Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Waffenhandel

Offensichtlich motiviert von der deutschen Waffenindustrie und -lobby, werden die Forderungen immer massiver, dass deutsche und westliche Waffensysteme an die Ukraine geliefert werden. Ich hatte darüber bereits geschrieben.

Das Problem bei der Sache ist, dass je moderner Waffen und ganz besonders Waffensysteme sind, umso mehr an Ausbildung und Wartung benötigen diese. Deshalb bleiben auch viele Streitkräfte bei ihren traditionellen Waffensystemen so lange es irgendwie noch geht. Ein gutes Beispiel sind unsere Osteuropäer, die dabei sogar die alten sowjetischen Waffensysteme weiterentwickeln. Noch ein besseres Beispiel ist die Ukraine, die diese Waffen sogar besser optimiert hat als die Russen selber.

Deswegen ist es auch nur folgerichtig, dass man der Ukraine erst mit den russischen Waffensystemen Osteuropas aushilft und dabei besser die Osteuropäer mit westlichen Systemen ausstattet, damit diese ihre eigenen an die Ukraine liefern können. Es sieht jetzt aber ganz danach aus, dass die Osteuropäer aus den oben beschriebenen Problemen heraus, auf ihre eigenen Waffen nicht verzichten wollen, weil sie die Kosten einer Umrüstung ihrer Streitkräfte nicht tragen möchten bzw. können.

Deswegen wäre es jetzt sinnvoll und auch angebracht, dass Deutschland und die NATO unseren osteuropäischen Partnern bei deren Umrüstung finanziell und personell hilft, damit diese die Ukraine weiter unterstützen können. Das wäre militärisch und finanziell sinnvoll und in einem Krieg sehr zielführend.

Notgedrungen sind es jetzt die US-Amerikaner, die ältere eigene Waffensysteme, aber dies auch kombiniert mit einer entsprechenden Ausbildung und sicherlich auch Wartungs- und Instandsetzungshilfen, liefern, da die vernünftige Lösung von den Osteuropäern und auch unserer eigenen Waffenlobby nicht gefördert wird.

Und so wird der politische Druck zunehmen — den die Waffenlobby geschürt hat! — und wir werden gezwungen sein, auch eigene Waffensysteme zu liefern. Außer der Waffenindustrie, die sich damit dumm und dämlich verdient und zukünftig — bei einem ukrainische Sieg — noch einen ganz neuen Markt erschlossen haben wird, wird wohl kaum jemand davon profitieren.

Und wenn wir nicht nur durch diese Waffenlieferungen Geld verdienen möchten, dann müssen wir auch und dies ganz folgerichtig Ausbilder, Techniker und weitere Unterstützungskräfte an die Ukraine liefern — so wie die USA auch.

Aber mir schwant schon die GroKo-Lösung (die Union ist ganz sicher mit dabei!): deutsche Soldaten werden unbewaffnet in den Krieg geschickt, um den Ukrainern die liegen gebliebenen Panzer wieder flott zu machen — und sollten die deutschen Soldaten diesen „Hilfseinsatz“ überleben, werden sie im Anschluss von deutschen Staatsanwälten vor Gericht geschleppt.

Schwimmen

Seit langem war ich wieder einmal im Stadtbad, auch hierbei wurde ich regelrecht resozialisiert. Denn noch zu Berufszeiten gehörte das fast tägliche Schwimmen zu meinem normalen Tagesablauf. Über die Hygiene- und Sicherheitsstandards in unseren Bädern sowie um meine diesbezüglichen Bemühungen habe ich schon öfters hier im Blog geschrieben.

Jetzt sieht es danach aus, dass meine langjährige und sehr gute Bekannte wohl in ihren verdienten Ruhestand getreten ist; Ende der 1970er-Jahre waren wir als Rettungswache und Schwimmaufsicht beide ein ganz gutes Team. Und woran mache ich das nun fest? Zumindest die Hygienestandards lassen wieder zu wünschen übrig — was mich aber jetzt nicht mehr erschüttert.

Abgestumpft

Die Jahre ziehen so vor sich hin, und ich habe mich wieder in meiner Heimat eingewöhnt. Ein gutes Zeichen dafür ist, dass mein Grill schon seit ein paar Wochen mangels Ersatzteil nicht funktioniert. Da ich diesen zusammen mit einem weiteren Grill in einem Heilbronner „Fachhandel“ gekauft habe, eigentlich kein Problem, könnte man meinen.

Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass manche Fachhändler alleine vom Verkaufen leben und Garantie und Kundendienst das reinste Teufelszeug sind. Und so habe ich auch keine größere Sache daraus gemacht und mich an einen weiteren Fachhändler vor Ort gewandt. Inzwischen weiß ich durch Nachfragen beim Hersteller, dass die Ersatzteile nur über die Vertragshändler zu beziehen sind, und so muss ich mich wohl noch eine ganze Weile gedulden.

