Eisbär

29.6.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Eisbär | © Shutterstock

Stadtreinigung

Und auch hiermit hat sich der Gemeinderat beschäftigt — ganze 40 Minuten lang, kann man lesen. Joachim Friedl zitiert diesbezüglich Dieter Klenk, den Chef der Stadtreinigung: „Heilbronn ist keine schmutzige Stadt.“ Was soll Dieter hierbei auch anderes sagen?

Auf jeden Fall sind die Erklärungen von Dieter Klenk aufschlussreich. Jetzt sollten seitens des Gemeinderats daraus auch entsprechende Konsequenzen gezogen werden, sonst waren diese 40 Minuten auch wieder für die Katz.

Für den Heilbronner Bürgermeister Wilfried Hajek, einer der Hauptverantwortlichen dieser Misere, ist es schon jetzt eindeutig, dass höhere Bußgelder „nichts bringen“. Das stimmt insoweit, wenn man sich beständig weigert, richtig zu kontrollieren und dazu noch auf eine Ahndung von festgestellten Vergehen und Straftaten verzichtet, dann ändern auch die höchsten Bußgelder nichts.

Ich wiederhole mich hier gerne, wir benötigen dringend mehr und vor allem auch effektive Kontrollen. Dazu eine Justiz, die mitzieht und nicht jeden Täter zum Opfer stilisiert. Und wir benötigen, wie Dieter Klenk es anklingen ließ, vor allem mehr Reinigungskräfte — hier könnte man durchaus auch einmal das Rathaus durchforsten — eine sinnvolle Tätigkeit hat noch niemandem geschadet.

Übrigens, eine saubere Stadt ist gelebter Umweltschutz!

Klimawandel & Bundesstaat

Was haben der menschengemachte Klimawandel und ein europäischer Bundesstaat gemeinsam? Beides sind die größten Probleme der Menschheit, letzteres vielleicht auch nur für die Westliche Welt. Den Klimawandel müssen wir zwingend abschwächen — verhindern geht bereits nicht mehr — und den Bundesstaat zwingend schaffen, wenn wir überhaupt noch eine Überlebenschance haben wollen! Beide Tatsachen kennen wir allesamt schon sehr, sehr lange, aber fast keiner ist tatsächlich auch bereit dazu, selbst etwas zu unternehmen, um die Situation auch nur ein wenig zu verbessern.

Sowohl die Experten und Klimaschützer als auch wir Europäische Föderalisten reden gegen Wände! Und auch die allerletzten Warnzeichen, wie z. B. der Massenmord an der ukrainischen Bevölkerung, lassen uns allesamt kalt — wir streiten uns lieber über Billigbenzin und Urlaubsflüge.

Aber was schreibe ich da? Jeder von Ihnen ist sich dessen voll und ganz bewusst! Wir — meine Leser und ich — können weder den Klimawandel stoppen, noch einen Europäischen Bundesstaat schaffen, aber wir können bis zuletzt versuchen, unsere Mitbürger von diesen Notwendigkeiten zu überzeugen. Und wie bereits Walter Hallstein so treffend anmerkte, „Wer in europäischen Dingen nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist!“

Deshalb werben in Heilbronn weiterhin ein paar unermüdliche Föderalisten für eine bessere Welt, für den Weltfrieden und für eine immer weitergehende Einigung aller europäischen Völker, sowie auch für mehr Umweltschutz — macht außer uns doch sonst keiner!

Gemeinderat

Wenn man heute die Heilbronner Stimme liest, ob nur online oder aber auch die Tagesausgabe (29.06.2022) mit beiliegender Stadtzeitung, kommt man sehr schnell zur Erkenntnis, dass in den Heilbronner Gemeinderat tatsächlich doch etwas Bewegung kommt. Zum einen möchten jetzt ein paar Fraktionen bezüglich des seit Jahren geplanten Moscheeneubaus auch einmal selbst mit den Betroffenen „verhandeln“, andere Fraktionen halten dies nicht für notwendig, und eine lehnt es grundsätzlich ab, sich mit „Ausländern“ zu unterhalten.

