Filmausschnitt von Don't Look Up

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Beitragsfoto: Filmausschnitt aus Don’t Look Up | © Adam McKay

Heute habe ich nach längerer und wahrscheinlich vergeblicher Arbeit am Backend dieses Weblogs und der Aktualisierung meiner Kalender dann auch vergeblich auf die weiteren Europastammtischler im virtuellen Raum gewartet.

Kurz darauf hat mich Oliver Durst darauf aufmerksam gemacht, dass der Europastammtisch erst für die kommende Woche geplant ist. So war es dann wohl auch an der Zeit, dass ich mich für heute einmal etwas anderem widme.

Und so kamen wir auf die Idee Adam McKays neuen Film „Don’t Look Up“ anzuschauen. Der Film lief bereits am 9. und 10. Dezember 2021 an und ist inzwischen auch zum Streamen erhältlich. So konnten wir uns heute einen gemütlichen Abend machen — schwarzer Humor bietet sich dazu bestens an.

Die Handlung ist schnell erzählt. Wissenschaftler entdecken einen gut 10 Kilometer großen Meteoriten, der in gut sechs Monaten die Erde treffen wird. Bei ihrem Versuch, sowohl die Regierung als auch ihre Mitbürger zu erreichen und vielleicht noch zu möglichen Gegenmaßnahmen motivieren zu können, scheitern sie so großartig wie ich heute bei meinem Versuch, die „webmentions“ Funktion zum Laufen zu bekommen.

Und wer jetzt glaubt, das alles wäre viel zu übertrieben und könnte, wenn überhaupt nur in den Vereinigten Staaten von Amerika geschehen, der sollte sich mal etwas genauer bei uns umschauen.

George Monbiot schrieb dazu heute im Guardian „Watching Don’t Look Up made me see my whole life of campaigning flash before me (The Guardian, 04.01.2022). Er merkt dabei an, dass es kein Wunder sei, wenn Journalisten diesen Film schlecht machen. 

Ich glaube, es sind nicht nur die Journalisten, die sich diesen Schuh anziehen müssen — es sind wir, allesamt.

Aber vielleicht möchten Sie sich auch Ihre eigene Meinung bilden; dazu empfehle ich Ihnen, diesen Film selber einmal anzuschauen. Und so verstehen Sie vielleicht, warum manche meinen, dass dieser ganz gut zu der heutigen Problematik der Wissenschaftsfeindlichkeit, zum Klimawandel und der COVID-19 Pandemie passt.

Ich bin darüber hinaus davon überzeugt, dass dieser Film uns ganz gut vor Augen führt, was mit uns allen geschieht, wenn wir weiterhin das Dschungelcamp — stellvertretend für sämtliche Reality Shows und ihre populären Vertreter — dem mühsamen Weg einer guten Bildung vorziehen.

„This is The End; my only friend, The End.“

Jim Morrison, The End (4. Januar 1967)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

22.12.02021 5 (1)

Bändchen

Auch wenn sich das Ganze sehr schön anhören mag, nämlich, dass man jetzt mit bunten Bändchen offizielle Dokumente ersetzt — bei uns in Heilbronn den Impfausweis. So sollte man doch daran denken, dass wir uns einen der teuersten Staats- und Regierungsapparate der Welt leisten, welcher gerade dafür existiert und eigentlich auch dafür prädestiniert sein müsste, dass dieser für uns Menschen bürgernahe und auch hilfreiche Lösungen bietet.

Um es noch etwas deutlicher zu formulieren, demnächst kann man dann wohl auch mit weiteren Bändchen den Führerschein ersetzen oder schneller durch die Kontrollen am Flughafen gelangen.

So schön sich das alles auch anhören mag, und so gut diese privaten Initiativen auch sein mögen, dies konterkariert staatliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten.

Letztendlich muss es aber vorab geklärt sein, wer dafür haftet, wenn es aufgrund eines Missbrauchs solcher Bändchen zu folgenschweren Schäden — vielleicht gar zu Todesfällen kommt.

Hier wäre das Verursacherprinzip anzuwenden, und im Falle, dass diese nicht in Regress genommen werden können, dann auf jeden Fall aber die entsprechenden Initiatoren bevor wir alle jetzt auch schon von Privatleuten in „Sippenhaft“ genommen werden.

Lug & Betrug

Ganz aktuell konnten wir alle erleben, wie bei uns in Deutschland Lug & Betrug die maßgeblichen Karrierekriterien wurden, zumindest wird man damit Regierende Bürgermeisterin von Berlin oder deutsche Außenministerin. An korrupte Volksvertreter, um die Männer nicht zu vergessen, haben wir uns schon so gewöhnt, dass unsere Gerichte dies inzwischen scheinbar als nationale Eigenart einstufen.

Dass wir Deutschen damit beim Rest der Welt auf Unverständnis stoßen, ist halb so schlimm, denn wir können schon lange weder Flughäfen bauen, noch eine Bimmelbahn halbwegs pünktlich fahren lassen.

Schlimmer ist aber, welche Signale wir damit an unsere eigene Jugend senden: man darf lügen und betrügen so viel man möchte, muss keine Leistung mehr zeigen oder überprüfbare Erfolge nachweisen können, denn so lange man ein Parteibuch hat und zu einer Quoten-Gruppe zählt, wird man bei uns alles — Deutschland als ewiges Weihnachten, Ostern und Schlaraffenland zugleich.

