Strandspaziergang

28.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: morgens am Strand in Newport Beach

James Bond

Wenn wirklich nichts Sehenswertes im Fernsehen kommt, aber die Flimmerkiste den Raum erhellen soll, dann wird bei uns traditionell ein James Bond Film gezeigt. Ich konnte mich in all den Jahren nicht mit meinen Vorschlägen durchsetzen, dies zum Thema „Familienoberhaupt“.

Und so kann wohl jeder in meiner Familie ohne Probleme die Unterhaltungen der dortigen Protagonisten selber führen. Neu ist aber, dass, nachdem James Bond jüngst heldenhaft von uns gegangen ist und seine Auferstehung wohl ein paar Jährchen auf sich warten lassen wird, meine bessere Hälfte nun auf die den Filmen zugrunde liegenden Bücher von Ian Fleming zurückgreift.

Ian Fleming, der mir persönlich wegen seines Buches „Chitty Chitty Bang Bang“ in guter Erinnerung ist, hat übrigens Geburtstag. Nachdem ich heute Morgen über eines seiner Bücher gestolpert bin und ich ihn bereits unter „Geburtstag des Tages“ erwähnt habe, komplettiert er nun meinen heutigen Blog-Beitrag, bevor ich mich mit einem guten Buch in das Jacuzzi begebe und den Tag beende, welcher bei den meisten Lesern dieses Beitrages bereits der Morgige ist.

Zeitverschiebung

Bitte nicht wundern, wenn Sie als Weblog-Leser Hinweise auf Microblog-Beiträge von gestern in Ihren Posteingang bekommen. „Ihr gestern“ ist zurzeit „mein heute“, und so bin ich, was die lokalen Ereignisse in Heilbronn angeht, ein wenig hinter der Zeit zurück.

Dafür konnte ich aber einen wunderbaren Tag am Strand verbringen und diesen zur Mittagszeit — nach meiner aktuellen Zeitrechnung — mit einem ausgezeichneten Essen bei meinem Lieblingsitaliener in Newport Beach krönen. Seit ich mit Marco Carrieri befreundet bin, habe ich eine ganz neue Sichtweise, was Restaurants und ganz besonders italienische angeht. Und so genoss ich heute ein vorzügliches Fleischgericht, während meine Begleiterinnen verschiedene Pasta-Sorten auf ihrem Teller hatten. Dafür ließen sie sich es nicht nehmen und hatten jeweils noch eine ausgezeichnete Nachspeise.

Chris Kurbjuhn macht mir regelmäßig in seiner Netzecke den Mund mit seinen Genusserlebnissen wässrig, sodass ich jetzt nicht auch noch damit anfangen möchte, meine eigenen kulinarischen Erlebnisse hier zu posten. Wer gute Rezepte sucht, der ist weiterhin beim „Splitterbrötchen-Lieferant“ ganz gut aufgehoben.

Dennoch komme ich nicht umhin — da Tiziana meines Erachtens weiterhin das beste Tiramisu überhaupt macht — doch ein entsprechendes Bild zu posten, nämlich vom heutigen Nachtisch meiner besseren Hälfte. Tina und ich sind übereinstimmend der Überzeugung, dass das Tiramisu vom il Farro in Newport Beach verdächtig nah an Tizianas Kreation herankommt.

Tiramisu (Il Farro in Newport Beach)

Geburtstag des Tages

Ian Fleming


Reclining Figure

24.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Reclining Figure in Costa Mesa

Strand

Seit fast vierzig Jahren ziehe ich immer wieder meine Spuren im Sand des ein und desselben Strandes; leider musste ich allerdings fast vier Jahre darauf warten, um heute wieder einmal von Pier zu Pier spazieren zu können.

Was heute bei bestem Wetter dazu führte, dass ich erkennen musste, dass nicht nur ich mich über die Jahre hinweg verändert habe, auch an meinem Lieblingsstrand sind die Jahrzehnte nicht spurlos vorbeigezogen. Und selbst das Meer wird nicht mehr das alte, einzig der endlose Horizont scheint noch derselbe zu sein.