Zum anderen kündigt ein, von seiner ehemaligen Fraktion der Freien Wähler abtrünniger, Stadtrat an, dass es nach der Sommerpause mehr zu dieser bizarren Aktion zu hören geben wird; sind doch bisher auch nur ein paar Wochen ins Land gezogen. Faktum ist, dass Herbert Burkhardt und Eugen Gall weiterhin die Freien Wähler im Heilbronner Gemeinderat vertreten, so wie zuvor seit 1958 viele andere Freie Wähler auch (siehe Forums-Post von Herbert Burkhardt). Und so müssen wir uns alle noch ein wenig gedulden, um endlich zu erfahren, was die beiden abtrünnigen Gemeinderäte nun mit ihrem Mandat vorhaben. Lassen wir uns einmal überraschen.


Moschee in Abu Dhabi

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Beitragsfoto:  Moschee in Abu Dhabi | © Jörg Peter from Pixabay

Moschee

Seit mehr als 30 Jahren gibt es in der Weinsberger Straße eine Moschee und nur noch wenige können sich an die Zeit davor erinnern. Das Problem mit dieser Moschee war von Anfang an nicht die Religion, sondern alleine nur die Tatsache, dass sich der türkische Staat dort eine „eigene Parteizentrale“ eingerichtet hatte.

Dieser Sachverhalt störte aber bisher weder die Stadtverwaltung noch den Gemeinderat. Und so arbeiteten über Jahre hinweg beide zusammen mit dem „türkischen Kulturverein“ an einer sowohl für die Stadt als auch für den Verein gewinnbringenden Lösung, nämlich an einem Neubau der Moschee vor Ort.

Als es im Zuge der letzten Gemeinderatswahl um Wählerstimmen aus dem vorsichtig ausgedrückt konservativen Lager ging, profilierten sich plötzlich viele Parteien und Wählergruppen damit, dass sie gegen eine vermeintlich neue Moschee votierten — entgegen vorheriger Abmachungen und besseren Wissens.

Seit 2019 haben sich nun die entsprechenden Gemeinderäte die Welt schön geredet und tatsächlich Gründe gefunden, warum man in der Weinsberger Straße keine Moschee haben kann. Auch wenn diese Gründe von Fachleuten weiterhin bestenfalls als „weit hergeholt“ bewertet werden, trifft es die Stimmungslage sehr vieler uninformierter Heilbronner und besonders die der Ewiggestrigen; diese müssen sich dabei aber gefallen lassen, dass sie ganz offensichtlich die letzten 30 Jahre völlig verschnarcht haben.

Das „beste“ Argument gegen eine Moschee lieferte heute allerdings Joachim Friedl in der Heilbronner Stimme.

„Doch mal ehrlich: Würde von uns einer beim Gottesdienst bereit sein, jedes Mal in ein teures Parkhaus zu fahren? Wäre es nicht eher so, dass man irgendwo anders – erlaubt oder nicht – sein Fahrzeug abstellt? Es gilt somit, für den Neubau einen adäquaten und zukunftsfähigen Standort in Innenstadtnähe zu finden.“ 

Heilbronner Stimme (25.06.2022: 23)

Dazu möchte ich gerne anmerken: Erstens sind unsere Parkhäuser nicht überteuert. Zweitens gibt es Kirchgänger, die Parkgebühren bezahlen. Drittens stellen nicht alle Bürger — Journalisten vielleicht einmal ausgenommen — ihre Fahrzeuge im Parkverbot ab. Viertens kann man dies — eine funktionierende Stadtverwaltung vorausgesetzt — durchaus und nachhaltig regeln. Fünftens kann man auch sonntags und in diesem Falle freitags mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Und sechstens weiß (fast) jeder Heilbronner, dass es in der Innenstadt oder in Innenstadtnähe keinen freien Bauplatz gibt.

Auch wenn ich persönlich mit der Ditib und ihrer Erdogan-Nähe überhaupt nicht einverstanden bin, Nationalflaggen vor Kirchen oder Moscheen schon gar nicht leiden kann, so bin ich dennoch weiterhin für einen Moscheeneubau in der Weinsberger Straße! Denn es wird „mein“ Stadtviertel sehr deutlich aufwerten, wobei man den Rest — wenn man nur möchte — regeln kann; und dabei am einfachsten das Parkplatzproblem!

Wenn man allerdings grundsätzlich etwas gegen Ausländer und eine vermeintliche „Überfremdung“ hat, dann wird man in Heilbronn — den Vogelsang vielleicht einmal ausgenommen — nie einen Platz für eine Moschee oder gar eine Synagoge finden. Dann soll man dies aber auch einmal deutlich sagen und nicht ständig mit fehlenden Parkplätzen um die Ecke kommen.