Europastammtisch

Der letzte Europastammtisch des Jahres war wieder, und dies auf Wunsch der Mitglieder, ein virtueller. Leider ließ dann deren Präsenz am Stammtisch doch ein wenig zu wünschen übrig, was uns Anwesenden dann aber die Chance gab, für die künftigen virtuellen Europastammtische neue Pflöcke einzuschlagen. So sind wir z. B. wieder zur GoToMeeting-Software zurückgekehrt.

Auch haben wir uns darauf geeinigt, dass wir die zum Beginn der Pandemie geschaffenen Foren des Europastammtisches wieder schließen werden und auch keinen Ersatz dafür vorsehen werden. Unser Fazit: es war zwar gut gemeint, und hat auch den einen oder anderen zum Mitmachen motiviert, aber letztendlich nicht den Erfolg gebracht, an den zumindest ich geglaubt hatte.

So gilt auch hier, oftmals ist weniger mehr.

Geburtstage des Tages

Giacomo Puccini und Frank Billings Kellogg


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

27.11.02021 5 (1)

Foto: Allee | © Shutterstock

Tunnel & Spurenstoffe

Erfreulich ist, dass der Verein Lerchenbergtunnel weiter am Ball bleibt, und wir deshalb erstmals auch Pläne für Radwege in Heilbronn zu Gesicht bekommen. Jetzt hoffen wir einmal, dass bei dieser Aktion nicht nur die „Gutachter“ — wieder einmal sind 120 000 Euro einfach so weg — etwas davon haben, sondern, dass das Ganze zu einem stimmigen Fuß- und Radwegenetzwerk in Heilbronn führt. Was würde bloß unsere Stadtverwaltung ohne engagierte Bürger machen?

Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass Heilbronn wieder einmal nur halbe Sachen macht. Die entsprechende Entschuldigung dafür — keine gesetzliche Verpflichtung — seitens der Stadtverwaltung lässt tief blicken. Alleine mit dieser Entschuldigung könnten wir Bürger unsere Stadtverwaltung gewaltig ausdünnen und doch so einiges an Steuern sparen!

Aber zurück zur halbe Sache. Vor kurzem konnte ich noch davon berichten, dass unsere Kläranlage modernisiert wird. Leider aber verzichtet die Stadtverwaltung auf ein zusätzliches Reinigungsverfahren für sogenannte Spurenstoffe — wohl aus Kostengründen. Was u. a. in Ulm, einer vergleichbaren Großstadt, schon längst Usus ist, wird in Heilbronn wohl noch ein paar Jahrzehnte auf sich warten lassen.

Wir Heilbronner „investieren“ dafür lieber in Berater und Gutachter aller Art sowie in Magazine und Zeitungen, die nette Artikel über uns schreiben und uns als Stadt schöne Titel verleihen.

Wahlalter

So sehr ich selbst die beabsichtigte Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre begrüße, so möchte ich doch gerne darauf hinweisen, dass dies weitere Folgen haben muss. Eine der Folgen ist die entsprechende Anpassung des Jugendstraf- und Jugendschutzgesetzes. Eine politische Mündigkeit ist erst dann gegeben, wenn sie auch mit Verantwortung verbunden ist.

Weitere Folgen sind dabei auch, die Heirat mit 16, nicht nur der Führerschein, und auch der offizielle Zutritt zum Erhalt von Drogen aller Art. Nicht zu vergessen, dass man dann auch mit 16 wieder seinen Wehrdienst leisten können muss.

Kreisversammlung

Trotz der schwierigen, Pandemie bedingten, Lage kamen mehr Europäische Föderalisten zur inzwischen 68. Kreisversammlung der EUROPA-UNION Heilbronn als erwartet. Sehr gefreut habe ich mich zudem darüber, dass viele Mitglieder ihr Fehlen vorab entschuldigten und damit ebenfalls ihr Interesse am Verband bekundeten.

Unsere „Aktion 500“ stieß bei den Mitgliedern auf großen Zuspruch. Auch begrüßten sie unsere Absicht, den Europa-Ball in Heilbronn zu reaktivieren. Dieser wird erstmals wieder am Samstag, 23. Juli 2022 in Heilbronn stattfinden und sicherlich wieder ein Highlight im Heilbronner Veranstaltungskanon werden.

Sehr schwer taten sich vor allem die Vertreter der Partnervereine der EUROPA-UNION mit der nur folgerichtigen und verständlichen Absage des Treffpunkts Europa auch für 2022. Sie baten aber den Kreisvorstand erneut zu prüfen, in wieweit ein Treffpunkt Europa zukünftig in Heilbronn möglich sein wird.

Ich konnte im Namen des Kreisvorstandes „unseren“ Mitgliedern eine solche Prüfung gerne versprechen, musste alle aber auch erneut darauf hinweisen, dass Menschen oder gar Bevölkerungsgruppen, die nicht wählen gehen, zumindest im politischen Leben nicht stattfinden und damit auch seitens der Politik weder wahrgenommen werden, noch eine Unterstützung erhalten.

Ein erstes Zeichen können betroffene Heilbronner dadurch setzen, indem sie am 6. Februar 2022 Kandidaten, die sich nachweislich und ganz offensichtlich weder für unser Europa noch für den Treffpunkt Europa interessieren, nicht wählen werden. Man merke sich: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber!“

Geburtstag des Tages

Jimi Hendrix