Messer Maurer

Messer Maurer 5 (7)

Gestern habe ich meinen Stadtgang mal wieder unterbrochen und bin in das Messerfachgeschäft Maurer gegangen, nicht nur zum Gucken und Einkaufen, sondern auch zu einem kleinen Plausch mit Beate Maurer, die ich, wie auch ihren Bruder Jürgen Maurer bereits seit den Tanzschulzeiten kenne.

Beide habe ich damals bewundert, weil sie so viel besser als ich tanzen konnten. Und Beate noch mehr, weil sie es immer stoisch nahm, wenn ich ihr wieder einmal auf die Füße trat, was bei mir sehr oft vorkam. Jahre später konnte ich Beate auch beim Treffpunkt Europa begrüßen, wo sie unter anderem bei Stepptanzvorführungen zu sehen war.

Aber nicht nur deshalb wurde der Messer Maurer zu einem meiner Lieblingsgeschäfte in Heilbronn, sondern weil mir erstens das Warensortiment zusagt und zweitens darüber hinaus immer auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, sondern das Ganze und drittens noch durch einen exzellenten Kundenservice ergänzt wird. Daher kann ich dieses Fachgeschäft allen nur wärmstens empfehlen!

Nur ein Beispiel zur Verdeutlichung. Vor Kurzem, wegen der Pandemie, habe ich meine Haarschneidemaschine reaktiviert. Dabei musste ich feststellen, dass diese doch schon ca. zwei Jahrzehnte auf dem Buckel und auch nicht mehr so funktionierte, wie ich es noch in Erinnerung hatte. Kurz und gut, Jürgen Maurer hat mir ohne zu mucken das dafür nötige Ersatzteil besorgt und da ich auch keine Gebrauchsanweisung mehr hatte, mir auch noch eine Einweisung in die richtige Handhabung gegeben.

Mehr muss man wohl dazu nicht mehr schreiben. Vielleicht noch, dass es den Messer Maurer inzwischen seit 85 Jahren in Heilbronn gibt und dieses Fachgeschäft nun in der dritten Generation familiengeführt ist.

Wie wir alle wissen, haben Fachgeschäfte jetzt nicht nur durch den vermehrten Online-Handel zu leiden, sondern ganz besonders durch die sich immer wieder verändernden und der Pandemie geschuldeten Auflagen.

So ist es für diese Fachgeschäfte besonders schwer, ihre klaren Vorzüge gegenüber dem Online-Handel voll auszuspielen und den potenziellen Kunden zu verdeutlichen.

Dabei ist es doch immer wieder eine Freude, wenn man „nur zum Gucken“ in ein Fachgeschäft kommt, dort sicherlich von der angenehmen Atmosphäre und den freundlichen Mitarbeitern ein klein wenig zum Kauf „verführt wird“ aber dabei immer mit der Gewissheit, dass man diesen Einkauf auch nach ein paar Jahrzehnten nicht bereut — zumindest mir geht es dort immer so.

Und jetzt denke ich gerade darüber nach, unsere Messer, die jetzt auch schon ins dritte Jahrzehnt kommen, wieder einmal schleifen zu lassen. Und wo könnte man dies besser als beim Messer Maurer?

„Ah, human felicity! to have at once so many wants suggested and supplied! Wretched Grecian daughters! miserable Roman matrons! to whom shopping was an unknown pleasure, what did, what could employ them?“

Letitia Elizabeth Landon, Romance and Reality (2011 [1832], Volume I, Chapter 10)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

17.11.02021 5 (1)

Überessen

Gutes und reichhaltiges Essen ist ein Luxus, den viel zu viele kaum noch zu schätzen wissen. Und wie bei den meisten anderen Dingen auch, ist es immer besser, nicht ganz aus dem Vollen schöpfen zu wollen; das richtige Maß ist der vielbesungene goldene Mittelweg.

Und gerade beim Essen kann man sehr viel feststellen. Es gibt zwar durchaus auch Menschen, die gutes Essen sehr schätzen und dafür eine richtige Leidenschaft entwickeln, aber selten werden diese mehr als gut genährt und, ich möchte es mal so bezeichnen, etwas füllig. Aber sie werden niemals fett!