Das hat auch etwas mit „Arsch in der Hose“ zu tun!

Mitarbeiterfest

Gestern trafen sich alle „mesenos“ zum jährlichen Mitarbeiterfest, dieses Mal im Sommer und in den eigenen Räumen. Auch wenn es bei sämtlichen (Mitarbeiter)Festen von meseno immer harmonisch zugeht, hat es mir dieses Mal besonders gut gefallen. Das lag wohl auch am Ambiente der inzwischen nicht mehr ganz so neuen Räumlichkeiten von meseno.

Auf jeden Fall konnte ich dabei auch Räume kennenlernen, die ich bisher noch nie gesehen hatte und zudem darüber staunen, wie multifunktional heutzutage Kindertagesstätten eingerichtet sind. Und so bin ich fest davon überzeugt, dass meseno auch ganz gut als eigenständiges Stadtteilzentrum fungieren könnte, noch ein oder zwei Gebäude hinzu und das Ganze wäre eine sehr runde Sache.

Auf jeden Fall aber sind die Aktivitäten von meseno ein gutes Beispiel für den erfolgreichen Mix von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiten, die unter dem Dach einer eigenständigen Stiftung zusammengefasst sind. Und zudem ein guter Beweis, dass weniger Staat oftmals viel mehr ist.


Militärcamp in Afrika

Kirchenbesuche 4.7 (3)

Beitragsfoto: Militärlager in Afrika

Da das Christentum die Menschheit schon eine ganze Weile begleitet, ist es eigentlich fast überall auf der Welt möglich, auch einen solchen Gottesdienst besuchen zu können — vielleicht nicht gerade einen der eigenen Konfession aber auf jeden Fall einen christlichen Gottesdienst.

Wenn man als Soldat im Ausland tätig ist, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass man auch von Pfarrern oder Priestern begleitet wird. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, was leider vielen erst vor Ort klar wird — und wenn man Monate lang von zuhause weg ist, durchaus auch dazu führen kann, dass man die eigene Gläubigkeit ganz neu bewertet.

Vor ein paar Jahren konnte ich es leider nicht durchsetzen, dass meine Mitarbeiter und ich bei einem Einsatz in Schwarzafrika auf zumindest einen Pfarrer zurückgreifen konnten. Zugegebener Maßen haben wir dies zumindest in den ersten Wochen auch nicht sehr vermisst — die Herausforderungen waren einfach zu zahlreich.

Als wir uns dann aber vor Ort etabliert hatten und außer sehr viel Landschaft nur noch mehr Gegend vorhanden war, begrüßten wir es sehr, dass wir in der „Nachbarschaft“ eine Kirche fanden, die bei uns wenigstens sonntags für etwas Abwechslung sorgen konnte.

Und als auch ich mich ein paar Wochen später und gut eine Tagesreise von den meisten meiner Mitarbeiter entfernt, ebenfalls so zurecht gefunden hatte, dass ich glaubte, mir doch den einen oder anderen Sonntagmorgen freischaufeln zu können, suchte auch ich mir in der Nähe meiner Unterkunft eine Kirche.

Diese fand ich sogar gleich in der Nähe und pilgerte sonntags sehr früh dorthin, denn durch die Lautsprecherbeschallung einer Moschee in der Nachbarschaft wurde nicht nur ich geweckt, sondern auch ein sehr großes und vor allem sehr lautstarkes Vogelpaar, welches direkt vor meinem Fenster wohnte und sich immer und sehr lange über den Vorbeter beschwerte, so dass ausschlafen keine Alternative war. Unter der Woche konnte man sich gleich an die Arbeit machen, sonntags dann gleich auf den Weg zur Kirche.

Der Vorteil dieser Kirche war dabei, dass zumindest die sonntäglichen Gottesdienste stets in Schichten stattfanden, wobei die Kirche jedesmal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Weniger gut waren dabei die Zeitangaben, welche der Kirchengemeinde eher als grober Anhalt dienten.

So konnte ich anhand der Prozessionsaufstellung vor der Kirche sehen, wie lange es noch bis zum nächsten Gottesdienst dauert und mich dann entscheiden, ob ich mich noch in den laufenden Gottesdienst begebe oder auf den kommenden warte.