Reclining Figure

Seit 1984 steht — liegt eigentlich — eine Skulptur Henry Moores vor dem Segerstrom Center for the Arts in Costa Mesa. Und seit Ende der 1980er-Jahre bewundere ich dieses Kunstwerk bei meinen dortigen Spaziergängen.

Dieses Kunstwerk wurde von den Angels of the Arts gespendet und wird wie folgt beschrieben:

„Vital and mysterious, like the spirit embodied in Stonehenge, Moore’s reclining female forms are universal shapes to which everyone is subconsciously conditioned to respond; simple, massive, deeply human figures are clearly represented in his ‚Reclining Figure‘.“

Travel Costa Mesa, webpage der Reclining Figure [nicht mehr vorhanden]

Und da eine einzige Skulptur über die Jahrzehnte hinweg vielleicht doch etwas langweilig werden könnte, wurde die South Coast Plaza durch eine „Arts District Sculpture Tour“ ergänzt, sodass die dortigen Spaziergänge immer wieder mit neuen Überraschungen aufwarten können.

Spieleabend

Wenn ein langer Tag mit Spielen ausklingt, dann hat man wohl alles richtig gemacht. Gestern war es mal wieder so weit, und das Spiel Rummikub hatte unsere gesamte Aufmerksamkeit. Und da auch jeder mindestens einmal gewinnen wollte, dauerte das Ganze wieder etwas länger.

Wer Rummikub nicht kennt, der kennt bestimmt noch das Kartenspiel Rommé, ein Ablegespiel, wobei man zwei vollständige französische Kartenspiele zu je 52 Blatt und mehrere „Joker” benötigt; diese können jede Karte jeder Farbe vertreten. Rommé gibt es in verschiedenen Versionen.

Ephraim Hertzano, der selber gerne Rommé spielte, entwickelte das Spiel Rummikub bereits in den 1930er und 1940er-Jahren. Aber erst in den 1960er-Jahren stieg das Interesse an Rummikub so langsam an und erreichte 1977 in den USA seinen vorläufigen Höhepunkt, als es dort zum meist verkauften Spiel des Jahres wurde. Und 1980 wurde es als Spiel des Jahres ausgezeichnet.

Das Einzige, was mich vielleicht etwas am Spiel stört, ist, dass die Spielsteinablage dreireihig ist, das Spiel aber vier Farben besitzt.

Geburtstag des Tages

Bob Dylan


Briefmarke mit Gaetano Donizzetti und seiner Oper Lucia di Lammermoor

22.5.02022 4.7 (3)

Beitragsfoto: Briefmarke Lucia di Lammermoor | © Shutterstock

Weblog

Manchem Leser dürfte es bereits aufgefallen sein, dass ich das Layout wieder einmal verändert habe. Die meisten Leser kommen via E-Mail oder RSS auf meine Seiten, und so habe ich die Startseite wieder etwas entschlackt.

Zudem habe ich — und dies gefällt bestimmt Detlef Stern — im Backend viele kleine Helferlein entfernt. Dies macht das Ganze einfacher und weniger zeitaufwendig. Und sollte ich kein neues Tool oder Gadget finden, das wieder einmal meine Neugierde weckt, dann bleibt meinen Lesern nichts anderes übrig, als sich mit diesem Layout abzufinden.

Selbstverständlich kann man mir aber auch entsprechende Kritik oder Vorschläge zusenden, und wer möchte, dies gerne auch im Forum thematisieren.

Lucia di Lammermoor

Gestern überraschte mich meine Tante mit einem Ticket für eine Aufführung von „The Met: Live in HD“. Gaetano Donizettis Lucia gehört schon etwas länger zu den Standards wohl jeder Oper, und so war ich dieses Mal mehr als erstaunt, was die Metropolitan Opera aus diesem Stück gemacht hat.