Warum Menschen fett werden, ist inzwischen bei uns ein viel diskutiertes Thema. Und die angebotenen Antworten sind bei den meisten Menschen wenig beliebt. Zum einen und bestimmt auch an erste Stelle ist es das Problem von Primärprozesslern in einer Wohlstandsgesellschaft. Sich vollzustopfen ist leichter möglich und bei weitem nicht so anstrengend, wie Sex zu haben. Und auszuschlafen hat in einer Wohlstandsgesellschaft schon längst den Nimbus von Luxus verloren und wird deswegen einfach durch noch mehr essen ersetzt.

Eine zweite Antwort ist die völlige Überforderung von Menschen. Sie kommen im Beruf und im restlichen Leben einfach nicht mit sich klar, und so wird das Essen zu einer Art Übersprungshandlung, die dazu führt, dass die davon Betroffenen fett werden.

Wenn Sie einen Menschen sehen, der fett ist oder immer fetter wird, müssen Sie erstmal nicht davon ausgehen, dass dieser schwer krank ist, denn eine „Fettsucht“ gibt es nicht. Aber Sie sollten ergründen, ob dieser Mensch einfach nur ein Primärprozessler ist, oder aber völlig mit sich und seiner Welt überfordert.

Bei ersteren können Sie sofort helfen und versuchen, dass diese Menschen eigene Interessen entwickeln, die am besten nichts mit Nahrungsaufnahme zu tun haben.

Bei letzteren hingegen sind Sie meist machtlos, es sei denn es handelt sich um Politiker. Diesen können Sie ebenfalls sofort und sehr nachhaltig helfen, indem Sie diese nicht mehr wählen. Und bis dahin helfen Sie ihnen, indem sie diese nicht noch am Buffet bedienen oder erlauben, dass sie sich immer wieder beim Essen vordrängeln.

Hierzu gibt es sogar einen alten aber leider längst vergessenen Grundsatz: der Chef ist zuletzt!

Und bitte merken Sie sich, wer sich schon beim Essen vordrängelt, der tut dies auch bei anderen Gelegenheiten — und dies ist meist nicht zum Wohle der Allgemeinheit.

Weihnachtsmarkt

Da es nunmehr offensichtlich ist, dass all jene, die sich impfen lassen könnten, aber dennoch nicht tun, einfach nur asoziale Subjekte sind, wäre es an der Zeit, dass wir als Gesellschaft reagieren und von uns aus bestimmte Dinge einschränken.

So wäre es ganz gut, wenn die Weihnachtsmarktbetreiber nicht abwarten bis von irgend jemand, bei Politikern wartet man da sicherlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, Entscheidungen kommen, sondern proaktiv und zum Schutz für uns alle einfach generell die 2G-Regelung einführen.

Sich halbwegs zuständig fühlende Verwaltungen könnten dann sogar nachsteuern und mit Kontrollen der vermeintlich Geimpften dafür sorgen, dass man die Kriminellen herausfiltert und damit den Schutz der Bevölkerung weiter erhöht.

Wenn wir nicht anfangen, uns selber zu kümmern, dann werden in Kürze von der Politik wieder die einfachsten Lösungen verkündet: Hausarrest und Ausgangssperren für alle und jeden — außer für Politiker.

Ergo, wer die Weihnachtsmärkte noch möchte, der sollte diese schleunigst mit einer 2G-Regelung versehen!

Datenschützer

Nicht nur als Privatperson, sondern vor allem auch als Vereinsvorsitzender und teilweise auch als Mitglied eines anderen Vereines, werde ich seit Beginn der COVID-19 Pandemie verstärkt mit Werbe-E-Mail zugeschüttet.

Da ich meinen Posteingang schon immer selbst erledigt habe und auch immer wieder SPAM- und sonstige Filter durchforste, um möglichst keine relevante Post zu versäumen, erhöht sich mein dafür notwendiger Zeitaufwand gewaltig. Und das jeden Tag.

So bin ich richtig froh darüber, dass wir auch in Baden-Württemberg einen Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit haben; dies ist seit 2017 Dr. Stefan Brink. Noch mehr freut es mich, dass seine Dienststelle sehr gut mit den entsprechenden Dienststellen der anderen Länder zusammenarbeitet.

So ist es für jeden Bürger sehr einfach, sich im Beschwerdefall an den „eigenen“ Datenschutzbeauftragten zu wenden, der den Vorgang ggf. dann auch an die dafür verantwortliche Stelle weiterleitet.

