des letzten Bundesverkehrswegeplans unseren verantwortlichen Politikern mitgeteilt. Diese versprachen zwar unisono sich für die Frankenbahn einzusetzen, stimmten dann in Berlin aber gegen die Frankenbahn.

Als sich dann noch der baden-württembergischen Verkehrsminister für die Frankenbahn als nicht zuständig erklärte, mussten die Befürworter eines zeitgemäßen Schienenverkehrs zur Kenntnis nehmen, dass die Region Heilbronn-Franken nicht im Interessenschwerpunkt der Landesregierung liegt.

Inzwischen hat die Landesregierung im Zuge von Stuttgart 21 sogar Fakten geschaffen, um auch zukünftig eine Wiederherstellung der Eisenbahnmagistrale Berlin – Mailand zu verhindern, indem sie z.B. die Gäubahn an den Flughafen verlegt.

Heute darf man wieder einmal in der Zeitung lesen, dass sich unsere Politiker für die Frankenbahn einsetzen wollen — zumindest jenen Politikern, die bereits schon einmal im Bundestag gegen die Frankenbahn gestimmt haben, sollte man nicht mehr Glauben schenken.

Was diese Vorwahlkampfaktivitäten unserer Politik wirklich bedeuten, kann man ebenfalls in der Zeitung lesen. Der notwendige Ausbau der Frankenbahn wird weiter verzögert. Neu dabei ist nur, dass jetzt Berater und Experten ihren Lebensunterhalt mit der Frankenbahn verdienen dürfen.

Ich wage zu behaupten, dass sich auch in den kommenden 15 Jahren in Sachen Frankenbahn nichts bewegt, so wie in den vergangenen sieben Jahrzehnten auch schon nicht.

Website des Tages

Magistrale für Europa [Website nicht mehr vorhanden]

Die Eisenbahnstrecke Paris – Budapest ist einfach populärer als eine Strecke Berlin – Mailand, welche, was Italien angeht, bereits bis nach Neapel reicht.


Kakteen

4.8.02021 5 (1)

Schornsteine

Hatte ich noch vor Jahrzehnten vergeblich gehofft, dass gleich zwei Atomkraftwerke in der Nähe Heilbronns das Kohlekraftwerk ersetzen würden, musste ich später erkennen, dass man Dinge, mit denen man Geld verdienen kann, nicht einfach so abschafft — ganz besonders dann, wenn die Spätfolgen und tatsächlichen Kosten jemand anderes zahlt.

Und so wundert es niemanden, dass unser Kohlekraftwerk immer noch raucht. Auch kann man Verständnis dafür haben, dass man weiterhin am Konzept von Großkraftwerken festhält, da diese den entsprechenden Konzernen bestmögliche Einkünfte bei geringstem eigenen Einsatz oder gar Verantwortlichkeit bietet. So ist ein neues Gaskraftwerk nur verständlich und wir dürfen darauf hoffen, dass dieses weniger gesundheitsschädlich sein wird als seine Vorgänger.

Was mit den Schornsteinen und den überflüssigen Kraftwerksanlagen geschieht, steht noch in den Sternen. Hoffen wird nun darauf, dass uns der Betreiber diese nicht als „historische Objekte“ verkauft und wir zum Schluss auch noch deren artgerechte und teure Entsorgung finanzieren müssen. Wahrscheinlich aber werden sie so lange in der Gegend herumstehen, bis unseren Enkeln nichts anderes übrig bleiben wird, als diese endgültig zu entsorgen. Mein Tipp an unsere Enkel: die Schornsteine können dabei durchaus als Mahnmal für die völlige Verantwortungslosigkeit der eigenen Großeltern stehen bleiben!

Europastammtisch

Es macht doch einen Unterschied, ob man sich rein virtuell oder aber tatsächlich vor Ort trifft. So konnten sich gestern wieder die ersten Europastammtischler treffen, wobei ich feststellen durfte, dass man in der Realität doch ein wenig anders aussieht als auf einem Bildschirm.