Die ersten Gottesdienste, welche immer gut zwei Stunden dauerten, verbrachte ich noch hinten in der Kirche, um als einziger Weißer nicht ganz so aufzufallen, verlor aber immer mehr die Scheu und ergatterte mir schließlich, der Bequemlichkeit wegen, doch einen Sitzplatz inmitten der Gemeinde. Was übrigens einmal dazu führte, dass ein kleines, hinter mir sitzendes Mädchen während der Predigt meinen Jackenärmel zurückschob, um zu gucken, ob mein Arm ebenfalls weiß ist. Als ich mich umdrehte und dem Mädchen in die Augen sah, verfiel es in einen Schreikrampf und die sonst sehr laute Kirche war plötzlich mäuschenstill. Die Mutter beruhigte es und die Predigt ging weiter. Kurz darauf schob das kleine Mädchen mein Hosenbein hoch und ich wagte es nicht mehr nach hinten zu schauen.

Bis auf den Frühgottesdienst folgte jeder Gottesdienst derselben Ordnung. Der Platz vor der Kirche war voll und die Menschen unterhielten sich. Bevor die Pfarrer, die Musikkapelle, andere Ehrenamtliche und die Gemeinde selbst feierlich aus der Kirche auszogen, versammelte sich die gleiche Prozession vor der Kirche, um nach dem Auszug der ersten genauso feierlich in die Kirche einzuziehen. Manche Pfarrer begleiteten dabei mindestens zwei Gottesdienste, was ich mitbekam, wenn ich mich zu spät in den Gottesdienst begeben hatte und dann gleich noch den nächsten mitverfolgte.

Da die Gottesdienste hauptsächlich in einer oder mehreren afrikanischen Sprachen stattfanden, konnte ich dem Ganzen inhaltlich nur schwer folgen, was aber weniger tragisch war, da die Musik und der Gesang immer dominierten. Und auch sonst herrschte gewöhnlich in den Reihen der Gemeinde Trubel, was manchmal den Eindruck erweckte, dass Pfarrer und Ehrenamtliche vorne einen anderen Gottesdienst feiern als der Rest der Gemeinde in den hinteren Reihen.

Manchmal kam es sogar vor, dass plötzlich ein Gemeindeglied schreiend, mit Armen und Beinen wedelnd und am ganzen Körper zittern nach vorne eilte und einer der Pfarrer so eine Art „Teufelsaustreibung“ vollführte, wobei dann die gesamte Gemeinde in eine Art Ekstase geriet.

So waren auch nach ein paar Monaten die zweistündigen Gottesdienste immer schneller vorbei als so mancher Gottesdienst bei uns. Auch blieben meine Besuche nicht unbemerkt, und so war es nur eine Frage der Zeit, dass ich nach dem Gottesdienst die Einladung zur gleich darauf folgenden Bibelstunde erhielt, was meinen sonntäglichen Kirchgang auf gut vier Stunden ausdehnte.

Anfangs waren diese Bibelstunden eine ganz besondere Erfahrung, denn die Teilnehmer analysierten unter Anleitung eines Pfarrers ein Kapitel nach dem anderen und versuchten mich dabei mit einzubinden. Dies führte aber auch dazu, dass ich immer mehr von der Gemeinde und ihrer dort vertretenen Religion mitbekam. Als dann gleich mehrere Pfarrer in der Bibelstunde insistierten, dass Homosexuelle getötet werden müssen, weil sie des Teufels seien, waren meine Kirchenbesuche in dieser Gemeinde Vergangenheit und ich nutzte die freigewordene Zeit lieber zu sonntäglichen Ausflügen ins Umland.

Meine Erfahrung mit Kirchengemeinden ist die, dass es keine zwei gleichen Kirchengemeinden gibt. Jede Kirchengemeinde ist anders und dabei einzigartig, sie spiegelt die einzelnen Kirchenglieder wider und entwickelt ihre eigenen Traditionen, auch wenn diese allesamt auf der einen Schrift — unserer Bibel — fußen. Und so kann man sich glücklich schätzen, wenn man als Christ genau die Gemeinde findet, in der man sich selbst wohl und geborgen fühlt.

„Die Irreligiösen sind religiöser als sie selbst wissen, und die Religiösen sind’s weniger, als sie meinen.“

Franz Grillparzer, Studien zur Philosophie und Religion. Historische und politische Studien (2011: 32, 1857.)