Wie gesagt, meine Erfahrungen sind sehr positiv, auch wenn es bereits dazu führte, dass ich inzwischen einen Anruf eines Firmeninhabers bekam, der mir vorwarf, dass ich seine Firma ruiniere, da er nun ein Zwangsgeld in Höhe von 25 000 Euro zahlen müsse.

Anderen Firmen, vor allem aus dem Bereich der Medizintechnik, sind solche Androhungen von Zwangsgeldern offensichtlich völlig egal, da sie mich trotz Nachfragens weiterhin mit unerlaubter Werbung überschütten. Ich gehe einmal davon aus, dass auch diese Firmen irgendwann entweder keine Zwangsgelder mehr zahlen möchten — weil es einfach nervt — oder diese Gelder dann so eine Höhe erreichen, dass es auch solche Firmen ein klein wenig spüren.

Auf jeden Fall bekommt man durch entsprechende Beschwerden beim Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit einen guten Überblick über die offensichtlichen Gewinnmargen in einzelnen Branchen.

Website des Tages

Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Datenschutz ist ein Grundrecht, und wenn man dabei berücksichtigt, alleine wie viel Lebenszeit uns geraubt wird, wenn Firmen oder Personen dieses missbrauchen, auch ein sehr, sehr wichtiges.

Geburtstag des Tages

Honda Soichiro


Baum mit Bank

Mein Minimalismusprojekt 5 (4)

Beitragsfoto: Baum mit Bank | © Pixabay

Vor knapp zwei Jahren hatte ich schon einmal über Death-Cleaning geschrieben und festgestellt, dass sich dies nur auf den ersten Blick hin makaber darstellt.

„Meines Erachtens kann kein Mensch zu früh mit dem Entrümpeln des eigenen Lebens beginnen, denn letztendlich führt es dazu, dass man einmal genauer darüber reflektiert, und wer weiß, damit auch das eigene Konsumverhalten ändert.“

Bescheidenheit-Beitrag vom 25. Januar 2020

Vor lauter Pandemie-Gedöns habe ich dann allerdings das Ganze wieder aus den Augen verloren. So konnte ich bisher nur ein einige Mitgliedschaften, Social Accounts, Websites und ein paar Autoladungen an Büchern entsorgen sowie auch ein paar überzählige Elektrogeräte in andere Hände geben.

Und rein pandemiebedingt, hat sich die Anzahl meiner unnötigen Internet-Präsenzen wieder erhöht; für was so eine Pandemie alles herhalten muss.

Um das Ganze nun ein bisschen zu beschleunigen, starte ich dieses Minimalismusprojekt und versuche als eingefleischter „Jäger & Sammler“, mich zumindest einmal in der Woche von einem liebgewordenen Gegenstand zu trennen.

Schon als ich heute den ersten Gegenstand in Händen hielt, begann das eigentliche Martyrium, denn im Geiste konnte ich zwar noch an die Vorpandemiezeit anknüpfen, der Rest von mir aber sträubte sich zu sehr, um den Worten auch Taten folgen zu lassen.

So war ich richtig erleichtert, als meine bessere Hälfte, mit einem unschönen Kommentar zu meiner neuen Idee, meinen inneren Zwiespalt temporär auflöste und mich das Projekt nunmehr ein wenig vorsichtiger angehen lässt.

So nehme ich mir vor, einmal in der Woche einen Gegenstand, eine Mitgliedschaft oder eine Internet-Präsenz zu identifizieren, die ich dann zur Weitergabe, Löschung oder Entmüllung in Erwägung ziehe.

So hoffe ich, dass ich mich langsam aber sicher wieder daran gewöhne, unnötigen Ballast loszuwerden. Auch bleibt zu hoffen, dass sich mir keine weitere Pandemie dabei in den Weg stellt.

Ich halte Sie hier weiter auf dem Laufenden und freue mich auf unterstützende oder vielleicht auch „beruhigende“ Kommentare und Vorschläge.

Wer weiß, vielleicht finden sich ja noch andere, die willig und fähig sind, dieses Experiment mitzumachen?

„Have nothing in your houses that you do not know to be useful, or believe to be beautiful.“

William Morris, „The Beauty of Life“, ein Vortrag vor der Birmingham Society of Arts and School of Design (19. Februar 1880)