Besonders gefreut hat es mich, dass wir neben dem guten Essen gleich zwei Themen diskutieren konnten, welche man durchaus auch beim vielleicht noch kommenden Bundestagswahlkampf aufgreifen könnte.

Streetart

Gestern kurz vor 16.00 Uhr in der Urbanstraße, ein Mann fällt dadurch auf, dass er erst gegen einen Baum pinkelt, gegen fahrende Autos und dann gegen die Scheiben eines Autohauses. Seine Verkleidung und Kunstfertigkeiten beim Pinkeln lassen sofort auf einen Streetart-Künstler schließen, zumal er durch eine halbe Pirouette und einem gekonnten Hüftschwung um einen Passanten herumpinkelte, wieder fahrende Autos beglückte, sich erneut der Schaufensterscheibe widmete, bevor er zum Schluss nur ganz knapp den Baum verfehlte.

Die Dauer seiner Aufführung hätte jeden Urologen glücklich gemacht, und mich dadurch, dass ich nunmehr die Gewissheit habe, dass solche „Streetart“ nicht nur auf die Nordstadt und die Neckarmeile begrenzt ist. Zu bemängeln wäre nur, dass diese Künstler weiterhin im Heilbronner Osten sowie im Neckarbogen Auftrittsverbote haben; hier könnte die Stadtverwaltung durchaus großzügiger sein.

Die Stadtverwaltung könnte sich zudem sehr leicht und dabei sehr kostensparend als kulturfördernd präsentieren, wenn sie nun auch noch die letzten öffentlichen Toiletten schließt. Die dabei eingesparten Gelder wären dann frei, um zusätzliche Verwaltungsmitarbeiter zu beschäftigen, die sich ausschließlich für die Koordinierung und Bewerbung Heilbronner Streetart-Künstler verantwortlich fühlen.


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

8.7.02021 5 (2)

Foren

Heute durfte ich wieder doch so einiges an Inhalten in unsere Foren stellen, z. B. die EU-Informationen von Jan Bergmann, welche sehr umfangreich aber auch sehr informativ sind und einen guten Überblick über die Entwicklungen im Europarat und in der EU, aus einer juristischer Sichtweise heraus, geben. Und auch Hans Müller war wieder sehr fleißig und stellte gleich vier Artikel zur Geschichte der EU ein; diese sind zwar bereits etwas älter, aber immer noch sehr interessant und lehrreich.

Preisverleihungen

Ist es bereits eine gute Sache, in Schulen vorzulesen, was übrigens bisher noch — zumindest bei uns — auf Grundschulen begrenzt ist, so kann man das Ganze noch toppen, indem man an schulischen Preisverleihungen teilnimmt, bei denen die Jüngsten für ihre ersten Erfolge ausgezeichnet werden. Schon der Anblick der strahlenden Sieger ist Motivation genug. So darf ich auch dieses Jahr wieder, zusammen mit meiner besseren Hälfte, Preise des Europäischen Wettbewerbs aushändigen. Und auch ich lerne noch dazu, denn jetzt weiß ich auch, was ein Twister Tuch ist.

Phänomen

Einen Bundestagsabgeordneten kenne ich heute noch persönlich, der tatsächlich darum bemüht ist, seine Aufgaben als Abgeordneter wahrzunehmen!

Leider sind die Zeiten, in denen Abgeordnete zusammen mit einer Sekretärin Deutschland und Europa bewegten und selbst spontan fundierte Fachvorträge halten konnten, längst vorbei — Hans August Lücker hatte dies bereits 2009 ebenso gesehen.

Das Phänomen Bundestag ist heute ein ganz anderes, denn es gebiert anscheinend „Übermenschen“. Ich spreche schon gar nicht davon, dass Abgeordnete bei ihrem ganz normalen Reise- und Arbeitsalltag, nach eigenen Bekundungen, mehrfach im Jahr erfolgreich Marathons bestreiten, denn es könnten durchaus auch richtige Laufwunder darunter sein. Drollig hingegen finde ich es, wie jemand mit mangelnden eigenen Sprachkenntnissen sich, kaum im Bundestag angekommen, als zur Bildungs- und Leistungselite unseres Landes zugehörig fühlt.