Aber auch das macht mir nichts mehr aus, denn in ein paar Wochen bin ich im Urlaub und zwar in einem Land ohne IHK-Zertifizierung und berufsschulgebildete Fachleute. Dann gehe ich dort zu einem einfachen Grillverkäufer und kaufe mir das entsprechende Ersatzteil — gut, dass es nur ein paar Gramm wiegt.

Wenn Sie in meinem Blog-Beitrag „Gesucht & gefunden“ keine entsprechende Empfehlung finden, wird Sie dies nun auch nicht weiter wundern.

Video-Beitrag des Tages

https://youtu.be/qIcrqd1l574
Generalleutnant Markus Laubenthal, stellv. Generalinspekteur der Bundeswehr, am 20. April 2022

Geburtstag des Tages

Fred Brooks


Berg

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Skizze eines Berges | © Pixabay

Besprechungen

Heute ein paar nette und produktive Besprechungen. Eine davon mit Ausblick auf Neckar und Wartberg, es gibt sie noch, die hübscheren Besprechungsräume.

Und sobald man seine Termine selbst im Griff und diese auch „an den Mann gebracht hat“ kommen bereits schon wieder die ersten Änderungswünsche. Dieses Mal bleibe ich bei einem altbewährten Konzept, nämlich Änderungen nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn es dafür auch schwerwiegende und das Gesamtergebnis gefährdende Gründe gibt — etwas Professionalität hat noch niemandem geschadet.

Der Höhepunkt des Tages wird dann bestimmt wieder der monatliche Europastammtisch werden. Hierbei kann ich mir immer sicher sein, dass nur nette Menschen anwesend sind. Und das ist heutzutage schon eine wunderbare Sache!

Guter Morgen

Die Newsticker plätschern so vor sich hin und lassen auf keine weiteren schlimmen Nachrichten schließen. Kim Jong-un droht heute als einziger Irrer mit dem Einsatz von Atomwaffen und Sarah Palin — manche kennen sie noch — hofft auf ein Revival. Dazu — zu Palin — hat die New York Times einen interessanten Beitrag geschrieben.

Das dürfte übrigens die These verwerfen, dass angesichts existenzieller Bedrohungen die Menschheit rationaler wird und eher auf Politiker baut, die wenigstens etwas eigene Substanz haben. So steht zu befürchten, dass wir Menschen doch eher Lemminge sind, die nur auf den „most sexiest politician alive“ warten, um sich mit ihm gemeinsam in den Abgrund zu stürzen.

Das wiederum lässt hoffen, denn davon haben wir so viele, dass die Einigung auch nur auf ein paar davon (siehe ganz aktuell Frankreich) dauern kann. Es besteht also noch Hoffnung!

Homepage-Deal

Seit 2001 betreibe ich eigene Homepages sowie auch Internet-Auftritte für andere und dürfte dabei in gut zwei Jahrzehnten auch so alles an verfügbarer Technologie abgedeckt haben. Manchmal war ich sogar meiner Zeit weit voraus, was übrigens nicht gut für das Geschäft ist; man sollte sich, wenn man erfolgreich sein möchte, immer am Normalnutzer orientieren, das ist zumindest meine Erfahrung.

Heute kann ich in der Heilbronner Stimme (05.04.2022: 21) lesen, dass es bei uns Gemeinden gibt, die für Websites locker 80 000 Euro in einer ersten Ausbaustufe ausgeben. „Die Internet-Seite der Stadt Widdern könnte bis zu 130 000 Euro kosten“, so Simon Gajer von der Heilbronner Stimme.

Wenn ich dann so schaue, was die besten Provider kosten und auf die sonstigen Kosten von Websites blicke, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wie man auch nur annähernd auf Bruchteile solcher Kosten kommen kann.

Aber unsere Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltungen geben auch das Geld anderer Leute aus!

Kommentar des Tages

Dieser kommt heute von Josef Kelnberger (Süddeutsche Zeitung, 5.4.2022: 21:01 Uhr) und ist hier zu finden: „Die verpasste Gelegenheit — Wahlsieg von Viktor Orbán

Geburtstag des Tages

Thomas Hobbes


Ewige Flamme

Dem unbekannten Leser 5 (5)

Beitragsfoto: meine ewige Flamme | © Shutterstock

Über meine Leser weiß ich nicht sehr viel. Dies ist auch den permanenten Hinweisen von Detlef Stern geschuldet, der mich gerne daran erinnert, dass man nicht alles macht, auch wenn man es könnte. Dabei spielt er nicht auf ein moralisches Grundprinzip an, sondern erinnert mich immer wieder an die zunehmenden Auswüchse unserer Datenschutzgrundverordnung.

Manche meiner Leser antworten ab und zu auf meine Beiträge dabei aber sehr gerne per E-Mail oder bei einem persönlichen Treffen. Wenige nutzen die durch das Weblog bereitgestellten Möglichkeiten und schreiben einen entsprechenden Kommentar, beteiligen sich im jüngst bereitgestellten Forum oder hinterlassen mir eine Notiz auf dem Blog. Andere Leser wiederum haben ein Abonnement abgeschlossen und werden per E-Mail über neue Blog-Beiträge informiert.