Donizettis Musik kann man zwar immer wieder hören aber nach all den Jahren sind sowohl die Geschichte als auch Lucias „Wahnsinnsszene“ — vielleicht von der Maria Callas Aufführung einmal abgesehen — nichts, was mich vom Hocker reißen könnte. Aber weit gefehlt! Was das Ensemble der Met aus der doch inzwischen etwas angestaubten Oper gemacht hat, ist einfach bewundernswert.

Nadine Sierra brillierte als Lucia und Artur Ruciński schaffte es, einen bezaubernden Bösewicht auf die Bühne zu bringen. Die Stimme von Javier Camarena als Edgardo war hervorragend, und der sehr kurzfristig eingesprungene Christian Van Horn zeigte, was Profis so alles können (müssen).

Aber all das wäre bestimmt wieder nur eine weitere Lucia di Lammermoor gewesen, wenn nicht Simon Stone aus dieser alten Geschichte etwas ganz Neues gemacht hätte, nämlich die Oper nicht nur in die heutige Zeit transferiert sondern diese dann auch genau so aufführte, wie man Opern heute eigentlich aufführen sollte.

Und das alles noch aus bequemen Sitzen heraus betrachtet und mit einer guten Übersetzung der Lieder versehen, ohne Wenn und Aber eine sehr gelungene Sache!

Spaziergänge

Auf meinen Runden durch altbekannte Stadtviertel und sehr viele Neubaugebiete kann ich feststellen, dass funktionierende Stadtverwaltungen ein Segen für jede Gemeinschaft sind. Gerade in Kalifornien treffen Reichtum und Armut sehr oft aufeinander und manche Straßenzüge trennen im wahrsten Sinne des Wortes Welten.

Sehr erfreulich ist dabei, dass selbst die ärmsten Gegenden ordentlich und vor allem sauber sind. Man hat zumindest im Orange County erkannt, dass Ruhe und Ordnung die Grundlagen für jeden städtische Entwicklung sind. Ohne Frage gibt es auch hier sehr viele Obdachlose, die allerdings kaum negativ auffallen und weder betteln noch einen Fußgänger belästigen.

Und inzwischen hat Kalifornien für sich auch die Mülltrennung entdeckt, wobei die vielen unterschiedlichen Wertstoffbehältnisse, die nun vor jedem Haus oder den vielen neuen Appartement-Komplexen zu finden sind, in mir heimatliche Gefühle wecken.

Einzig die Tatsache, dass das Klima hier um einiges wärmer ist zeigt, dass ein Recyling-System, das bei uns in Mitteleuropa ohne Probleme funktionieren könnte, hier doch noch etwas Nachsteuerungsbedarf hat. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass man dies sehr schnell in den Griff bekommen wird.

Und so genieße ich weiterhin auf meinen Spaziergängen die sauberen Straßen und die vielen damit einhergehenden privaten Verbesserungen an den Häusern und Gärten.

Am besten gefällt mir allerdings das hier altbewährte System der Straßenreinigung, wobei jede Straße mit einem Schild versehen ist, wann die Kehrmaschine vorbeikommt und man seine Autos zuvor zu entfernen hat. Und sollte ein Nachbar einmal meinen, sich nicht daran halten zu müssen, ist auch sofort die Polizei und ein Abschleppwagen zur Stelle.

Gedicht des Tages

Mein Gedicht zum Tage stammt von Philip Larkin und wurde von ihm bereits im Februar 1960 geschrieben. Veröffentlicht wurde es erstmals 1964 in seinem Gedichtband „The Whitsun Weddings“.

As Bad as a Mile

Watching the shied core
Striking the basket, skidding across the floor,
Shows less and less of luck, and more and more

Of failure spreading back up the arm
Earlier and earlier, the unraised hand calm,
The apple unbitten in the palm.

Philip Larkin, Februar 1960

Geburtstage des Tages

Arthur Conan Doyle und Käthe Gries