Das könnte aber dem universitären Eigenleben des Bundestages geschuldet sein, denn es wird immer häufiger bekannt, dass man als Abgeordneter nicht nur erfolgreich im Bundestag studieren kann und dort auch einen ersten qualifizierten Bildungsabschluss erhält, sondern immer öfters dort auch promoviert, was Normalsterbliche gut drei bis vier Jahre voll und ganz in Anspruch nimmt und diese oder auch ihre Familien zudem finanziell stark fordert. Unsere entsprechenden Abgeordneten sind aber so leistungsstark und vielversprechend, dass sie sogar bereits bei ihren Bundestags-Promotionsversuchen von Stiftungen zusätzliche Leistungen erhalten.

So ist es auch kein Wunder mehr, dass man im Bundestag auch habilitieren — für Normalsterbliche gut fünf Jahre Vollstress — kann oder gar als Honorarprofessor die künftige Elite Deutschlands mit ausbildet — ich hatte unsere Professoren dabei schon immer im Verdacht, dass sie nicht ganz ausgelastet sind, und einige unsere Abgeordneten bestätigen dies nun auch, indem sie diese wichtige Aufgabe so ganz nebenbei erledigen.

Das Phänomen Bundestag macht manchen Abgeordneten sogar zum Übervater, der sich äußerst liebevoll neben seinem Mandat gleich um zwei Familien kümmern kann; in den Gefilden des Bundestags ist selbst Polygamie kein Fremdwort mehr, denn in intellektuellen Kreisen galten schon immer andere Gesetze.

Und wer sich im Bundestag nicht wissenschaftlich austoben kann oder möchte, der legt zum Beispiel umfangreiche Sammlungen — zwei Fälle sind mir bekannt — von Kinderpornographie an. Es ist dabei nicht ausgeschlossen, dass wir auch noch von anderen, weit unspektakuläreren, Sammelleidenschaften hören werden, wie Geld zum Beispiel.

Manchen Abgeordneten ist es sogar gelungen, was die Wissenschaft außerhalb des Bundestags noch heute herausfordert, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, denn sie tingeln sieben Tage die Woche durch sämtliche Fernsehshows und sind gleichzeitig maßgeblich bei der Erstellung von Gesetzen im Bundestag mit dabei.

Der Deutsche Bundestag muss ohne Wenn und Aber das schon lange gesuchte Elysium — die „Insel der Seligen“ — sein. Ein Ort, wo man zudem als junger unfertiger, manchmal auch als völlig un(aus)gebildeter Mensch hinkommt und diesen bereits ein paar Jahre später wieder als höchst gebildeter, mit allen Titeln und Ehren versehener, sowie als „gemachter Mann“, verlässt.

Deshalb ist es auch kein Wunder, dass unser Bundestag von Legislatur zu Legislatur immer größer wird.

Besser wäre noch, wir schicken möglichst viele junge Menschen, alle vier Jahre wechselnd, in den Bundestag und machen ihn so zur Elite-Schule der Nation. Damit können wir wieder zu der Nation der Dichter und Denker werden, die wir wahrscheinlich niemals waren.

Website des Tages

Deutscher Bundestag

Die Gesetzgebung ist die Aufgabe des Parlaments; der Deutsche Bundestag ist somit das wichtigste Organ der Legislative. Er beschließt – unter Beteiligung des Bundesrates – alle Gesetze, die in den Kompetenzbereich des Bundes fallen. Die Abgeordneten und Fraktionen des Bundestages können – genau wie der Bundesrat und die Bundesregierung – neue oder überarbeitete Gesetze als Entwürfe in den Bundestag einbringen. Hier findet nach einem festgelegten Ablauf die Debatte, Beratung und Abstimmung über den Gesetzentwurf statt.“