Und das sind die Leser, über die ich mir selber ein eigenes Bild machen kann — übrigens ein sehr positives!

Die große Masse meiner Leserschaft bleibt für mich aber weiterhin im Dunkeln des Internets verborgen. Ich kann hier nur aufgrund von Zugriffszahlen und Länderzuordnungen bzw. den Aufrufen meiner „internationalen“ Weblog-Seiten erkennen, dass es diese Leser gibt. Auch werde ich darin, dass es diese Leser tatsächlich gibt, durch Anfragen von Werbefirmen und Dienstleistern bestätigt, die ansonsten von meinem Weblog keine Notiz nehmen würden.

Deshalb widme ich diesen Blog-Beitrag dem unbekannten Leser und entzünde für diesen stellvertretend für alle anderen das obige „ewige“ Licht.

Lieber unbekannter Leser!

Danke, dass es Sie gibt. Zwar weiß ich nicht, wer Sie sind oder wo Sie leben und arbeiten, dennoch dürften wir doch so einiges an Gemeinsamkeiten haben. Zumindest denken wir über unsere Welt sowie uns selber nach und hören dazu auch gerne die Meinungen anderer.

Ich wurde jüngst von Thomas Michl, einem meiner Leser, den ich persönlich kenne und sehr schätze, gefragt, was denn meine Erwartungshaltung an die Leser wäre? Ich teile dabei seine Meinung, dass sehr viele Mitbürger kritisch-reflektierend unterwegs sind. Leider aber nutzt dies der Gesamtheit wenig, wenn diese ihre Erkenntnisse oder Zweifel meist für sich behalten.

Douglas Adams hat dies sehr treffend in seinem Hörspiel „Per Anhalter durch die Galaxis“ formuliert, indem er ganz beiläufig erwähnte, dass noch kurz bevor die Vogonen unsere Welt zerstörten, ein Mensch die Lösung für sämtliche Probleme des Universums gefunden hatte. Und er lässt uns dann noch wissen, dass diese Lösung nicht „42“ ist.

Da ich Sie, lieber unbekannter Leser, nicht kenne, fällt es mir schwer, auch eine Erwartungshaltung an Sie zu formulieren. Aber freuen würde ich mich darüber, wenn Sie — wenigstens ab und zu — aus der Deckung kommen und Ihre Meinung zu den hier im Weblog angebotenen Meinungen, Vermutungen und Behauptungen kundtun.

Denn wenn wir Menschen etwas sind, dann eine Art von Kommunikationsraum, der dadurch existiert, dass möglichst viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten aufeinandertreffen, sich aneinander reiben und wir dadurch trotz oder gerade wegen der daraus entstehenden Konflikte langsam, aber sicher ein gemeinsames Bild von der aktuellen Realität erhalten.

Und je besser wir miteinander kommunizieren, umso besser ist das aktuelle Bild von unserer eigenen Realität.

Lieber unbekannter Leser, ich weiß, dass dies nicht einfach ist, ganz besonders dann, wenn man selber seine eigenen Gedanken ins World Wide Web stellt, das diese zwar aufnimmt, aber auch wie ein Blitzableiter gleich ins digitale Nirwana weiterführt.

Und so freut es mich weiterhin, dass ich weiß, dass es Sie gibt. Und hoffe, dass manche meiner Gedankengänge Sie auch zum Widerspruch anregen und Sie dadurch für sich selber das Eine oder Andere neu denken können.

„Dürfte ich das Unwort des Zeitalters bestimmen, so käme nur eins in Frage: kommunizieren. Ein Autor kommuniziert nicht mit seinem Leser. Er sucht ihn zu verführen, zu amüsieren, zu provozieren, zu beleben. Welch einen Reichtum an (noch lebendigen) inneren Bewegungen und entsprechenden Ausdrücken verschlingt ein solch brutales Müllschluckerwort! Mann und Frau kommunizieren nicht miteinander. Die vielfältigen Rätsel, die sie einander aufgeben, fänden ihre schalste Lösung, sobald dieser nichtige Begriff zwischen sie tritt. Ein Katholik, der meint, er kommuniziere mit Gott, gehört auf der Stelle exkommuniziert. Zu Gott betet man, und man unterhält sich nicht, sondern man empfängt eine Heilige Kommunion. All unsere glücklichen und vergeblichen Versuche, uns mit der Welt zu verständigen, uns zu berühren und zu beeinflussen, die ganze Artenvielfalt unserer Regungen und Absichten fallen der Ödnis und der Monotonie eines soziotechnischen Kurzbegriffs zum Opfer. Damit leisten wir dem Nichtssagenden Vorschub, das unsere Sprache mit großem Appetit auffrisst.“

Bodo Strauß , Der Untenstehende Auf Zehenspitzen (2004: 41)